Luise Rinser Jan Lobel aus Warschau

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Inhaltsangabe zu „Jan Lobel aus Warschau“ von Luise Rinser

Der Zeitraum, in dem die äußere Handlung dieser Erzählung sich vollzieht, ist kurz: die letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges und die ersten danach. Eine Zeit des Übergangs, eine Zeit, in der der einzelne isoliert bleibt oder heimatlos.

Einem jungen Juden, Jan Lobel, gelingt die Flucht aus einem süddeutschen Konzentrationslager. Eine junge Gärtnerin nimmt ihn auf und versteckt ihn. Er kann nicht bleiben.

›Jan Lobel aus Warschau‹ ist in einer Sprache geschrieben, die uns Heutigen die Spannung zwischen den Menschen in Deutschlandverdeutlicht, ja sie uns nachempfinden läßt, jene Spannung, die sich nicht lösen kann und die verhindert, daß einer auf den anderen wirklich zuzugehen vermag. Alles geschieht gleichsam wie im Traum.

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  • Rezension zu "Jan Lobel aus Warschau" von Luise Rinser

    Jan Lobel aus Warschau

    Wassermann

    24. October 2011 um 20:33

    Die sehr lebendig erzählte Geschichte beginnt in den letzten Wochen des zweiten Weltkrieges. Erzählt wird die Geschichte von einer Malerin die vom Bürgermeister des Dorfes in die Gärtnerei geschickt wird um dort bei der Arbeit zu helfen. Sie sieht dort wie die Gärtnerin Frau Olenski einen jungen Juden der bei einem Transport von KZ-Häftlingen entkommen konnte ins Haus bringt. Frau Olenski versteckt und pflegt den halb verhungerten und tief verstörten Juden, der Jan Lobel heißt und aus Warschau kommt und bringt dadurch die im Haus lebenden Menschen in höchste Gefahr. Julia die Tochter von Frau Olenski verliebt sich in Jan Lobel und auch bei den anderen Menschen die in der Gärtnerei wohnen entstehen die unterschiedlichsten Reaktionen wie Angst , Misstrauen , Zuneigung und geheime Liebe. Im Dorf weiss man, das in der Gärtnerei ein Jude beherbergt wird und Julia und ihr Bruder Thomas werden von den Einwohnern deshalb schlecht behandelt. Als Herr Olenski nach Kriegsende zurück kommt verschwindet Jan Lobel und Julia und Thomas vermissen ihn sehr. Die sehr zu Herzen gehende Geschichte von der Not der Menschen ist nie langweilig, sondern stets voll prallem Leben. Besonders gut gefallen hat mir auch die bildlich schön vorstellbare Beschreibung der Arbeitsabläufe in der Gärtnerei. Ein sehr lesenswertes kleines Buch!

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  • Rezension zu "Jan Lobel aus Warschau" von Luise Rinser

    Jan Lobel aus Warschau

    Beagle

    19. May 2011 um 18:03

    Die Geschichte eines entflohenen, jüdisch-polnischen Häftlings gibt Luise Rinsers Erzählung „Jan Lobel aus Warschau“ wieder. Sie erzählt in leisen Tönen über einen Mann, der verletzt auf den Hof der Gärtnerei der Orlenskis kam und von ihnen gesund gepflegt wurde. Es geht aber im Grunde gar nicht um diese Geschichte selbst. Denn gleichzeitig erzählt Luise Rinser auch davon, welche großen Gefühle Jan Lobel bei den Frauen der Gärtnerei auslöst und wie die Dorfbewohner auch nach dem Ende des 2. Weltkrieges noch immer gegen den „Jud“ sind. Carl Zuckmayer spricht von der „stärksten Prosadichtung, die ich überhaupt seit Kriegsende aus Deutschland in die Hand bekam“ – dem kann ich nur zustimmen. Es braucht keine laute, selbstgefällige Sprache, um diese Geschichte zu erzählen. Luise Rinser schaffte den Spagat, über tiefgründige Gefühle zu sprechen, ohne gleichzeitig hochtrabend zu wirken. Ein wunderbares, kleines Werk.

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