Ludwig Laher Und nehmen was kommt

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Inhaltsangabe zu „Und nehmen was kommt“ von Ludwig Laher

Monika weiß von Kindheit an, dass sie völlig auf sich gestellt sein wird. Ausgenützt, hintergangen und gedemütigt scheint ihr Weg als Prostituierte am Strich und in Clubs an der tschechischen Grenze vorgezeichnet. Aus Zuneigung und der Herausforderung wegen bietet ein Kunde dieser kaputten, extrem misstrauischen Frau eine neue Perspektive. Sie möchte die Chance nutzen, doch zeigt sich, dass eine Kindheit und Jugend wie ihre nicht so leicht wiedergutzumachen sind. Ludwig Laher schildert in seinem Roman die Entwicklung dieser Frau ebenso präzise wie beklemmend. Gleichzeitig ist das Buch ein messerscharfer Befund über gesellschaftliche Zustände mitten in Europa, jenseits jeder moralisierenden Anklage.

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  • Und nehmen was kommt von Ludwig Laher.

    Und nehmen was kommt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 04:08

    Die junge Romni Monika ist vom Leben gebeutelt. Zunächst muss sie den Tod ihrer Mutter verkraften, der sie und ihren Bruder zu Waisen macht. Kaum aus dem Heim entlassen fällt sie zwei Betrügern in die Hände, die sie postwendend um all ihr Geld bringen. Monika findet Zuflucht bei alten Freunden aus dem Heim. Dort spritzt sie zum ersten Mal Speed, nur um bald darauf von ihren angeblichen Freunden an einen Zuhälter verkauft zu werden. Monikas Leben scheint aussichtslos, doch ganz kann die junge Frau die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgeben. Das Schicksal Monikas ist schwer zu fassen, wenn man als behütete Tochter der deutschen Mittelklasse aufgewachsen ist. Auch wenn ich mich noch nicht mit dem Leben osteuropäischer Roma beschäftigt habe, nahm ich gleich Anteil an dem Leben dieser jungen Frau, die zum Ende des Buchs gerade mal so alt ist wie ich jetzt. Nichts desto trotz könnten unsere Leben nicht unterschiedlicher sein. Laher erzählt von den Ereignissen im Leben Monikas mit einer Schlichtheit, die berichtet ohne Anteil zu nehmen. Das Buch ist also weder sentimental noch Mitleid heischend und so um einiges besser verdaulich als manche Berichte dieser Art. Trotzdem bohrt sich Kapitel für Kapitel dem Leser das metaphorische Messer ins Herz. Wer bei diesem Buch keine Träne vergießt muss aus Stein sein, Erzählstil hin oder her. Monika wächst einem ans Herz und bleibt doch immer irgendwie fremd. Denn der Erzähler maßt sich nie an in ihren Kopf vorzudringen. Laher macht keine Anspielungen oder legt seinem Buch etwas zwischen die Zeilen, was nicht von Monika selbst geäußert wurde. Der Bericht bleibt über zweihundert Seiten hinweg realistisch, fast journalistisch, wertet nicht, stellt nur ab und an das Offensichtliche in den Raum. Ein wunderbares Buch für jeden, der daran interessiert ist über den Tellerrand zu schauen und dabei auch nicht vor harten Schicksalen zurück scheut.

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  • Rezension zu "Und nehmen was kommt" von Ludwig Laher

    Und nehmen was kommt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. March 2012 um 19:22

    Die junge Romni Monika ist vom Leben gebeutelt. Zunächst muss sie den Tod ihrer Mutter verkraften, der sie und ihren Bruder zu Waisen macht. Kaum aus dem Heim entlassen fällt sie zwei Betrügern in die Hände, die sie postwendend um all ihr Geld bringen. Monika findet Zuflucht bei alten Freunden aus dem Heim. Dort spritzt sie zum ersten Mal Speed, nur um bald darauf von ihren angeblichen Freunden an einen Zuhälter verkauft zu werden. Monikas Leben scheint aussichtslos, doch ganz kann die junge Frau die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgeben. Das Schicksal Monikas ist schwer zu fassen, wenn man als behütete Tochter der deutschen Mittelklasse aufgewachsen ist. Auch wenn ich mich noch nicht mit dem Leben osteuropäischer Roma beschäftigt habe, nahm ich gleich Anteil an dem Leben dieser jungen Frau, die zum Ende des Buchs gerade mal so alt ist wie ich jetzt. Nichts desto trotz könnten unsere Leben nicht unterschiedlicher sein. Laher erzählt von den Ereignissen im Leben Monikas mit einer Schlichtheit, die berichtet ohne Anteil zu nehmen. Das Buch ist also weder sentimental noch Mitleid heischend und so um einiges besser verdaulich als manche Berichte dieser Art. Trotzdem bohrt sich Kapitel für Kapitel dem Leser das metaphorische Messer ins Herz. Wer bei diesem Buch keine Träne vergießt muss aus Stein sein, Erzählstil hin oder her. Monika wächst einem ans Herz und bleibt doch immer irgendwie fremd. Denn der Erzähler maßt sich nie an in ihren Kopf vorzudringen. Laher macht keine Anspielungen oder legt seinem Buch etwas zwischen die Zeilen, was nicht von Monika selbst geäußert wurde. Der Bericht bleibt über zweihundert Seiten hinweg realistisch, fast journalistisch, wertet nicht, stellt nur ab und an das Offensichtliche in den Raum. Ein wunderbares Buch für jeden, der daran interessiert ist über den Tellerrand zu schauen und dabei auch nicht vor harten Schicksalen zurück scheut.

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  • Rezension zu "Und nehmen was kommt" von Ludwig Laher

    Und nehmen was kommt
    Tialda

    Tialda

    13. November 2011 um 11:09

    x Autor: Ludwig Laher x Titel: Und nehmen was kommt x Genre: Roman x Erscheinungsdatum: 24. August 2011 x 221 Seiten x Haymon Verlag x ISBN: 3852188857 x Erste Worte: Heruntergekommener Maschendraht stützt sich auf rostige Pfosten. Irgendwo im Gestrüpp verläuft er sich. Irgendwann hat er irgendetwas umfriedet. Ein brauner Teppich mit grünem Ahornblattmuster hängt schwer an ihm, davor, oder ist es dahinter, duckt sich das Skelett eines Kinderwagens. Klappentext: Monikas Weg scheint vorgezeichnet. Bereits als Kind einer ostslowakischen Roma-Familie war ihr leben von Angst und Flucht bestimmt. Als Prostituierte völlig auf sich allein gestellt, der Verschlagenheit der Welt ausgeliefert, bietet ihr ausgerechnet ein Freier eine neue Perspektive. Ludwig Laher schildert das Schicksal der jungen Romni ebenso präzise wie beklemmend, ohne jemals in moralisierende Anklage zu verfallen. Rezension: „Und nehmen was kommt“ liest sich wie eine Biographie und wirkt sehr authentisch und realitätsnah. Ob es sich dabei aber um eine wahre Geschichte handelt, geht aus dem Buch nicht hervor. Fest steht aber leider, dass es unzählige Frauen mit Monikas Schicksal gibt. Der Text ist in der Gegenwart verfasst, so als würde es jetzt gerade im Augenblick passieren, was durch die unverschnörkelte, sachliche Wortwahl den Ernst des Themas noch zusätzlich unterstreicht. Sich vorzustellen, dass sich ähnliches wirklich gerade eben irgendwo abspielt, schnürt einem die Luft ab. „Und nehmen was kommt“ ist ein sehr beklemmender Roman, der einen noch einige Zeit beschäftigen wird, insofern man sich nicht gerade auf der Gefühlsebene Steins befindet. Aber der Verlauf der Geschichte zermürbt nicht nur, denn er zeigt auch auf, dass es einem gelingen kann, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen – auch wenn es dazu mehrere Anläufe braucht. Es macht Mut nicht aufzugeben. Empfehlen würde ich das Buch ab 16 Jahren, auch um davor zu warnen, als junge Frau nicht zu leichtgläubig zu sein und gut auf sich acht zu geben. Fazit: Bestürzend und wahnsinnig realitätsnah.

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  • Rezension zu "Und nehmen was kommt" von Ludwig Laher

    Und nehmen was kommt
    Solifera

    Solifera

    30. October 2011 um 18:45

    Dieses Buch erzählt von der jungen Roma Monika, die an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze lebt. Schon früh hat sie nie wirklich einen Platz im Leben, kommt von Heim zu Heim. Als sie aus dem Heim kommt landet sie bei der Tochter des gelähmten alten Mannes, in dessen Haus Monika und ihre Mutter kurz gewohnt haben. Ihr Mann muss ins Gefängnis, sollte sie seine Kaution aufbringen. Monika hat aus dem Heim ein Sparbuch und weitere Habseligkeiten mitbekommen. Erst bietet sie es freiwillig an, dann zieht sie ihr Angebot zurück. Doch das Ehepaar nimmt Monika alles und wirft sie auch noch raus. Das ist der Beginn von Monikas langem Schicksals- und Leidensweg. Vom einen zum nächsten Club, Bordell oder sonst einer Absteige. Sie ist schon längst völlig traumatisiert, ritzt und nimmt Drogen. Die kleinen wenigen Glücksmomente kann sie an einer Hand abzählen. Freunde hat sie kaum welche. Sowas wie Liebe kennt sie nicht. Es geht nur ums nackte Überleben. Dass sie dabei immer und immer wieder ihren Körper verkauft / verkaufen muss, spielt schon lang keine Rolle mehr. Sie greift nach jedem Strohhalm, nimmt (genau wieder Buchtitel), was kommt. Wird dies so bleiben? Oder gibt es am Ende für Monika doch Hoffnung? Ludwig Laher hat mit diesem Buch einen erschütternden Einblick in das Leben einer jungen Roma gegeben, dass nicht so leicht zu verdauen ist.

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  • Rezension zu "Und nehmen was kommt" von Ludwig Laher

    Und nehmen was kommt
    dark_angel

    dark_angel

    26. October 2011 um 15:42

    Das Leben von Monika scheint bereits vorherbestimmt zu sein. Als Kind einer Roma-Familie in der Ostslowakei kommt sie bereits früh mit Verrat und Ausgrenzung in Kontakt. Und schon bald ist sie völlig auf sich alleine gestellt. Ohne Vorbereitung und Kenntnisse des echten Lebens verschlägt es sie sogleich in den Sumpf der Prostitution. Ihr Weg ist gezeichnet von Ausbeutung, Demütigung und Gleichgültigkeit, bevor sich ihr endlich eine neue Perspektive bietet... Bekannt für die Verarbeitung von aktuellen und ernsten Themen widmet sich Ludwig Laher nun dem Thema der Roma und Prostitution. Erzählt wird die Geschichte von Monika selbst, wodurch der Roman beinahe autobiografisch wirkt. Dadurch erhält Monika auch große Glaubwürdigkeit und Tiefe. Die Schilderung ihres Lebens erfolgt fast linear. Der Leser erlebt, wie Monika heranwächst und zu einer jungen Frau wird. Im selben Maße, wie der Roman voranschreitet, entwickelt sich auch Monika weiter. In seinem prägnanten Stil schreibt der Autor präzise und beklemmend zugleich und schont den Leser keineswegs, wenn er beispielsweise über die gesellschaftlichen Zustände in (Ost-)Europa berichtet. Schonungslos und hart kommen seine Worte aufs Papier, ohne aber effekthascherisch zu wirken. Dabei unterlässt er es, moralisch mit dem Finger auf etwas zu zeigen oder seine eigene Meinung aufzudrängen. Der Leser soll sich selbst seine eigenen Gedanken machen. Ehe man es sich versieht, befindet man sich selbst mitten in einer beklemmenden und beinahe hoffnungslosen Atmosphäre, aus der kein Entrinnen möglich scheint. Aufwühlend und dramatisch ist der Inhalt, der einen nicht kalt lässt.

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  • Rezension zu "Und nehmen was kommt" von Ludwig Laher

    Und nehmen was kommt
    sarahsbuecherwelt

    sarahsbuecherwelt

    05. October 2011 um 10:32

    Ludiwig Laher ist für schockierende, provozierende, brisante und hochaktuelle Themen bekannt. Auch in seinem neustem Roman darf man keine schöne Geschichte erwarten. In seinem Werk „Und nehmen was kommt“ begleitet der Leser Monika, eine junge Roma, aus der Ostslowakei. Geboren wird sie einer tristen Hütte, mit einer behinderten Schwester und einem Säufer als Vater. Nach einer mehr schlechten als rechten Kindheit ohne Liebe und Bildung, bleibt ihr nur der Ausweg in die Prostitution. Straßenstrich und diverse Clubs bieten schnelles Geld und einen gewissen Grad an Aufmerksamkeit. Misshandlungen und Demütigungen über Jahre zerstören die junge Persönlichkeit nach und nach. Dazu kommen noch die Drogen. Als ein Kunde ihr einen Ausweg anbietet, versucht Monika diese Chance zu ergreifen. Doch nach all den Jahren ist es schwer diese Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues und unbekanntes Leben zu beginnen. Damit greift Ludwig Laher wieder ein heikles, stets aktuelles Thema auf, das mitten im Herzen von Europa spielt und damit greifbar ist. Ludwig Laher schildert authentisch in einem teilweise sachlichen, protokollartigen und aufzählenden Stil, in Kombination mit einer distanzierten Sichtweise, das tragische Leben von Monika. Wobei man bald feststellen wird, dass Monikas Name durch viele andere osteuropäische Mädchennamen beliebig ersetzt werden könnte. Ihr Schicksal ist leider Gottes kein Einzelschicksal. Anfänglich ist sein Stil durch die Distanz so nüchtern, dass es schwer fällt sich richtig in das Leben von Monika hineinzuversetzen. Mit der Zeit merkt der Leser jedoch, dass er sich der Hauptperson näher fühlt, als er eigentlich dachte. Die Abfolge von Gewalt auf Gewalt, Drogen auf Sex, Demütigungen auf Misshandlungen zeigt dem Leser deutlich wie nah ihm dieses Schicksal am Ende doch geht. Vor allen Dingen, wenn man weiß, dass dies bittere Realität ist und keine Fiktion. Das Buch ist nichts für schwache Gemüter. Obwohl es keineswegs brutal oder unterhalb der Gürtellinie ist, geht es dem Leser richtig ans Herz und wird ihn noch lange bewegen. Doch es wird auch andere Meinungen geben, die das hart beschriebene Schicksal von Monika belächeln und sich in der Meinung bestätigt fühlen, dass diese Mädchen doch immer wieder zu dumm seien. Genauso viele Meinungen sagen, dass wer aufhören will es auch schafft. Die Meinungen werden auch am Ende des Buches noch vorhanden sein, aber es zeigt, dass viele solcher Mädchen nicht wissen, wie sie aus dem Sumpf von Drogen, Schmutz und etwas Geld wieder herauskommen sollen, geschweige denn, wie sie es hätten vorher umgehen können. Das für solche Personen der Ausstieg alles andere als leicht ist, ist schon bei uns sichtbar. Für solche Mädchen hingegen ist es noch eine Spur schlimmer. Auch diese Momente fängt der Autor gekonnt auf. Das wirklich harte an dem Buch ist jedoch die Tatsache, dass diese Mädchen fast alle noch Kinder sind. In anderen Ländern spielen solche Mädchen noch mit Puppen, sammeln erste Erfahrungen mit ihrem Freund und gehen zur Schule. Alltägliche Dinge für sie, die Mädchen wie Monika nie kennenlernen werden.

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  • Rezension zu "Und nehmen was kommt" von Ludwig Laher

    Und nehmen was kommt
    Beagle

    Beagle

    13. July 2009 um 12:51

    Der Roman fängt wirklich interessant an, er gibt das Leben und den Leidensweg der jungen Romni Monika sehr detailiert und realistisch - so wie es wirklich hätte sein können - wieder. Das Aufwachsen in der Tschechoslowakei in einem verdreckten, heruntergekommenen Roma-Getto, die arbeitslosen Eltern, der nichtsnutzige, faule Vater, der die Mutter schlägt, bis hin zur Abschiebung ins Heim mit der Wende. Hier beginnt für Monika ein Leben in Einsamkeit und sie lernt, dass sie von den meisten Menschen nur ausgenutzt und verraten wird. Sie landet schließlich mittellos und mit todessehnsüchte auf dem Straßenstrich, wo ihre Qualen und die körperlichen und seelischen Trakturen erst los gehen... Bis dahin ein wirklich gut recherchiertes Buch, spannend durch die nüchterne Sprache. Doch der Schluss... Ich verrate nur soviel: dieser hat dem Buch den 4. Stern gekostet.

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