Hagard

von Lukas Bärfuss 
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Hagard
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Positiv (13):
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Verschachtelt komponierter Stalker-Roman

Kritisch (9):
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anstrengend zu lesen, abschweifend, wirft mehr Fragen auf als es beantworten kann. Mir gefällt aber der bissige Schreibstil des Autors

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Inhaltsangabe zu "Hagard"

Ein Mann, eben stand er während des Feierabendgedrängels noch am Eingang eines Warenhauses, folgt aus einer Laune heraus einer Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, folge ich ihr nicht weiter; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter. Es bedeutet ja nichts, niemand kommt zu Schaden, und der Abstand in der Menge ist so groß, dass die Frau es gar nicht bemerken wird. Eher ist es eine sportliche Aufgabe, sie in der Menge nicht zu verlieren. Was ihn bewegt, ist erst einmal unklar. Ist der Verfolger einfach ein gelangweilter Schnösel? Ein Verrückter? Ein Verbrecher? Er scheint selbst vor etwas zu fliehen. Etwas Bedrohliches liegt in der Luft, etwas Getriebenes. Ein atemloser Sog entsteht, in den auch der Leser gerät, je länger die Verfolgung anhält.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442716692
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:176 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:10.12.2018

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    flokratissons avatar
    flokratissonvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: anstrengend zu lesen, abschweifend, wirft mehr Fragen auf als es beantworten kann. Mir gefällt aber der bissige Schreibstil des Autors
    Ein Mann, eine Verfolgung und viele Fragen

    Ein altes Sprichwort besagt: Mischt der Zufall die Karten, so verliert der Verstand das Spiel. Etwa so lässt sich das Schicksal Philips, der Hauptperson in Lukas Bärfuss‘ „Hagard“ zusammenfassen. Es ist eine Geschichte von Zufall und Obsession, einem Wechselspiel beider Elemente. Ein Eintauchen in die Psychologie eines Mannes, der beginnt, seinen Verstand zu opfern, um seinen Sinnen zu folgen. Dazu gesellt sich Kritik an der Gesellschaft und der Welt, dessen grässliche Visage „Hagard“ zu entblößen versucht.

    Alles beginnt mit einemPaar Schuhe. Philip, ein Immobilienhändler, wartet in einem Café auf einen Kunden, als er ein blaues Paar Ballerinas erspäht. Die Trägerin: eine zierliche, junge Frau. Philip erkennt ihr Gesicht nicht, doch fasst den Entschluss sich unauffällig an ihre Fersen zu heften. Der zunächst bedeutungslose Zeitvertreib entwickelt sich zu einem Spiel. Die Neugier plagt ihn, er möchte mehr über die Frau erfahren. Schnell wird aus Neugier Hingabe und aus Hingabe Obsession. Philip verfolgt die Unbekannte überall hin, überwacht ihr Haus, gibt seinen Alltag vollends auf. Es folgt eine kräftezehrende Jagd, in der Philip hungert und verwahrlost, sogar Diebstahl begeht und schließlich ins Verderben rennt.


    Das Geschehen in „Hagard“ wird primär aus der Perspektive Philips geschildert, eingeleitet wird sie jedoch von einem anonymen Ich-Erzähler, eine Art Verfolger des Verfolgers, der „als Zeuge vollständig und ungeschönt“ von Philips Taten berichten will, samt der „schmutzigen und kranken Momente“. Das Interesse des Lesers ist geweckt, das bizarre Treiben kann losgehen.


    Gelingt es Bärfuss die Handlung zu Beginn noch interessant und fließend zu gestalten, verliert er sich zunehmend in belanglosen Beschreibungen und abschweifenden Gedankenströmen. Nahezu jede Beobachtung, die Philip macht, erzeugt Assoziationen und es entstehen langwierige Exkurse zu Gott und der Welt. So liegen nur wenige Sätze zwischen der Beschreibung eines Pelzes und der Erläuterung einer artistischen Sexualpraktik. Die Gedankengänge des Protagonisten mögen unterhaltsam, zum Teil erhellend sein, auf Dauer sind sie vor allem eines: Ermüdend. Zu oft verharrt die Handlung im Stillstand.


    Abstrus wird es zum Ende hin, wenn Bärfuss über zehn Seiten vom Leben einer Person erzählt, die in der Handlung keinerlei Rolle spielt. Bärfuss hat, so scheint es, Spaß am Erzählen und es ist ein Handwerk, das er gut beherrscht. Doch in zu vielen Passagen des Buches stellt sich die Frage, worauf er hinaus und was er dem Leser vermitteln möchte.


    Bärfuss ist sehr um Zeitkritik bemüht. Ob Vogelgrippe, Krim-Krise oder die verschwundene Boeing 777 der Malaysia Airlines – zahlreiche Katastrophen der Gegenwart sind in der Erzählung eingestreut und so ergibt sich eine düstere Grundstimmung. Der Titel „Hagard“ mag je nach Aussprache so klingen wie der Wandschrank eines schwedischen Möbelhauses, doch es handelt sich hierbei um den französischen Begriff für „verängstigt“ - ein klares Statement zu unserem Zeitgeschehen.


    Zu diesem gehören auch die Menschen, über die in Hagard der Stab gebrochen wird. Philips Abneigung gegen alles und jeden ist unübersehbar. „Zwei Spießgesellen in gelber Weste, grinsend und gefräßig“, ist nur eine von vielen spöttischen Personenbeschreibungen. Vielleicht liegt gerade in der Aversion gegen seine Mitmenschen die Ursache für seine Handlungen. Die Abneigung gegen den farblosen Alltagstrott, die Konformität der Gesellschaft und ihre Oberflächlichkeit. Vielleicht projiziert er auf die unbekannte Frau seinen Wunsch, dem Alltag zu entfliehen und sieht in ihr einen Freigeist, der über jenem Alltag steht.


    Als Philip eine Meldung von der Polizei erhält, erkennt er, dass er zu seinem normalen Leben zurückkehren muss. Doch ist es allein die Meldung, die seinen Entschluss evoziert oder die Tatsache, ein Geheimnis gelüftet zu haben? Philip hat ihr Antlitz gesehen, er hat herausgefunden, welcher Arbeit seine „Göttin“ nachgeht, dass auch sie nur eine von vielen ist. „Solange sie ein Geheimnis ist, so lange kannst du glauben“, heißt es an anderer Stelle. Nun hat Philip Gewissheit – und das Spiel seinen Reiz verloren.


    Die Antwort auf die Fragen des Werks kann sich der Leser nur selbst geben. Der Autor beantwortet sie nicht, sondern stellt stetig mehr Fragen in den Raum. Bärfuss‘ Erzählweise ist gut, zuweilen spöttisch und bissig. Das breite Repertoire an Themen regt zum Nachdenken an, doch zu oft verliert er sich in Abschweifungen, entfernt sich vom Pfad der Handlung und somit auch vom Leser, der am Ende des Werkes ratloser scheint, als zu Beginn.

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    Bookster_HROs avatar
    Bookster_HROvor einem Jahr
    Lukas Bärfuss | HAGARD

    INHALT: Philip, erfolgreicher Immobilienmakler mittleren Alters, entschließt sich aus einer Laune heraus, eine Frau zu verfolgen, die er noch nie vorher gesehen hat. Im alltäglichen Berufsgedränge ist sie ihm aufgefallen wie ein helles Licht in dunkler Nacht. Er lässt sie nicht mehr aus den Augen, sagt kurzerhand alle Termine ab und verfolgt sie durch die halbe Stadt bis vor ihr Haus, vor dem er die Nacht verbringt. Unglückliche Zufälle lassen ihn am nächsten Morgen seine Papiere verlieren, die Hälfte seines Schuhwerks, er sieht schlimm aus und riecht unangenehm, aber er von seiner Angebeteten kann er nicht mehr lassen – längst ist aus dem kleinen Abenteuer eine Obsession geworden, ein Zwang, der ihn an den gesellschaftlichen Rand und schließlich auch in den Ruin treiben könnte.

    FORM: Was Lukas Bärfuss (*1971) hier auf rund 170 Seiten zwischen zwei Buchdeckel quetscht, ist eine Mischung aus Psychogramm und surrealem Thriller. In teils komisch-skurrilen, teils unheimlichen Szenen lässt er den willenlosen Helden seiner irrlichternen Göttin nachsteigen und tritt dabei nach freiem Belieben aufs Gas- oder Bremspedal. Manchmal ist die Prosa halsbrecherisch rasant, an anderen Stellen poetisch zart – auf keiner Seite jedoch hat man als Leser das Gefühl, Bärfuss könne auf irgendeine Art die Kontrolle verlieren.

    Die Charaktere, die in HAGARD auftreten, könnten unterschiedlicher kaum sein, und Bärfuss widmet sich jeder Figur auf andere Weise: Während Philip selbst als Hauptperson bis in die tiefsten Tiefen ausgelotet wird, bleibt sein Irrlicht naturgemäß unscharf; und damit wir gewisse Beweggründe verstehen, wird die komplette Vita eines Taxifahrers ausgerollt, auch wenn dieser erst zum Ende der Geschichte auftaucht; und dann gibt es ja auch ab der ersten Seite diesen ominösen Ich-Erzähler, der selbst gar nicht zur Handlung gehört, auf metaphysische Art aber Philip lenkt.

    FAZIT: Ein großer kleiner Spaß, den uns Bärfuss hier auftischt. HAGARD (übrigens ein Begriff aus der Jägersprache, der einen abgerichteten Jagdfalken bezeichnet) weiß sowohl zu unterhalten, als auch stilistische Ansprüche zu bedienen. Ein kleines Meisterwerk – Fünf Sterne!

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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    varietys avatar
    varietyvor einem Jahr
    Schade für die gute Idee!

    Die ersten zwei Drittel verfolgt man nicht nur die Dame mit den Ballerinas, sondern auch den Protagonisten Philip - alles erzählt von einem unbekannten Ich-Erzähler. Auch wenn nicht viel passiert, möchte man unbedingt wissen, wer die Frau ist und wie es mit der Geschichte weiter geht. Wieso Bärfuss dann nach mehr als 100 Seiten plötzlich andere Themen aufgreift und so den Leser - oder zumindest mich - verwirrt, entzieht sich meiner Kenntnis und das hat meine Lesefreude drastisch verkleinert. Am Schluss war ich nur noch froh, das Buch zuklappen zu können. Schade für die tolle Idee und den Beginn. Erzählen bzw. schreiben kann er nämlich sehr süffig und spannend.

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    naninkas avatar
    naninkavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich fand die Ausgangslage sehr vielversprechend, doch hat mich das Buch sehr irritiert zurückgelassen. Das war nicht mein Buch.
    Irritierende Obsession

    Philip lebt ein normales, erfolgreiches, geregeltes Leben. Irgendwann erfahren wir, dass er einen Sohn hat. Und wir erfahren, dass die beiden Frauen in seinem Leben die Sekretärin und die Tagesmutter sind. Aus dem nichts folgt Phillipp zwei Ballerinas. Über die Trägerin erfahren wir nichts, nicht einmal, wie sie aussieht. Der Schreibstil ist in der 3. Person gehalten, was die Geschichte sehr distanziert erscheinen lässt. Keine Emotionen, keine Nähe, ein trockenes sich ins Verderben stürzen.... Wir erfahren weder wieso, noch was der Auslöser war, noch sonst etwas.... Die Geschichte hinterlässt mich ratlos. Sie hat mich weder berührt, überrascht, fasziniert, interessiert noch geärgert. Sie kommt auch nicht authentisch daher. Phillip scheint vorher kein obsessiver Typ gewesen zu sein - wieso wird er plötzlich von einer derartigen Obsession getrieben? Wir werdens nie erfahren...

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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor einem Jahr
    wenn ein Moment das Leben verändert

    [Hagard, Beizvogel, der zur Zeit der Gefangennahme das Alterskleid trägt.] aus www.deutsches-jagdlexikon.de
    Philip ist erfolgreich, gewandt, gewieft. Für die Organisation hat er Vera, sonst hat er Belinda. Sein kleiner digitaler Freund hält ihn auf dem Laufenden, was sich in der Welt abspielt. Als ihm unerwartet ein Termin platzt, beginnt er aus einer Laune heraus eine Frau zu verfolgen. Sie ist ihm unbekannt, nicht mal ihr Gesicht wird er je zu sehen bekommen. Seine Beweggründe sind nicht nachvollziehbar. Schon bald werden seine Entscheidungen immer unvernünftiger, vom Zufall gesteuert.
    Was als Spiel beginnt, zieht uns bald in einen Strudel von Ereignissen. Die Uhr bleibt stehen, der Handyakku geht langsam gegen Null. Philip ist plötzlich wie aus Zeit und Raum gefallen. Ohne das starre Korsett von Terminen und Verbindlichkeiten, ohne das digitale Netz der Erreichbarkeit und des Informationsaustausches begibt sich Philip auf eine irrwitzige zwei Tage andauernde Reise in den physischen und psychischen Untergang.
    So wie Philip der Unbekannten hinterherjagt, so sucht der Erzähler die Figur des Philip zu fassen. Er lässt ihn gerne auch mal für eine ganze Weile an einem Ort zurück, kann ihn nicht gehen lassen, bevor er begreifen kann, was Philip umtreibt.
    Die ganze Geschichte wirkte auf mich surreal, fast wie ein Traum, und lässt mich etwas ratlos zurück. Der Verlust der Realität, Obsession und Triebhaftigkeit fernab jeglicher Vernunft verwirrt mich. Liegt unser saturiertes Leben tatsächlich nur ein paar wenige Momente entfernt von Wahnsinn und Chaos. Ich mag das so nicht ganz glauben.

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor einem Jahr
    Die Jagd nach den Beinen

    Der Anfang: »Seit viel zu langer Zeit versuche ich, Philips Geschichte zu verstehen. Ich will das Geheimnis lüften, das in ihr verborgen ist.«

    Der Schweizer Dramatiker, Essayist und Romancier wurde für seine Werke mehrfach ausgezeichnet: Mülheimer Dramatikerpreis (2005), Anna-Seghers-Preis (2008), Mara-Cassens-Preis (2008), Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung (2009), Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis, Sonderpreis (2009), Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster (2010), Kulturpreis Berner Oberland (2011), Berliner Literaturpreis (2013), Solothurner Literaturpreis (2014), Thuner Kulturpreis (2014), Schweizer Buchpreis (2014), Nicolas-Born-Preis (2015), war in diesem Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
    Was ist Hagard? Das Wort kommt im Buch nicht vor. Lukas Bärfuss erklärt, Hagard sei ein Fachwort aus der Jägersprache. Gemeint sind wild gefangene Falken, die abgerichtet werden, aber sich nie ganz zähmen lassen. Und dieser Hagard ist für den Erzähler dieses Buchs der Protagonist Philip. Dieser angepasste Geschäftsmann wartet auf einen Kunden, der nicht erscheint. Um sich die Zeit zum nächsten Termin mit Belinda zu vertreiben, begibt sich der Immobilienhändler auf die Straße, sieht pflaumenblaue Ballerina, Beine, ist fasziniert und folgt dieser Frau ... Sie verschwindet in einem Laden, überreicht dem Angestellten einen Zettel, ein Pelz wird in eine Hülle gegeben, sie verlässt den Laden mit dem Pelzmantel über dem Arm. Wer mag die Frau sein?

    »Der Anfang? Damit ist es so eine Sache. Niemand kann bestimmen, mit welchem Ereignis eine Geschichte beginnt. Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde, so heißt es – aber was hat er vorher getrieben?«

    Was treibt er dort, fragt sich der Erzähler? Er stalkt an einem Zürcher Märznachmittag diese unbekannte Frau. Gut, denkt der Leser, er folgt einer unbekannten Frau, beantwortet keine SMS der Sekretärin, lässt Belinda unentschuldigt sitzen, fährt schwarz in der S-Bahn. So weit, so gut, er folgt einem inneren Trieb. Doch er folgt ihr bis nach Hause, lungert die ganze Nacht vor ihrem Haus herum, bestellt jemanden, der sein Auto aus der Garage holt, zu fährt. Setzt sich hinein, bestellt eine Pizza, beobachtet das Haus. Am nächten Tag muss er nach Gran Canaria fliegen, einer Gruppe Senioren Appartements verkaufen.

    »Darauf war Philip nicht vorbereitet. Er hat den nächsten Schritt, nachdem man einen Schuh verloren hat, nie gelernt. Seine Zivilisation hat diesen Fall nicht vorgesehen.«

    Aber was treibt er da? Er hat Hunger, Durst, doch er kann nicht von dieser Frau ohne Gesicht nicht loslassen, folgt ihr am nächsten Tag, fährt wieder schwarz, ohne Portemonnaie, der Akkustand des Handys tendiert gegen Ende, er verliert einen Schuh, klaut sich einen überdimensionalen Plüschhausschuh.

    Wer stalkt wen? Philip die Frau oder der Leser über den Erzähler, der atemlos Philip verfolgt? Der Akku des Handys entleert sich, wie Philips Verstand, sein Bezug zur Wirklichkeit.
    »Das Mädchen stand in einem Streifen Sonnenlicht, der durch die Äste fiel. Im Gegenlicht entzündeten sich ihre Haare, ein Strahlenkranz hob ihre Umrisse aus dem Dunkel, ein Schattenriss in einer Korona, eine betörende Komposition, ein Geschenk für jeden, der Augen dafür hatte.«

    Der Akku ist leer, das öffentliche Telefon nimmt keine Münzen an, es ist auch egal, denn die Nummern befinden sich nicht im Kopf, auch hier ist der Akku leer. Die Geschichte von einem, der aus der Rolle fällt, schleichend, sich fallen lässt in die Verwahrlosung. Ein Mann, der sich hineingleiten lässt in seine innersten Gefühle, abgleitet heraus aus dem Alltag, gnadenlos, wohin ihn das auch führen mag. Er folgt seinen Urinstinkt, verlässt sich auf Geruchssinn und visuelle Reize. Die Gründe mag man ahnen. Belinda, man meint, sie sei seine Freundin, Frau, erfährt später, sie sei Tagesmutter von Philipps Kind und illegal im Land, trifft er nicht, informiert sie nicht. Kein Gedanke an das Kind. Gibt es eine Ehefrau? Irgendwann fragt sich der Leser, ob die Frau, deren Gesicht Philip nicht erkennen kann, existent ist. Oder ist sie schlicht die Metapher des Abgleitens ins Nichts? Fliegen und vergessen, Verantwortung abstreifen, verfallen dem Wahn.

    »Blind gehen sie den Weg, zurechtgemacht für den Dienst. Kompakte Tornister, die Getränkeflaschen in den Seitentaschen, alle frisch, frisiert, feldtüchtig. Gestern war er einer wie sie, heute verachtet er die Menschen.«

    Am Anfang vom Buch beobachtet Philip Jugendliche, »Sie wussten nicht, dass sie längst in der Falle saßen, längst geknechtet von den Kreditverträgen.« Der erste Hinweis, auf das was folgen wird. Diese Geschichte erinnert mich im Prinzip an wahre Zusammenbrüche. Ein beeindruckender Text, der im Zeitraffer die Ereignisse zusammenfasst. Ein Ende, das viele Gedanken zulässt. Wer ist der Erzähler, der diese Details kennt? Der andere Philip in seinem Körper oder die Frau ohne Gesicht?

    »Ich weiß alles, und ich verstehe nichts.«

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    AnneEstermanns avatar
    AnneEstermannvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Was hat Philip vor? Diese Frage stellt man sich als Leser genauso oft wie Autor Lukas Bärfuss. Ein packender und lesenswerter Roman!
    Was hat Philip vor? Buchrezension zu "Hagard" von Lukas Bärfuss


    Zur Geschichte

    Philip folgt aus einer Laune heraus einer fremden, jungen Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, folge ich ihr nicht weiter! Geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter! 
    Was ihn bewegt, bleibt erst einmal unklar. Hat er sich womöglich verliebt? Ist er vielleicht doch ein Verrückter, ein Verbrecher? Doch bald merkt man, er scheint selber vor etwas zu fliehen ...

    Mein Fazit

    Lukas Bärfuss ist ein packender Roman gelungen, der aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Doch nicht aus der Sicht des Hauptprotagonisten, sondern aus Sicht des Autors. Der Autor stellt sich selber oft die Frage, was genau Philip dazu antrieb, der jungen und fremden Frau zu folgen. Ein Grund, warum mich die Geschichte in den Bann zog und ich diese in einem Zug durchgelesen habe.

    Dem Autor ist jedoch in der Tat ein wirklich lesenswerter und zugleich spannender Roman mit einem tollen Schreibstil gelungen!

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    KasiaJaeckels avatar
    KasiaJaeckelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Stilistisch interessant aufgebaute Spannungskurve mit viel Bissigkeit und speziellem Blick auf die Menschen...inhaltlich widersprüchlich...
    Widersprüchliches Werk - Stilistisch gelungen

    Mit seinem Umschlagstext über eine scheinbar fast psychotische Entscheidung eines Verfolgers hatte mich das Buch im Buchladen in seinem Bann, also nichts wie los und ein Rezensionsexemplar bestellt.

    Was mich dann erwartete? Nun, zunächst ein Ich-Erzähler, der scheinbar allwissend über der angekündigten Hauptperson schwebt. Sorgenvoll ist sein Ton und mit vielen offengebliebenen Fragen leitet dieser die Geschichte um den Ausbruch Philips ein. Wir erwischen Philip anfangs in einer typischen Managersituation. Immer wieder mit seinem Smart Phone quercheckend und seine Assistenz konsultierend, bahnt er sich seinen Weg an einem Spätnachmittag zu einem nicht ganz unwichtigen Geschäftstermin.

    Aus Randsätzen und im Verlauf der Beobachtungen rund um die Figur wird dem Leser die Wichtigkeit des Termins für einen satten Gewinn klar.
    Wie nebenher eingestreut wird auch die Gesellschaftskritik und der auf dem Buchcover angekündigte "unbestechliche Blick" des Autors auf seine Umgebung und das heutige Leben.
    So werden während des Wartens die um Philip herumhechtenden Heimkehrer und Feierabendmacher gnadenlos unter die Lupe genommen. Trennscharfe Sätze sortieren die Passanten in Schubladen, Philip oder zumindest unser allwissende Ich-Erzähler legen den Finger in jede sich unter dem Mäntelchen eines scheinbaren Alltagserfolgs erschliessende Wunde.

    Hier die einsamen, langsam vor sich hin alternden Sekretärinnen und Angestellten, dort die noch naiv in die Zukunft blickenden Halbwüchsigen. An der Stelle musste ich schon mal schlucken. Aus welchem Recht heraus wird hier gestempelt? Einfach, weil es uns mit einer gewissen Befriedigung erfüllt mit dem Finger zu zeigen? Oder weil ein Tropfen Wahrheit der Aufrüttelung dienen soll? Leichte Zweifel an der Message des Buches hatte ich an dieser Stelle.

    Wie dem auch sei, Philips Blick fängt sich in dem Moment auf einem Paar pflaumenlilaner Ballerinas. Das Kopfkino geht los. Die schlanken Fesseln und dezenten Details verleiten Philip seiner Fantasie und dem Jagdinstinkt freien Lauf zu lassen.
    Das Spiel beginnt, Philip folgt der jungen Frau über eine Brücke und Uferstrasse zu einem Geschäft und der Spannungsbogen steigt weiter.
    Er lässt sich nicht beirren durch ihren Abstecher in das Pelzgeschäft. Vielmehr interpretiert er immer mehr Details in die Tatsache, dass die Frau einen Pelz aus dem Geschäft abgeholt hat.

    Sie wird immer mehr zu seinem persönlichen Rätsel, seinem Mysterium, welches er unbedingt lösen will.

    Das muss man Lukas Bärfuss wirklich lassen. Seine ungewöhnlichen Vergleiche, Kopfkinobilder und vor allem das alles durchziehende stilistische Mittel der rhetorischen Frage schafft es den Leser wunderbar am Geschehen zu beteiligen. Ein winziges kleines Bisschen zu viel rhetorische Frage - aber gut, das ist eine Spitzfindigkeit meinerseits.
    Und so lassen wir uns auch auf Philips Spiel ein, finden es amüsant.

    Der Spannungsbogen nimmt neue Formen an in dem Moment als Philip allen Ernstes Kontaktversuche seiner Assistentin und auch die seiner - vorerst nicht weiter beschriebenen- privaten Verabredung sausen lässt, um der Verfolgten in einen abfahrenden Zug nachzuspringen.

    Ohne Ticket und ohne das Ziel der Zugfahrt zu kennen schreckt er kurz auf, bleibt aber verbissen am Ball. Bis zu einer Wohnung in einer Vorstadt folgt er seinem Opfer und lässt auch hier nicht locker. Was ist los mit dem Mann? Folgen wir einem Stalker? Kommt es nun zu einem Eklat, einer Straftat sogar?

    Der Stil des Buches findet seinen Widerhall in weiteren Fragen, die im Kopf des Lesers entstehen.

    Letzte Anmerkungen:

    Eines kann ich an der Stelle noch preisgeben, denke ich, ohne einen richtigen Spoiler. Philip entwickelt weitere Tricks, um seine Jagd auf gar keinen Fall abbrechen zu müssen, nur weil mittlerweile der Abend hereingebrochen ist und er ohne Jacke und ohne weiteren Plan irgendwo in der Vorstadtpampa steht.

    Im letzten Drittel des Buches schwenkt die Handlung um, Philip driftet von einer Rückkehr in sein bürgerliches Managerdasein weiter ab und der Autor führt noch weitere Gestalten ein, die für einen Abschluß der Geschichte sorgen. Ich persönlich empfand die Einführung derselben als zu "hoppladihopp", geradezu aus dem Zusammenhang gerissen und konnte zwar den geschickten Umschwung der Erzählerperspektive durchaus geniessen, die eigentliche Lösung des Rätsels jedoch nicht wirklich.

    Fazit

    Daher vergebe ich zwar für das in den Medien vielbesprochene Werk ebenfalls eine gute Bewertung möchte aber auf meiner Kritik beharren, ob sich denn da der Autor am Ende die Lösung einfach gemacht hat. Ist da die Abgabedeadline dazwischengegrätscht oder war eine Schreibblockade der Bösewicht? Oder langte ihm einfach die Message über die Zerbrechlichkeit unseres Daseins und wie schnell eine einzelne ungewöhnliche Entscheidung den Weg in den Wahn ebnen kann...?

    Ich werde das wohl nicht erfahren, schade eigentlich... Da im Mai in Berlin eine Lesung des Autors stattfindet, werde ich ggf. versuchen dort noch Antworten auf meine Fragen zu erhalten :-).
    Auch die eingestreuten Gesellschaftskritiken hören im Verlauf der Geschichte weitgehend auf (oder sind mir nicht mehr ins Auge gesprungen...wer weiß...).
    Stilistisch ist das Buch trotzdem ausgezeichnet und verdient die positive Bewertung diesbezüglich.

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    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Da fällt einer aus seiner gewohnten Welt und der Autor kann ihn nicht daran hindern



    Mehrfach wurde dem Rezensenten in den vergangenen zwei Jahren vom Wallstein Verlag mitgeteilt, dass sich das Erscheinen des neuen Romans „Hagard“ von Lukas Bärfuss leider verzögere. Nun liegt er vor, und wurde gleich für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017 nominiert.

    Ein Ich-Erzähler, der an einer Stelle in der Mitte des Buches auch so etwas wie Rechenschaft abgibt über die Schwierigkeiten, die er zeitweise mit seiner Geschichte hatte, erzählt von einem Mann namens Philip, der eines Tages, obwohl er dringende Termine als Immobilienmakler hat, einer plötzlichen Laune nachgibt, und im Feierabendverkehr einer Frau folgt.

    Der Erzähler lässt die ganze Handlung in der ersten Märzhälfte des Jahres 2014 spielen, was der Leser durch seine ständigen Verweise auf weltpolitisches Geschehen wie etwa die Suche nach dem verschwundenen Flugzeug MH 370, leicht erkennen kann. Er spart auch nicht mit für Lukas Bärfuss typischen kulturkritischen Verweisen, etwa:
    „Man fürchtete sich vor der Zukunft, der Leichtsinn, der vor gar nicht langer Zeit die karierte Decke auf der blühenden Frühlingswiese ausgebreitet hatte, war verflogen. Man war, so las man in Zeitungskommentaren, in eine Schwellenzeit getreten, deren Ende, wann immer es uns treffen mochte, nur eines bedeuten konnte: den Untergang der Welt, wie wir sie kannten.“

    Eine Stimmung, die sich bis heute angesichts von Brexit, Trump und Erdogan noch zugespitzt haben dürfte.

    Der Ich-Erzähler ist mit seinem Protagonisten, von dem immer unklarer ist, was er mit der Verfolgung einer Frau, deren Gesicht er lange gar nicht erkennen kann, beabsichtigt, wie in einem Kampf. Einmal schreibt er: „Doch dort ließ mich Philip nicht in Ruhe. Er hatte kein Einsehen und saß weiterhin in seinem Vorortzug. Seiner Starrköpfigkeit überdrüssig, schrie ich ihm zu, er solle sich zusammenreißen und endlich zu Belinda gehen du  danach, meinetwegen, sein Leben ändern, Vera entlassen, das Geschäft du  den BMW verkaufen und seine Talente einer Sache widmen, die größer war, als dieses billige Abenteuer.“

    Er kann nicht billigen was Philip da tut, kann aber auch nicht von ihm lassen. Da fällt einer aus seiner gewohnten Welt und der Autor kann ihn nicht daran hindern. Das hat etwas Bedrohliches, das den Leser immer mehr in einem atemlosen Sog mitnimmt.

    Und immer wieder Bemerkungen über den Zustand der Welt und der Gesellschaft in unserer Zeit, die nachdenklich machen. Die beiden letzten Sätze des Buches kommen mir vor, wie eine dialektisch-philosophische Botschaft von Lukas Bärfuss selbst: „Ich sterbe, aber ich verschwinde nicht. Dies ist das Ende, und hier will ich beginnen.“
    Vgl. auch seine Essays „Stil und Moral“ (2015)




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    sar89s avatar
    sar89vor 2 Jahren
    Hält nicht, was es verspricht

    Die Ausgangslage beginnt spannend. Philip, ein Geschäftsmann, der sich selbständig gemacht hat, beschliesst einer ihm völlig fremden Frau zu folgen. Zuerst faszinieren ihn ihre blauen Ballerinas, dann ihre Grazie und ihre schlanken Beine. Schnell entwickelt er eine Obsession für die fremde Frau und vernachlässigt bewusst seinen Alltag und seine Verpflichtungen. Er lebt nur noch im Moment und wartet und verfolgt weiter die fremde Frau. Am Schluss ohne Schuh, Geld, Auto, Handy und Essen, fühlt Philip sich verfolgt und betritt die Wohnung der Fremden. Leider kann die Erzählung nicht halten, was sie verspricht. Die Spannung flaut ab. Es wirkt am Schluss heruntererzählt und ist Stellenweise sehr langatmig und belanglos.

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    abas avatar


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