Ludmila Pavlova-Marinsky

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Ludmila Pavlova-MarinskyJuri Gagarin - Das Leben
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Juri Gagarin - Das Leben
Juri Gagarin - Das Leben
 (3)
Erschienen am 10.03.2011

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Rezension zu "Juri Gagarin - Das Leben" von Ludmila Pavlova-Marinsky

Juri Gagarin - der Held der Sowjetunion einmal anders
Bellis-Perennisvor 4 Monaten

Die Autorin hat Juri Gagarin als Kind kennengelernt. Ludmilas Vater und Juri Gagarin sind enge Freunde. So erfahren wir einiges über den Kosmonauten und viel mehr über den Menschen Juri.

 

Ludmila zeichnet ein ganz anderes als das „öffentliche“ Bild des Helden der Sowjetunion. Die vielen Fotos aus den privaten Alben der Familie Pavlov zeigen einen lachenden Juri, der mit seinen Töchtern herumalbert und der Wasserski fährt.

 

Der Ruhm, der erste Mensch im Weltall gewesen zu sein, erfüllt ihn mit Stolz, doch hat der Erfolg auch seine Schattenseiten. Er wird auf der ganzen Welt als Attraktion herumgereicht. Er speist mit der Queen und bekommt von den Franzosen einen Sportwagen geschenkt, den er in der UdSSR nicht fahren darf. Er soll das sowjetische Fabrikat Wolga benützen. Nach einiger Zeit wird ihm das Herumreichen zu viel. Eigentlich will er nur fliegen und die russischen Ambitionen im Weltall weiterentwickeln. Doch so schnell lassen die Machthaber ihren Helden nicht aus. Seine Familie und er erhalten eine Vielzahl von Privilegien. Sie bekommen im Sternenstädtchen eine 4-Zimmer-Wohnung, von der der normale Sowjetbürger nicht einmal zu träumen wagt. Sie können im Moskauer Kaufhaus GUM in der internationalen Abteilung amerikanische Jeans und italienische Schuhe kaufen. Damit erkauft sich der Staat die Loyalität seiner berühmten Bürger. Gleichzeitig bespitzelt das Regime sein wichtigstes Aushängeschild, wie jeden anderen Sowjetbürger auch. Man beschattet ihn und bringt Wanzen in seiner Wohnung an.

 

Nach dem Sturz von Nikita Chruschtschow 1964 durch Leonid Breschnew verschlechtern sich die Bedingungen für die Kosmonauten.

 

Als die Weltraummission aufgrund von Schlamperei und Konstruktionsfehlern gefährdet ist, versucht Juri bei Staatschef Breschnew zu intervenieren. Doch alle Eingaben bleiben unbeantwortet. Gagarin widmet sich wieder seiner Ausbildung als Militärpilot und stürzt bei einem Übungsflug ab. Gerüchte, dass es sich hierbei um keinen Unfall handelt, machen schnell die Runde. Sie sind bis heute nicht ganz verstummt.

 

Ludmilas Vater wird zeitlebens versuchen, die wahre Absturzursache herauszufinden. Auch andere Freunde der Familie Gagarin lassen ihre Beziehungen spielen, können aber nur Widersprüchliches herausfinden. So sind Unterlagen verschwunden oder gefälscht. Diese übliche Vorgangsweise trägt zum Mythos Juri Gagarin bei. Ob das gewollt war? Doch der Kreml hält die Untersuchungsergebnisse bis 2011 unter Verschluss. (S. 173 – S. 198)

 

Meine Meinung:

 

Ein tolles Buch, das die Stimmung der damaligen Sowjetunion gut wiedergibt. Faszinierend finde ich den Enthusiasmus mit dem die Kosmonauten und Juri an ihren Erfolg, den Weltraum zu erobern, glauben.

Ludmila Pavlova-Marinsky lässt Gagarins Zeitgenossen und seine Frau Walentina, die niemals wieder heiraten wird, zu Wort kommen. Sie zitiert aus Juris Autobiografie „Der Weg in den Kosmos“ und bringt den Lesern eine so ganz andere Seite des Sowjet-Helden nahe.

 

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, was vielleicht auch der Übersetzung zu verdanken ist. Man liest die beinahe grenzenlose Verehrung Gagarins, die noch heute besteht, heraus. Immerhin hat die UdSSR die Amerikaner um einige Wochen im Wettlauf um das Weltall geschlagen. Dieser Triumph während des Kalten Krieges hat Millionen von Sowjetbürgern geprägt.

 

Das Buch ist 2011 pünktlich zum 50. Jahrestag des ersten bemannten Raumflugs der Welt erschienen. Ob schon alle Geheimakten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind?

 

Fazit:

 

Eine Biografie, die mehr als nur den Kosmonauten Juri Gagarin beschreibt. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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Bibliomanias avatar

Rezension zu "Juri Gagarin - Das Leben" von Ludmila Pavlova-Marinsky

Der erste Mensch im Weltall
Bibliomaniavor 4 Jahren

Dieses Buch von Ludmila Pavlova-Marinsky erzählt von Juri Alexejewitsch Gagarin - dem ersten Menschen im Weltraum, ein Bürger der UdSSR. Es fließen hauptsächlich ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen mit ihrem Onkel Juri in das Buch mit ein. Es geht weniger um sein gesamtes Leben als vielmehr seine Zeit als Kosmonaut, die schwere Zeit nach der Erstbezwingung des Weltalls und endet nach seinem Absturz, der bis heute nicht ganz aufgeklärt wurde.
Ein naher, eindringlicher Roman, dessen Lektüre mir erstaunlich gut gefallen hat. Ich habe mit ihm gelitten und seinen Unwillen verstanden, da er aus Vorzeigeschild durch die Welt gereicht wurde. Ein absolut interessantes Porträt, das wahrscheinlich jedem gefallen wird, der sich für den Weltall und/oder Juri Gagarin interessiert.

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Wonnefrieds avatar

Rezension zu "Juri Gagarin - Das Leben" von Ludmila Pavlova-Marinsky

Rezension zu "Juri Gagarin - Das Leben" von Ludmila Pavlova-Marinsky
Wonnefriedvor 8 Jahren

„Mit Originaldokumenten und Hintergrundinformationen, die erst nach Öffnung der sowjetischen Geheimarchive zugänglich wurden, zeichnet die Journalistin und enge Vertraute der Familie Gagarin, Ludmilla Pavlova-Marinsky, Gagarins Werdegang , Raumflug und die rätselhaften Umstände seines tödlichen Unfalls nach. Durch die Enge Freundschaft der beiden Familien weiß sie auch von manchem persönlichen Erlebnis mit ihrem „Onkel Jura“ zu berichten und zeigt so den Menschen Gagarin von einer bisher unbekannten Seite.“ Soweit der Waschzettel.
Pünktlich zum 50. Jahrestag des historischen Fluges kommt diese optisch sehr hübsch aufgemachte Büchlein in den Handel (die Tragetaschen mit dem Cover waren der heimliche Hit auf der Leipziger Buchmesse). Locker und leicht zu lesen erzählt die Autorin mit einer gehörigen Portion Jungmädchenromantik von Ihrem „Onkel Jura“. Das Buch enthält ein minutiöses Protokoll des Raumfluges und gibt Einblicke in das Privatleben eines sympathischen „Helden der Sowjetunion“. Dabei ist der junge Raumfahrer stets so untadelig und makellos, dass er schon fast unheimlich (oder auch langweilig) wirkt. Für alle, die sich nie intensiv mit dem Thema Gagarin beschäftigt haben, ein guter, leicht zu lesender Überblick über das Leben des Ersten Menschen im All und seinen frühen Tod. Nett und unspektakulär. Ob hier nun Dinge an Licht kommen, die so vorher noch nie beschrieben wurden, kann ich nicht beurteilen.

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