Luise Rinser Mitte des Lebens

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Inhaltsangabe zu „Mitte des Lebens“ von Luise Rinser

Als Luise Rinsers Roman "Mitte des Lebens" zum ersten Mal erschien, schrieb Die Weltwoche in Zürich: "Dieser Roman, eine Liebesgeschichte teils in Tagebuchform, teils direkt erzählt, ist wahrscheinlich das ausgeformteste und reichste Buch, das die deutsche Literatur heute besitzt. Es schildert die erfüllungslose Liebe eines um zwanzig Jahre älteren Mannes, Dr. Stein, Professor der Medizin, zu der jungen Studentin Nina Buschmann, die im Laufe der Handlung zur Frau heranwächst ... Das Buch ist viel mehr als eine bloße Liebesgeschichte, es ist die Summe der Lebens- und Kunsterfahrungen einer Dichterin, die ihre Zeit durchlitten und durchfochten hat, um sie nun zu sublimieren, Kindheit und Tod, Leidenschaft und Leere des Herzens, Künstlertum und Abstraktion, das ganze Leben schillert reich und vielfältig aus seinen Seiten."

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    Mitte des Lebens
    Herbstrose

    Herbstrose

    20. February 2014 um 11:10

    Im Jahr 1947 begegnen sich zufällig die 49-jährige Margret und ihre 12 Jahre jüngere Schwester Nina wieder. Die Beiden hatten sich nach Margrets Hochzeit vor über zwanzig Jahren aus den Augen verloren. Jetzt steht Nina kurz vor ihrem Umzug nach England. Die Zeit bis zur Abreise verbringen die Schwestern gemeinsam. Jetzt erfährt Margret bruchstückhaft Einzelheiten aus Ninas Leben, teils von Nina selbst, aber hauptsächlich aus den Aufzeichnungen und Tagebüchern von Dr. Stein, der diese Nina vor seinem Selbstmord noch zukommen ließ. Er hatte Nina vor 18 Jahren in seiner Praxis wegen Blutvergiftung behandelt und sich sofort in sie verliebt. Eine chancenlose und schmerzhafte Liebe, hoffte er doch immer wieder, ihr Herz doch noch zu erobern. Aber auch Ninas Leben war ein Auf und Ab der Gefühle. Sie übernahm aus finanziellen Gründen die Pflege einer Tante, die sie dann nach deren Tod beerbte, und half mit Hilfe Dr. Steins während der NS-Zeit Flüchtlingen illegal über die Grenze. Als sie nach einer kurzen Affäre schwanger wurde heiratete sie, jedoch nicht den Vater ihres Kindes. Die Ehe war nicht glücklich, nach ihrem zweiten Kind ließ sie sich scheiden. Trotzdem verhalf sie diesem Mann, nachdem er verhaftet und zum Tode verurteilt wurde, zum Selbstmord. Es war ihr möglich, ihm bei einem Besuch im KZ heimlich Gift zuzustecken. Diese Aktion hatte dann kurz vor Kriegsende auch ihre Inhaftierung wegen „Beihilfe zum Hochverrat“ zur Folge. Nach dem Krieg schrieb sie Artikel für eine Zeitung und wurde eine erfolgreiche Schriftstellerin. Jetzt ist sie auf der Flucht vor ihren Gefühlen und der Liebe zu einem verheirateten Mann. Sie lässt alles hinter sich, sie fährt nach England... Der Roman „Mitte des Lebens“ wurde erstmals 1950 veröffentlicht, zu einer Zeit der Neuorientierung und des Umbruchs, und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Luise Rinser fand damit sofort große Anerkennung und erhielt dafür 1952 den  René-Schickele-Preis. Bei genauerer Betrachtung erkennt man einige autobiographische Züge. Warum das Buch seinerzeit solch großen Anklang fand kann ich heute nicht verstehen. Der Einstieg ist ja noch ganz gut, das unverhoffte Zusammentreffen zweier Schwestern nach Jahrzehnten völligen Ignorierens, Ninas Einladung an ihre Schwester, die letzten Tage vor ihrer Abreise noch zusammen zu verbringen – alles nachvollziehbar. Dann aber kommt ein Paket mit Briefen, Aufzeichnungen und Tagebüchern von Dr. Stein an, das er kurz vor seinem Selbstmord abgeschickt hatte, und Margret beginnt förmlich in Ninas Vergangenheit zu wühlen. Sie liest Steins Tagebücher und Briefe. Und da beginnt in meinen Augen die Schwierigkeit. Der Roman ist in Ich-Form aus Margrets Sicht geschrieben, die Tagebücher natürlich auch in Ich-Form aus Sicht Dr. Steins. Aber alle wörtlichen Reden, seien es die Gespräche zwischen den Schwestern oder die Gespräche Dr. Steins im Tagebuch, sind sämtlich ohne Anführungszeichen. Hinzu kommt noch, dass Steins Aufzeichnungen von früher immer wieder bruchstückhaft in die Gespräche der Schwestern eingeflochten sind. Manchmal war es wirklich schwierig dem Geschehen zu folgen, umso mehr, da ich die Geschichte ausgesprochen langweilig fand. Immer und immer wieder, ja schon gebetsmühlenartig, beteuert Stein seine Liebe zu Nina, zweifelt daran ob er sie wirklich liebt, glaubt sie nicht zu lieben, hofft dass er von ihr geliebt wird, weiß dass sie ihn nicht liebt und meint sie für immer verloren zu haben. Im nächsten Eintrag beginnt das Ganze wieder von vorn. Wohl um die Geschichte etwas aufzulockern sind manchmal einige vage Andeutungen zum Nazi-Regime eingestreut. Natürlich habe ich verstanden, dass es bei der Person Nina um die Selbstverwirklichung der Frau gehen soll und um ihren Kampf gegen die Erwartungen der Gesellschaft. Nina ist nicht angepasst, sie führt ein unstetes Leben, ist innerlich zerrissen zwischen Pflicht und persönlichen Interessen, zwischen Moral, Wollen und Können. Ganz das Gegenteil ist ihre Schwester Margret. Sie ist verheiratet und führt ein geordnetes bürgerliches Leben. Bisher war sie damit zufrieden, doch als sie jetzt von Ninas Leben erfährt beginnt sie ihre Bedürfnisse zu überdenken. Dr. Stein ist ein Idealist mit Illusionen. Er erkennt zwar die Sinnlosigkeit seiner Träumerei, mit Nina eine Liebesbeziehung aufbauen zu können, kommt aber von der Frau nicht los und leidet. Fazit: Leider hat es die Autorin nicht geschafft, diesen drei Protagonisten Leben einzuhauchen oder ihnen einen eigenen sprachlichen Ausdruck zu verleihen. Sie bleiben seltsam starr und unnahbar. Auch ist ständig von allen möglichen Gefühlen die Rede, man kann sie jedoch nicht spüren und bleibt davon unberührt. Man liest über unerfüllte und verlorene Liebe, über das tragische Schicksal Steins – aber nichts bewegt sich, nichts bietet Anreiz zum Mitfühlen und Mitleiden – alles klingt einfach nur banal und belanglos. Ein Buch das mich enttäuscht hat, zumindest sprachlich hätte ich mehr erwartet.

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