Luise Rinser

 4 Sterne bei 129 Bewertungen
Autor von Mirjam, Bruder Feuer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Luise Rinser

* 30. April 1911 in Landsberg-Pitzling, Oberbayern † 17. März 2002 in Unterhaching bei München Luise Rinser war eine deutsche Schriftstellerin und ausgebildete Volksschullehrerin. Diesen Beruf übte sie einige Zeit als Aushilfslehrerin in Oberbayern aus und veröffentlichte dann, zu Zeiten des Nationalsozialismus, ihre ersten Erzählungen. Sie war während dieser Zeit auch im NS-Lehrerbund, sowie in der NS-Frauenschaft tätig, verweigerte jedoch den Eintritt in die NSDAP. Den Schuldienst verließ sie freiwillig 1939. Sie bekräftigte aber auch mehrmals, beispielsweise in Briefen an Hermann Hesse, ihre kritische Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus. Für kurze Zeit wurde sie auch wegen "Wehrkraftzersetzung" inhaftiert, worüber sie in ihrem "Gefängnistagebuch", welches 1946 erschien, berichtete. Ihre Werke wurden mehrmals ausgezeichnet. Sie mischte sich in den Jahren nach dem Krieg vermehrt in politische und gesellschaftliche Diskussionen ein und vertrat als führende Stimme den Linkskatholizismus. Sie kritisierte die katholische Kirche stark, trat selbst aber nie aus ihr aus. Beispielhaft ist ihr Engagement gegen den Abtreibungsparagraphen 218. Außerdem unternahmsie ab 1972 viele Reisen und sah im Revolutionsführer Ajatollah Chomeini ein „leuchtendes Vorbild für die Länder der Dritten Welt“. Ebenfalls bewunderte sie den nordkoreanischen Diktator Kim Il-sung. 1984 wurde sie von den Grünen für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen.Sie mischte sich in den Jahren nach dem Krieg vermehrt in politische und gesellschaftliche Diskussionen ein und vertrat als führende Stimme den Linkskatholizismus. Sie kritisierte die katholische Kirche stark, trat selbst aber nie aus ihr aus. Beispielhaft ist ihr Engagement gegen den Abtreibungsparagraphen 218. Außerdem unternahm sie ab 1972 Reisen in viele Länder und sah im Revolutionsführer Ajatollah Chomeini ein „leuchtendes Vorbild für die Länder der Dritten Welt“. Ebenfalls bewunderte sie den nordkoreanischen Diktator Kim Il-sung. 1984 wurde sie von den Grünen für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen.

Alle Bücher von Luise Rinser

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Mirjam

Mirjam

 (21)
Erschienen am 01.11.1987
Bruder Feuer

Bruder Feuer

 (14)
Erschienen am 01.12.1978
Die gläsernen Ringe

Die gläsernen Ringe

 (12)
Erschienen am 01.02.1983
Jan Lobel aus Warschau

Jan Lobel aus Warschau

 (9)
Erschienen am 01.05.1981
Mitte des Lebens

Mitte des Lebens

 (11)
Erschienen am 01.04.1978
Septembertag

Septembertag

 (6)
Erschienen am 01.11.2003
Abaelards Liebe

Abaelards Liebe

 (5)
Erschienen am 01.10.1993
Hochebene

Hochebene

 (4)
Erschienen am 15.08.2016

Neue Rezensionen zu Luise Rinser

Neu
mabuereles avatar

Rezension zu "Bruder Hund" von Luise Rinser

Aus der Sicht eines Hundes
mabuerelevor einem Jahr

„...Ich war schon mehrmals auf diesen Planeten und nicht immer als Hund, zweimal war ich Mensch, aber nach dieser Erfahrung wünschte ich mir wieder Hund zu sein, denn ich liebe die Unschuld des Hundes, die ich kenne...“


Mit obigen Zitat beginnt eine unerwartete Geschichte. Ein Hund erzählt das Leben Jesu auf seine Weise. An der Seite von Mirjam begleitete er Jesu auf seinen Weg. Er fühlt sich von ihm angenommen und akzeptiert. Jesu redet ihn mit „Bruder Hund“ an.

Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. In weiten Teilen gleicht die Erzählung des Hundes des biblischen Originaltext. Allerdings setzt er eigene Schwerpunkte. Wenn er die Gespräche der Jünger wiedergibt, wird deutlich, dass sie Menschen mit Fehlern und Schwächen sind. Spannend fand ich die unterschiedliche Sicht des Hundes auf die Wunder Jesu. Für ihn gab es da grundlegende Unterschiede.

Doch auch sein eigenes Verhalten sieht der und im Lichte der Aussagen Jesu. Ein Zitat, das ihm einen neuen Blick auf die Schöpfung gewährte, möchte ich einfügen.

„...Einmal, Bruder Hund, waren alle Tiere Freunde, und die Katze schlief beim Hund und der Hund beim Löwen und der Löwe beim Menschen...“

Schöne Schwarz-Weiß-Skizzen veranschaulichen die Handlung.

Die Autorin hat die Geschichte als Legende bezeichnet. Das passt, denn im Mittelpunkt steht das Leben Jesu. Der Ich-Erzähler, also der Hund, ist dabei und schildert seine Erlebnisse. Seine eigenes Leben mit Wiedergeburt allerdings gehört eher in den Bereich der Esoterik.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie ermöglicht eine neue, ungewöhnliche Sichtweise auf ein bekanntes Thema.

Kommentare: 4
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karatekadds avatar

Rezension zu "Drei Kinder und ein Stern" von Luise Rinser

Wenn Philosophinnen ...
karatekaddvor 2 Jahren

... für Kinder schreiben, kommt in diesem Fall eine Weihnachtsgeschichte raus, die sich mal anders anhört obwohl Melchior, Balthasar und Kaspar nach dem kleinen Friedenskönig suchen und hierbei einem Stern folgen. Kennt man ja.
Allerdings sind es hier die Kinder der drei Weisen aus dem Morgenland. Der 12jährige Melchior ist ein Königssohn aus dem Zweistromland, Balthasar der Prinz von Syrien (spielt ja keine Rolle, dass es ein solches Reich damals nie gab) und Kaspar heist Kaspierina, das kohlrabenschwarze Mädchen ist die Tochter eines Gelehrten aus Alexandria. Sie folgen den Karawanen ihrer Väter, die sie nicht mitgenommen haben.
Gemeinsam bestehen sie eine Reihe Abenteuer bevor sie auf die Familie stoßem nach deren Kinde alle suchen, da in Palästina.

Was das Angenehme ist bei diesem Buch? Nirgends ist von irgendeinem Gott oder Gottes Sohn die Rede. Klar der Stern weißt ihnen den Weg und das Reich des neuen Königs ist nicht von dieser Welt. Das wird ihnen sinngemäß erklärt.

Es ist eine menschliche Geschichte, alt und neu zugleich.

Luise Rinser: Eigentlich wird sie als Schriftstellerin bezeichnet, schrieb viel philosophische und auch theologische Schriften und Bücher. Ich habe bereits ja "Mirjam" rezensiert. Sie schreibt irgendwie faszinierend, verständlich und hier eben sehr schön für Kinder. Für alle Kinder, egal welcher Konfession oder ohne, DIE GLEICHE GESCHICHTE. 


© KaratekaDD

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Herbstroses avatar

Rezension zu "Mitte des Lebens" von Luise Rinser

Leben zwischen Gefühl und Pflicht
Herbstrosevor 5 Jahren

Im Jahr 1947 begegnen sich zufällig die 49-jährige Margret und ihre 12 Jahre jüngere Schwester Nina wieder. Die Beiden hatten sich nach Margrets Hochzeit vor über zwanzig Jahren aus den Augen verloren. Jetzt steht Nina kurz vor ihrem Umzug nach England. Die Zeit bis zur Abreise verbringen die Schwestern gemeinsam. Jetzt erfährt Margret bruchstückhaft Einzelheiten aus Ninas Leben, teils von Nina selbst, aber hauptsächlich aus den Aufzeichnungen und Tagebüchern von Dr. Stein, der diese Nina vor seinem Selbstmord noch zukommen ließ. Er hatte Nina vor 18 Jahren in seiner Praxis wegen Blutvergiftung behandelt und sich sofort in sie verliebt. Eine chancenlose und schmerzhafte Liebe, hoffte er doch immer wieder, ihr Herz doch noch zu erobern. Aber auch Ninas Leben war ein Auf und Ab der Gefühle. Sie übernahm aus finanziellen Gründen die Pflege einer Tante, die sie dann nach deren Tod beerbte, und half mit Hilfe Dr. Steins während der NS-Zeit Flüchtlingen illegal über die Grenze. Als sie nach einer kurzen Affäre schwanger wurde heiratete sie, jedoch nicht den Vater ihres Kindes. Die Ehe war nicht glücklich, nach ihrem zweiten Kind ließ sie sich scheiden. Trotzdem verhalf sie diesem Mann, nachdem er verhaftet und zum Tode verurteilt wurde, zum Selbstmord. Es war ihr möglich, ihm bei einem Besuch im KZ heimlich Gift zuzustecken. Diese Aktion hatte dann kurz vor Kriegsende auch ihre Inhaftierung wegen „Beihilfe zum Hochverrat“ zur Folge. Nach dem Krieg schrieb sie Artikel für eine Zeitung und wurde eine erfolgreiche Schriftstellerin. Jetzt ist sie auf der Flucht vor ihren Gefühlen und der Liebe zu einem verheirateten Mann. Sie lässt alles hinter sich, sie fährt nach England...
Der Roman „Mitte des Lebens“ wurde erstmals 1950 veröffentlicht, zu einer Zeit der Neuorientierung und des Umbruchs, und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Luise Rinser fand damit sofort große Anerkennung und erhielt dafür 1952 den  René-Schickele-Preis. Bei genauerer Betrachtung erkennt man einige autobiographische Züge.
Warum das Buch seinerzeit solch großen Anklang fand kann ich heute nicht verstehen. Der Einstieg ist ja noch ganz gut, das unverhoffte Zusammentreffen zweier Schwestern nach Jahrzehnten völligen Ignorierens, Ninas Einladung an ihre Schwester, die letzten Tage vor ihrer Abreise noch zusammen zu verbringen – alles nachvollziehbar. Dann aber kommt ein Paket mit Briefen, Aufzeichnungen und Tagebüchern von Dr. Stein an, das er kurz vor seinem Selbstmord abgeschickt hatte, und Margret beginnt förmlich in Ninas Vergangenheit zu wühlen. Sie liest Steins Tagebücher und Briefe. Und da beginnt in meinen Augen die Schwierigkeit. Der Roman ist in Ich-Form aus Margrets Sicht geschrieben, die Tagebücher natürlich auch in Ich-Form aus Sicht Dr. Steins. Aber alle wörtlichen Reden, seien es die Gespräche zwischen den Schwestern oder die Gespräche Dr. Steins im Tagebuch, sind sämtlich ohne Anführungszeichen. Hinzu kommt noch, dass Steins Aufzeichnungen von früher immer wieder bruchstückhaft in die Gespräche der Schwestern eingeflochten sind. Manchmal war es wirklich schwierig dem Geschehen zu folgen, umso mehr, da ich die Geschichte ausgesprochen langweilig fand. Immer und immer wieder, ja schon gebetsmühlenartig, beteuert Stein seine Liebe zu Nina, zweifelt daran ob er sie wirklich liebt, glaubt sie nicht zu lieben, hofft dass er von ihr geliebt wird, weiß dass sie ihn nicht liebt und meint sie für immer verloren zu haben. Im nächsten Eintrag beginnt das Ganze wieder von vorn. Wohl um die Geschichte etwas aufzulockern sind manchmal einige vage Andeutungen zum Nazi-Regime eingestreut.
Natürlich habe ich verstanden, dass es bei der Person Nina um die Selbstverwirklichung der Frau gehen soll und um ihren Kampf gegen die Erwartungen der Gesellschaft. Nina ist nicht angepasst, sie führt ein unstetes Leben, ist innerlich zerrissen zwischen Pflicht und persönlichen Interessen, zwischen Moral, Wollen und Können. Ganz das Gegenteil ist ihre Schwester Margret. Sie ist verheiratet und führt ein geordnetes bürgerliches Leben. Bisher war sie damit zufrieden, doch als sie jetzt von Ninas Leben erfährt beginnt sie ihre Bedürfnisse zu überdenken. Dr. Stein ist ein Idealist mit Illusionen. Er erkennt zwar die Sinnlosigkeit seiner Träumerei, mit Nina eine Liebesbeziehung aufbauen zu können, kommt aber von der Frau nicht los und leidet.
Fazit: Leider hat es die Autorin nicht geschafft, diesen drei Protagonisten Leben einzuhauchen oder ihnen einen eigenen sprachlichen Ausdruck zu verleihen. Sie bleiben seltsam starr und unnahbar. Auch ist ständig von allen möglichen Gefühlen die Rede, man kann sie jedoch nicht spüren und bleibt davon unberührt. Man liest über unerfüllte und verlorene Liebe, über das tragische Schicksal Steins – aber nichts bewegt sich, nichts bietet Anreiz zum Mitfühlen und Mitleiden – alles klingt einfach nur banal und belanglos. Ein Buch das mich enttäuscht hat, zumindest sprachlich hätte ich mehr erwartet.

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