Des Lebens Überfluss

von Ludwig Tieck 
4,0 Sterne bei9 Bewertungen
Des Lebens Überfluss
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Meinem Lieblingsbuch muß ich dann doch mal einen Gruß da lassen. Dass Dich noch keiner rezensiert hat, tut mir leid. Soll ich es wagen oder ...

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783150019252
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:80 Seiten
Verlag:Reclam, Philipp
Erscheinungsdatum:01.01.1986
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.08.2008 bei GRIOT HÖRBUCH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    glowingglooms avatar
    glowinggloomvor 9 Jahren
    Rezension zu "Des Lebens Überfluss" von Ludwig Tieck

    Wie man dem Nachwort von Ludwig Tiecks Werksammlung entnehmen kann, war er ein führender Vertreter der Epoche der Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Diese kehrte sich ab, von der vorausgegangenen Epoche der Aufklärung, des Rationalismus, des Primates des Verstandes. Die Romantiker richten den Fokus auf ihre Gefühlswelt. Novalis sagte:“Indem ich dem Gemeinen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.“

    Ludwig Tiecks Werk „Des Lebens Überfluss“ hat seine literarische Gattungsbezeichnung (Novelle) wirklich verdient, da es von einer frappierend neuen, beispiellosen Geisteshaltung erzählt. Auch mich hat es total verblüfft, wie grenzenlos konsequent und unglaublich naiv hier eine Liebe gelebt wird. Das geht weit über das hinaus, was man sich heutzutage in unserem Kulturkreis unter Romantik vorstellt.

    Clara und Heinrich lieben sich, aber Claras Vater lehnt Heinrich ab, da dieser nicht standesgemäß sei. Die Beiden laufen, nur mit dem, was sie am Leibe tragen, in eine andere Stadt davon. In einem angemieteten Quartier, halten sie sich versteckt und stellen bald fest:“...So ist die Armut mit unserer Liebe eins geworden, und dieses Stübchen, unser Gespräch, unser Anblicken und Schauen in des Geliebten Auge ist unser Leben.“ Zum Glück werden sie von Claras alter Amme mit Lebensmitteln versorgt. Allerdings ist es Winter geworden, bitterkalt und das Feuerholz ist zur Neige gegangen. Heinrich fängt an „überflüssige“ Holzteile des Hauses zu verheizen, unter anderem die Treppe ins Erdgeschoß, die sie ja nicht brauchen, weil sie nie die Wohnung verlassen. Da trifft es sich gut, daß der Vermieter, der im Erdgeschoß wohnt, länger verreist ist. Die Beiden philosophieren über Treue und Pflicht, das Wesen von Träumen und Küssen, das Genießen des gegenwärtigen Tages, den Vorzug des Individuellen gegenüber dem Allgemeinen, den richtigen, weil schonenden Umgang mit Freunden, die Freude an einem Glas Wasser. Plötzlich kommt der Vermieter zurück. Er läßt sich nicht davon abbringen, daß es vormals eine Treppe ins Obergeschoß gegeben hat. Die folgende Passage ist vielleicht ein gutes Beispiel, für die, mittlerweile wohl etwas altertümlich und gestelzt wirkende, aber dennoch schöne Sprache und den naiv-witzigen Ton der Novelle:“Sein sie nicht so bös“, sagte Heinrich jetzt;“wenn Ihnen an der Geschichtserzählung etwas liegt, so kann ich Ihnen auch schon jetzt damit dienen; denn allerdigs erinnre ich mich jetzt,daß vormals hier eine Treppe war, auch bin ich nun eingeständig, daß ich sie verbraucht habe.“ „Verbraucht?“ schrie der Alte und stampfte mit den Füßen; „meine Treppe? Sie reißen mir mein Haus ein?“ „Bewahre“, sagte Heinrich, „Sie übertreiben in der Leidenschaft; Ihr Zimmer unten ist unbeschädigt, so steht das unsere hier oben blank und unberührt, nur diese arme Leiter für Emporkömmlinge, diese Unterstützungsanstalt für schwache Beine, dieses Hülfsmittel und diese Eselsbrücke für langweilige Besuche und schlechte Menschen, diese Verbindung für lästige Eindringlinge, diese ist durch meine Anstalt und Bemühung,ja schwere Anstrengung, allerdings verschwunden.“

    Der Vermieter ruft die Polizei. Diese wittert Rebellion, Revolution. Doch als das Glück die Liebenden zu verlassen droht, kommt eine überraschende Wendung in die Geschichte. Aber die will ich hier nicht verraten.

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    Heike110566s avatar
    Heike110566vor 9 Jahren
    Rezension zu "Des Lebens Überfluss" von Ludwig Tieck

    Die Novelle "Des Lebens Überfluss", erschienen 1839, des Dichters Ludwig Tieck (1773-1853) ist durch und durch von der Romantik geprägt.
    Ein junges Paar, sie aus gehobenen Verhältnissen stammend und er aus dem diplomatischen Dienst, kommen wegen ihrer nicht standesgemäßen Liebe in eine Notlage und sind gezwungen ein Leben in Armut zu führen. Sie engagieren sich mit ihrer misslichen Lage und sind glücklich, weil sie aneinander genug haben. Dass Essen, Trinken und Holz zum Heizen fehlen stört sie nicht. Ihre Liebe zueinander macht für sie diese Dinge entbehrlich. Sie leben von Tag zu Tag und setzen ihr Vertrauen in "Gott", dass es schon irgendwie weitergehen wird. Und natürlich kommt am Ende der Geschichte auch ein Wunder zustande, dass die beiden Liebenden belohnt und ihnen künftig ein Leben in Wohlstand wieder möglich macht.
    Armut und Not werden hier romantisierend verklärt. "Alles wird gut", so das Motto von Tieck, wenn man nur liebt und auf "Gott" vertraut. Er suggeriert: Armut ist gar nicht so schlimm. --- Zeitbezogen, auf die Erscheinungsepoche, ist diese Novelle eine verharmlosende Farce, wenn man die Zustände in Deutschland jener Zeit betrachtet. Es ist der krasse Gegensatz zu den aufklärenden und zeitkritischen Vormärz-Epoche- Dichtungen, wie jenen von Heinrich Heine oder Georg Büchner.
    Trotz aller Kritik: lesenswert dennoch, wenn man mal etwas Leichtes und Unterhaltsames zwischendurch lesen möchte.

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    Hallogens avatar
    Hallogenvor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Meinem Lieblingsbuch muß ich dann doch mal einen Gruß da lassen. Dass Dich noch keiner rezensiert hat, tut mir leid. Soll ich es wagen oder ...
    Rezension zu "Des Lebens Überfluss" von Ludwig Tieck

    Diese Novelle ist unter den zirka 1.000 Erzählungen, die ich gelesen habe, die beste. Ich kann zu diesem Buch jetzt Tausend Wörter schreiben, aber ich mache es kurz. Die äußerst schlichte Botschaft des Buches (lebe dein Leben so, dass du ihm die schönen Seiten abgewinnst) ist auch nach 170 Jahren aktuell. Klar ist das Ende unrealistisch, aber es muss so enden, weil das Buch sonst unrealistisch wäre (ist so gemeint, wie geschrieben). Zudem ist es der Zeit und Tiecks Novellenverständnis geschuldet. Die witzigen Ideen, die Fassungslosigkeit des Vermieters und die tolle Symbolik heben dieses Buch weit über andere Werke. Allein für das Wort 'Treppengewächs' gebührt Tieck schon Anerkennung, aber was er mit dieser Holztreppe, dem Zugang zur Außenwelt, anstellt, das muss man einfach selbst gelesen haben.

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    Cattievor 3 Jahren
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    PetraHartmannvor 3 Jahren
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    Lebensfrohvor 4 Jahren
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    Katjavor 7 Jahren
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    Claudias-Buecherregalvor 8 Jahren
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    Ronekvor 9 Jahren

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