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Rezension zu "Der Kolonialismus" von Ludolf Pelizaeus

Wer wissen will, worin die sog. "Flüchtlingskrise" auch begründet ist, muss das Buch lesen!
wschvor einem Jahr

"Die koloniale Herrschaft hat lange Folgen"
Dieses Zitat von Seite 243 bewahrheitet sich tagtäglich. Flüchtlinge, besser durch Kriege, Terror, Perspektivlosigkeit erzwungen Heimatvertriebene, versuchen ihrem Elend zu ent- und in's für sie anscheinend 'gelobte Land', sprich nach Europa zu kommen. Wobei die meisten europäischen Staaten einfach übersehen, dass sie selbst die Ursachen für diese Menschenströme geschaffen haben!
Dies durch die aus heutiger Sicht völlig inakzeptable Besetzung riesiger Gebiete auf allen Kontinenten. Die Spanien, Portugal vornehmlich in Süd-Amerika, die England in Vorder- und Ost-Asien sowie Afrika, Frankreich, Belgien in Afrika, Frankreich in Ost-Asien (heute Vietnam, Laos und Kambodscha), die Niederlande in Ost-Asien (heutiges Indonesien), Italien in Abessinien (heute Libyen, Äthiopien, Eritrea), Russland in der Mandschurei, Japan in China und Korea, die USA in Mittelamerika, Kuba und eigentlich überall. Nicht zu vergessen Deutschland (in Afrika und Ozeanien) , das zur kolonialen 'Blütezeit' 1914 "2,9 Millionen Quadratkilometer mit 12,3 Millionen Einwohnern. Damit übertrafen die überseeischen Gebiete in der Fläche das Mutterland um das Sechsfache, während die Einwohnerzahl nur ein Fünftel des Mutterlandes betrug." (S. 223). Damit lag Deutschland hinter Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden an vierter Stelle der Kolonialmächte.
Sklaverei vordergründig mit der der irrigen Meinung verargumentiert, Menschen mit einer dunklen Hautfarbe seien zu Sklavenarbeit vorbestimmt, aus heutiger Sicht in Wahrheit aber aus wirtschaftlichen Gründen gejagt gefangen, deportiert und verkauft. Ohnehin ging es in der ganzen Epoche des Kolonialismus nur um Geld und Profit - nicht anders als heute!
Das Buch mag an manchen Stellen etwas mühsam zu lesen sein. Schade ist auch, dass die Weltkarten auf den Einbandseiten abgedruckt erstens über einen sehr kleinen Massstab verfügen und zweitens die verschiedenen kolonialen 'Besitztümer' auf der Welt nur in schlecht erkennbaren unterschiedlichen Grauschattierungen und Schraffuren zeigt. Um die Schilderungen von Ludolf Pelizaeus verorten zu können, ist ein Atlas von Nöten. Auseinanderfaltbare Weltkarten in grösserem Massstab und in Farbe wären eine schöne Hilfe zum Verständnis des Buches.
Aber trotzdem: das Buch ist mehr als lesenswert!! 

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