Lukas Bärfuss Hundert Tage

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Inhaltsangabe zu „Hundert Tage“ von Lukas Bärfuss

Eine schicksalhafte Liebe in Zeiten des Krieges: packend, brisant, eindringlichVoller Optimismus war der junge Schweizer Entwicklungshelfer David 1990 nach Ruanda aufgebrochen, ins damalige Vorzeigeland des afrikanischen Kontinents. Vier Jahre später sind alle Hoffnungen zerschellt: das Land wird zum Schauplatz eines furchtbaren Genozids. David muss miterleben, dass seine Geliebte Agathe, Tochter eines Ministerialbeamten, zu den Mördern zählt. Und auch David, der „Gutmensch“, wird schließlich zum Komplizen, um seine eigene Haut zu retten.

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  • Rezension zu "Hundert Tage" von Lukas Bärfuss

    Hundert Tage
    Marco_611

    Marco_611

    In Lukas Bärfuss Debütroman "Hundert Tage" geht es um den Schweizer Entwicklungshelfer David Hohl, der Anfang der 1990er Jahre nach Ruanda reist. Er hält sich für einen moralisch gefestigten, aufgeklärten Europäer, der der Bevölkerung Ruandas, in denen er in seiner westlichen Verblendung die Edlen Wilden sehen will, naturverbunden, unschuldig und begierig darauf, von den europäischen Gutmenschen zu lernen, die ach so hoch entwickelte westliche Kultur näherbringen will. Doch bereits vor seiner Abreise aus Europa werden seine Ideale auf eine erste Probe gestellt, die sich, gleich dem Nachname des Protagonisten, als genauso hohl erweisen. Schnell brechen sich Vorurteile ihre Bahn und der Leser erahnt, dass die bevorstehende Reise den Protagonisten prüfen und ihn verändern wird. In der Absicht Gutes zu tun, hilft David in Ruanda bei der Errichtung einer Infrastruktur, beim Bau von Straßen und beim Einrichten von Radiosendern. Doch allmählich muss er erkennen, dass all das Gute, das er im Namen der Entwicklungshilfe tut, auch das Böse in sich trägt, ja sogar erst möglich macht. In Ruanda gärt es und als die Maschine des Präsidenten urplötzlich abgeschossen wird, kommt es zu einem der letzten Völkermorde des ausgehenden Jahrtausends. In nur 100 Tagen ermordete die Mehrheit der Hutus zwischen 800.000 und 1.000.000 (75%) Angehörige der Tutsi-Minderheit (Volksstämme, deren Konflik schon seit Jahren schwelte). Eine lange vorbereitete und durchorganisierte Tat, die ohne die Verbreitung von Propaganda (durch Radiosender) und ohne die neu gebauten Straßen in diesem Ausmaß wohl nicht möglich gewesen wäre. Der Dramatiker Lukas Bärfuss wirft mit seinem gut recherchierten Roman einen zynischen Blick auf das Engangement von Entwicklungshilfeorganisationen, die sich, geblendet durch das Licht der Aufklärung, das sie nach Afrika tragen wollen, zu den naiven Helfern eines Genozids machen. Mit seiner Figur des David Hohl, dessen Ideale sich als Lippenbekenntnisse erweisen und der nach und nach zu dem wird, was er verachtet, geißelt Bärfuss die westiche Doppelmoral und die Mentalität des Wegsehens. Die Entwicklungshilfe in Afrika ist nicht etwa gescheitert. Die Aufklärung hat die Afrikaner erreicht und in ihnen ihre Meister gefunden. Denn erst Logistik, Planung und kühle Rationalität machten den Völkermord in Ruanda 1994 so erschreckend effektiv. "Hundert Tage" ist ein bedrückender Roman, der die Frage aufwirft, inwiefern wir alle mitschuld an den Grausamkeiten sind, die rings um uns herum geschehen. Eine sehr dichte und stellenweise sogar parabelhafte Geschichte über ein fast vergessenes Verbrechen, die es sich zu lesen lohnt.

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    • 2
  • Ausbruch der Hölle

    Hundert Tage
    Holden

    Holden

    Das Buch schildert die Geschichte des Entwicklungshelfers David Hohl, der Anfang der 90er angetrieben von seinem Idealismus nach Ruanda geht, um dort die Welt ein klein wenig zu verbessern. Indem er uns seine ersten Jahre dort erzählt, erfahren wir viel darüber, was in den ersten Jahren seiner Zeit dort bereits fehlgeschlagen ist, daß die Entwicklungsorganisationen, die das Land fast überrannt haben, die Leute nie verstanden haben, und wie es zu der Riesenkatastrophe 1994 kommen konnte, ein Konflikt, der in der westlichen Welt doch sehr schnell wieder vergessen wurde. Ein großartiges politisches Buch, fein psychologisch erzählt, von mir gibt es 4-5 Sterne.

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    • 3
  • Rezension zu "Hundert Tage" von Lukas Bärfuss

    Hundert Tage
    dzaushang

    dzaushang

    03. September 2008 um 10:03

    Fast schon vergessen - oder doch noch nicht ? - der Völkermord in Ruanda. Wer wissen möchte, wie so etwas möglich war und wer wissen möchte, welchen unfreiwilligen Beitrag auch Hilfsorganisationen dazu geleistet haben der muss (!!!) Hundert Tage unbedingt lesen. Danach wird der Leser um einige Illusionen ärmer sein. Hundert Tage, sicher, ein Roman, mit erfundenen Personen aber mit um so brisanteren, verbürgten Tatsachen.

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