Ludolf Pelizaeus Der Kolonialismus

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Inhaltsangabe zu „Der Kolonialismus“ von Ludolf Pelizaeus

Thema dieses Bandes ist die Kolonisierung als Vorläufer der Globalisierung. Ausgehend von Italien, wurden zunächst Spanien und Portugal in der europäischen kolonialen Expansion aktiv, dann aber auch England, die Niederlande und Frankreich. Da die Versuche Brandenburg-Preußens scheiterten, wurde das Deutsche Reich erst am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Kolonialmacht. Zunächst werden in einem Überblick Entstehung und Wachsen der Kolonialreiche bis zu ihrem Ende beleuchtet, wobei der Bogen von den Hintergründen für ihre Begründung im späten Mittelalter bis zur Dekolonisation im 20. Jahrhundert gespannt wird, wenngleich der Schwerpunkt auf der Frühen Neuzeit liegt. Das breit gefächerte Thema gibt nicht nur Einblick in Abläufe und wirtschaftliche Verflechtungen, sondern berücksichtigt auch Einzelschicksale und ausgewählte Quellenzeugnisse. Rückbezüge auf die Kultur, Küche und Musik Europas spielen dabei eine wichtige Rolle.

Geld, Gier, Gold und Macht!!!

— wsch

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  • Wer wissen will, worin die sog. "Flüchtlingskrise" auch begründet ist, muss das Buch lesen!

    Der Kolonialismus

    wsch

    15. January 2018 um 19:22

    "Die koloniale Herrschaft hat lange Folgen"Dieses Zitat von Seite 243 bewahrheitet sich tagtäglich. Flüchtlinge, besser durch Kriege, Terror, Perspektivlosigkeit erzwungen Heimatvertriebene, versuchen ihrem Elend zu ent- und in's für sie anscheinend 'gelobte Land', sprich nach Europa zu kommen. Wobei die meisten europäischen Staaten einfach übersehen, dass sie selbst die Ursachen für diese Menschenströme geschaffen haben!Dies durch die aus heutiger Sicht völlig inakzeptable Besetzung riesiger Gebiete auf allen Kontinenten. Die Spanien, Portugal vornehmlich in Süd-Amerika, die England in Vorder- und Ost-Asien sowie Afrika, Frankreich, Belgien in Afrika, Frankreich in Ost-Asien (heute Vietnam, Laos und Kambodscha), die Niederlande in Ost-Asien (heutiges Indonesien), Italien in Abessinien (heute Libyen, Äthiopien, Eritrea), Russland in der Mandschurei, Japan in China und Korea, die USA in Mittelamerika, Kuba und eigentlich überall. Nicht zu vergessen Deutschland (in Afrika und Ozeanien) , das zur kolonialen 'Blütezeit' 1914 "2,9 Millionen Quadratkilometer mit 12,3 Millionen Einwohnern. Damit übertrafen die überseeischen Gebiete in der Fläche das Mutterland um das Sechsfache, während die Einwohnerzahl nur ein Fünftel des Mutterlandes betrug." (S. 223). Damit lag Deutschland hinter Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden an vierter Stelle der Kolonialmächte.Sklaverei vordergründig mit der der irrigen Meinung verargumentiert, Menschen mit einer dunklen Hautfarbe seien zu Sklavenarbeit vorbestimmt, aus heutiger Sicht in Wahrheit aber aus wirtschaftlichen Gründen gejagt gefangen, deportiert und verkauft. Ohnehin ging es in der ganzen Epoche des Kolonialismus nur um Geld und Profit - nicht anders als heute!Das Buch mag an manchen Stellen etwas mühsam zu lesen sein. Schade ist auch, dass die Weltkarten auf den Einbandseiten abgedruckt erstens über einen sehr kleinen Massstab verfügen und zweitens die verschiedenen kolonialen 'Besitztümer' auf der Welt nur in schlecht erkennbaren unterschiedlichen Grauschattierungen und Schraffuren zeigt. Um die Schilderungen von Ludolf Pelizaeus verorten zu können, ist ein Atlas von Nöten. Auseinanderfaltbare Weltkarten in grösserem Massstab und in Farbe wären eine schöne Hilfe zum Verständnis des Buches.Aber trotzdem: das Buch ist mehr als lesenswert!! 

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