Jenseits von Wut

von Lucie Flebbe 
4,2 Sterne bei22 Bewertungen
Jenseits von Wut
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Positiv (20):
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Ein Krimi als Emanzipationsgeschichte. Interessante Protagonistin, unverbrauchtes Milieu, wenig Sentimentalität. Gelungener Reihenauftakt.

Kritisch (1):
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Die Idee ist nicht schlecht, konnte mich aber nicht überzeugen

Alle 22 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Jenseits von Wut"

Ihr verhasster Job wird ihre neue Chance …
Knall auf Fall steht Edith ›Eddie‹ Beelitz mit ihrer kleinen Tochter Lotti auf der Straße: Ehemann Philipp war eindeutig die falsche Wahl. Weil bei der Bochumer Polizei Personalnotstand herrscht, kann Eddie kurzfristig in ihren ungeliebten Beruf zurückkehren, und das sogar in Teilzeit bei den Mordermittlern. Die haben gut zu tun: Vor dem Jobcenter liegt die Leiche der arbeitssuchenden Ronja Bleier – sie wurde brutal erschlagen. Eddie, die gehofft hatte, nur Schreibarbeiten übernehmen zu müssen, ist überfordert. Wie soll ausgerechnet sie dabei helfen, einen Mord aufzuklären?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783894255879
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:309 Seiten
Verlag:GRAFIT
Erscheinungsdatum:20.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Gulans avatar
    Gulanvor einem Tag
    Kurzmeinung: Ein Krimi als Emanzipationsgeschichte. Interessante Protagonistin, unverbrauchtes Milieu, wenig Sentimentalität. Gelungener Reihenauftakt.
    Selbstbestimmt.

    Adrian, 13:56 Uhr: Sektion im Essener Institut für Rechtsmedizin 15:30 Uhr. Kriegst du es organisiert, vorbeizukommen?
    Ich würde nicht hinfahren. Ich würde nicht mal die Nachricht beantworten. Ich würde morgen auch nicht zur Arbeit gehen. Ich würde meinen Job verlieren und bei Hartz IV landen, genau wie Philipp es vorausgesagt hatte.
    Es klingelte an der Tür.
    Ich hatte Strom?
    Als wäre das noch wichtig.
    Ich blieb liegen. (Auszug Seite 153)

    Edith, genannt Eddie, Beelitz war viele Jahren raus aus ihrem Beruf als Polizeibeamtin, war stattdessen Hausfrau und Mutter. Als sie dann doch aus ihrer Ehe ausbricht, steht sie im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrer kleinen Tochter auf der Straße. Unverhofft bietet sich die Gelegenheit, in den Polizeiberuf zurückzukehren, sogar in die Mordkommission. Ihr erster Fall lässt nicht lange auf sich warten: Vor dem Jobcenter liegt die Leiche einer erschlagenen Frau. Doch Eddie plagen die Zweifel: Ist sie den Anforderungen des Jobs und des selbstbestimmten Lebens gewachsen? Eddie hatte gedacht, im Büro eine ruhige Kugel schieben zu können, muss sich aber nun direkt beweisen. Und das unter ihrem neuen Chef Adrian, den sie aus alten Zeiten nur zu gut kennt. Gleichzeitig ist sie auch von privater Seite stark unter Druck: Ihr Mann will die Trennung nicht hinnehmen und da er das ganze Geld verdient hat, ist Eddie ziemlich blank.

    Von Autorin Lucie Flebbe hatte ich bereits einen Roman aus der vorherigen Serie um das Detektiv-Paar Lila Ziegler und Ben Danner gelesen. Insgesamt war meine Wertung damals durchschnittlich, doch mir hatte der Stil von Lucie Flebbe gefallen. Und so schloss meine Besprechung mit dem Satz: „Ich würde durchaus nochmal zu dieser Autorin greifen.“ Dies habe ich nun eingehalten. Jenseits von Wut ist der Auftakt einer Trilogie mit der ungewöhnlichen Mordermittlerin Edith „Eddie“ Beelitz. Der Schauplatz Bochum ist geblieben. Und auch der Stil, den ich damals schon lobte: „Knappe Sätze, manchmal flapsig, intelligent-humorvoll, gute Dialoge und interessante Figuren.“

    Dieses Buch lebt nämlich weniger von seinem Krimiplot – der ist solide, aber eher nicht spektakulär, sondern vor allem von den Personen, der Figurenkonstellation und den beschriebenen Milieus. Eddie begibt sich nämlich in die Niederungen der Arbeitssuchenden und Hartz IV-Bezieher. Zum einen beruflich, denn die Tote wurde nicht nur vorm Jobcenter aufgefunden, sondern war dort auch Leistungsbezieherin. Das Opfer hatte offenbar Ärger mit ihrer Sachbearbeiterin und außerdem ein Techtelmechtel mit einem Mitarbeiter. Aber auch die familiären Verhältnisse waren seit langem eher prekär. Zum anderen mietet sich Eddie wegen fehlender finanzieller Reserven in eine nicht ganz so schicke Nachbarschaft ein und kommt dadurch direkt in privaten Kontakt mit den Unterpriviligierten. Die Verhältnisse von Eddies Nachbarinnen (mehrere Kinder von verschiedenen Vätern, Arbeitsunwilligkeit, Schwarzarbeit, Verwahrlosung) schildert die Autorin mit einer klaren Nüchternheit, um kurz darauf hinter die Fassade zu blicken und den Leser für ihre Figuren einzunehmen. Nicht ohne Grund erhält Eddie bei ihren Nachbarn in ihrer Situation mehr Unterstützung als aus ihrem bildungsbürgerlichen Elternhaus.

    Ein wenig gefremdelt habe ich mit der zweiten Erzählstimme dieses Romans. Neben Eddie tritt auch noch ein gewisser „Zombie“ als Ich-Erzähler auf. Wie es der Spitzname schon suggeriert, hat dieser Mann ein Aggressionsproblem. Er wird von Beginn an als möglicher Mörder beim Leser ins Spiel gebracht (ob er es auch ist, wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten). Was mir an seinen Abschnitten nicht so recht gefallen hat, war die Kürze und die Bruchstücke, die dem Leser vorgeworfen werden. Das aus vielen Krimis bekannte und etwas ausgeleierte Stilmittel, die Perspektive des Bösen einzunehmen, war meiner Vermutung nach nicht die Intention der Autorin, sondern tiefer in die Figur einzudringen, aber dann hätte sie „Zombie“ einen Tick mehr Raum gönnen können.

    Im Grunde genommen ist Jenseits von Wut eine Emanzipationsgeschichte im Krimigewand. Eine junge Frau voller Selbstzweifel, die sich in ihrer Ehe von ihrem Mann nach seinen Wünschen hat formen lassen, bricht aus diesem Korsett aus und lebt endlich selbstbestimmt. Das geht natürlich nicht problemlos vonstatten. Lucie Flebbe erzählt dies mit einer angenehmen Mischung aus Lakonie, Humor und der nötigen Ernsthaftigkeit. Daneben bietet dieses Buch auch über seinen Krimiplot Einblick in die Welt der Arbeitslosen und Hilfeempfänger, von der Autorin ohne rosarote Brille, aber dennoch mit Empathie erzählt. Insgesamt ist dieser Krimi ein gelungener Auftakt einer Trilogie, die ich gerne weiterverfolgen werde.

    Kommentare: 1
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    AnnieHalls avatar
    AnnieHallvor 20 Tagen
    Spannender Regionalkrimi mit interessanter Ermittlerin

    Jenseits von Wut ist ein Kriminalroman von Lucie Flebbe und der erste Fall für Eddie Beelitz, 2018 erschienen im Grafit Verlag.

    Nach einem heftigen Streit steht Edith Beelitz mit ihrer kleinen Tochter Lotti auf der Straße. Zu Ehemann Philipp will sie auf keinen Fall zurück, da arbeitet sie lieber wieder in ihrem ungeliebten Beruf. Zum Glück herrscht bei der Bochumer Polizei Personalnotstand, so dass Eddie kurzfristig bei der Mordermittlung in Teilzeit anfangen kann. Sie hofft, nur Schreibarbeiten übernehmen zu müssen, aber vor dem Jobcenter liegt die Leiche der arbeitssuchenden Ronja Bleier - sie wurde brutal erschlagen...

    In ihrer neuen Krimireihe bleibt Lucie Flebbe ihrem Stil treu und schickt erneut eine unkonventionelle Ermittlerin auf Verbrecherjagd. Eddie Beelitz ist nach jahrelanger Fremdbestimmung durch ihren Ehemann zutiefst verunsichert und mit den Mordermittlungen überfordert. Sie muss wieder lernen auf eigenen Beinen zu stehen und auf ihr berufliches Können zu vertrauen. Lucie Flebbe nimmt sich ausreichend Zeit, um ihre neue Figur vorzustellen, wodurch die Mordermittlungen erst später beginnen, wobei das Privatleben von Eddie vergleichbar fesselnd ist. Der Kriminalfall ist gut durchdacht, schlüssig und packend bis zum Schluss.

    Ein spannender Regionalkrimi mit einer interessanten Ermittlerin und einem fesselnden Kriminalfall, der mit authentischen Alltagsschilderungen, überraschenden Wendungen und lakonischem Schreibstil überzeugt.

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    abuelitas avatar
    abuelitavor 24 Tagen
    erster Band einer Trilogie

    Privatdetektivin Lila Ziegler war die Hauptperson in den vergangenen Krimis von Lucie Flebbe. Nun kommt eine neue Protagonistin: Polizistin Edith "Eddie" Beelitz.

    Eine Trilogie soll es werden und mit diesem ersten Band gibt Eddie einen vielversprechenden Auftakt. Auch sie ist, wie die Heldin zuvor, eher unangepasst und „rotzig“; das ist -so finde ich – auch ein Markenzeichen der Autorin, dass Ihre Personen keine weichgespülten, aber auch keine total verkorksten Menschen sind.

    Nach dem Scheitern ihrer Ehe kehrt Eddie eher ein ungewollt in den Polizeidienst zurück, um sich mit ihrer Tochter Lotti über Wasser halten zu können. Geplant war von ihr ein ruhiger Schreibtischdienst. Weit gefehlt, durch akuten Personalmangel bei der Kripo landet sie direkt in einem neuen Mordfall. Ihren Vorgesetzten Adrian Adamkowitsch kennt sie noch von früher und das macht die Sache nicht einfacher…

    Die Geschichte wird aus der Sicht von Eddie erzählt, aber auch von jemanden, der sich Zombie nennt und den der Leser nicht kennt. Er darf nur hilflos miterleben, wie sich Aggressionen und Wut von „Zombie“ immer mehr steigern und natürlich soll er miträtseln, wer das nun real ist…

    Das hat mir eine ganze Weile gebraucht, aber letztendlich kam ich doch drauf und fand das sehr gut aufgebaut von der Autorin. Das lässt auf mehr hoffen!

    Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergehen wird.


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    evaczykvor 24 Tagen
    Kurzmeinung: gestresste Anti-Helding: Frisch getrennt und eher unfreiwillig als alleinerziehende Mutter im Polizeidienst.
    Gestresste Ruhrgebietspolizistin mit schwietigem Privatleben

    Als knallharter Ruhgebietsbulle nach dem Vorbild Schimanskis ist Edith, genannt Eddie, eine krasse Fehlbesetzung. Das ist der Bochumer Polizistin nur zu bewusst. Doch was tun, als ihre Ehe mit Sportcenterbesitzer Philipp Knall auf Fall zum Schlusspunkt kommt? Wenn die Alternative Hartz IV oder Rückkehr in den ungeliebten Polizeidienst ist,, geht sie doch lieber in den Polizeidienst, in der Hoffnung, dass eine Teilzeitlösung auch die Betreuung ihrer fünfjährigen Tochter Lotti möglich macht. Doch schneller als erwartet sieht sich Eddie mit einer ganzen Reihen von Problemen konfrontiert: Der neue Chef ist zugleich ein Ex-Lover mit ziemlich bitterer Trennung,. Wegen der Schwangerschaft einer Kollegin, die nur noch Innendienst machen darf, ist sie plötzlich mitten in den Ermittlungen zu einem Mordfall am Job-Center, und der hoffentlich-bald-Ex-Gatte macht Schwierigkeiten. Lange hat sie Eddie angepasst und untergeordnet, nun muss sie sich emanzipieren und behaupten. In der alleinerziehenden Mutter "Mütze" und ihren neuen Nachbarn in einer Gegend, die gesellschaftlich ziemlich weit von dem entfernt ist, was sie während ihrer Ehe gewöhnt war, muss sich Eddie ihren Selbstzweifeln und Ängsten stellen.Das allein würde eigentlich schon locker ein Buch füllen - eine Frau auf der Suche nach sich selbst, die die Fesseln der Vergangenheit abschüttelt und über sich selbbst hinaus wachsen muss.Eddies Geschichte und die Ermittlungen in dem Mordfall sind aber nur ein Erzählstrang von "Jenseits von Wut". Im Erzähl- und Perspektivwecksel geht es um Zombie - lange Zeit eine unbekannte Größe, und nicht gerade ein Sympathieträger, voller Aggressionen, zwischen Porno-Konsum und Gewalt- und Vergewaltigungsphantasien. Ein kaputter Typ, eine Bedrohung für Eddie? Ert kurz bevor Eddie Licht im Tunnel ihrer Ermittlungen sieht, wird klar, wie sich die Wege von Eddie und Zombie letztlich kreuzen und wie dabei eine lebensgefährliche Situation entsteht.Vor allem Eddie und ihre Familie und Nachbarn werden liebvoll, aber mitunter auch überzeichnet dargestellt. Manchmal möchte man als Leser Eddie schütteln, auf dass sie endlich Selbstbewusstsein entwickelt und sich von ihren Unsicherheiten befreit. Manches ist ein bißchen sehr plakativ und überfrachtet - vielleicht, weil "Jenseits von Wut" auch der Beginn einer als Triologie angelegten Leseserie sein soll. Also möglicherweise sehr viel, was künftige Entwicklungen vorhernimmt und beim Lesen des ersten Bandes ein wenig over the edge wirkt.. Dennoch,, eine ganze Reihe rauher aber liebenswerter Charaktere würde ich gerne wieder sehen bzw lesen.

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    lisams avatar
    lisamvor einem Monat
    Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

    Edith ›Eddie‹ Beelitz steht überraschend mit ihrer kleinen Tochter Lotti auf der Straße und muss widerwillig zurück zur Bochumer Polizei, damit sie sich eine Existenz ohne ihren Ehemann aufbauen kann. Da Personalnotstand herrscht, kann sie Teilzeit bei der Mordkommission einsteigen, aber aufgrund eines aktuellen Mordfalls muss Eddie auch noch Überstunden leisten und das nicht nur hinter dem Schreibtisch. Ihr neuer Chef ist dann auch noch ein Ex-Freund und Eddie hat keinerlei praktische Erfahrungen mit Mordermittlungen.

    Mir hat der erste Fall mit Eddie und ihren Kollegen sehr gut gefallen. Man kann gut Eddies Kampf um eine eigene Existenz ohne ihren Ehemann nachvollziehen. Nach der langen Karenzzeit ist es sehr schwierig in den ungeliebten Polizeidienst zurückzukehren, da sie damals auch noch nicht viele praktische Erfahrungen sammeln konnte. Wenn man gerne viel vom Privatleben der Polizisten in Kombination mit Mordermittlungen liest, ist man bei dieser Reihe gut aufgehoben. Ich warte schon gespannt auf den nächsten Fall.

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    Fanti2412s avatar
    Fanti2412vor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein spannender Auftakt zur Trilogie mit einer interessanten Protagonistin!
    Fesselnder Auftakt zur Jenseits-Trilogie mit interessanter Protagonistin

    Zum Inhalt:
    Ihr verhasster Job wird ihre neue Chance …

    Knall auf Fall steht Edith ›Eddie‹ Beelitz mit ihrer kleinen Tochter Lotti auf der Straße: Ehemann Philipp war eindeutig die falsche Wahl. Weil bei der Bochumer Polizei Personalnotstand herrscht, kann Eddie kurzfristig in ihren ungeliebten Beruf zurückkehren, und das sogar in Teilzeit bei den Mordermittlern. Die haben gut zu tun: Vor dem Jobcenter liegt die Leiche der arbeitssuchenden Ronja Bleier – sie wurde brutal erschlagen. Eddie, die gehofft hatte, nur Schreibarbeiten übernehmen zu müssen, ist überfordert. Wie soll ausgerechnet sie dabei helfen, einen Mord aufzuklären?

    Start der neuen Trilogie von Friedrich-Glauser-Preisträgerin Lucie Flebbe
    (Kurzbeschreibung gem. Grafit Verlag)

    Leseprobe

    weitere Teile der Trilogie:
    2. Jenseits von schwarz (erscheint am 18.03.2019)
    3. Jenseits von tot (erscheint am 19.08.2019)


    Die Autorin:
    Lucie Flebbe (vormals Klassen) kam 1977 in Hameln zur Welt. Sie ist Physiotherapeutin und lebt mit Mann und Kindern in Bad Pyrmont.
    Mit ihrem Krimidebüt ›Der 13. Brief‹ mischte sie 2008 die deutsche Krimiszene auf. Folgerichtig wurde sie mit dem ›Friedrich-Glauser-Preis‹ als beste Newcomerin in der Sparte ›Romandebüt‹ ausgezeichnet.

    Homepage der Autorin

    Lucie Flebbe auf Facebook


    Meine Meinung:
    Edith „Eddie“ Beelitz ist Polizistin und ging nach der Geburt ihrer Tochter in Elternzeit. Als es zur Trennung von ihrem Ehemann kommt, muss sie in den eigentlich ungeliebten Job zurück, da sie von ihrem Mann kaum Unterstützung erwarten kann und sie sich und die kleine Lotti irgendwie über Wasser halten muss.
    Da sie nur in Teilzeit arbeiten kann, hofft sie auf einen Bürojob, doch Personalmangel bei der Bochumer Polizei zwingt sie direkt in eine Mordermittlung. Ihr neuer Teamleiter ist ausgerechnet Adrian, den sie von früher näher kennt, als ihr jetzt lieb ist. Eddie zweifelt sehr, dass sie Anforderungen des Jobs genügen kann, denn ihr Selbstbewusstsein ist nicht gerade groß, wofür auch ihr Mann gesorgt hat.
    Im Umfeld eines Jobcenters geschieht ein Mord und Eddie und Adrian beginnen mit den Ermittlungen. Nebenbei muss Eddie noch für eine Wohnung für sich und Lotti sorgen und ihr neues Leben organisieren. Mit all dem fühlt sie sich schnell überfordert.

    Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen bzw. aus zwei Perspektiven erzählt. Neben Eddie erleben wir eine geheimnisvolle Person namens „Zombie“ und diese lässt uns tief in seine Gedankenwelt eintauchen. Offenbar ist es jemand, der von Wut und Aggressionen getrieben wird und diese nicht unter Kontrolle hat.
    Ist diese Person der Mörder und was ist das Motiv?

    Eddie hat anfangs ziemliche Schwierigkeiten, sich in den Polizeialltag einzufügen. Dazu kommt, dass sie natürlich wegen der Betreuung ihrer kleinen Tochter Probleme hat, spontan zu reagieren oder Überstunden zu machen.
    Aber es war toll zu beobachten, wie sie mehr und mehr an Selbstbewusstsein gewinnt. In der Nachbarschaft ihrer neuen Wohnung in einem sozial schwächeren Gebiet macht sie neue Bekanntschaften, die ihr helfen und im Gegenzug kann sie ihren Nachbarn bei Behördenangelegenheiten helfen.
    Es hat mir sehr gut gefallen, wie diese Nachbarschaftshilfe dargestellt wurde, denn es zeigt, dass jeder Fähigkeiten hat, die anderen helfen können.

    Der Fall ist packend, sehr undurchsichtig und so klug und geschickt aufgebaut, dass erst ganz am Ende Täter und Motiv klar werden. Und tatsächlich ist es dann Eddie, die den entscheidenden Hinweis erkennt.
    Eddie war mir als Protagonistin sympathisch und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist glaubhaft.
    Ihr Ehemann und auch teilweise ihr Teamleiter Adrian erfüllen das Klischee des Machos und sind mir beide richtig unsympathisch.

    Insgesamt hat mich dieser Auftakt zur „Jenseits-Trilogie“ begeistert und überzeugt. Ein spannender und fesselnder Fall und eine vielschichtige, sympathische Protagonistin machen große Lust auf die weiteren Teile!


    Fazit: 5 von 5 Sternen


    © Fanti2412



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    TochterAlicevor einem Monat
    Eine neue Protagonistin ist wie ein neues Leben

    Jedenfalls in der (Bochumer) Welt von Lucie Flebbe, die bisher von Lila Ziegler dominiert wurde: ganze neun Krimis umfasst die Reihe, in der die zunächst noch sehr mädchenhaft, wenn nicht gar kindlich wirkende Hauptfigur eher durch Zufall in Kriminalfälle hineingerät und diese auch (mit)löst - und zwar auf sowohl originelle wie auch fesselnde Art und Weise

    Die neue Frau im Fokus ist da ein ganz anderes Kaliber: Eddie Beelitz ist eine gestandene Frau mit einer fundierten Ausbildung: sie ist nämlich Polizistin. Eigentlich. Denn im Moment geht sie so ziemlich auf dem Zahnfleisch, hat sie sich doch ziemlich abrupt von ihrem Mann getrennt - ein Schritt, den - wie ihr klar wird - sie schon längst hätte machen sollen. Wie sie das alles regeln soll, ist ihr noch gar nicht so richtig klar, zumal ein Kampf um die gemeinsame fünfjährige Tochter Lotti entbrennt.

    Wie gut, dass sie in ihrem alten Job mit offenen Armen empfangen wird und gleich in eine Mordermittlung gerät, die mit ihre Halbtagsstelle kein bisschen zu vereinbaren ist. Eine junge Frau ist ermordet worden und der Fall führt Eddie und ihren Kollegen, nämlich ihren neuen Chef Adrian Adamkowitsch, der früher mal eine ganz andere Funktion in ihrem Leben einnahm, mitten ins Jobcenter - wo sie so gar nicht mit offenen Armen erwartet werden!

    Man kann sich gut ausmalen, dass es bei Eddie aufgrund der eingreifenden Veränderungen sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich ganz schön bunt zugeht - immerhin hat sich ja ihr ganzes Umfeld verändert. Allerdings ist eines geblieben - sowohl in ihrem vorigen als auch in ihrem jetzigen Leben gab es einige dunkle Gestalten, die ihr das Leben schwergemacht haben bzw. dies gerade tun.

    Doch die neue, als Trilogie ausgelegte Serie, bringt uns nicht nur Eddie, sondern einen weiteren Charakter, aus dessen Sicht im Wechsel mit Eddie berichtet wird. Dessen Rolle ist um einiges kleiner, doch um einiges furchteinflößender: nicht nur sein Name, nämlich Zombie erschreckt, nein, auch seine Worte tun dies! Was es mit diesem Wesen auf sich hat - nun, da muss der Leser richtig viel Geduld aufbringen, um das zu erfahren.

    Lucie Flebbe schreibt wie gewohnt locker-lässig und spannend zugleich und hat auch den ein oder anderen Gag parat - genau, wie man es von ihr kennt. Wem Lila jetzt schon fehlt, der sollte sich nicht zu große Sorgen machen: Eddie ist zwar kein Ersatz, doch eine wundervolle Ergänzung. Ich zumindest habe von der ersten bis zur letzten Seite genauso begeistert und gespannt gelesen, wie es bei jedem Band der Vorgängerreihe der Fall war und empfehle "Jenseits von Wut" ohne Vorbehalt.

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    Bibliomaries avatar
    Bibliomarievor einem Monat
    Kurzmeinung: Auftakt einer neuen Reihe, die mich neugierig auf die Entwicklung der Protagonistin macht.
    Wut und Gewalt

    An ihre ersten beruflichen Erfahrungen bei der Polizei denkt Eddie Beelitz nur sehr ungern zurück. Deshalb war sie ganz froh, als sie sich durch ihre Schwangerschaft in eine Ehe flüchten konnte. Das war aber nicht die richtige Entscheidung, die Ehe ist grandios gescheitert und Eddie steht mit ihrer 5jährigen Lottie quasi auf der Straße. Außerdem bringt die finanzielle Not für Eddie auch einen sozialen Abstieg mit sich. Was für ein Glück, dass die Personalnot bei der Kripo ihr eine unkomplizierte Rückkehr in Teilzeit ermöglicht.


    Doch der Schreibtischjob ist nicht ganz so unkompliziert wie vorgestellt. Die knappe Besetzung bringt es mit sich, dass Eddie auch zu einem Außeneinsatz mit muss. Eine junge Frau wurde vor dem Jobcenter brutal erschlagen. Das Opfer war keine sympathische Person, sie klammerte sich an Freunde und stalkte auch ihren ehemaligen Freund, der im Jobcenter arbeitete. Die Ermittlungen bringen Eddie fast an ihre Grenzen.


    Dieser Krimi ist ganz aus der Sicht von Eddie geschildert, die sich plötzlich in allen Bereichen mit Schwierigkeiten konfrontiert sieht. Eine fordernde berufliche Situation, die ungeklärte finanzielle Situation und dazu noch die Auseinandersetzungen mit ihrem Ex-Mann bringt sie an ihre Grenzen. Aber sie erkennt auch, dass sie daran wachsen kann. Diese Perspektive hat mir den Krimi sehr sympathisch gemacht. Lucie Flebbe schildert den Polizeialltag sehr realistisch und zeigt eben nicht den üblichen Helden, sondern eine Beamtin, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen muss. Eddie schließt Freundschaften, wo sie sie nie erwartet hätte: nämlich in einem trostlosen Bochumer Viertel, wo in tristen Wohnblocks eher die Verlierer der Gesellschaft anzutreffen sind.


    Zwischen den Kapiteln sind immer wieder kurze Einblendungen, die die Gedankenwelt von „Zombie“ schildern, einem offensichtlich jungen Mann, der kaum seine Aggression in Zaum halten kann und sich in Gewalt-und Vergewaltigungsfantasien verliert. Diese Einblenden geben zwar im Verlauf der Handlung einen Sinn, trotzdem fand ich sie  übertrieben.


    Aber insgesamt hat mich der frische Erzählstil von Lucie Flebbe überzeugt und ich fand diesen Krimi aus dem Grafit Verlag einen gelungenen Einstieg in die geplante Serie um Eddie Beelitz.



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    Melody73s avatar
    Melody73vor einem Monat
    Von der 1. Seite an fesselnd

    Knall auf Fall steht Edith Eddie Beelitz mit ihrer kleinen Tochter Lotti auf der Straße: Ehemann Philipp war eindeutig die falsche Wahl. Weil bei der Bochumer Polizei Personalnotstand herrscht, kann Eddie kurzfristig in ihren ungeliebten Beruf zurückkehren, und das sogar in Teilzeit bei den Mordermittlern. Die haben gut zu tun: Vor dem Jobcenter liegt die Leiche der arbeitssuchenden Ronja Bleier sie wurde brutal erschlagen. Eddie, die gehofft hatte, nur Schreibarbeiten übernehmen zu müssen, ist überfordert. Wie soll ausgerechnet sie dabei helfen, einen Mord aufzuklären?


    Jenseits von Wut ist der 1. Teil einer Krimireihe von Lucie Flebbe.

    Von Anfang an hat mir der Schreibstil und die Charaktere sehr gefallen. Man kommt schnell in die Geschichte rein. Sie ist in 2 Erzählstränge geteilt. Jeweils relativ kurze Kapitel, was mir persönlich immer sehr gefällt.

    Eddie war mir am Anfang zu naiv, aber mit der Geschichte hat sie sich doch zum positiven entwickelt und diese Entwicklung hat mir gut gefallen.


    Neben Eddies ganzer verfahrener Situation, lernen wir Zombie kennen, wo man bis fast zum Schluss nicht weiss, wer das ist und was der mit der Geschichte zu tun hat.


    Eddie steht ihre Frau und wächst an ihren Aufgaben.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde definitiv die weiteren Teile lesen.


    Danke für die Begleitung liebe Lucie und danke für tolle unterhaltsame Stunden

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    odenwaldcolliess avatar
    odenwaldcolliesvor 2 Monaten
    Auftakt einer neuen Krimi-Reihe in Bochum

    Edith „Eddie“ Beelitz ist mit dem attraktiven Philipp verheiratet, den smarten Chef eines Fitness-Studios. Sie lebt in einem tollen Haus und kümmert sich voll und ganz um die Erziehung der gemeinsamen Tochter Lotti. Die Sache hat nur einen Haken: Philipp ist ein riesiger Idiot!

    Als Eddie das endlich erkennt und mit Lotti auszieht, müssen schleunigst eine Unterkunft und ein Job her. Sie hat die Möglichkeit, in Teilzeit in ihren ungeliebten Beruf als Polizistin zurückzukehren, und zwar bei der Mordkommission. Gleich am ersten Arbeitstag erwarten sie die Ermittlungen zu einem Mord: die arbeitssuchende Ronja Bleier wurde direkt vor dem Jobcenter brutal erschlagen.


    Ich bin ja ein großer Fan der Lila-Ziegler-Reihe und war daher sehr gespannt auf die neue Krimi-Reihe aus der Feder von Lucie Flebbe. Die Eddie-Beelitz-Romane spielen ebenfalls in Bochum und sind in sich jeweils abgeschlossen.


    Die Autorin hat einfach ein Händchen für spezielle und interessante Charaktere, so auch diesmal bei der Protagonistin Eddie Beelitz, die so gar nicht für den Polizeijob gemacht zu sein scheint. Ihr Selbstvertrauen ist nicht besonders hoch, wobei hier auch eine große Schuld bei ihrem Ehemann liegt, der sie immer nach seinen Wünschen formen wollte. Außerdem ist sie zu sensibel, was den Umgang mit Waffen und Leichen angeht. Auf der anderen Seite ist sie eine sehr gute Schützin und verfügt über eine extrem gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe.


    Es fällt Eddie nicht leicht, in den Polizeijob zurückzukehren, den sie sowieso nie besonders gemocht hat. Aber sie braucht den Job, um sich und ihre Tochter nach der Trennung versorgen zu können. Dumm nur, dass es gerade bei laufenden Mordermittlungen mit der Teilzeit nicht immer gut funktioniert. Und es ist auch nicht von Vorteil, dass ihr Chef ein Ex-Lover ist.


    Neben Eddie und ihren Sorgen, auf eigenen Füßen zu stehen, begegnen wir Zombie, einem Typen, der voller Aggressionen ist, die er nur schwer kontrollieren kann. Er macht es dem Leser sehr schwer, Sympathie für ihn zu empfinden, aber je näher man als Leser über ihn erfährt, desto eher kann man nachvollziehen, was alles bei ihm schief gelaufen sein muss. Dass er immer wieder an den Tatorten auftaucht, macht ihn ziemlich verdächtig, aber was hat er mit den Morden zu tun? Ist er der Täter? Als sich seine Identität am Schluss lüftet, war ich ziemlich überrascht, da ich bis zum Schluss auf der völlig falschen Fährte war. Überhaupt nimmt die Krimihandlung einen für mich überraschenden Ausgang.


    Und auch die Nebenfiguren sind wieder sehr gut gelungen, zumal sie auf den zweiten Blick Qualitäten und Eigenschaften zeigen, die man anfangs gar nicht vermutet hat. Vor allem Mütze hat mir besonders gut gefallen.


    Mit Eddie und Zombie hat Lucie Flebbe zwei völlig unterschiedliche, aber gelungene Figuren geschaffen, die für tolle und spannende Unterhaltung sorgen. Dabei ist das, was bei Eddie neben dem Job noch so läuft, mindestens genauso spannend wie die Ermittlungen.

    Ich freue mich jedenfalls auf nächstes Jahr, wenn der zweite Teil der Reihe erscheinen wird.

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    Datahavor 4 Monaten
    Nachdem mich die Serie um Lila Ziegler absolut begeistert hat, kann ich den Start der neuen Reihe von Lucie Flebbe kaum erwarten.
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