Luigi Malerba Römische Gespenster

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Inhaltsangabe zu „Römische Gespenster“ von Luigi Malerba

Dabei hat alles mit einem Witz begonnen. Clarissa kommt ihrem Mann auf die Schliche, weil sie aus dem Mund einer anderen einen Witz hört, den sie sofort wiedererkennt. Was tun? Die kluge Clarissa wartet erst einmal ab und schreitet dann zur Rache. Gesprochen wird in ihrer Ehe nicht, aber gelesen. Der Gatte Giano, Städteplaner und mit der Dekonstruktion in Großstädten beschäftigt, hat daher eine listige Idee: Er bringt die Affäre peu à peu zu Papier. Und natürlich läßt Giano die beschriebenen Seiten so in der Wohnung herumliegen, daß Clarissa sie finden und lesen muß … Luigi Malerba läßt diesmal seine Figuren unglaubliche Wechselbäder durchleben. Einmal erzählt er, einmal sie, so daß wir die gleichen Ereignisse aus dem Blickwinkel der Frau und des Mannes erleben. Ist es wirklich dieselbe Ehe? Ein großer Eheroman über unausgesprochene Gefühle, subtile Beziehungskämpfe, Liebe und Lebensweisheit.

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  • Rezension zu "Römische Gespenster" von Luigi Malerba

    Römische Gespenster
    HeikeG

    HeikeG

    25. June 2007 um 21:22

    Ein Wespennest aus Wahrheit und Fiktion Was kann von einem Buch erwartet werden, dessen Klappentext einen großen Eheroman über Beziehungskämpfe und unausgesprochene Gefühle verspricht und dessen Autor seinen Geburtsnamen (Bonardi) aufgibt und sich Malerba - "Unkraut" - nennt? Vielleicht ein Roman mit Witz und Ironie? Oder eine Tragikkomödie aus List und Täuschung, aus weiblicher Taktik und männlicher Lüge? All dies bietet "Römische Gespenster". Aber es ist bei Weitem mehr als ein gewöhnlicher "Beziehungsschmöker". Malerba legt einen ungewöhnlichen und intellektuellen Roman vor, der manchmal skurril komisch erscheint, doch meistens von tiefsinnigen Gedanken geprägt ist, die viel Freiraum für persönliche Reflektionen des gewillten Lesers lassen. 'Befreundete Phantome seien seine Leser', bekundete der 79jährige Luigi Malerba einmal. Dieses Mal setzt er uns jede Menge "römischer Gespenster" entgegen. Dabei nehmen die kluge Hausfrau Clarissa und der mit der Dekonstruktion von Großstädten beschäftigte - von Zeit zu Zeit in globale Wehmut verfallende - Universitätsprofessor Giano den Hauptpart ein, ein römisches Ehepaar Anfang 40, die ihren zur Gewohnheit gewordenen Ehealltag mit wechselseitigen "Zweitverhältnissen" aufzupeppen versuchen. Zumindest Clarissa ("Unsere Rettung ist die Lüge") meint, damit ihrer Ehe eine gewisse - wenn auch sehr labile - Stabilität zu verleihen. Aber vor allem "besticht" diese Ehe an beidseitiger "glücklicher" Ignoranz und Wortkargheit. "Wir bevorzugen das Schweigen", reflektiert Giano, "ein hervorragender Leim in Situationen, die sonst in Stücke zerfallen würden." Clarissa bezeichnet dies sogar als Harmonie. Beide haben schon immer mit der Täuschung gelebt, bis Clarissa von einer Freundin einen Witz hört, den ihr Mann immer zum Besten gibt und den nur sie zu kennen meint. Von diesem Augenblick an beginnt eine spannende und unheilvolle Geister- bzw. "Römische Gespensterfahrt". Clarissa und Giano ergehen sich in eifersüchtigen, gegenseitigen Bespitzelungen, bis er den Entschluss fasst, seine Erlebnisse in einem Buch zu verarbeiten: "Die Welt dreht sich und es geschehen unerhörte Dinge", die es wert sind notiert zu werden. Darin übernehmen natürlich unsere zwei Hauptprotagonisten sowie deren Affären (Clarissas Gespiele - gleichzeitig auch Gianos Kollege - Zandel und Valeria, die gemeinsame Freundin und Gianos Versüßerin schöner Nachmittage) die Hauptrollen. Das geschriebene Wort gibt Giano ein Gefühl der Macht, denn nun kann er die Personen wie Marionetten bewegen, während er in Wirklichkeit oft nur ein passives Opfer der jeweiligen Lage ist. Clarissa findet den - wohl auch gar nicht versteckten - Plot und verliert mit fortschreitender Fertigstellung des Buches den Halt unter den Füßen. Immer mehr macht sie die fiktive Handlung des Buches - die in gewisser Weise auch aus ihren Reaktionen entsteht - zur Realität. Aus anfänglichem Unbehagen erwächst eine psychische Störung. Der Roman wird zum parallelen Spiegel ihres Lebens und fungiert zusätzlich noch als Vergrößerungsglas, welches das gewohnte Bild verzerrt. Am Ende ist "die Fiktion in der Realität gelandet und bestimmt jetzt ihre Bedingungen" und diktiert ihren Rhythmus und ihre Fälligkeiten. Zu Beginn findet man etwas mühsam in das Geschehen hinein. Es fällt nicht leicht, sich mit den Personen zu identifizieren. Alles scheint wie eine Vorskizze für das eigentliche "Gemälde". Doch nach und nach gewinnt die Handlung an Tiefe und Schärfe und entfaltet eine gewisse Sogwirkung. Interessant konstruiert Luigi Malerba seinen Roman. In wechselnden Kapiteln kommen jeweils Clarissa und Giano zu Wort. Gleichzeitig hält er dem Leser einen Spiegel vor die Augen, deren Figuren als Abbild der dekadenten gutbürgerlichen Gesellschaft - wie sie sich heute geriert - stehen. Wir lesen einen Roman, "so bürgerlich wie seine Protagonisten" und mit allem was diese ausmacht: Abenteuer, Improvisation, Lebensspiele, Tragödie, Paradoxa, Schilderungen, Einbildungen, Philosophien, Psychologien, Sexgeschichten, Melancholien, Gewaltsamkeiten, Gefühlen und Intelligentia. Unterschwellig sind im Buch immer wieder Bezüge zu Don Quijote zu finden, sei es, dass Giano am Abend willkürliche Seiten in eben diesem Buch liest oder aber der von Zeit zu Zeit am Ende von Clarissas Monologen stehende, fast verzweifelte Ausruf: "Und Dulcinea - was sagt Dulcinea?" (Dulcinea - die nie wirklich gesehene Angebetete von Don Quijote) Assoziiert Luigi Malerba in "Römische Gespenster" seine Protagonistin Clarissa mit Don Quijote? Auch dessen Behauptungen waren so stark, dass er damit die Wirklichkeit außer Kraft setzte, um schlussendlich darüber verrückt zu werden. Vielleicht wollte Malerba dem Leser auch nur eine Geschichte erzählen, real und irreal, traurig und heiter, unerwartet und geheimnisvoll, komisch und tragisch: wie das Leben. Eine Geschichte, die vielleicht Wirklichkeit werden kann...

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