Lucia Berlin

 4,1 Sterne bei 38 Bewertungen

Lebenslauf

LUCIA BERLIN, 1936–2004, schrieb im Laufe ihres Lebens 77 Erzählungen, wovon die meisten in den achtziger und neunziger Jahren veröffentlicht wurden. Dennoch war sie zu Lebzeiten kaum bekannt. Durch ihre Wiederentdeckung 2015 mit dem Band A Manual for Cleaning Women, der auf Anhieb ein New-York-Times-Bestseller wurde, fand sie endlich die weltweite Anerkennung, die ihr gebührt. Die 2016 unter dem Titel Was ich sonst noch verpasst habe veröffentlichte Auswahl daraus stand zehn Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. 2017 folgte der zweite Band Was wirst du tun, wenn du gehst. Kurz darauf erschienen 22 weitere Erzählungen – Abend im Paradies – sowie Lucia Berlins Memoir Welcome Home, beide in der Übersetzung von Antje Rávik Strubel.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lucia Berlin

Cover des Buches Was ich sonst noch verpasst habe (ISBN: 9783423145862)

Was ich sonst noch verpasst habe

(22)
Erschienen am 04.08.2017
Cover des Buches Was wirst du tun, wenn du gehst (ISBN: 9783716040164)

Was wirst du tun, wenn du gehst

(4)
Erschienen am 31.08.2018
Cover des Buches Abend im Paradies (ISBN: 9783311150022)

Abend im Paradies

(2)
Erschienen am 23.07.2020
Cover des Buches Welcome Home (ISBN: 9783311100119)

Welcome Home

(1)
Erschienen am 06.05.2019
Cover des Buches Ein neues Leben (ISBN: 9783311350248)

Ein neues Leben

(0)
Erschienen am 16.09.2025
Cover des Buches Love, Loosha (ISBN: 9783311350200)

Love, Loosha

(0)
Erschienen am 14.11.2024
Cover des Buches Was ich sonst noch verpasst habe (ISBN: 9783869523125)

Was ich sonst noch verpasst habe

(3)
Erschienen am 26.02.2016
Cover des Buches Was ich sonst noch verpasst habe (ISBN: B01BFYGS8W)

Was ich sonst noch verpasst habe

(1)
Erschienen am 19.02.2016

Neue Rezensionen zu Lucia Berlin

Cover des Buches Was ich sonst noch verpasst habe (ISBN: 9783423145862)
Wolf-Macbeths avatar

Rezension zu "Was ich sonst noch verpasst habe" von Lucia Berlin

Wolf-Macbeth
Mit dem Leben nicht zurechtkommen – aber es erzählen

Lucia Berlin war mir vorher kein Begriff, und Kurzgeschichten sind eigentlich auch nicht so mein Genre. Aber dieses Buch hat mich überrascht. Was ich sonst noch verpasst habe ist keine leichte Sammlung von Storys, die man schnell wegliest – es ist ein literarisches Werk, das tief geht. Berlin schreibt autofiktional, das heißt, vieles in den Geschichten ist aus ihrem eigenen Leben inspiriert. Und obwohl es sich um über 30 einzelne Erzählungen handelt, tauchen oft dieselben Figuren auf, was das Ganze wie einen Roman mit vielen Episoden wirken lässt.

Im Zentrum stehen meist Frauen, die durchs Leben taumeln: Alleinerziehende, Alkoholkranke, Putzfrauen, Sekretärinnen. Menschen, die arbeiten, trinken, irgendwie funktionieren – und doch nicht ganz hineinpassen in diese Welt. Es sind keine Heldinnen, sondern Antiheldinnen. Und gerade das macht sie so menschlich.

Lucia Berlin schreibt ohne Pathos. Manchmal mit trockenem Humor, manchmal mit tiefer Melancholie – aber nie gefühlsduselig. Sie sieht die dunklen Ecken, aber auch das Licht darin. Natürlich, bei so vielen Geschichten sind nicht alle gleich stark. Manche haben mich weniger berührt. Aber Mijito war für mich ein Höhepunkt – eine Geschichte, die ich nicht vergessen werde.

Wer literarische Qualität sucht und keine Angst vor Schmerz, Ehrlichkeit und rauem Alltag hat, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Ich empfehle es uneingeschränkt weiter.


Cover des Buches Abend im Paradies (ISBN: 9783311150022)
Pialalamas avatar

Rezension zu "Abend im Paradies" von Lucia Berlin

Pialalama
Tolle kurze Erzählungen

Die Kurzgeschichten und Erzählungen in diesem Buch handeln vor allem von Frauen mit unerfüllten Wünschen, Frauen mit Hoffnungen und Frauen die Tag für Tag den Alltag leben. In ihnen spiegeln sich viele Aspekte aus Lucia Berlins eigenem Leben wieder, die mit 32 Jahren bereits unzählige Male umgezogen, drei Mal geschieden und Mutter von vier Söhnen war. Viele Elemente wie z.B. Namen, Orte oder Berufe wiederholen sich in dem Buch was die autobiographische Seite dieses Buches untermalt.

Die Geschichten sind in der Regel um die 20 Seiten lang, einige aber auch deutlich kürzer. Mit den 1-Seitigen Erzählungen konnte ich persönlich nicht viel Anfangen, und auch die ersten Erzählungen im Buch konnten mich nicht ganz mitreißen. Doch nachdem ich mich ein bisschen mehr auf die Erzählungen einlassen konnte, habe ich durchaus gefallen daran gefunden. Insbesondere die Geschichten "Lead Street, Albuquerque", "Das Lehmhaus mit Blechdach" und "Zeit der Kirschblüten" haben mir sehr gut gefallen.

Sprachlich schön, aber auch einfach gehalten, war die Stimmung in Berlins Erzählungen oft trocken, deprimierend. Damit diese Alltags-Langeweile, die Hoffnungslosigkeit und Sehnsucht nach einem anderen Leben deutlicher wird. Doch es gab natürlich auch Szenen die mich zum Lachen und Schmunzeln gebracht haben. Ich bin auf jeden Fall aufmerksam auf Lucia Berlin geworden und werde in Zukunft gerne auf dieses Buch zurückschauen und an all diese Frauen und ihre Ehemänner denken.

Fazit: Lucia Berlins 22 autobiografisch angehauchten Erzählungen konnten mich zwar nicht alle überzeugen, doch der Großteil der Stories lies sich mit einer Leichtigkeit lesen und genießen. Wer gerne kurze Erzählungen liest und auch das Thema der Alltags-Frau, die Sehnsucht nach einem anderen Leben hat, nicht zu träge findet, macht mit diesem Buch sicherlich nichts falsch!

Cover des Buches Abend im Paradies (ISBN: 9783311100157)
CocuriRubys avatar

Rezension zu "Abend im Paradies" von Lucia Berlin

CocuriRuby
Ein wunderschönes Werk

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten/Storys, die autobiografisch angelehnt sind und einschneidene Erlebnisse in dem Leben der Autorin beschreiben.


Kurzgeschichten sind für mich die Königsdisziplin der Literatur. Eine Geschichte so zu komprimieren, ohne dass vom Gehalt etwas verloren geht, ist super schwer – und Lucia Berlin ist eine Meisterin darin.


Ich liebe ihren Stil – leider ohne beschreiben zu können, warum er so besonders ist – aber er ist lebendig, einnehmend und mitreißend.

Man steckt sofort in der Geschichte, sie wirken (wie gesagt) sehr lebendig und bildet die perfekte Momentaufnahme ab.

So plötzlich wie man drin ist, so plötzlich endet es auch wieder. Und nicht selten wollte ich mehr lesen – was ein Kompliment ist.


Es sei aber auch gesagt, dass ihr Stil nicht immer der einfachste ist. Manchmal hat man das Gefühl das etwas fehlt, dass man etwas übersehen hat. Dabei ist „nur“ der Satz dann recht reduziert, auf die wichtigsten Infos runter geschraubt in einem Halbsatz.

Man muss also aufpassen und selten ist auch dann noch eigen.


Andere Stellen sind dann aber mit vielen Details geschmückt, die Atmosphäre erzeugen. Gefühl ist wichtig bei ihren Geschichten, denn diese haben einen Geruch oder Geschmack, wenn ihr versteht…?


Es wirkt sicherlich auch deshalb so lebendig, weil die Autorin viel aus ihrem eigenen Leben aufzeigt, aber nicht zu verbissen an der Wahrheit bleibt, sondern eine gut erzählte Geschichte im Vordergrund steht.

Bei manchen Geschichten wurden Namen verändert – aber wenn man sich etwas mit ihrer Biografie auskennt, sieht man die deutlichen Parallelen – sie schreibt von dem was sie kennt und selbst erlebt hat.


Lucia Berlin ist eine Frau, die am Leben immer wieder gescheitert ist, aber nie gebrochen wurde – sich nie hat unter kriegen lassen oder gar aufgeben hätte.

Das macht ihr Leben so interessant und damit auch ihre Werke/Geschichten.

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