Luis Sepúlveda

 4,2 Sterne bei 75 Bewertungen

Lebenslauf von Luis Sepúlveda

LUIS SEPÚLVEDA, geboren 1949 in Ovalle, Chile, wurde wegen seiner politischen Aktivitäten gegen das Militärregime unter Pinochet mehrmals zu langen Haftstrafen verurteilt. Auf Druck internationaler Organisationen wurden sie in Hausarrest oder Exil umgewandelt, aber der gelernte Bühnentechniker bevorzugte die Flucht und gründete Theatergruppen in mehreren lateinamerikanischen Ländern. Nachdem Deutsch­land ihm 1980 Asyl gewährt hatte, lebte er zehn Jahre lang in Hamburg und arbeitete als LKW-Fahrer und als Journalist, u.a. für den Spiegel. Eine Zeit lang war er auch als Walschützer auf einem Green­ peace-­Schiff tätig. Von 1996 bis zu seinem Tod am 16. April 2020 lebte Luis Sepúlveda im spanischen Gijón.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Luis Sepúlveda

Cover des Buches Der langsame Weg zum Glück (ISBN: 9783737357562)

Der langsame Weg zum Glück

 (7)
Erschienen am 26.08.2020
Cover des Buches Der weiße Wal erzählt seine Geschichte (ISBN: 9783737357425)

Der weiße Wal erzählt seine Geschichte

 (5)
Erschienen am 26.08.2020
Cover des Buches Tagebuch eines sentimentalen Killers (ISBN: 9783446196629)

Tagebuch eines sentimentalen Killers

 (4)
Erschienen am 22.02.1999
Cover des Buches Wie man das Meer sehen kann (ISBN: 9783423132978)

Wie man das Meer sehen kann

 (3)
Erschienen am 01.02.2005
Cover des Buches Tagebuch eines sentimentalen Killers (ISBN: 9783311125228)

Tagebuch eines sentimentalen Killers

 (1)
Erschienen am 24.09.2020
Cover des Buches Die Spur nach Feuerland (ISBN: 9783924737481)

Die Spur nach Feuerland

 (1)
Erschienen am 01.01.1998

Neue Rezensionen zu Luis Sepúlveda

Cover des Buches Der weiße Wal erzählt seine Geschichte (ISBN: 9783737357425)DisasterRecoverys avatar

Rezension zu "Der weiße Wal erzählt seine Geschichte" von Luis Sepúlveda

Der weiße Wal erzählt seine Geschichte
DisasterRecoveryvor 3 Monaten



"Die Menschen, dachte ich, wie klein sie sind und welch unbarmherzige Feinde." (S. 37)


Nachdem ich an "Moby Dick" schon zweimal gescheitert bin und das Buch abgebrochen habe, dachte ich, ich versuche es mal aus der Perspektive des Wals selbst. Und was soll ich sagen? Schon von der ersten Seite an, hat mir diese Geschichte gefallen.

Aus Sicht des Wals lernen wir uns Menschen selbst besser kennen, aber nicht unbedingt mehr mögen. Er erzählt von den ersten Anfängen der Menschen auf dem Wasser. Auf einfachen Brettern und mit so viel Angst in den Knochen. Anfangs empfindet der Wal noch so etwas wie Verwunderung und Anerkennung. Doch der Mensch entwickelt sich mehr und mehr zur Bedrohung.


"Mir kam das Verhalten der Menschen bei ihrer Begegnung auf dem Meer sehr seltsam vor. [...]. Anscheinend sind die Menschen die einzige Spezies, die ihresgleichen angreift. Mir hat nicht gefallen, was ich von ihnen gelernt habe." (S. 29)


Mit weisen Worten und auf fast schon philosophische Art regt er den Leser zum Nachdenken an.
Die Geschichte von Moby Dick aus Sicht des Wals selbst zu erfahren, hat mir Spaß gemacht und eine völlig neue Perspektive eröffnet. Auch wenn ich zum Ende hin immer betrübter wurde, so habe ich das Buch doch sehr genossen. Ich habe wirklich keine Ahnung, was wir Menschen uns eigentlich denken.

Fazit:
Sprachlich sehr ansprechend und mitreißend, führt uns der Autor die Geschichte von Moby Dick aus Sicht des Wals vor Augen. Zunächst ist der Wal beeindruckt von der menschlichen Anpassungsfähigkeit und dem Ehrgeiz. Doch letztlich bleiben wir Menschen uns selbst treu und tun das, was wir so oft tun: Töten und Zerstören. Ein unterhaltsames und nachdenklich stimmendes Buch mit einer wichtigen Botschaft: Stoppt endlich den sinnlosen Walfang und die rücksichtslose Ausbeutung der Meere!

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Cover des Buches Der weiße Wal erzählt seine Geschichte (ISBN: 9783737357425)marjana_s avatar

Rezension zu "Der weiße Wal erzählt seine Geschichte" von Luis Sepúlveda

Es gibt immer zwei Seiten
marjana_vor 7 Monaten

Inhalt:

Moby Dick neu erzählt. Die meisten kennen Moby Dick aus dem Klassiker oder aus dem Film, dort wird er als Schiffe zerstörendes Ungeheuer dargestellt. In diesem Buch trifft man auf den Wal Mocha Dick, aus seiner Sicht erzählt er seine Geschichte und gibt einem einen Einblick in das Leben der Wale. Er verteidigt sich und seine Herde gegen Walfänger und macht damit auf die Ausbeutung der Meere aufmerksam.

Meine Meinung:

Das Buch ist mit seinen 90 Seiten nicht allzu lang und da mich die Geschichte von Anfang an gefesselt hat, habe ich es in einem Rutsch durchgelesen. Ich war sehr überrascht und angetan von der poetischen Erzählweise. Das Buch wird aus der Ich-Perspektive des Wals Mocha Dick geschildert und man erfährt dadurch seine Gefühle und Absichten. Diese Nähe und der Einblick in die Gefühlswelt haben mich tief berührt und ich habe das Denken und Handeln des Wals verstanden. 

Das Buch gibt einem einen Einblick in das Leben des Wale, wie sie kommunizieren und welche Bindungen und Beziehungen sie zueinander haben. Es zeigt auch wie Menschen in das Leben der Rießen eingreifen und damit vieles zerstören. Auch vom Plastik in den Meeren wird gesprochen. Das gibt einem zu denken und man reflektiert auch nochmal sein eigenes Verhalten.

Die Geschichte wird mit schwarz-weiß Illustrationen begleitet, was es noch etwas besonderer macht. Die Bilder drücken viel Gefühl aus und mir haben sie beim Vorstellen der Geschichte geholfen.

Auf der einen Seite ist die Erzählung sehr gefühlvoll und sanft, doch sie zeigt auch die Realität, die stellenweise leider brutal und traurig ist. Das Leiden der Tiere durch uns Menschen, das Jagen und Töten haben in mir  Gefühle von Trauer und Ärger ausgelöst. Die Verbindung, die ich in der Geschichte zu den Walen aufgebaut habe, hat mich angeregt mehr über Wale und ihr Leben erfahren zu wollen. Das Buch schafft auf jeden Fall ein Bewusstsein von der Ausbeutung der Meere und fordert auf Wale zu schützen und die Natur und Tierwelt zu respektieren und zu schätzen.

Fazit:

Ein Buch das einem einiges zum Nachdenken gibt und auf die Rettung der Meere aufmerksam macht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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Cover des Buches Tagebuch eines sentimentalen Killers (ISBN: 9783311125228)sabatayn76s avatar

Rezension zu "Tagebuch eines sentimentalen Killers" von Luis Sepúlveda

‚Sie hatte mir das Hirn weichgekocht.‘
sabatayn76vor 7 Monaten

‚Sie hatte mir das Hirn weichgekocht.‘ (Seite 11)

Der Protagonist, ein alternder Auftragskiller, hat einen lukrativen Job angenommen: Für einen 7-stelligen Betrag soll er einen Mann töten.

Am liebsten möchte er seinen Job an den Nagel hängen, denn er hat sich verliebt, und seit drei Jahren bricht er deshalb die eiserne Regel seines Berufsstandes, in der feste Bindungen und tiefe Gefühle verpönt und nicht erlaubt sind.

Doch dann wird er zu allem Elend auch noch von seiner Freundin verlassen, muss sich nun nicht nur mit seinem Liebeskummer auseinandersetzen, sondern versucht auch herauszufinden, wer der Mann, den er liquidieren soll, überhaupt ist und warum er sterben soll.

Ich habe vor vielen Jahren ‚Der Alte, der Liebesromane las‘ von Luis Sepúlveda gelesen und bereits von diesem Roman des chilenischen Autors beeindruckt. ‚Tagebuch eines sentimentalen Killers‘ hat mir aber noch besser gefallen.

Sepúlveda, der im April 2020 verstarb, schafft es, eine komplexe Geschichte auf weniger als 100 Seiten zu erzählen. An keiner Stelle hatte ich dabei das Gefühl, etwas fehle, etwas bleibe aufgrund der Kürze unklar, würde nur angerissen, aber nicht ausreichend beschrieben und erklärt.

‚Tagebuch eines sentimentalen Killers‘ ist damit wirklich ein kleines Wunder, denn der Roman hat mich trotz seiner Kürze so sehr gepackt und überzeugt wie schon länger kein Roman mehr. Die Figuren sind authentisch und lebensnah, der Plot ist fesselnd, die Sprache klar und schnörkellos. ‚Tagebuch eines sentimentalen Killers‘ ist allerdings nicht nur inhaltlich, sondern auch aufgrund der wunderschönen Aufmachung mit dem roten Schnitt ein echtes Kleinod. Große Empfehlung!

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