Ludger Weß

 3,9 Sterne bei 10 Bewertungen
Autorenbild von Ludger Weß (©Ludger Weß)

Lebenslauf von Ludger Weß

Eine Löwenzahnblüte, die sich über Nacht in eine "Pusteblume" verwandelte, gab den Ausschlag: Seit seiner Kindheit interessiert sich Ludger Weß für Natur, Biologie und Forschung. Nach dem Abitur in Recklinghausen studierte er Biologie und Chemie in Münster. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre als Molekularbiologe an der Universität Bremen, bevor er sich entschloss, lieber über Wissenschaft zu schreiben als selber weiter zu forschen. Seither berichtet er regelmäßig über fachliche, ökonomische und politische Aspekte von Wissenschaft und Technik. Seine Artikel richten sich an Laien ebenso wie an Fachleute. Schwerpunkte sind Gen- und Biotechnologie. Ludger Weß ist zudem Mitgründer von akampion, einem Unternehmen, das seit 2006 Hightechfirmen bei ihrer Kommunikation berät. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Leserfragen beantwortet der Autor hier oder unter: www.facebook.com/oligothriller

Alle Bücher von Ludger Weß

Cover des Buches Oligo (ISBN: 9783849120405)

Oligo

 (8)
Erschienen am 29.11.2012
Cover des Buches VIRONYMOUS (ISBN: 9783492500586)

VIRONYMOUS

 (0)
Erschienen am 03.04.2017
Cover des Buches OLIGO (ISBN: 9783492500081)

OLIGO

 (0)
Erschienen am 18.01.2017

Neue Rezensionen zu Ludger Weß

Cover des Buches Winzig, zäh und zahlreich: Ein Bakterienatlas (Naturkunden) (ISBN: 9783957578426)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Winzig, zäh und zahlreich: Ein Bakterienatlas (Naturkunden)" von Ludger Weß

Der Autor schafft es, seine Begeisterung auf den Leser zu übertragen
Gwhynwhyfarvor einem Monat

Der Anfang: «Die Erde ist der Planet der Bakterien. Ein Kubikzentimeter Erdboden enthält etwa eine Milliarde von ihnen, ein Teelöffel Wasser aus einem Teich enthält eine Million und ein Kubikmeter Luft immerhin gut eintausend. Tiere und Pflanzen kommen und gehen, Bakterien bleiben und haben bisher noch jede erdgeschichtliche Katastrophe überlebt.»


Anfangs klärt uns Ludger Weß über verschiedene Fakten zum Thema Bakterien auf, spannend und unterhaltsam. Die Entdeckung der Bakterien, der Mikroorganismen, ihre Verwendung bei der Haltbarmachung und Herstellung von Nahrungsmitteln seit der Antike; «Bakterien, lange missachtet, dann gefürchtet»: Louis Pasteuer klärte in den 1860er Jahren über das Verderben von Lebensmitteln und  alkoholische Gärung auf und zeigte, das Hitze Keime tötet, wie ein Verschluss, der keine Luft mehr an die Lebensmittel lässt, sie vor dem Verderben schützt. Einmachen, sagt die Hausfrau, Pasteurisierung nennt es die Industrie. Natürlich ist dies ein Sachbuch – allerdings ein literarisches Sachbuch – eins das erstaunlich viel Wissen vermittelt, auf eine elegante, unterhaltbare Art und Weise. Das Buch gehört zu der literarischen Sachbuchreihe «Naturkunden» von Mathes und Seitz.



«Aber seit man die Bazillen

Und dergleichen Zeugs erfand,

Ist der Mensch total geliefert,

Alles is jetzt unjesund.»


Nach der Einführung geht es zu den einzelnen Bakterien, die nach Kapiteln eingeteilt sind: Rekordhalter, Spannbreite des Lebens, Technische Biotope, Exotische Ernährung, Nützliche Helfer, Bedrohungen; 50 ausgewählten Bakterien sind hier beschrieben, mit Anekdoten und je einer Grafik zum Aussehen bestückt. Bisher sind über 14.000 Arten entdeckt worden, doch die Biologen schätzen, dass es etwa eine Billion Bakterien gibt – eine Menge Arbeit wartet in diesem Forschungsfeld. Käseprodukte, saures Gemüse, wie Sauerkraut – Bakterien, die wir nutzen. Zu den bösen Buben gehören «Yersinia pestis – die Pestbakterie», oder «Bacillus anthracis», die den Milzbrand auslöst. Eine andere Bakterienart kann helfen, Morbus Crohn zu heilen. Bakterien, die Abgase in Flugbenzin umwandeln, Bakterien, die Risse im Beton kitten, oder die, die Kunststoff verdauen können; die Zukunft von nützlichen Bakterien sieht rosig aus. Aber denken wir auch an die Befürchtungen der Wissenschaftler, was passieren mag, wenn der Permafrost taut: Bakterien, die seit Millionen Jahren eingefroren sind, könnten so wieder lebendig werden – und was dort unten schlummert, wollen wir vielleicht gar nicht wissen. Kontakt und Reisen verteilt alle Dinge, alles Leben: Sporen, keine Eier, Viren und Bakterien ... Wer weiß, was unsere Raketen auf fremden Sternen auslösen? Irgendwas bleibt kleben und fällt woanders wieder herunter ... Auf der Erde sind fremde Arten zu finden, die wahrscheinlich durch Meteoriten auf die Erde gelangten. 


«Pseudomonas Aeruginosa – Das monasähnliche grünspanfarbene Bakterium» vermehrt sich sogar im Desinfektionsmittel, «Deinococcus radiodurans – Strahlenüberdauernde Schreckenskugel», das man auch «Conan das Bakterium» nennt, fühlt sich selbst im Kühlwasser von Atomreaktoren wohl. Die Geschichte dazu ist sehr interessant, es geht um Gammastrahlen zur Haltbarmachung von Lebensmitteln – in den 1950ern war man noch so naiv. «Lysinibacillus sphaericus – Die rundliche, lysinhaltige Bakterie» schlief 40 Millionen Jahre im Darm einer Biene, die in einem Bernstein schlummerte – das Bakterium aktivierte sich, nachdem die Wissenschaftler die Bine befreit hatten. Das größte Bakterium ist «Thiomargarita namibiensis – nanibische Schwefelperle», das mit einem Durchmesser von circa 0,75 Millimeter etwas so groß ist, «wie der Punkt am Ende dieses Satzes». «Eubostricus-dianeae-Epibakterium – Das auf Dianes wohlgelocktem Fadenwurm lebende Bakterium» lebt zu Hauf (ca. 60.000) auf einem Fadenwurm, macht ihm ein puscheliges Fell und trägt damit 44 Prozent seines Gewichts. «Methanopyrus kandler – Otto Kandlers Methanfeuer » übersteht drei Stunden bei 130 Grad Celsius. Ludger Weß interessierte sich seit Kindesbeinen für Bakterien und er schafft es, seine Begeisterung auf den Leser zu übertragen. Ein Buch zum stöbern, staunen, amüsieren.


Ludger Weß, 1954 in Dorsten geboren, studierte Chemie und Biologie, arbeitete als Forscher im Bereich molekulare Entwicklungsbiologie und begann in den 1980er-Jahren, über Wissenschaft zu schreiben. Er veröffentlicht Romane und Sachbücher, zuletzt die Thriller Oligo (2012) und Vironymous (2017).


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Cover des Buches Oligo (ISBN: 9783849120405)tweedledees avatar

Rezension zu "Oligo" von Ludger Weß

spannender Wissenschafts-Thriller
tweedledeevor 8 Jahren


Klappentext:
Ein Mann, der mit dem tödlichen Ebola-Virus infiziert ist, verschwindet aus einem Krankenhaus in Rom. Tom Berner, Journalist, sucht nach einer Erklärung. In Istanbul stößt er auf ein Biotech-Unternehmen, das mit islamischen Terroristen zu kooperieren scheint. Doch welche Rolle spielt ein Geschäftsmann, der mit allen Mitteln versucht, sich einen neuartigen Impfstoff zu beschaffen? Warum will ein Kardinal, der den Islam hasst, Tom von der Recherche abhalten? Bald hängt Toms Leben von zwei Menschen ab: einem Moslem, der nicht mehr lügen und einem Christen, der nicht mehr töten will.
 
Eigene Meinung:
Oligo ist auf jeden Fall ein Thriller, der sich an wissenschaftlich interessierte Leser wendet. Interessante Themen wie Gentechnik, Impfstoffe und Viren, aber auch  religiöser Fanatismus spielen eine Rolle. Sehr interessant fand ich dabei die Idee der Genmusik, worüber ich zuvor noch nie etwas gehört hatte. Man merkt, dass der Autor vom Fach ist, sich auskennt und zum Thema sehr gut recherchiert hat.
 
Es gibt parallel laufende Handlungsstränge mit Schauplätzen in ganz Europa, so dass die Geschichte ihre eigene Dynamik entwickelt und Spannung aufgebaut wird. Tom als Protagonist wirkt sympathisch, auch Carla und Wilson sind gut charakterisiert. Aber auch interessante Nebencharaktere bereichern die Handlung, hier hat mir besonders Peppo gefallen.
 
Die Schreibstil lässt sich flüssig lesen, einzelne Begriffe/Zusammenhänge werden gut erklärt, so dass sie auch für Laien verständlich sind. Ich finde es gut, dass man neben der spannenden Handlung gleichzeitig noch etwas dazu lernt. Einzig das Lektorat muss ich bemängeln, dem einige Fehler entgangen sind.
 
Fazit: Oligo ist ein spannender Wissenschafts-Thriller, der mir sehr gut gefallen hat.

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Cover des Buches Oligo (ISBN: 9783849120405)Tiffi20001s avatar

Rezension zu "Oligo" von Ludger Weß

Oligo
Tiffi20001vor 8 Jahren

„Das ist das Ebola – Virus, vielleicht ein paar hunderttausend Jahre alt, und wer weiß, was daraus werden kann. Vor 40 Jahren hat es den Sprung auf den Menschen geschafft, nach einer kleinen Variation der Melodie. Ein paar Variationen mehr, und es breitet sich aus wie die Pocken, oder wer weiß, es wird in unser Erbgut eingebaut und etwas Nützliches wird daraus. Die Zukunft wird es zeigen.“ (aus: Weß, Ludger: Oligo S. 36)


Klappentext:


Warum beschafft sich ein türkisches Biotechnologie – Unternehmen heimlich das Genmaterial des tödlichen Ebola – Virus? Will der Firmenchef sein angeschlagenes Unternehmen retten, indem er sich zum Handlanger von Terroristen macht? Und woher kam der Ebola – infizierte Mann, der unter rätselhaften Umständen aus einem römischen Krankenhaus verschwand?


Im Auftrag eines Nachrichtenmagazins taucht der Journalist Tom Berner in die Welt der Gentechnik ein und stößt auf dubiose Inverstoren, Forscher mit dunkler Vergangenheit und mysteriöse Unglücksfälle. Trotz religiöser Fanatiker, die auch in die Geschichte verwickelt scheinen, glaubt er immer weniger an einen terroristischen Hintergrund – Viren unterscheiden nicht zwischen Freund und Feind. Doch dann muss er erkennen, dass die Gentechnik Möglichkeiten bietet, die sogar Experten weitgehend unbekannt sind. Aber wer ist der Kopf hinter dem teuflischen Plan? Und wir die Öffentlichkeit Toms Enthüllungen Glauben schenken?


Buchgestaltung:


Das Cover zeigt neben den Titel „Oligo“ eine Doppelhelix und einen Fisch, ansonsten ist es komplett in dunklen Farben gehalten.


Ich persönlich finde das Cover durchaus gelungen, da es gut zum Buchinhalt passt. Sobald man einige Seiten des Buches gelesen hat, erklärt sich der Zusammenhang von selbst. Die Doppelhelix liefert zudem gleich beim ersten Betrachten den Hinweis, dass das Buch einen biologisch / genetischen Hintergrund hat.


Der Titel ist meiner Ansicht nach ebenso gelungen, er spiegelt den Inhalt wieder, ist aber trotzdem sehr ungewöhnlich, da nicht jeder sofort seine Bedeutung versteht, und macht somit neugierig auf das Buch.


Der Klappentext bietet einen sehr guten Einblick in den Inhalt des Buches, allerdings ist er etwas zu lang geraten und verrät meiner Meinung nach fast ein bisschen zu viel.


Alles in allem gesehen passen Cover und Buchinhalt gut zusammen, allerdings ist mir die Buchgestaltung etwas zu unscheinbar, weshalb der Roman meiner Meinung nach leicht in der Buchhandlung übersehen werden kann.


Eigene Meinung:


Die Geschichte wird zu großen Teilen aus der Sicht von Tom, einem Journalisten, geschildert, der durch Zufall Hinweise findet, die auf eine B – Waffen – Verschwörung hindeuten. Er versucht nun, mit Unterstützung weiterer Personen, vor allem seiner Freunde Carla und Wilson, weitere Beweise für seinen Verdacht zu finden und die Katastrophe zu verhindern…


Das Buch behandelt eine wirklich interessante Thematik. Bio – Waffen und im allgemeinen Genetik nehmen einen großen Teil der Handlung ein, der Leser erfährt nebenbei viel über diese Themen, was ich sehr spannend und informativ fand. Die Krimi – bzw. Thriller – Komponenten kommen dabei aber keineswegs zu kurz, sodass einen gelungen Mischung zwischen fiktionaler Handlung und Wissenschaftsthemen entsteht. Besonders am Anfang wird dies gut umgesetzt, da es immer wieder Perspektivwechsel gibt, sodass der Leser zunächst nur Bruchstücke der Handlung erfährt und so viel Spannung aufgebaut wird.


Die Charaktere, vor allem das Trio Tom, Carla und Wilson, sind sehr sympathisch und man kann ihre Handlungen gut nachvollziehen. Ich finde es toll, dass die drei Charaktere sehr unterschiedlich sind, sie ergänzen sich gut und unterstützen einander. Besonders hat mir gefallen, dass die Einstellungen der Personen im Buchverlauf nicht starr waren, sondern sie sich auf die jeweilige Situationen eingestellt haben und auch ihre Ansichten dementsprechend reflektierten. Die weiteren Nebencharaktere waren gut gewählt, ich empfand sie durchwegs als Bereicherung der Geschichte.


Die Sprache des Buches ist flüssig zu lesen und gut zu verstehen. Fachwörter werden sehr gut erklärt und auch für einen Laien verständlich gemacht, man merkt, dass der Autor weiß von was er schreibt. Leider finden sich durch das ganze Buch hindurch einige Tippfehler, die allerdings das Lesevergnügen nicht gravierend stören.


Fazit:


Ludger Weß ist ein interessanter Thriller gelungen, der neben den Ermittlungen noch auf unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze eingeht, sodass man beim Lesen noch dazu lernen kann. Die Charaktere sind durchwegs gelungen und auch die Ansichten der Gegenspieler Toms werden gut dargestellt.


Für jeden Thriller - Fan, der sich gerne mit Biologie und Genetik auseinandersetzt, absolut zu empfehlen.


Autor:


Ludger Weß studierte Biologie und Chemie und arbeitete vor seiner Tätigkeit als Wissensschaftjournalist als Molekularbiologe an der Universität Bremen. Seit den 1980 Jahren schreibt er regelmäßig über wissenschaftliche, ökonomische und politische Aspekte von Wissenschaft und Technik – für den Stern, die Weltwoche und die Financial Times Deutschland ebenso wie für internationale Fachzeitschriften wie L’Usine Nouvelle, BioWorld und BioCentury. Ein Sachbuch zu den Anfängen der Genforschung, Die Träume der Genetik, erschien 1998 in 2. Auflage. Er ist Mitbegründer von akampion, einem Unternehmen, das seit 2006 Hightechfirmen bei ihrer Kommunikation berät. Ludger Weß ist promovierter Wissenschaftshistoriker, Mitglied der National Association of Science Writers und lebt in Hamburg.

Der Autor kennt die Themen des Buchs und vieler Schauplätze aus eigener Recherche. (…)


Allgemeine Infos:


Titel: Oligo
Autor: Ludger Weß
Verlag: tredition
Seitenzahl: 412
Preis: 16,80 EUR
ISBN: 978-3-8491-2040-5

Kommentare: 1
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Gespräche aus der Community

Liebe Thriller-Fans,
ihr findet Wissenschaft faszinierend, vielleicht sogar Gentechnik, und interessiert euch für Politik? Dann gefällt euch sicher "Oligo", bei der der deutsch-italienische Journalist Tom Berner in eine unglaubliche Geschichte hineinstolpert: ein mit Ebola infizierter Mann verschwindet spurlos aus einem römischen Krankenhaus, ein türkisches Biotechnologie-Unternehmen lässt sich auf dubiose Geschäfte ein und eine katholische Sekte zieht tausende von jungen Menschen in ihren Bann. Bald hängt Toms Leben von zwei Menschen ab: einem Moslem, der nicht mehr lügen, und einem Christen, der nicht mehr töten will. 
Wer sich bewerben will, den bitte ich um die Beantwortung folgender Frage: Habt ihr euch tätowieren lassen? Wenn ja, warum und wenn nein, warum nicht?
Eine Leseprobe gibt es hier: http://www.tredition.de/?books/ID21275/Oligo
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tweedledees avatar
Letzter Beitrag von  tweedledeevor 8 Jahren

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