Schreiben ist eine ungeliebte und heute oft als veraltet angesehene Tätigkeit. Aufsätze in der Schule waren ein Alptraum und wen kümmert es schon, ob Genitiv oder Dativ. Kleinkram.
Reiners hat sich dieser Vorurteile, die gar nicht so jung sind wie man glauben mag, angenommen und widerlegt. Schreiben kann gelernt werden und für einen guten Stil braucht man kein Talent. Nur ein bisschen Wissen und Übung. Unterhaltsam und belehrend – im besten Sinne des lateinischen Wortes – legt Reiners hier dar, was einen guten Stil ausmacht. Alle grammatischen Fachausdrücke werden zu Beginn erklärt, so dass sich kein Leser überfordert fühlen kann. Die Kapitel sind in sinnvolle Lerneinheiten unterteilt, beginnen mit einem gut verständlichen Theorieteil und enden mit einer Übungseinheit (Lösungen im Anhang). Sie haben Einwände gegen den belehrenden Teil und würden dem Autor gerne ein paar herablassende Fragen stellen? Lesen Sie das Schüler-Lehrer-Gespräch, das jede Theorieeinheit abschließt. Hier werden Einwände lebhaft diskutiert. Vielleicht ist ihrer auch dabei. Falls nicht, ist das Gespräch immer noch unterhaltsam. Jeder große Abschnitt endet mit einer Wiederholung der wichtigsten Informationen und einem zusammenfassenden Übungsteil.
Das Buch wird auf keiner Seite langweilig. Unsere Sprache ist spannend, vielfältig und kann so einfach sein. Das Buch hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber hat nichts von seiner Aktualität verloren. Erstaunlich wie wenige Diskussionen um unsere Sprache neu sind. Erstaunlich, dass bis heute das Thema Stil in der Schule eine so geringe Rolle spielt. Dieses Buch sollte in den Deutschunterricht eingebunden werden. Grammatik und Sprachgeschichte, Stil und Begeisterung für die Sprache sind hier unterhaltsam präsentiert. Ich werde ganz sicher öfter zu diesem Band greifen, um meine Kenntnisse aufzufrischen.















