Ludwig Tieck Schriften in zwölf Bänden

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Inhaltsangabe zu „Schriften in zwölf Bänden“ von Ludwig Tieck

<p>"1789, im Jahr der Französischen Revolution, schrieb Ludwig Tieck seine ersten datierbaren literarischen Texte. In zweifacher Hinsicht ist dieses Frühwerk bemerkenswert: als facettenreicher Spiegel der deutschen Literatur im ausgehenden 18. Jahrhundert und als kräftiger Vorklang von Tiecks zentralen frühromantischen Dichtungen. So bilden sämtliche in diesem Band versammelten Texte eine geistige Einheit, zeigen bereits das für Tieck spezifische Gegen- und Ineinander von rein poetischem Kunstenthusiasmus und begrifflich-rationalistischer Kunstkritik. Noch heute verblüffen die Schnelligkeit und Sicherheit, mit der sich der junge Tieck vom Amateur zum professionellen und bald auch beim Publikum erfolgreichen Autor entwickelt; noch heute fasziniert die eigenartige Verwobenheit trostloser und verzweifelter Stimmungen, schicksalhafter Verstrickung und verhängnisvoller Geheimnisse mit der Thematik des Unbedrohten, Heiteren und Idyllischen. Der Band bietet erstmals eine textkritische und sorgfältig kommentierte Ausgabe des Frühwerks mit Beispielen ungedruckter Texte aus dem Nachlaß."</p>

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  • Rezension zu "Schriften in zwölf Bänden" von Ludwig Tieck

    Schriften in zwölf Bänden

    KollegeKraftwagen

    07. January 2009 um 17:21

    Der erste Band der leider unabgeschlossenen Tieck-Augabe im Deutschen Klassiker-Verlag enthält einige Jugendwerke Tiecks von durchwachsener Qualität. Aus der Masse ragen der anthropologische Schauerroman "Abdallah" und der - an anderer Stelle bereits wiederveröffentlichte - Aufsatz "Über das Erhabene" heraus, auch eine frühe Übersetzung von Shakespeares "Sturm" gibt es hier zu begutachten, entstanden lange bevor die Schlegel-Tieckschen Shakespeare-Übersetzungen angefertigt wurden. Der "Abdallah" ist dabei der vielleicht überraschendste Fund, ein wirklich gruseliger Schauerroman wie es in der Goethezeit wohl keinen zweiten gibt, geradezu ermüdend ist die ständige Hochspannung und Übererregung der Figuren- und mit ihnen des Lesers. Zum Plot: Abdallah lebt mit seinem Vater Selim unter der Herrschaft des Tyrannen Ali. Sein Hauslehrer Omar hat ihn mit den Dingen der Welt vertraut gemacht und ihn im Denken geschult. Er ahnt nicht, daß Omar, der sich dem Bösen verschrieben hat, von langer Hand eine Verschwörung plant, die Abdallah letztendlich zum Vatermörder werden läßt. Er desillusioniert den intellektuell wehrlosen Abdallah und überredet dessen Vater zu einer aussichtslosen Revolution gegen Alis Schreckensherrschaft. Nur knapp kann Selim entkommen, verfolgt von Alis Hass, der demjenigen seine Tochter zur Frau verspricht, der ihm Selim zum Zwecke der Folter ausliefert. Abdallah hat sich unterdessen natürlich in diese Tochter unsterblich verliebt und gerät mit seinem Gewissen in Konflikt: soll er seiner Liebe das Leben seines Vaters opfern? Die Entscheidungen werden so schnell fällig, daß Abdallah (und mit ihm der Leser) bald keine Zeit zur Reflexion mehr hat und zu morden beginnt, blind seinem Gefühl gehorchend. Am Ende übergibt er seinen Vater dem Despoten und lehrt sogar diesen das Fürchten vor der Bestie Mensch. Der Weg dorthin ist gesäumt von schrecklichen Erfahrungen, Alpträumen, übernatürlichen Phänomenen, Geister- und Dämonenerscheinungen . Das Übernatürliche wird dabei genreuntypischerweise nicht rational aufgeklärt, es stellt vielmehr den Wirklichkeitscharakter des Gesamttextes in Frage, die Grenzen zwischen Realismus und Phantastik sind fließend. Traum und Wirklichkeit durchdringen sich, ohne zu einer Einheit zu finden - eine vermutlich vom Autor so geplante Sinnverwirrung, die den Leser in einen ähnlich desolaten Zustand wie den armen Abdallah versetzen soll. Die Distanz geht verloren, man sieht sich in das Bewußtseins des Verbrechers versetzt und sich ein Verständnis für dessen Handeln aneignen. Eine Art psychologisch-anthropologische Geisterbahnfahrt, die einen guten Eindruck von der Wirkungspoetik Tiecks vermittelt und in der aufklärerisch-psychologischen Tradition eines Karl Philipp Moritz oder des jungen Schiller zu sehen ist.

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