Ludwig Tieck Denkwürdige Geschichtschronik der Schildbürger. In zwanzig lesenswürdigen Kapiteln

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Inhaltsangabe zu „Denkwürdige Geschichtschronik der Schildbürger. In zwanzig lesenswürdigen Kapiteln“ von Ludwig Tieck

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    Denkwürdige Geschichtschronik der Schildbürger. In zwanzig lesenswürdigen Kapiteln

    Hallogen

    15. May 2010 um 21:13

    Bei der Neubearbeitung des Schildbürger-Stoffs konzentrierte sich Tieck auf einige wenige Episoden und hat offensichtlich die Absicht verfolgt, eine zeitkritische Allegorie daraus zu machen, denn wie anders will man ein Werk aus dem Jahr 1796 verstehen, in dem ein Bürgermeister (auch noch ein dummer Fleischermeister) vorkommt, der seinem Land harte Wirtschaftsreformen verordnet und selbst dem Luxus frönt, dessen Frau recht naiv und lebensfremd ist, und dessen Verordnungen zu einer Revolution führen, die ihren Anfang in einem Gefängnis nimmt? Die neue Staatsform, die Schilda nach der Revolution annimmt, wird 'reinste Demokratie' genannt, und soll dann auch gleich über den ganzen Erdball verbreitet werden. Im Gegensatz zu Laleburg (Lalebuch; 1597) und Schiltburg (Schiltbürger, 1598) ist Tiecks Schilda ein Land, doch bleibt auch hier der Großteil der Handlung auf die Stadt selbst konzentriert. Auch auf die Betonung des Unterschieds zwischen Dummheit und Narrentum verzichtet er weitgehend, lässt sie aber durchblicken. Er hat das Werk als geschichtliche Arbeit fingiert, so dass er kommentierend eingreifen kann. Dies nutzt er auch für Kritik am Literaturbetrieb und dem Theater seiner Zeit. Die bekannteste Szene ist sicher die mit dem Rathaus ohne Fenster, aus der er ein Plädoyer für diese Bauweise macht, und so die Tätigkeit von Ratsherren verspottet. Andere aus dem Lalebuch übernommene Ideen wandelt er in einem Sinn um, etwa den Streit der Vögel an der Grenze. Trotz schöner weiterer Einfälle hat mich diese Fassung nicht vollends überzeugt, daher 'nur' vier Punkte, zu denen aber angemerkt sei, dass sie eher gen fünf tendieren, denn es liest sich gut und ich bin sicher, dass ich bei weitem nicht alle Anspielungen verstanden habe. So könnte der Fall des Dichters Gottschalk ein Hinweis auf andere Formen der Zensur sein und das Ende kann man auf mindestens zweie Arten lesen.

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