Luiza Sauma Luana

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Inhaltsangabe zu „Luana“ von Luiza Sauma

Ipanema im Sommer 1985: Das sorgenfreie und wohlbehütete Leben von André findet ein jähes Ende, als seine Mutter bei einem Autounfall stirbt. Trost findet der Sechzehnjährige bei dem Dienstmädchen der Familie – und ihrer Tochter Luana, mit der er aufgewachsen ist, wenn ihre Leben auch kaum unterschiedlicher sein könnten: André wird wie sein Vater Medizin studieren, Luana wird das Dienstmädchen einer wohlhabenden Familie werden. Allen Widrigkeiten zum Trotz verlieben sich die Teenager, bis die jugendliche Unbeschwertheit an der Wirklichkeit zerbricht und André vor seinen eigenen Gefühlen und vor seinem Vater flieht. Dreißig Jahre später bekommt André, der mit seiner Frau und zwei Töchtern in London lebt, einen Brief von Luana. André reist nach Brasilien, in seine Heimat und Vergangenheit, um sich endlich der Verantwortung zu stellen, vor der er als junger Mann geflohen war. Doch er kommt zu spät. Denn die Zeit kann man nicht zurückdrehen, und André muss die schmerzhafte Erfahrung machen, dass manche Versäumnisse unwiederbringlich sind ...

Unkitschig erzählte dramatische Familien-und Liebesgeschichte

— krimielse

Emotionale Familengeschichte ...

— 19angelika63
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  • Dramatische brasilianische Familiengeschichte

    Luana

    krimielse

    08. March 2017 um 14:54

    Der Debütroman "Luana" von Luiza Sauma ist eine mitreißende und tragische Familiengeschichte, die nach Hitze, Sonne und Wehmut Brasiliens schmeckt. "Mamãe starb im Januar 1985 bei einem Autounfall auf der Straße, in der ich aufgewachsen bin. Alles, was danach passierte, war zweitrangig." André Cabral ist 16 Jahre alt, als seine Mutter in Rio de Janeiro tödlich verunglückt und die Familie mit dem Vater und seinem 10 Jahre jüngeren Bruder traumatisiert zurück lässt. Er erlebt nach dem Unfall alles wie durch einen Schleier, kapselt sich von seinen Freunden ab und versucht, den Tod der Mutter zu verarbeiten. Unterschwellig spürt er ständig den Verlust, fühlt die Leere in der Wohnung, die sie zurück gelassen hat, sieht sie in seinen Träumen und Albträumen. Andrés Vater verschanzt sich hinter seiner Arbeit als Schönheitschirurg, der kleine Bruder Thiago sucht Trost bei Rita, dem Hausmädchen, das mit ihrer Tochter, wie damals bei reichen Brasilianern üblich, in der Wohnung der Familie in Rio wohnt. Es ist die Zeit des Endes der Militärdiktatur in Brasilien, doch André bekommt wegen seiner Trauer kaum etwas davon mit und es interessiert ihn auch nicht wirklich. Er ist, wie seine Freunde auch, aufgewachsen mit dem silbernen Löffel im Mund, ohne politische Sorgen. Ein Jahr nach dem Tod der Mutter verlieben sich André und Luana, die schöne halbwüchsige Tochter von Rita, ineinander, und sind sich dabei bewusst, dass ihre Liebe wegen Überschreitung der gesellschaftlichen Klassengrenzen keine Zukunft hat. André verlässt Rio nach der Schule mit 18 Jahren und geht nach London, wo er Medizin studiert, seine spätere Frau Esther kennenlernt und mit ihr eine Familie gründet. Nach vielen Jahren bekommt er einen Brief von Luana mit rätselhaften Andeutungen, der ihn aus der Bahn wirft... "Ich werde Dich warten lassen, so wie Du uns hast warten lassen.“ André ist zu Beginn des Buches über 40 Jahre alt und gestandener Hausarzt, wohlsituiert und seit kurzem getrennt von seiner Frau in London lebend, erinnert sich an seine Jugend in Brasilien, insbesondere an die Zeit nach dem Unfall seiner Mutter. Einfühlsam, poetisch und ein bisschen melodramatisch erzählt die Autorin die Geschichte des jungen André, der versucht, sein Leben weiter zu leben. Er vermisst seine Mutter, die Umarmungen des liebevollen schwarzen Hausmädchens Rita, denen er als 17jähriger fast-Mann entwachsen ist und um die er seinen kleinen Bruder beneidet. Zurückgezogen leidet er allein, nachts, in seinen Träumen. Sein Vater versucht, ihn zur Arbeit anzuleiten, er möchte, dass sein Sohn seine Klinik übernimmt. Doch André wehrt sich gegen den ihm eigentlich nicht vertrauten Vater, bricht aus Konventionen aus, zum Beispiel durch seine Liebe zu Luana, und flüchtet schließlich aus Brasilien, ohne zurück zu blicken. Unterbrochen werden die Erinnerungen, die André an seine Jugend hat, von Luanas Briefen, wodurch Stück für Stück ein vergrabenes Geheimnis offenbart wird, das André letztlich dazu bringt, nach Brasilien zu reisen. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, zu spät und nach zu langer Zeit hat André sich erinnert und aufgerafft, manchmal kann nichts bereinigt oder gerichtet werden. Darin liegt wohl die Tragik der Geschichte, er versucht, seiner Vergangenheit zu entfliehen und wird nach vielen Jahren von ihr doch wieder eingeholt. „Du warst zu jung, um zu wissen, was du tatest und ich war zu jung, um dich davon abzuhalten.“ Wie André übergeht die Autorin in ihrem Buch die gesellschaftspolitische Lage im damaligen Brasilien weitgehend. Man bekommt einen kleinen Einblick in die Klassenteilung, erfährt am Rande des Geschehens von der täglichen Gewalt durch Raubüberfälle, spürt der Lebensart der reichen hellhäutigen Brasilianer nach. Mehr jedoch nicht, und darum geht es in dem Roman auch nicht vordergründig. Die Kritik ist subtil und unterschwellig eingeflochten, wenn zum Beispiel die Rede davon ist, dass die Dienstmädchen Rita und Luana der Familie Cabral nicht gleichgestellt sind, oder dass Luana die Schule nicht beenden kann. Für André, durch dessen Augen man das Geschehen betrachtet, ist dies normal, und durch seinen Schmerz hat er keinen freien Blick entwickeln können. Erst im Nachhinein erlebt er diesbezüglich eine Änderung, als er schon lange in London gelebt hat. Völlig unkitschig schreibt sie Autorin, von der Trauer, von der Liebe zwischen André und Luana und von seinem Neuanfang in Europa. Ohne Happy End, ohne Tränen sondern einfach so, wie im richtigen Leben, schließt sich der Kreis für André bei seiner Reise nach Brasilien, und er muss für sich selbst einen neuen Anfang finden. Sprachlich schafft es die Autorin dabei, die Hitze und Lebenslust der Brasilianer spürbar zu machen. Gleichzeitig gelingt ihr auch der Vermittlung der verzweifelten Versuche Andrés, sein Leben zu meistern und mit der Trauer um seine Mutter zurecht zu kommen. Ein bisschen wohldosierte Melodramatik, wie in einer guten Telenovela, bekommt der Geschichte dabei sehr gut. Fazit Ein mitreißendes und eindringlich erzähltes Buch, sehr zu empfehlen für alle, die unkitschige Familiengeschichten mögen; ein Buch, das durch Zeitwechsel, Rückblicke und teils überraschende Wendungen spannenden Lesegenuss bietet. Das ist mir eine Leseempfehlung und gute vier Sterne wert.Die Autorin Luiza Sauma, geboren in Rio de Janeiro, lebt in London und wurde 2014 mit dem Pat Kavanagh Award ausgezeichnet. Luana ist ihr Debüt.

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  • Sehnsucht und Schmerz

    Luana

    Pelikanchen

    05. March 2017 um 21:16

    Wir tauchen ein in ein wundervolles Land, das leider nicht für alle so wunderschön ist. Andre wächst in Brasilien auf und hat einen jüngeren Bruder.  Sein Vater ist Schönheitschirurg und verdient so viel Geld das sich die Familie das Dienstmädchen Rita mit ihrer Tochter Luana gut leisten können. Rita und Luana kümmern sich im Haushalt um alles und Rita ist fast wie eine Mutter zu den beiden Kindern. Luana kennt das Leben nicht anders, als für die Familie zu arbeiten und die Familie kennt es nicht anders, als das andere für sie die Arbeit machen. Als dann Andres Mutter bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, verliert er irgendwie den Boden unter den Füßen und kommt nur sehr schwer mit der Situation zu Recht.Andres empfindet mehr für Luana, aber kann daraus etwas werden?Andres Vater hat ein Geheimnis, aber da hatte ich ziemlich bald den richtigen Verdacht........................mehr will ich gar nicht verraten.Mir hat das Buch sehr gut gefallen und der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart und eben die Briefe von Luana haben die Geschichte für mich lebendig gemacht. Die Charaktere wurden lebensecht beschrieben und ich fand es toll, das Land und die Leute besser kennen zu lernen. Das Verhältnis zwischen Arm und Reich, wurde hier wirklich gut geschildert und ich konnte mir eine Vorstellung machen, wie sich die Menschen dort fühlen.Einzig hätte ich mir gewünscht, etwas mehr über Luana zu erfahren, denn obwohl sie mit eine der Hauptrollen hatte, war sie mir einfach etwas zu Farblos. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, die ich mir zwar vorstellen konnte, die sie aber viel besser schildern hätte können.Die Geschichte also mal kurz aus ihrer Sicht, das hätte für mich das Buch noch schöner gemacht.Eine schöne Geschichte, die einen Brasilien, die Menschen dort und Liebe und Sehnsucht näher bringt. 

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