Ludwig Marcuse

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Autor von Mein zwanzigstes Jahrhundert, Philosophie des Glücks und weiteren Büchern.

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Mein zwanzigstes Jahrhundert

Mein zwanzigstes Jahrhundert

 (3)
Erschienen am 01.09.2002
Ludwig Börne

Ludwig Börne

 (2)
Erschienen am 26.10.1993
Obszön - Geschichte einer Entrüstung

Obszön - Geschichte einer Entrüstung

 (1)
Erschienen am 01.01.1965
Sigmund Freud

Sigmund Freud

 (1)
Erschienen am 01.04.2006
Heinrich Heine

Heinrich Heine

 (1)
Erschienen am 24.06.2008
Obszön

Obszön

 (1)
Erschienen am 23.08.1994

Neue Rezensionen zu Ludwig Marcuse

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Rezension zu "Der Philosoph und der Diktator" von Ludwig Marcuse

Rezension zu "Der Philosoph und der Diktator" von Ludwig Marcuse
cicerovor 6 Jahren

Ewige Wahrheiten von Macht und Geist / Verfehlt aber Platons Genialität
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Der Philosoph Ludwig Marcuse zeichnet Schritt für Schritt die Ereignisse nach, die Platon in Syrakus auf Sizilien mit den Tyrannen Dionysios I. bzw. II. zusammengeführt haben, und zeigt, wie Geist und Macht exemplarisch aneinander gerieten. Marcuse geht es dabei allerdings nicht um historische Genauigkeit und die Philosophie Platons, sondern Marcuse benutzt das Geschehen vor allem, um einige "ewige Wahrheiten" aufzuzeigen. Das Ergebnis ist immer noch historisch erstaunlich genau, aber Platon und dessen Philosophie wird deutlich verfehlt.
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Platon ist für Marcuse nur der exemplarische Vertreter eines allzu simplen utopischen Denkens. Er wird reduziert auf einen stubengelehrten Revolutionär, der durch persönlich erlittenes Unrecht und von Klassengegensätzen getrieben würde. Marcuse unterliegt dem Irrtum, Platon leichthin mit Karl Marx gleichsetzen zu können, weshalb er Platon auch den "ersten großen Marxisten" nennt und als rücksichtslosen Diktator im Geiste sieht. Der Unterschied des platonischen Idealstaates zur naiven Utopie entgeht Marcuse, und das Umdenken Platons nach dem Scheitern des Experimentes wird bei Marcuse lediglich als Resignation und als Kontrollsucht aus Altersstarrsinn gedeutet, statt darin den wertvollen Gedanken der Abkehr vom naiven Idealismus zu erkennen. Am Ende begrüßt Marcuse sogar utopische Experimente, denn gerade sie hätten die Menschheit seiner Meinung nach vorangebracht - da fragt man sich, wieviel Marcuse bei all seiner trockenen Nüchternheit der Betrachung wirklich vom Geschehen verstanden hat?
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Marcuses ungeniertes, praktisches, psychologisierendes Hinterfragen der allzu menschlichen Motivationen der Protagonisten liefert manchen wertvollen Hinweis auf das historische Geschehen, andererseits verwirrt Marcuse den Leser mit einem sprunghaften Stil, der vieles nur anreißt und Widersprüche unaufgelöst nebeneinander stehen lässt. Marcuse, der der "Lebensphilosophie" zugerechnet wird, schreibt etwas sperrig und spröde, verdient aber gerade dafür eine gewisse Sympathie, weil er dadurch auch anregend und unkonventionell ist. Alles in allem eine einerseits interessante, anregende, teilweise erhellende und aufklärende Lektüre, die andererseits aber mit Vorsicht zu genießen ist.
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Obwohl es gleich an mehreren Stellen des Büchleins äußerst nahe gelegen hätte, auf Platons Atlantiserzählung zu sprechen zu kommen, bleibt diese konsequent unerwähnt. Marcuse weiß sie offenbar nicht ins Geschehen einzuordnen, da er Platons Philosophie im Kern nicht verstanden hat. Immerhin hat Marcuse richtig erkannt, dass der eigentlich utopische Text Platons - sofern die Bezeichnung Utopie bei Platon überhaupt erlaubt ist - in Platons Politeia zu sehen ist.

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C

Rezension zu "Philosophie des Glücks" von Ludwig Marcuse

Rezension zu "Philosophie des Glücks" von Ludwig Marcuse
chrisab2007vor 12 Jahren

Ein wunderbares Buch: sprachlich elegant und mit der Begeisterung und Intensität geschrieben, die das Thema verdient! Von 1949, merkt man dem Buch aber nicht an, also klassisch. Unter anderem kann Marcuse indirekt klarmachen, daß der wichtige Begriff des Glücks bei uns nicht hochgehalten wird (wurde?) aufgrund bloßer Gedankenlosigkeit - wer bringt schon sein eigenes Verhalten auf die richtigen Begriffe?: "Epikur lehrte seine Freunde, was für ein großes Glück dieses "Glück" ist..."

Leider habe ich in andere Bücher von Dr. Marcuse (in den Zwanzigern wurde er am Telefon gern mit Dr. Mabuse verwechselt) erst nur hineingeblättert; einige Bonmots von ihm sind auch im "Zynischen Wörterbuch" enthalten, z.B. "'Wer duch den Gaurisankar von Lösungen bis zum Rätsel vordringt, der ist ein Philosoph".

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