Lucy Strange

 4.4 Sterne bei 29 Bewertungen

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Der Gesang der Nachtigall

Der Gesang der Nachtigall

 (29)
Erschienen am 01.11.2018

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Rezension zu "Der Gesang der Nachtigall" von Lucy Strange

Geheimnisvoll und leicht schaurig
Lalevor 18 Tagen

Inhalt:

Von ihrem Umzug erhoffte dich die Familie Abbott eigentlich einen Neuanfang. Doch stattdessen wird alles nur noch schlimmer. Henry‘s Papa verlässt das Haus wegen beruflichen Pflichten für mehrere Monate und ihre Mutter geht es immer schlechter. Doch statt das ihr geholfen wird, versetzt Dr. Hardy - der nun täglich vorbei schaut - sie in einen tiefen Schlaf und hält Henry von ihr fern. Henry ist das gar nicht geheuer, doch ihre Nanny will ihren Befürchtungen keine Beachtung schenken, sodass Henry beginnt auf eigene Faust nachzuforschen, um ihre Familie zu retten.



Meine Meinung:

Als die 12-jährige Henry mit ihrer Familie nach Hope House zieht, sollte das eigentlich ein Neuanfang für sie werden. Denn seitdem ihr älterer Bruder Robert gestorben ist, ist nichts mehr wie es einmal war.
Doch statt dem erhofften Neubeginn wird alles nur noch schlimmer. Henry‘s Mama wird immer kränker, sodass zu ihrer Versorgung täglich ein Arzt vorbei schaut, der ihr Medikamente verschreibt und sie vom Rest der Familie wegsperrt. Ihr Papa verlässt aufgrund der Arbeit das Haus für mehrere Monate, sodass Henry nun mit ihrer kleinen Schwester - die noch ein Baby ist - und ihrer Nanny alleine im Haus ist. Dr. Hardy erscheint nun immer öfter und wird Henry immer unsympathischer. Und als ihre Mama auch noch als „Forschungsobjekt“ eingeliefert werden soll, ist ihr endgültig klar, dass etwas nicht stimmt und setzt alles daran ihre Familie zu retten...

„Der Gesang der Nachtigall“ erzählt die Geschichte der 12-jährigem Henry und ihrer Familie, die nach einem tragischen Verlust erst wieder zueinander finden müssen.

Die Gestaltung des Covers macht auf mich einen eher düsteren, aber auch geheimnisvollen Eindruck, der mich in Verbindung mit dem Klappentext sehr neugierig auf die Geschichte gemacht hat.

Die Handlung wird durchgängig aus der Sicht von Henry erzählt. In die Situation selbst kommt man Leser gut hinein, da der Zustand der Familie ohne große ausladende Beschreibungen dargestellt wird. Erst nach und nach werden weitere Hintergrundinformationen eingebracht, die die Geschichte der Familie vervollständigen. Dementsprechend verläuft auch der Spannungsbogen, besser hätte dieser meiner Meinung nach, gar nicht gestaltet werden können.

Henry selbst erscheint als aufgewecktes und lebhaftes Kind, dass unter der bedrückenden Stimmung und der zunehmenden Isolation leitet. Zudem wird sie von ihrer Mutter ferngehalten und soll das Haus am besten gar nicht mehr verlassen. Dass sie daraufhin misstrauisch wird und beginnt, dem Ganzen auf den Grund zu gehen, finde ich mehr als verständlich. Sie ist ein tapferes Kind, dass sich nichts sehnlicher wünscht als ihre Familie zurückzuhaben. Ihre Gedanken sind authentisch und anschaulich dargestellt - nicht zu knapp und nicht zu ausführlich, also genau im richtigen Maße. Außerdem ist ihr Verhalten und Erzählen an das Alter angepasst, was sie noch glaubwürdiger erscheinen lässt.

Allerdings gab es einige Situationen, bei denen ich mir selbst manchmal nicht mehr sicher war, ob das nun wirklich passierte oder wie alle anderen ihr versuchen einzureden, nur Einbildung ist. So wird das zwar umso realistischer, war für mich teilweise auch etwas verwirrend.

Die Entwicklung der Handlung erreicht ihren Höhepunkt, bei dem man als Leser selbst auch ganz schön ins Zweifeln kommt. Ab dann überschlagen sich die Ereignisse bis sie sich schließlich zu einer schlüssigen Auflösung vereinigen.


Fazit:
Insgesamt eine gelungene und geheimnisvolle Geschichte, die eine spannende Handlung verspricht. Das große Thema ist der Umgang in der Familie mit einem tragischen Verlust, dass auf eine mal etwas andere Art dargestellt wird.

Dieses Buch kann ich gerne ab einem Alter von etwa 11 Jahren empfehlen.

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Krimifee86s avatar

Rezension zu "Der Gesang der Nachtigall" von Lucy Strange

7 quotes why: Der Gesang der Nachtigall von Lucy Strange
Krimifee86vor 5 Monaten

Vorwort: Ich schreibe Rezensionen, weil es mir Spaß macht, mich auch im Nachhinein noch einmal mit einem Buch zu beschäftigen und zu reflektieren. Allerdings merke ich immer mehr, dass mir das nicht mehr so gelingt, deshalb versuche ich jetzt erst einmal was Neues: Ich möchte meine favorsierten Zitate aus dem Buch aufschreiben. So lese ich aufmerksamer und genauer und ich bin gespannt, wie das mein Lesevergnügen beeinflussen wird.

1. Ich zog die Ausgabe von Moonfleet heraus und hielt das Buch behutsam in der Hand. Dann schlug ich es auf und ließ die Seiten fallen, wie sie wollten. Das war eins meiner Lieblingsspiele, wenn ich ein fremdes Buch vor mir hatte. [Seite 51]

2. Ich schaute auf das Meer hinaus, atmete tief ein und genoss das Gefühl, Teil des kalten Wassers, der klaren Luft und des endlosen Himmels zu sein. Ich versuchte, meine Gedanken so leicht dahingleiten zu lassen wie die Möwen, die hoch über mir kreisten. [Seite 97]

3. „Gegen Trauer gibt es kein Heilmittel, Henrietta. Doch es gibt etwas, das Licht ins Dunkel bringen kann – immer nur ein bisschen -, und das ist das Leben selbst.“ [Seite 115]

4. Narben auf der Haut erzählen nur den Anfang der Geschichte, dachte ich. Es ist viel schwerer über die Narben zu sprechen, die niemand sieht. [Seite 183]

5. „Selbst wenn der Mond als schmale, weiße Sichel am Himmel steht, ist er doch noch ganz nah, in Dunkel gehüllt. Er ist nicht fort, wir können ihn nur nicht sehen. Suche nach dem Teil des Mondes, der im Dunkel verborgen ist, Henrietta. Vertraue darauf, dass er da ist, selbst wenn Dein Auge ihn nicht sieht.“ [Seite 200]

6. Sie klappte das Märchenbuch zu und gab es mir zurück. „Geschichten haben große Macht“, sagte sie leise. „Und manchmal brauchen wir all unseren Mut, um sie zu erzählen.“ [Seite 235]

7. „Mit der Hoffnung ist es so eine Sache, Miss Abbott. Wenn man sich zu lang daran klammert, kann sie sehr grausam werden.“ [Seite 298]

Fazit: Nach dem Tod ihres Bruders Robert, ist es mit der Kindheit der kleinen Henry vorbei: Ihre Mutter ist in ihren Depressionen nicht in der Lage, sich um die Familie zu kümmern, der Vater auf Dienstreisen unterwegs. Er lässt Henry und ihre kleine Schwester Piglet bei dem Kindermädchen und die Mutter in der Obhut eines Arztes, dessen Methoden mehr als zweifelhaft sind. Das erkennt Henry schnell, doch was kann ein kleines Mädchen schon gegen die Erwachsenen tun? Eine ganze Menge, wie ihr die Einsiedlerin Moth klar macht. Und Henry beginnt zu kämpfen. Um ihre Familie.
„Der Gesang der Nachtigall“ ist ein sehr berührendes Buch, aber es ist eben auch ein Kinderbuch. Dies sollte man im Hinterkopf behalten. Die Sprache ist sehr einfach und jedem dürfte von Anfang an klar sein, dass die kleine Henry es am Ende schaffen wird. Was passiert ist nicht immer ganz logisch und oft gelingen Henry die schwierigsten Dinge absurd einfach. Was mich als Erwachsene auch dazu führt, dem Buch nur drei Sterne zu geben, da es mir doch an vielen Stellen zu realitätsfern war. Für Kinder aber sicherlich eine tolle Geschichte, die zeigt, wie wichtig Familie ist und dass es sich lohnt, für das, was einem wirklich wichtig ist, zu kämpfen. Positiv erwähnen möchte ich zudem noch die Einbettung in die 1920er, die mir gut gefallen hat.

Kurzmeinung: Der Gesang der Nachtigall ist ein nettes Kinderbuch, aber leider fehlte mir die nötige Tiefe und manches ging mir dann doch zu leicht.

Mehr von mir zu den Themen Bücher, Essen, Reisen, Fotos, Geocachen, Disney, Harry Potter und noch vieles mehr gibt es unter: https://www.facebook.com/TaesschenTee/

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Azalees avatar

Rezension zu "Der Gesang der Nachtigall" von Lucy Strange

Geschichte mit Tiefe
Azaleevor 5 Monaten

Der Gesang der Nachtigall von Lucy Strange wirkt auf den ersten Blick wie ein relativ gewöhnliches Buch: ein junges Mädchen wird erwachsen und muss sich selbst in der Welt durchschlagen, weil es Probleme in der Familie gibt. Das Buch spielt im Jahr 1919, der erste Weltkrieg ist zwar vorbei, aber noch immer sind an einigen Stellen die Nachwirkungen zu spüren.
Tatsächlich ist die Familiengeschichte in Der Gesang der Nachtigall aber tiefgründig und nachvollziehbar ausgearbeitet. Henry, die Protagonistin zieht mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Piglet nach Hope House. Dort zieht sich die Mutter immer mehr zurück, was in gewisser Weise verständlich ist, sobald man den Grund dafür erfährt. Der Vater verreist, weil er mit der Situation zuhause nicht mehr zurechtkommt und so bleibt die 12-jährige Henry allein mit ihrer Schwester und dem Kindermädchen Nanny Jane zurück. Die Depressionen der Mutter überschatten das Leben in Hope House und auch Henry hat mit den vergangenen Ereignissen zu kämpfen. Dadurch ensteht eine düstere Stimmung, die sich durch das ganze Buch zieht. Die Ereignisse waren gut dargestellt, nicht nur in Bezug auf Henrys Familie. Besonders deutlich wird in dem ganzen Buch, was der Tod eines Kindes für die Eltern bedeutet.

Henry fand ich sehr gut ausgearbeitet. Sie hat eine große Einbildungskraft, aber zugleich starke Selbstzweifel. Trotzdem ist sie für ihr Alter sehr tapfer und kämpft für ihre Familie. Zu erwachsen wirkt sie dadurch aber nicht. Vielmehr überlegt Henry immer wieder, wie sie sich am besten verhalten muss, um von den Erwachsenen ernst genommen zu werden. Das fand ich sehr schön, da Henry so eine Protagonistin ist, die sich ihrem Alter entsprechend verhält. Auch die anderen Personen waren gut ausgearbeitet, wenngleich schnell klar war, wer gut und wer böse ist.

Der Schreibstil war angenehm zu lesen. Er war nicht zu kompliziert, sondern eher einfach gehalten. Passend war das vor allem deshalb, weil das Buch aus der Ich-Perspektive von Henry geschrieben ist. Immer wieder werden deshalb ihre Gedanken reflektiert, was einen besseren Einblick in ihren Charakter gab.

Insgesamt war Der Gesang der Nachtigall ein tolles Buch, das sich - wie in Büchern des Königskinderverlags üblich - mit einem schwierigen Thema beschäftigt.

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