Lucia Engombe

 4.1 Sterne bei 14 Bewertungen

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Kind Nr. 95

Kind Nr. 95

 (14)
Erschienen am 01.09.2004

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Rezension zu "Kind Nr. 95" von Lucia Engombe

Kind Nr. 95 von Lucia Engombe
Nachtfalter89vor 4 Jahren

Kind Nr. 95 von Lucia Engombe

Das Buch handelt von einem Kind, dass dem Hunger im Flüchtlingslager in Sambia entkommt und sich mit 80 anderen namibischen Kindern in einem Schloss in der DDR wiederfindet.
„Kind Nr. 95" konnte durch die solidarische Hilfe der DDR dem Hungertod entkommen.
Aber diese Rettung gab es nicht kostenlos. Eine Kindheit in fast völliger Isolation mit wenig Kontakt zur DDR-Bevölkerung, Appellmärschen und der Kampfausbildung für den Freiheitskampf in Namibia.
Daneben erzählt Lucia Engombe ganz alltägliche Dinge wie zum ersten Mal verliebt sein, die erste Party und ihre Folgen, Schule und Erwachsen werden.
Ausserdem berichtet Lucia Engombe, wie nach der Wende der offene und gewaltätige Rassismus in der Ex-DDR ausbricht und die vorher ausgeübte, natürlich auch fragwürdige, Solidarität zusammenbricht. Sie muss zurück nach Namibia.
Fünf Sterne von mir, weil "Kind Nr. 95" zeigt, wie grausam Politik sein kann. Dies aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern anhand des Schicksals eines Mädchens, das sich immer gesagt hat: Ich werde trotzdem überleben. Alles Gute, Lucia!

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Rezension zu "Kind Nr. 95" von Lucia Engombe

Rezension zu "Kind Nr. 95" von Lucia Engombe
Flumivor 11 Jahren

Ziemlich beeindruckendes Leben! Ich ziehe meinen Hut vor der Autorin und danke ihr, dass sie ihre Geschichte aufgeschrieben hat und wir dadurch davon erfahren können.
Sie wurde als 7jährige von Namibia in die DDR geflogen, zusammen mit 80 anderen afrikanischen Kindern. Ausgehungert und verängstigt von ihren Kriegs- und Flüchtlingserfahrungen, wissen die Kinder nicht, was sie im fernen, kalten Deutschland erwartet. Sie wurden zum Spielball der Politik. In Namibia tobt nach dem Ende der Kolonialzeit der Krieg der Südafrikaner um ihre "5. Kolonie" Namibia gegen die namibischen Freiheitskämpfer. Die DDR unterstützte die Befreiunsarmee SWAPO mit Solidaritätssendungen und Militärhilfe und bietet eine Ausbildung für die Flüchtlingskinder an.
Sie kommen in einem Schloss in Bellin in Mecklenburg-Vorpommern unter, wo sie zwar einen schönen Park und sehr viel Platz haben und für ihre Verhältnisse in Saus und Braus leben können mit genügend zu Essen für alle, ein Bett für jeden und ungeahnte sanitäre Verhältnisse. Aber sie sind hier eingeschlossen, werden aus Angst vor Kidnapping durch die Südafrikaner bewacht und dürfen alleine keinen Schritt ausserhalb des Schlosses gehen.
So wächst Lucia in der DDR auf. Als 1989 die Mauer fällt, ist sie 17 Jahre alt und hat ihre Mutter seit 10 Jahren, ihre restliche Familie noch länger nicht mehr gesehen. Die Kinder werden nun nach längerem Hin- und Hergeschiebe, wieder nach Namibia ausgeflogen. Dort trennen sich die Wege und Lucia macht sich auf die Suche nach dem, was von ihrer Familie übrig ist... Als "Deutsche", die ihre Heimatsprache Oshivambo nur noch gebrochen spricht, hat sie es dabei sehr schwer in dem vom Krieg gezeichneten Land.

Mehr Infos zur Geschichte Namibias gibts hier:
http://php.diezuender.de/gallery/gallery.php?gid=249

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