Ludovic Flamant Puppen sind doch nichts für Jungen!

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Inhaltsangabe zu „Puppen sind doch nichts für Jungen!“ von Ludovic Flamant

Nicks Eltern staunen nicht schlecht, als ihm die schrullige Tante bei ihrem Besuch ausgerechnet eine Puppe mitbringt. »Das ist doch kein Spielzeug für Jungen!«, sind sich die Eltern einig, doch Nick schließt das Geschenk sofort ins Herz. Am liebsten würde er sein neues Lieblingsspielzeug mit in die Schule nehmen, aber da hat Papa ernste Bedenken. »Am Nachmittag gehen wir ins Geschäft und kaufen dir ein super Spielzeug. Ein richtiges Spielzeug für Jungen.« – Wird sein Manipulationsversuch gelingen?Bezaubernd von Jean-Luc Englebert illustriert, nimmt Ludovic Flamant charmant und mit viel augenzwinkerndem Humor Geschlechterzuordnungen und gesellschaftliche Normen aufs Korn. Ein Spaß mit Hintergrund für Jungen und Mädchen!

Eine wundervolle Geschichte, die mit einem Augenzwinkern Geschlechterzuordnung und gesellschaftliche Zwänge auf die Schippe nimmt.

— EmmyL

Puppen sind doch nichts für Jungen! gehört für mich in jeden Kindergarten, es ist witzig und lässt uns über Geschlechterklischees nachdenken

— Juliliest

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  • Gesellschaftliche Normen und geschlechtsspezifische Zwänge in der Erziehung

    Puppen sind doch nichts für Jungen!

    EmmyL

    29. September 2017 um 11:11

    Nico bekommt von seiner Tante eine hübsche Puppe geschenkt. Er liebt die kleine Puppe, teilt mit ihr seine Frühstücksflocken und will sie schließlich mit in die Schule nehmen. Das geht beiden Eltern dann doch zu weit. Ein Junge, der eine Puppe mit in die Schule nehmen möchte; das kann nicht akzeptiert werden. Papa beschließt ein richtiges Jungenspielzeug zu kaufen. Jungs spielen nicht mit Puppen und tragen blaue Sachen, Mädchen spielen nicht mit Autos und lieben Rosa. Schon von klein auf werden Kinder in eine gesellschaftlich geprägte Geschlechterzuordnung gedrängt. Jeder, der von dieser Norm abweicht, ist skeptischen Blicken ausgeliefert. Es ist erstaunlich wie sehr die Entscheidungen zum Kauf von Spielsachen, Schuhen oder Hosen durch vorgegebene Ideale beeinflusst werden. Dürften Kinder selbstständig wählen und würden nicht durch die Meinung ihrer Eltern gelenkt, gäbe es keine geschlechtsspezifischen Grenzen. Viele Eltern möchten ihr Kind vor Repressalien schützen und versuchen die Entscheidungen des Kindes zu lenken. Damit setzen sie der individuellen Entwicklung Grenzen. Diese Geschichte wird aus einer kindlichen Perspektive geschildert. In der ich Form erzählt Nikos großer Bruder, wie peinlich sich seine Eltern nur wegen einer Puppe verhielten und wie sie sich ernsthaft über das Spielzeug stritten. Durch den kindlichen Blickwinkel wird diesem Werk die kritische Schärfe genommen. Trotz allem ist es ein Buch welches Eltern dazu anregt, veraltete Zwänge zu überdenken und Werte neu zu definieren. Jede Seite enthält farbige Illustrationen mit passendem kurzem Text. Die filigranen Zeichnungen wurden mit hellen Aquarellfarben koloriert. Das Buch eignet sich für zu Hause oder als Geschenk ebenso wie für die Gruppenarbeit. Wir haben das Buch in der Gruppenarbeit schon sehr häufig verwendet, um Mobbing, Ausgrenzung und Vorurteilen entgegen zu wirken. Es bietet viele Gesprächsanlässe und kann Situationsbezogen auch zwischendurch schnell eingesetzt werden. Größe, Format, Hardcover, stärkere Seiten sind perfekt für kleine Hände und ungeduldige Finger.

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  • (Vor-) Lesespaß über Geschlechterstereotype

    Puppen sind doch nichts für Jungen!

    Juliliest

    05. September 2017 um 12:07

    Eine Puppe zum Geburtstag? Für einen Jungen? So ein Geschenk kann ja nur von der schrulligen Tante kommen, deren Schrulligkeit man zum Beispiel gut daran erkennen kann, dass sie immer eine Mütze auf dem Kopf hat – auch in der Wohnung! Nico, sein großer Bruder und ihre Eltern sind jedenfalls nicht wenig überrascht, als Nico eine selbstgenähte Puppe von ihr bekommt. Noch mehr überrascht allerdings alle, dass Nico sich richtig über diese Puppe freut, sie Mimi nennt und abends mit ins Bett nehmen will. Und am nächsten Morgen zur Schule. Das wird Papa dann ein wenig zu viel, erst regt er sich bei seiner Frau über deren verrückte Schwester auf und dann geht er mit seinen Söhnen ins Kaufhaus um „ein echtes Jungenspielzeug“ zu kaufen und Nico damit die vermeintlichen Flausen auszutreiben. Doch was sucht Nico sich aus? Ein Schwert? Einen Feuerwehrhelm? Ein Rennauto? Nein. Einen Puppenwagen für Mimi. Bis Nico letztendlich doch noch zu seinem Recht auf eine Puppe im Puppenwagen kommt, bedarf es einiger Zeit und vieler witziger Dialoge – vor allem zwischen den Eltern. In bester Der kleine Nick-Marnier wird da gestritten, diskutiert und sich wieder vertragen und geküsst, damit die beiden Söhne auch ja glauben, dass man sich nicht scheiden lässt. Ich finde das gut. Erstens – und das fällt mir besonders bei französischer Kinderliteratur auf (Puppen sind doch nichts für Jungen! ist allerdings aus belgischer Feder) – mag ich es, wenn sich Eltern in Kinderbüchern auch mal uneinig sind und sich die Meinung sagen oder einfach unperfekt sind (Großartig, doch leider vergriffen: Ein Schäfchen, zwei Schäfchen, drei Schäfchen). Wie sollen Kinder denn sonst ihr Weltbild abgleichen, wenn die eigenen Eltern (selbstverständlich) ab und zu streiten, in ihren Büchern jedoch nur Heideidei und Mutter-Vater-Kind-Getue à la Conni und Bobo Siebenschläfer vorkommt? Zweitens ist es – ja, ich weiß, wir haben 2017 – für viele noch eine große Sache, wenn ein Junge mit Puppen spielt. Da kann man sich drüber aufregen und das engstirnig finden, doch dass es ein Thema ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Und dass Nicos Eltern darüber streiten („Warum soll sich dein Sohn nicht um ein Baby kümmern, das hast du ja auch getan!“ „Das ist kein Baby, das ist eine PUPPE!“), ist durchaus realistisch. Diskutieren, streiten, versöhnen – was eine selbstgenähte Puppe aus Stoffresten nicht alles vermag! Puppen sind doch nichts für Jungen! gehört für mich in jeden Kindergarten, es ist wichtig, witzig und lässt uns alle über die Geschlechterklischees in unseren Köpfen nachdenken – wieviel wollen wir davon an unsere Kinder weitergeben und wissen diese nicht manchmal viel schneller, was gut für sie ist? ;-)

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