Luise Rinser Septembertag

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Inhaltsangabe zu „Septembertag“ von Luise Rinser

Rom im September: ein Tag wie alle anderen in der lebhaften Stadt. Doch aus dem Alltäglichen entsteht das Besondere. Beobachtungen wecken Erinnerungen, Begegnungen und Gespräche regen Gefühle an. Aus den Erkenntnissen des Tages erschließt sich der Autorin das eigene Schicksal neu

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  • Rezension zu "Septembertag" von Luise Rinser

    Septembertag
    HeikeG

    HeikeG

    18. April 2007 um 16:04

    Eine Kapsel destillierter Zeit Luise Rinser schildert einen Septembertag, prall voll Leben, aber auch mit ein bisschen Wehmut. Es ist ein beliebiger Tag. Herbstgras und die Erinnerung an den Duft von Kartoffelfeuern, welkes Laub, späte vereinzelte Nelken und Septemberlicht, bewirken die Atmosphäre des römischen Septembers. Hier ein kleiner Auszug davon: »Während ich auf die Terrasse laufe, fühle ich unter mir noch die Traum-Tag-Brücke schwanken, noch ist das feste Ufer des Tages nicht erreicht. Auf der Brücke begegne ich meinen fernen Söhnen, meinen Freunden, meinem Engel, ich begegne dem Leben, es riecht nach Feuerchen, in denen die Straßenkehrer den Parkkehricht verbrennen, dürres Geäst, welkes Laub; und es riecht nach dunkel geröstetem bitterem Kaffee. Der Holzfeuergeruch, das ist Erinnerung: so roch es daheim auf dem Dorf, so roch der Herdrauch, so rochen die Kartoffelfeuer auf den Äckern. Der Kaffeeduft aber, das ist Rom, das ist lebendig andrängende Gegenwart, dieser Geruch macht wach, macht Appetit auf den Tag, auf das Leben, auf einen selbst, auf alles was ist und sein wird, und auf das, was gewesen ist, auch.« Doch nicht nur die Außenwelt, auch die Stimmung des Buches ist septemberlich. Luise Rinser zieht darin die Summe der Erkenntnis eines Lebens, das den Scheitelpunkt überschritten hat. Anhand von vorbeistreifenden Charakteren wird ihr ganzes Leben neu beleuchtet. Sie verbindet dies mit vielen Erinnerungen, Assoziationen und Überlegungen philosophischer und politischer Art, die über ihr individuelles Leben hinausgehen. Über drei Briefe, die an einem Septembermorgen bei ihr eintreffen, erfährt man einiges über drei Schicksale und deren Probleme, ohne dass die Autorin indiskret würde. Doch nicht der Inhalt ist das eigentlich Interessante, sondern die Art in der Luise Rinser Eindrücke in eine überaus betörend schöne Sprache bettet - präzise und trotzdem melodiös. Auf eine Weise, dass man die Septembersonne Roms spürt und den Salzwind von Ostias Stränden riecht. Spektakuläres wird kaum erzählt und trotzdem ist das Buch ein kleiner Edelstein, dessen Funkeln dem Leser einen Tag in Rom schenkt, ohne physisch dort zu sein. Es ist ein stilistisches Meisterwerk und man kann gar nicht anders, als diese Erzählung zu empfehlen. Es ist eines der Bücher, die man immer wieder lesen kann.

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