Ich liebe Bücher, in denen der Autor mir das Gefühl geben kann, dass er die Region, über die er schreibt, verehrt und nicht nur nutzt um eine Handlung drumherum zu kreieren. Das hat Trenker hier auf jeden Fall geschafft. Auch hat er das Thema der Glocke sehr ausdrucksstark integriert.
Für mich war der Beginn sehr angenehm. Ich habe mich in Salzburg wohl gefühlt und konnte mich in den Beruf des Glockengießers vertiefen. Irgendwann kam der Umbruch. Der Krieg kam ,, dazwischen,,. Die Glocken gerieten nicht vollkommen in Vergessenheit. Sie wurden ja genutzt, um zu zeigen, wie der Krieg den Menschen in Gewissenskonflikte bringen kann. Die Szenen, die dann folgten, kamen für mich so rüber, als würden sie nur dem Zwecke dienen, dass alles abgehandelt werden muss. Es gab klare Abfolgen und der fast romantische Beginn wurde durch teilweise trockene Abschnitte zunichte gemacht. Zum Ende hin ging es dann wieder. Ab und zu war es mir zu pathetisch, was mich insgesamt aber nicht gestört hätte, wenn der Mittelteil mehr Atmosphäre bekommen hätte.
Dennoch sind sehr interessante Fakten und Gedanken über das Glockengießen, und natürlich den Glocken selbst, enthalten. Auch die Moral, dass der Glaube Berge versetzen kann, wenn auch manchmal etwas zu märchenhaft, möchte ich als positiven Aspekt hinzufügen. Deswegen finde ich das Buch letztendlich lesenswert.








