Lucy M. Montgomery The Blue Castle (Bantam Starfire Book)

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Inhaltsangabe zu „The Blue Castle (Bantam Starfire Book)“ von Lucy M. Montgomery

Valancy lives a drab life with her overbearing mother and prying aunt. Then a shocking diagnosis from Dr Trent prompts her to make a fresh start. For the first time, she does and says exactly what she feels. As she expands her limited horizons, Valancy undergoes a transformation. (Quelle:'Flexibler Einband/23.11.2006')
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  • Rezension zu "The Blue Castle (Bantam Starfire Book)" von Lucy M. Montgomery

    The Blue Castle (Bantam Starfire Book)
    sabisteb

    sabisteb

    01. October 2012 um 13:01

    Despair is a free man--hope is a slave Valancy Stirling ist 29 und unverheiratet, ein schrecklicher Zustand in einer Gesellschaft, in der Frauen, die Single sind, einfach nur darin versagt haben, sich einen Mann zu angeln. Ihre Verwandtschaft hat Valancy mittlerweile als hoffnungslosen Fall aufgegeben, der wohl als alte Jungfer enden wird. Nur Valancy selber hat diese peinliche, kleine Hoffnung auf Romantik, denn sie in ihrem blauen Traumschloss in Tagträumen nachhängt, nie wirklich vollkommen aufgegeben, bis zu ihrem 29. Geburtstag. Eigentlich findet Valancy es eigentlich gar nicht so schlimm Single zu sein. Es kann nicht schlimmer sein eine alte Jungfer zu sein als mit einem Mann vom Typ Onkel Wellington oder Bejamin verheiratet zu sein. Was Valancy wirklich weh tut ist, dass sie nie eine Chance auf Romantik hatte, denn nie hat sich auch nur ein Mann je für sie interessierte. Als Valancy an ihrem 29. Geburtstag erfährt, dass sie Angina Pektoris im Endstadium hat, beschließt sie, ihr Leben zu ändern, dieses Letzte Jahr will sie endlich wirklich leben und genießen. Das klingt irgendwie nach moderner Chick-Lit im Stil von Jody Picoult oder Kerstin Gier, ist aber Lucy Maud Montgommery und stammt aus dem Jahr 1929. Das Buch ist somit public domain und kann beim australischen Gutenbergprojekt heruntergeladen werden. Man sollte sich vom ersten Eindruck des Inhaltes nicht täuschen lassen, dies ist keine Chick-Lit Romanze, oder … doch, irgendwie schon. Dieses Buch ist schwer zu beschreiben, weil es auf zwei komplett unterschiedliche Arten funktioniert, so wie Jane Austens Northanger Abbey sowohl romantischer Schauerroman als auch Satire auf eben dieses Genre ist. Ebenso ist dieses Buch tatsächlich eine romantische Komödie, mit dem üblichen, farblosen Mauerblümchen, dass von seiner Familie als gute Arbeitskraft geschätzt wird, ansonsten aber untergebuttert wird und sich irgendwann endlich zur Wehr setzt und sein Leben selber in die Hand nimmt und gleichzeitig eine treffende, bitterböse Satire auf eben dieses Genre. So gesehen, werden frustrierte Mauerblümchen hier einen perfekten Nackenbeißer voller Romantik vorfinden, mit einer Heldin, die ihr Leben doch noch in den Griff bekommt, aber auch die größte Zynikerin wird zufrieden sein, denn die Motive werden übersteigert und teils derartig ins Lächerliche gezogen, dass es schon wieder herzerwärmend ist. Das ist die große Kunst der Autorin. Das erste Drittel des Buches ist eine bitterböse Komödie. Valency verliert im Angesicht des baldigen Todes ihre Angst vor der manipulativen Verwandtschaft, die auf ihr herumhackt und ihrem Singelstatus bei jeder Familienfeier herumhackt und beginnt diese mit neuen Augen zu sehen und ihnen gekonnt schlagfertig über den Mund zu fahren. Man hält sie für verrückt und will sie zum Arzt schleppen. Valancy hingegen zieht einfach aus und nimmt eine Stellung an. Sie verliebt sich in einen klassischen Antihelden, dem sie den Heiratsantrag macht (und das 1929!). Das zweite Drittel hat seine Schwächen. Valancy genießt einfach nur ihr verbleibendes Leben. Das ist teils sehr romantisch, voller Naturbeschreibungen, nicht langweilig, aber schon ein wenig ereignislos. Das Ende hingegen ist so mit Klischees überhäuft, das es hart auf der Kante zwischen Satire und romantischer Komödie balanciert. Teils vorhersehbar, aber eben nicht in der Menge aller Klischees die hier bemüht werden ohne je bemüht zu wirken. Fazit: Ganz große Kunst ein Buch so zu schreiben, dass es auf zwei komplett unterschiedliche Arten Funktioniert und zwei komplett unterschiedliche Leserschaften anspricht. Obwohl das Buch mittlerweile so alt ist, sich so großer Beliebtheit erfreut und immer wieder neu aufgelegt wird, gab es nie ein deutsche Übersetzung. Ich kenne nur eine polische Übersetzung.

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