Lucy Fricke

 3,8 Sterne bei 165 Bewertungen
Autorin von Töchter, Ich habe Freunde mitgebracht und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lucy Fricke

Hamburgs Allroundtalent: Die 1974 in Hamburg geborene, mehrfach ausgezeichnete, Autorin zeichnet sich durch vielseitige Talente aus. Nicht nur ist sie schriftstellerisch tätig - ihr erster Roman "Durst ist schlimmer als Heimweh" erschien 2007 - sondern sie engagiert sich auch für junge Musik und Literatur. Dies tut sie, als Veranstalterin des Hamburger Festivals HAM.LIT, das 2010 erstmals stattfand. 2005 gewann, die in Berlin lebende Autorin den Berliner "Open Mike". Auch hier konnte sie mit ihren Werken die Zuhörerschaft von ihren schreiberischen Fähigkeiten überzeugen. Beruflich war sie zuvor lange Zeit in der Film- und Fernsehproduktion als Schnittassistentin und Script/Continuity tätig. Ihr im Februar 2018 erschienener Roman "Töchter" knüpft an ihrem Erfolg an und erzählt die Erlebnisse zweier bester Freundinnen, die mit einem todkranken Vater eine Reise antreten, die in der Schweiz enden soll.

Alle Bücher von Lucy Fricke

Neue Rezensionen zu Lucy Fricke

Cover des Buches Töchter (ISBN: 9783499290152)Minijanes avatar

Rezension zu "Töchter" von Lucy Fricke

Schwarzhumorig
Minijanevor 5 Monaten


Bewertet mit 4 Sternen

Martha und Betty verbindet eine lange Freundschaft, deshalb lehnt Betty auch nicht ab, als Martha sie um einen besonderen Gefallen bittet. Martha's Vater Kurt ist todkrank und möchte zum Sterben in die Schweiz gebracht werden. Da Martha nach einem traumatischen Unfall nicht mehr Auto fährt, soll ihre beste Freundin Betty als Fahrerin diese Reise begleiten. Im Grunde empfindet Martha die Bitte ihres Vaters als Zumutung, denn in ihrem Leben war er eigentlich immer nur abwesend. Jetzt zum Sterben meldet er sich wieder und appelliert an ihr Mitgefühl und ihre Liebe.

Ich muss gestehen, ich habe eine ganz andere Geschichte bekommen, als die, die ich erwartet hatte. Der Roadtrip mit dem röchelnden Vater auf der Rückbank seines klapprigen Golfs endet doch nicht so schnell im Sterbehilfeinstitut wie die beiden Frauen und auch ich gedacht haben. Stattdessen wird es eine Reise in die Vergangenheit, auch in die von Betty und eine intensive Aufarbeitung der eigenen Kindheit, mit Vätern, die ihre Töchter so oder so verlassen haben.

Während Martha ihr Kindheitstrauma kompensiert hat, indem sie permanent aber bisher erfolglos versucht hat noch schwanger zu werden ( mit 40 wird es langsam immer schwieriger), weil sie es unbedingt besser machen will, hat Betty einer eigenen Familie völlig abgeschworen. Als ruhelose Schriftstellerin jettet sie durch die Welt , vermietet ihre teure Berliner Wohnung derweil über Airbnb und kann nicht verwinden, dass ihr Ziehvater Ernesto sie und ihre Mutter von heute auf morgen verlassen hat. Die Ich-Erzählerin Betty ist so zynisch, dass es schon weh tut. Je hoffnungsloser die Situation ist desto öfter blitzt der schwarze Humor zwischen den Zeilen auf.

"Ich wollte hier nicht zur asozialen Alkoholikerin verkommen und wusste sehr genau, dass es von der sozialen zur asozialen Trinkerin nur ein Schritt war, und dieser Schritt war die Uhrzeit. Nicht grundlos war ich ein Nachtmensch, so hatte ich mehr Zeit für den Alkohol."

Leider hat das Buch zur Mitte hin ein paar Längen und der letzte Reiseabschnitt, der auf eine griechische Insel führt, war nach meinem Geschmack etwas zu abgedreht.  Der Schreibstil, wie es im Klappentext, wie ich finde treffend beschrieben ist als Humor aus Notwehr, macht das Buch schon zu einem Lesegenuss, auch wenn mich der Plot nicht 100% überzeugen konnte.

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Cover des Buches Töchter (ISBN: 9783499290152)A

Rezension zu "Töchter" von Lucy Fricke

Fulminanter Road-Trip in die Vergangenheit
Antonietta77vor 5 Monaten

Schöne Plot-Idee, klug erzählt, wunderbar schwarzhumorig. Gerade die erste Hälfte - on tour mit Martha und Betty – zieht einen mitten rein ins Geschehen. In der zweiten Hälfte wirkte für mich manches etwas zu konstruiert - und gerade die Geschehnisse auf der Insel dann etwas „too much“. 

Insgesamt aber eine wunderbare Auseinandersetzung mit dem Thema „Wer oder was hat mich geprägt?“ und "Wie wichtig ist die Suche nach den eigenen Wurzeln?" Gerade da punktet das Buch mit vielen großartigen, berührenden Textstellen -  trotz oder eigentlich gerade wegen des schnoddrigen Tons.

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Cover des Buches Töchter (ISBN: 9783499290152)Jana_hat_buechers avatar

Rezension zu "Töchter" von Lucy Fricke

Tolles Buch
Jana_hat_buechervor 6 Monaten

Betty erlebt eine schwere Zeit. Anstelle an einem neuen Buch zu schreiben, betrinkt sie sich lieber in den Berliner Bars. Ihre beste Freundin Martha leistet ihr an einem Abend Gesellschaft. Nicht nur weil sie trotz künstlicher Befruchtung wieder nicht schwanger ist, sondern weil sie Betty um einen Gefallen bitten möchte. Sie soll mit ihr und ihrem todkranken Vater in ein Hospiz in der Schweiz fahren. Doch kurz vor ihrem Ziel ändert sich der Plan und die beiden Protagonistinnen beschäftigen sich mehr mit ihren Vätern als ihnen lieb ist. Am Anfang fande ich das Buch ganz okay, aber je mehr Seiten ich gelesen habe, um so mehr hat es mich gefesselt. "Zwei Dinge waren es, die einen erwachsen werden ließen, die Geburt des ersten Kindes und der Tod der Eltern." Auch wenn es heutzutage normal ist aus einer Patchwork Familie zu kommen, lässt einen die Suche und Auseinandersetzung mit dem eigenen (Zieh-)Vater nicht los. Dieser Roman stellt in Frage, ob man die Vergangenheit aufklären und sich ihr stellen soll oder ob man sie ruhen lässt und sein Leben genießt oder sich in Italien/Griechenland besinnungslos säuft. Keiner kann einem dafür die Antwort geben - es ist eine rein persönliche Entscheidung, die auch sonst niemand verstehen oder nachvollziehen muss.

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Gespräche aus der Community


Leserunde zu "Durst ist schlimmer als Heimweh" von Lucy Fricke - ET 24.10.14
 
Ihre Jugend war hier zu Ende, und Judith wäre jetzt gerne allein gewesen. Denn schon das Wort Gruppenabend hatte Panik in ihr ausgelöst. Judith verabscheute Gruppen, Gruppenspiele, Gruppensport, das klang für sie nach dem Befund einer tödlichen Krankheit: Es tut mir leid, aber Sie haben Gruppe. Wie konnte ausgerechnet sie in einer betreuten Wohngemeinschaft landen? Ohne Drogen, ohne Waffen, dafür an jeder Ecke etwas, das sie Hilfe nannten.

Als Hoffnungslose unter Hoffnungslosen taumelt Judith durch Therapien, Aushilfsjobs und durch die erste Verliebtheit. Sensibel, drastisch und mit lakonischem Witz erzählt Lucy Fricke von Verlustschmerz und Aufruhr beim Abschied von einer desaströsen Jugend.
 
Auch diesmal verlosen wir unter allen Bewerbern eins von 10 Exemplaren! Bewerben könnt ihr euch bis zum Erscheinungstermin,
dem 24. Oktober, indem ihr folgende Frage beantwortet:
 
Was gefällt euch an einem nächtlichen Spaziergang durch die Stadt?
 
Wir sind gespannt, was euch nachts an eurer Stadt begeistert und ob ihr auch die Einsamkeit ab und an ein wenig genießt! An alle, die leider nicht gewinnen - lest gerne mit - ein fantastischen Buch, welches berührt und zwar ganz tief drinnen ...
 
Beste Grüße,
 
Till
 
105 BeiträgeVerlosung beendet

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