Dass wir uns haben

von Luise Maier 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Dass wir uns haben
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Inhaltsangabe zu "Dass wir uns haben"

Das Debüt dieser jungen Autorin ist von enormer Intensität. Sie erzählt ohne Kommentar und Wertung, als wäre der Ablauf des Geschehens fast naturnotwendig. Eine Familiengeschichte mit Tiefgang.

Dieser Roman ist ein Kammerspiel mit vier Beteiligten. Eine Familie: Mutter, Vater, der Bruder, die kleine Schwester. In kurzen Sequenzen erinnert sich die Schwester an das Familienleben, so alltäglich wie existentiell. Von eindringlichster Nähe ist die Rede und von sprachloser Distanz. Dass es unter der Oberfläche brodelt, lässt sich schnell erahnen. Ein Aufeinanderbezogensein und ein Sich-Verlieren der Familienmitglieder werden diskret sichtbar gemacht, die Sehnsucht nach Zärtlichkeit ebenso wie die Erfahrung von Gewalt. Und als die Familie schließlich zerbricht, zeigt sich, dass trotz aller äußerlichen Veränderungen niemand leicht aus seiner Rolle kommt. Was das Mädchen erlebt, liegt oft außerhalb seines Fassungsvermögens, die kunstvolle Schmucklosigkeit, mit der die Autorin erzählt, gibt der Geschichte ihre ungeheure Kraft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783835330450
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Wallstein
Erscheinungsdatum:27.02.2017

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    WinfriedStanzickvor einem Jahr
    Enorme erzählerische Kraft und sprachliche Wucht



    Dieser kleine Roman der 1991 geborenen, nun in der Schweiz lebenden Luise Maier ist ein kraftvolles, ein bewegendes und ein den Leser tief erschütterndes Buch. Es handelt in kurzen Abschnitten, teilweise wie aus einem Notizbuch, vom Familienleben der namenlosen Erzählerin. Zusammen mit den Eltern und dem großen Bruder lebt sie in einem grünen Haus in einem kleinen Dorf vermutlich in Bayern, wie man aus einigen Hinweisen entnehmen kann.

    Es geht in dieser Familie vorrangig um gegenseitigen Terror durch Gewalt und durch Schweigen. Schon gleich zu Beginn des Buches fesselt der Vater den Bruder und misshandelt ihn übel, weil der wiederum seine Schwester geschlagen hatte. Mutter und Tochter, die gleiches ebenfalls oft erleben in diesen grausamen Erinnerung versuche n ihn zu trösten:
    „Er weinte den restlichen Nachmittag. Mutter und ich saßen abwechselnd an seiner Bettkante und streichelten über seinen Rücken. Der Rücken hörte nicht auf zu zucken. Ich streichelte nur ganz vorsichtig, dort, wo ich auch am liebsten gestreichelt werde, wenn ich weine.“

    Diese widersprüchliche Gleichzeitigkeit zwischen erbarmungsloser Brutalität gegeneinander und beeindruckender Zärtlichkeit füreinander, zieht sich durch die ganzen 150 Seiten des Buches, das man deshalb mehr als einmal aus der Hand legen möchte, weil man diese Schilderung kaum aushalten kann, auch deshalb, weil die Ätiologie dieser familiären Gewalt im Unklaren bleibt.
    Die enorme erzählerische Kraft und sprachliche Wucht, mit der Luise Maier diese wohl biographisch konnotierte Familiengeschichte erzählt, lässt vermuten und hoffen, dass diese junge Frau mit ihrem Debüt einen ersten Schritt aus dieser verhängnisvollen Gewaltgeschichte heraus getan hat und der Beginn, wo sie wie in Rage immer wieder auf einen Notizzettel schreibt: „Ich darf keine Kinder haben“ irgendwann in ihrem Leben keine Bedeutung mehr haben wird.

    Ich hoffe, sie meldet sich bald mit einem zweiten Roman zurück. Denn Schreiben kann  tatsächlich heilen.


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    Pressestimmen

    »dieses Debüt lässt aufhorchen«
    (Gundula Ludwig, NZZ am Sonntag, 26.03.2017)

    »eine dramatische, kraftvolle Erzählung des Aufeinanderbezogenseins«
    (Paula Pfoser, ORF Ex libris, 05.03.2017)

    »Die Autorin Luise Maier legt einen kraftvollen Erstling vor.«
    (Stefan Rammer, Passauer Neue Presse, 07.03.2017)

    »a powerful, intimate family drama«
    (New Books in German, März 2017)

    »Das Familienbild überzeugt durch die Ökonomie des Erzählens und den kühl sezierenden Stil. Ein schicksalhaftes Kammerspiel von verstörender Kraft.«
    (Lutz Hillingmeier, ekz.bibliotheksservice, 03.04.2017)

    »Luise Maier erzählt nüchtern und schmucklos, in eindringlichen, zwingenden Bildern – und mit viel Feingefühl für das Atmosphärische.«
    (Peter Zimmermann, ORF Ex libris, 05.04.2017)

    »ein starkes Debüt«
    (Theresa Hübner, SWR2 Forum Buch, 30.04.2017)

    »ein außergewöhnliches Debüt, das schonungslos hinter die Fassade einer Familie blicken lässt«
    (Juliane Noßack, poesierausch.com, 26.05.2017)

    »Maier macht in knappen Szenen die tragische Unauflöslichkeit des Familiengeflechts spürbar.«
    (Ruth Bender, Sonntag (Leipziger Volkszeitung), 27./28.05.2017)

    »Luise Maier überzeugt mit ihrer drastischen und dennoch beiläufigen Schilderung all der familiären Abgründe und Grausamkeiten«
    (Jörg Hüssy, viceversaliteratur.ch, 01.06.2017)

    »Ich hoffe, sie meldet sich bald mit einem zweiten Roman zurück.«
    (Winfried Stanzick, wasliestdu.de, 21.06.2017

    »In einer schnörkellosen, klaren, geradezu lakonischen Sprache gelingt es der Autorin, vor allem die beklemmenden Situationen plastisch darzustellen.«
    (Maria Fellinger-Hauer, OPAC 02/2017)

    »Sie macht es dem Leser schwer, nicht mit ihren Figuren zu fühlen.«
    (Fabian May, WDR5, 01.07.2017)

    »Aber eines weiß ich – dass es solche Bücher geben muss, damit Wunden heilen können.«
    (Sarah Reul, readindie.wordpress.com, 05.07.2017)

    »ernst, an einigen Stellen schwer zu ertragen, aber stets präzise in seiner Sprache.«
    (Tabitha von Hauten, zeilenspruenge.de, 04.07.2017)

    »beeindruckend und lässt einen nach dem Lesen so schnell nicht mehr los.«
    (Yvonne Kraus, leselink.de, Juli 2017)

    »Ein starker Anfang in jeder Hinsicht.«
    (Bernhard Sandbichler, Literatur und Kritik, September 2017)

    »Beklemmend gut!«
    (Petra Fosen-Schlichtinger, bn. bibliotheksnachrichten, 3/2017)

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