Luise Straus-Ernst

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Lebenslauf

Am 2. Dezember 1893 wurde die deutsche Kunsthistorikerin, Journalistin und Autorin Luise Straus-Ernst als Tochter des jüdischen Hutfabrikanten Jacob Straus und dessen Frau Charlotte in Köln geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie ab 1912 Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie in Bonn, wo sie ihren Kommilitonen Max Ernst kennenlernte. 1917 erwarb sie den Doktor der Philosophie im Fachbereich Kunstgeschichte an der Universität Bonn und war damit eine der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen ihrer Generation. Eine erste Anstellung hatte sie ab 1918 als wissenschaftliche Hilfsarbeiterin am Wallraf-Richartz-Museum in Köln. Dort kuratierte sie die Ausstellung ›Alte Kriegsdarstellungen – Graphik des 15. bis 18. Jahrhunderts‹. Es folgten erste kunsthistorische Artikel in Fachzeitschriften. Am 7. Oktober heiratete sie den Künstler und späteren Mitbegründer der Kölner Dada-Gruppe Max Ernst. Als im Februar 1919 der Museumsdirektor des Wallraf-Richartz-Museums starb, wurde Luise Straus-Ernst zur kommissarischen Museumsleiterin ernannt, aber nicht als Direktorin übernommen. Diesen Posten teilten sich kurz darauf zwei Männer. Sie kündigte, schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und kümmerte sich um die künstlerischen Belange ihres Mannes, der zunehmende künstlerische Erfolge verzeichnen konnte. Ihre große Wohnung am Kaiser-Wilhelm- Ring in Köln war Treffpunkt vieler Künstler und Intellektueller der damaligen Avantgarde. Am 24. Juni 1920 wurde ihr Sohn Hans-Ulrich, später nur »Jimmy« genannt, geboren. Nach einer schweren Ehekrise trennten sich Luise und Max Ernst im Jahr 1922, drei Jahre später erfolgte die Scheidung. Nachdem sie während der Inflation in größere Not geraten war, arbeitete sie ab 1927 sehr erfolgreich als Autorin für den Rundfunk und für verschiedene überregionale Zeitungen. Sie pflegte weiterhin zahlreiche Freundschaften mit Künstlern und Intellektuellen, hatte ihre Wohnung am Kaiser-Wilhelm-Ring aber 1929 aufgegeben und gegen eine kleinere Wohnung im Kölner Stadtteil Sülz in der Emmastraße eingetauscht. Nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 beschloss Luise Straus-Ernst Deutschland zu verlassen und emigrierte nach Paris, wo sie von dem Kunstsammler und -händler Erich Wolters in die Kunstszene eingeführt wurde. Mit dem Kunsthistoriker und Journalisten Fritz Neugass lebte sie ab 1934 in wechselnden Hotels und schrieb für deutschsprachige Exilzeitungen. Ihr Sohn Jimmy emigrierte am 3. Juni 1938 nach Amerika, Luise und Fritz Neugass siedelten nach Cannes über. Am 1. Juni 1940 wurde Luise zusammen mit tausenden anderen deutschen Frauen im Frauenlager von Gurs nördlich der Pyrenäen interniert. Als ihr gesundheitlicher und psychischer Zustand immer schlechter wurde, gelang es Fritz Neugass, der inzwischen freiwilliger »Arbeitssoldat« der französischen Armee war, sie am 21. Juni aus dem Lager zu befreien. Jimmy Ernst versuchte mit Hilfe seines damaligen Chefs Alfred Barr, dem Direktor des Museums of Modern Art in New York, seine Eltern zu retten, indem er ein Visum für das »Ehepaar Ernst« beantragte. Luise und Max Ernst fuhren auf getrennten Wegen nach Marseille, um es abzuholen. Doch der Plan scheiterte am Widerspruch der Präsidentengattin Eleanor Roosevelt, die erfahren hatte, dass die beiden geschieden waren. Daraufhin konnte nur Max Ernst in die USA ausreisen, gemeinsam mit der Kunstsammlerin Peggy Guggenheim, seiner neuen Lebensgefährtin. Ein zweites Visum, das in Nizza für sie bereitgestellt worden war, nahm Luise Straus-Ernst aus ungeklärten Gründen nicht entgegen. Als sie mit Fritz Neugass aus dem Département Alpes Maritimes ausgewiesen wurde, ließen sie sich in Manosque im Département Haute Provence nieder. Mit Hilfe amerikanischer Verwandter konnte Fritz Neugass kurz vor Weihnachten 1941 in die USA ausreisen. Luise blieb allein zurück und begann an ihrer Autobiographie ›Nomadengut‹ zu schreiben. Nachdem Italien im September 1943 das Bündnis mit Deutschland aufgekündigt hatte, setzten auch in Manosque große Razzien gegen Juden ein. Am 28. April 1944 wurde Luise Straus-Ernst durch die Gestapo ver

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Luise Straus-Ernst

Cover des Buches Zauberkreis Paris. Roman aus dem Exil (ISBN: 9783878009955)

Zauberkreis Paris. Roman aus dem Exil

(3)
Erschienen am 26.07.2024
Cover des Buches Pariser Impressionen (ISBN: 9783982766904)

Pariser Impressionen

(0)
Erschienen am 09.12.2025

Neue Rezensionen zu Luise Straus-Ernst

Cover des Buches Zauberkreis Paris. Roman aus dem Exil (ISBN: 9783878009955)
Karola_Dahls avatar

Rezension zu "Zauberkreis Paris. Roman aus dem Exil" von Luise Straus-Ernst

Karola_Dahl
Luise Straus-Ernst, die erste Frau von Max Ernst, im Pariser Exil

Scheinbar autobiografisch unterlegt beschreibt die jüdische Autorin unter einem Pseudonym, als Fortsetzung in 38 Folgen in einer deutschsprachigen Pariser Tageszeitung, ihre Alltagserfahrungen in diesem Exil ab 1934, umgeben von vielen Vertriebenen. Selber geplagt von Heimweh, Einsamkeit und Geldmangel agieren ihre Hauptfiguren Ulla Frankfurter aus Köln, Bibliothekarin, kämpferische Heldin, und Antiheld Peter Krimmer, Redakteur mit Verbindung zu Kommunisten. Das bescheidene Milieu in der großen Stadt der Liebe und das Zusammenleben mit Franzosen und den Exilanten werden einfühlsam dargestellt. Der harte Weg aus unschönen Erfahrungen mit perspektivlosen Hilfsangeboten, auch mit Selbstverachtung, bis zu positiver Aufbruchsstimmung in einer Landkommune, wird sehr lebendig eingeflochten. Entgegen der zerstörerischen NS-Ideologie versucht die Autorin den vielen Exilanten, Kraft aus der Mutlosigkeit und Verzweiflung zu geben, an der schließlich der Antiheld Peter scheitert. Dass es nicht nur um die Sicherung der materiellen Existenz geht, sondern auch um Anstand, Ehre, Selbstachtung, wird ebenso betont. Die Nachbearbeitung mit einem Nachwort und einer Zeittafel ist hilfreich.

Insgesamt ein berührendes Ambiente.

Cover des Buches Zauberkreis Paris. Roman aus dem Exil (ISBN: 9783878009955)
R

Rezension zu "Zauberkreis Paris. Roman aus dem Exil" von Luise Straus-Ernst

Renate1964
Fremd

Luise Straus-Ernst beschreibt auf autobiographischer Grundlage das Schicksal von Emigranten in Paris. Die NS ist an die Macht gelangt und der Redakteur Peter muss Köln verlassen, auch seine jüdische Freundin Ulla. In Paris gibt der engagierte Schreiber auf und lässt sich treiben. Ganz anders die später nachkommende Ulla. Sehr packend und flüssig, aber auch erschütternd ist der Roman.mich fasziniert die ganz unterschiedliche Weise, wie man mit der widrigen Lage und der Fremdheit umgeht. Eine große Empfehlung

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