Lausbubengeschichten

von Ludwig Thoma 
4,0 Sterne bei18 Bewertungen
Lausbubengeschichten
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Ein absoluter Lausbuben-Retro-Schmaus, der in keinem Bücherregal fehlen darf!

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B004YKXLUI
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:195 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:28.04.2011
Das aktuelle Hörbuch ist bei Naxos erschienen.

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    fraudeutschmanns avatar
    fraudeutschmannvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein absoluter Lausbuben-Retro-Schmaus, der in keinem Bücherregal fehlen darf!
    Ob damals oder heute: Lausbub bleibt Lausbub

    Das Lausbuben-Buch habe ich heute Nachmittag mit ganz lädiertem Einband in der hintersten Ecke einer Büchervitrine meiner Eltern gefunden. "Ach, ich weiß heute noch, wie uns damals daraus vorgelesen wurde", lautete die Reaktion meiner Mutter. Schmunzeln und ein verträumtes Lächeln. Sogleich habe ich die 145 Seiten verschlungen. 

    Die Geschichten des kleinen Ludwig, der tagein, tagaus in der Schule, in der Nachbarschaft und in den eigenen vier Wänden sein Unwesen treibt, haben Kult-Charakter. Obwohl ich manche Szenen noch aus der 60er-Jahre-Filmversion mit dem legendären Film-Lausbub Hansi Kraus in Erinnerung hatte, bin ich beim Lesen doch manchmal wieder über die teils sehr fiesen Streiche des 14-jährigen Jungen erschrocken. Wer behauptet, die heutige Jugend sei frech und unverschämt, dem empfehle ich das Buch wärmstens. Denn auch Anfang des 19. Jahrhunderts scheuten Jugendliche scheinbar keinesfalls den Kontakt mit Tabak und Alkohol. Von derben Lügen und anderem bösartigen Schabernack mal ganz zu schweigen.
     
    In den meisten Fällen überwiegt aber das Schmunzeln. Insgesamt sind die "Lausbubengeschichten" eine wunderbare Sonntagslektüre zum Eintauchen in vergangene Zeiten. Ganze Passagen habe ich meinen Eltern später vorgelesen und herzhaft mit ihnen darüber gelacht. Und als sich der Spieß gegen Ende schließlich umdreht und diesmal der Professor den unsterblich verliebten Lausbub durch den Kakao zieht, bekomme ich sogar ein bisschen Mitleid mit ihm. Trotz böser Spielchen wächst er einem doch sehr ans Herz. 


    Der Name des Protagonisten  - Ludwig Thoma - ist nicht zuletzt ein sehr deutlicher Hinweis darauf, dass der Autor hier seine eigene Vita verarbeitet. Denn der bayerische Schrifststeller blickte selbst auf turbulente Schulzeiten zurück: Zahlreiche Male habe er als frecher Bub die Schule wechseln müssen. Immer wieder reflektiert der Lausbub seine Taten und beschließt, ein besserer Mensch zu werden, was ihm aber nicht so ganz gelingen möchte, da er auf seine persönlichen Rachefeldzüge nicht verzichten kann.

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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 6 Jahren
    Rezension zu "Lausbubengeschichten" von Ludwig Thoma

    Nein, war das köstlich. Das Büchlein war beinahe zu schnell gelesen - mit seinen knapp 160 Seiten, die es als Print-Ausgabe gehabt hätte. Ich habe mir mit dem Büchlein diverse Wartezeiten verkürzt, z. B. auf einem Elternsprechtag in der Schule meines Sohnes. Und irgendwie war das auch der passende Rahmen, da es sich ja größtenteils um Schuljungenstreiche handelt. Allerdings habe ich schon für ein wenig Aufsehen gesorgt, da ich immer wieder spontan ins Lachen gekommen bin...

    Es war eben nicht nur witzig. Genau wie in der berühmten "Feuerzangenbowle", wirkt der Stoff vor allem dadurch, dass er - neben dem Witz - gnadenlos Bigotterie und Scheinheiligkeit des braven Bürgertums aufs Korn nimmt. Man wird wunderbar in die damalige Zeit kurz nach der Jahrhundertwende versetzt, und kann, vor allem durch die Schilderung aus der Sicht des jungen Ludwig, wunderbar verstehen, wie gründlich das damalige Bürgertum von Konventionen, und vor allem von der Kirche, geprägt wurde.

    Da gab es Religionslehrer, die privat zwar zum Lachen in den Keller gegangen sind, sich aber beinahe überschlagen haben, wenn es um eine Heiligenstatue ging. Dann wieder Lehrer, die nach unten gnadenlos getreten, nach oben aber gebuckelt haben. Tanten und Cousinen, die mit rüschenbesetzten Taschentüchern den Herrn Geheimrat anhimmelten. Und mittendrin die Kinder, die kämpfen mussten, um sich überhaupt so etwas wie ihre Kindlichkeit zu bewahren. Das taten sie dann (zumindest Kinder vom Schlage des kleinen Ludwig) vor allem in Form von zahlreichen Regelübertretungen und Streichen.

    Und noch dazu dann diese Sprache! Die hat für mich fast den Hauptreiz ausgemacht. Durch und durch mündlich, mit liebenswerten (bayrischen) Regionalismen, wie der "doppelten Verneinung", oder den zahlreichen damals gängigen, gestelzten Fremdwörtern - wie "Vakanz" für Ferien, "Karzer" für Nachsitzen, oder "Instruktor" für Privatlehrer. Herrlich! Ich habe mich zudem erkundigt, und weiß nun, dass das Buch zwar nicht durch und durch autobiographisch, aber doch zumindest davon inspiriert ist.

    Das Büchlein war einfach wohltuend anders, sozusagen eine Insel im heutigen schnelllebigen Unterhaltungsbetrieb. Es hat mich in eine andere Zeit entführt. Und nicht zuletzt hat es mich verstehen lassen, wieso Ludwig Thoma im "Buch der 1000 Bücher" steht. Absolut zu Recht nämlich! Ich empfehle es allen, die schon die "Feuerzangenbowle" mochten - und die sich über das Deutschland der Kaiserzeit informieren möchten.

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    baghss avatar
    baghsvor 10 Jahren
    Rezension zu "Lausbubengeschichten" von Ludwig Thoma

    Die Lausbubengeschichten habe ich früher als Kinder bzw. angehender Teenager gerne gelesen. Sie sind sehr unterhaltsam wunderschön1

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    katermurrs avatar
    katermurrvor 10 Jahren
    Rezension zu "Lausbubengeschichten" von Ludwig Thoma

    Mittlerweile ein zeitgeschichtliches und kulturhistorisches Dokument, dank Globalisierung und Ko. Dieses Buch vermittelt noch einen echten Abglanz der gar nicht so schönen, aber wesentlich langsameren Alten Zeit...

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    Ein LovelyBooks-Nutzer
    Wortklaubers avatar
    Wortklauber
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    Kate
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    syme
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    siebenundsiebzig
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    mistellorvor 3 Jahren

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