Ludolf Wienbarg Tagebuch von Helgoland

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Inhaltsangabe zu „Tagebuch von Helgoland“ von Ludolf Wienbarg

Was suche ich auf Helgoland? Die Apotheke des Wassers? Ich bedarf ihrer nicht. Die Einsamkeit des Felsens? Sie ist sehr getrübt durch die Badegesellschaft, und, wo bin ich einsamer, als wo ich eben wandele. Oder suche ich das Meer, das sich endlos vor meinen Blicken ausdehnt? Meine Reise ist eine Flucht, und meine Flucht eine Tauschung. Sei's. Eine breite Strömung der Nordsee wird zwischen mir und Deutschland rollen, ich werde monatelang, vielleicht jahrelang das abgeschnittene trotzige Leben eines Insulaners führen. Der Felsen von Helgoland soll meine Schweizer Alpe sein, eine Fischerhütte meine Sennhütte, das Meer mit dem springenden Delfin mein Hirtental. Und ich tausche noch nicht diesen zerbröckelnden meerumspülten Sandfelsen mit den himmelhohen Granitblöcken der Schweiz. Da oben brüllt der Stier von Uri, solange er Futter hat; aber er wird fromm und still, wenn die Nachbarn ihm mit Entziehung des Heuschobers drohen. Nirgends in der Schweiz, weder über noch unter den Wolken, das himmlische Gefühl, unverletzlich zu sein durch das heilige Recht der Gastfreundschaft. Cuxhaven passiert. Das Boot arbeitet gegen den Wind, die Passagiere machen geisterhafte Gesichter, in der Mitte des Verdeckes arrangiert sich auf dem glatten Fußboden ein Damen-Lazarett. Ein junger Elegant, der in meiner Nähe balanciert, fährt noch immer fort, die Arie aus der Stummen von Portici zu pfeifen, Masaniello in der Wahnsinnsszene kann ihn zum Muster nehmen. Kamerad, schweig still! Vergebens! Er muss die hohe Braut des Meeres heimführen. So viel ich kann, will ich auf Helgoland die Gesellschaft meiden. Mit dem Felsen und seinen Kindern will ich vertrauter werden, als einer vor mir. Helgoland durch ein Fernrohr betrachtet. Die Ländungsseite hat nichts Imposantes. Ein großer Fleischerklotz, oder, wenn man poetischer reden will von Fosetes heiligem Lande, ein ungeheurer plumper Altar, an den Seitenwänden mit falbem Blute getüncht und mit den Eingeweiden der Opfertiere streifenweise überzogen. Es war schon dunkel, als das Dampfboot unter Helgoland vor Anker ging. Ankunft auf Helgoland. Erste Eindrücke von der Insel. Das reservierte Bett war besetzt. Der erste Tag. Ersatzquartier im Oberstübchen eines kleinen Hauses. Weibliche Gesellschaft. Mein Hausgenosse Jakob Andressen-Siemens. Umwanderung der Insel. Franziskus' Traum. Die Helgoländer stecken voller Aberglauben. Ist alles im Leben Vorsehung? Die Geschichte von Helgoland. Das Wesen der Helgoländer. Sorge um die Zukunft der Helgoländer. Treffen mit dem Gouverneur Sir King. Besuch zweier friesischer Stammgenossen. Träumereien. Philosophieren über Philosophie. Gedanken über die europäische Literatur. Duellgeschichte von Heinrich Heine. Der typische Deutsche. Nächtlicher Besuch in einer Höhle. Die Schelmereien der Kinder auf Helgoland. Die Frauen und Mädchen der Insel. Das alte Helgoland (Antiquarische Zugabe) Abstammung der Helgoländer. Die Heidenbekehrung durch Luidgar. Die Maiersche Landkarte.
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