Lukas Hartmann

 3.9 Sterne bei 191 Bewertungen
Autor von Bis ans Ende der Meere, Finsteres Glück und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lukas Hartmann

Bücher für Kinder und Erwachsene: Lukas Hartmann ist das Pseudonym des Schweizer Schriftstellers Hans-Rudolf Lehman. Er wird im August 1944 in Bern geboren und studiert Musik, Germanistik und Psychologie. Als Autor - er schreibt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene - ist er vor allem für seine zahlreichen Romane bekannt. Sein wohl bekanntestes Kinderbuch wird im Jahr 1984 unter dem Titel "Anna annA" veröffentlicht und nur wenige Jahre später verfilmt. Neben der Schriftstellerei ist Hartmann als Journalist tätig und leitet auch immer wieder diverse Schreibwerkstätten. Für seine Bücher erhält der Autor mehrere Auszeichnungen, zum Beispiel den Buchpreis der Stadt Bern für "Die Seuche" und den Ersten Großen Literaturpreis von Stadt und Kanton Bern für das Gesamtwerk.

Neue Bücher

Der Sänger

Erscheint am 26.08.2020 als Taschenbuch bei Diogenes.

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Cover des Buches Bis ans Ende der Meere9783257240245

Bis ans Ende der Meere

 (25)
Erschienen am 27.07.2010
Cover des Buches Finsteres Glück9783257240948

Finsteres Glück

 (20)
Erschienen am 22.11.2011
Cover des Buches Der Sänger9783257070521

Der Sänger

 (15)
Erschienen am 24.04.2019
Cover des Buches Ein passender Mieter9783257244014

Ein passender Mieter

 (16)
Erschienen am 29.11.2017
Cover des Buches Räuberleben9783257242058

Räuberleben

 (17)
Erschienen am 25.06.2013
Cover des Buches Ein Bild von Lydia9783257244694

Ein Bild von Lydia

 (12)
Erschienen am 24.07.2019
Cover des Buches Die Seuche9783257239133

Die Seuche

 (11)
Erschienen am 24.03.2009
Cover des Buches Die Deutsche im Dorf9783596170623

Die Deutsche im Dorf

 (9)
Erschienen am 19.04.2007

Neue Rezensionen zu Lukas Hartmann

Neu

Rezension zu "Ein Bild von Lydia" von Lukas Hartmann

Lydia und Karl ...
HEIDIZvor 2 Monaten

Lukas Hartmann - ein herausragender Autor - ein Könner seines Fachs !!!
Mit "Ein Bild von Lydia" hat Hartmann mich wieder einmal begeistert. Zeit- und regionalgeschichtlich ist das Buch ein echter Leckerbissen. Zürich ersteht und wird lebendig. Wir lernen Alfred Escher kennen, den Eisenbahnkönig und dessen Tochter Lydia. Sie ist die reichste Frau der Welt - ihr Vater ist tot. Gleichzeitig ist sie aber verheiratet mit einem mächtigen Politiker. Sie liebt allerdings einen Künstler, wird sie alles aufs Spiel setzen für ihn? Ihr Dienstmädchen weiß ganz sicher mehr ... Sie kennt Lydia in- und auswendig. Aber dennoch - Lydia ist auch ihr irgendwie rätselhaft.
Wir erleben die Geschichte der Mäzenin und Gründerin einer Kunststiftung und eine der reichsten Frauen der Schweiz des 19. Jahrhunderts Lydia Welti-Escher und des Schweizer Malers, Radierers und Bildhauers Karl Stauffer-Bern. Skandalbehaftet liest sie sich extrem spannend. Die Charaktere gab es wirklich - die Geschichte ist eine auf Wahrheiten beruhende. Auch den Eisenbahnpionier Alfred Escher gab es wirklich.
Wir befinden uns im Zürich des Jahres 1887 und zwar in der herrschaftlichen Villa Belvoir und lernen Lydia Welt-Escher kennen, die Frau des Bundesratssohnes Emil Welti. Sie ist eine sensible junge Frau, die gebildet und neugierig durch die Welt geht, aber sie ist gleichzeitig auch eigensinnig und hegt eine große Leidenschaft für die Kunst. Karl Stauffer-Bern ist ein Lebemann - ein großes Talent - ein Genie. Er malt Lydia und eine Nähe baut sich auf, die über das Porträtmalen und -sitzen hinausgeht. Es soll zu einem großen Skandal werden, was sich dieser Tage zwischen den beiden entwickelt.
Es handelt sich bei der Geschichte im Buch um einen historisch-biografischen Roman um eine verbotene Liebe. Schicksalhaft sind die Charaktere miteinander verwoben, passieren die Szenen und agieren die Figuren. Mir hat die Lektüre rundherum sehr gut gefallen. Man lernt die Charaktere in ihren Handlungen und Gefühlen sehr gut kennen und kann die historischen Belange sehr gut einordnen, da der Autor sie perfekt dargestellt hat. Topp recherchiert und Idee super genial umgesetzt. 

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Rezension zu "Ein Bild von Lydia" von Lukas Hartmann

Sehr monoton und mit wenig Tempo
Ritjavor 8 Monaten

Ich hatte dieses Buch auf meiner Wunschliste und freute mich entsprechend sehr auf das Buch.

Nun nach ein paar sehr langen Stunden des Lesens klappe ich das Buch etwas enttäuscht zu. Es war leider nicht so meine Geschichte. Ich hatte auf eine etwas spannendere und vor allem dynamischere Biografie gehofft, aber die Geschichte kam nicht so richtig in Fahrt und schleppte sich über die Seiten. Immer wieder hoffte ich auf einen Knall und ansteigendes Tempo, aber bis zum Schluss blieb es leider beim zähen Fluss. 
Die Charaktere wirkten blass und farblos und für mich wenig greifbar. Die vielen, vielen Details waren zwar gut, aber hemmten die Geschichte. Man trat auf der Stelle und wollte doch nur vorankommen. Ich habe bis zum Schluss Frau Welti-Escher begleitet, aber noch eine Reise mit ihr kann ich mir nicht vorstellen.

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Rezension zu "Der Sänger" von Lukas Hartmann

Berühmter Flüchtling
krimielsevor einem Jahr

Der Schweizer Autor Lukas Hartmann hat in seinem Roman „Der Sänger“ ein Buch über den Tenor Joseph Schmidt geschrieben, das hervorragend recherchiert ist und ebenso spannend wie unterhaltsam von Leben des weltberühmten talentierten Mannes erzählt. Eine Fülle von Informationen und höchst interessante Blicke und Sichtweisen auf Flüchtlinge mit dem Verlust an Menschlichkeit und Identität machen das Buch zu weit mehr als einem guten historisch-biografischem Roman.

Der lyrische Tenor Joseph Schmidt vermag Konzertsäle zu füllen, ist Liebling bei den Damen und weit über Deutschland hinaus bekannt. Seine Kleinwüchsigkeit verhindert eine Bühnenkarriere, daher sang er mit großem Erfolg Rundfunkopern. Als Sohn orthodoxer Juden in Czernowitz geboren verließ er Berlin 1933, gab nur noch vereinzelt Konzerte in Deutschland, bis er 1938 endgültig versuchte, als Flüchtling in Belgien und Frankreich durchzukommen. Der Roman setzt 1942 ein, als es Schmidt nach Südfrankreich verschlagen hatte und er von dort aus versucht, in die Schweiz zu gelangen. Nach mehrmaligen und vergeblichen Versuchen, offiziell in die Schweiz einzureisen, gelingt ihm schließlich im Oktober 1942 der illegale Grenzübertritt. Er wird wie viele andere Juden, die auf diese Art einreisten, im Lager Girenbad bei Zürich interniert unter verheerenden Zuständen. Nicht nur Kälte, harte Arbeit und Nahrungsmittelmangel machen den Häftlingen das Leben schwer, sondern auch die Verachtung des Personals gegenüber jüdischen Insassen.
Die Verantwortlichen Schweizer Behörden legen ein menschenverachtendes Vorgehen an den Tag, rauben den Menschen ihre Identität und behandeln sie wie nutzlose und überflüssige Gegenstände statt wie hilflose und verfolgte Menschen, die mit nichts als dem Leben aus der damaligen Deutschen Hölle entkommen konnten. Hier räumt Lukas Hartmann mit der Großzügigkeit der Schweiz als neutrales Land während des Zweiten Weltkrieges auf, und der Antisemitismus ist hier weit verbreitet. Schmidt wird die dringend nötige medizinische Versorgung für die Behandlung seiner Herzkrankheit nach einer Kehlkopfentzündung im Hospital verweigert, und der Sänger stirbt schließlich an Herzversagen.
Seine Stimme, die einst Konzertsäle füllte und die Damenwelt betörte, konnte er da schon nicht mehr benutzen.

Lukas Hartmann erzählt dien letzten Abschnitt aus Schmidts Leben mit vielen Rückblicken ganz nahe an der Hauptfigur. Seine traurige Geschichte steht hier stellvertretend für das Schicksal vieler Juden, die nach der Grenzschließung im August 1942 keine Möglichkeit hatten, in die Schweiz auf legalem Weg zu fliehen, ihre Identität aufgeben mussten und als illegale Flüchtlinge interniert wurden. Gesundheitlich und psychisch zerrüttet, alles andere als ein Kämpfer, passiv und ergeben in sein Schicksal, verliert Schmidt alles, was ihn ausmacht, seine Stimme, seine Lebensgewissheiten und zuletzt seinen Status als Mensch.

Obwohl Lukas Hartmann sich sehr um emotionalen Zugang für seine Leser bemüht bleibt mit der Sänger Joseph Schmidt fern, trotz der bewegenden Bilder, die der Autor zeichnet. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor versucht, seine Emotionalität besonders zu betonen, möchte den Leser Mitleid heischend unbedingt ganz nahe am traurigen Schicksal und am körperlichen und seelischen Verfall teilhaben lassen. Dabei schießt er in meinen Augen etwas über das Ziel hinaus, breitgetretene rührselige Situationen, insbesondere im letzten Teil des Romans, sind mir zu viel.

Lukas Hartmann benutzt als äußerst wirkungsvolles Stilmittel für die behördliche Kälte eingeschobene Passagen eines ranghohen Mitarbeiters der Eidgenössischen Fremdenpolizei, die das Erzählte unterstreichen und deutlich machen, wie wenig ein Menschenleben in der damaligen Zeit wert gewesen ist, wie unwichtig Menschlichkeit und Wärme im Umgang mit Flüchtlingen waren. Erschütternd, dass die Behörde und die Zeit austauschbar sind, wodurch diese Passagen auch aus dem Jahr 2019 stammen könnten, aus irgendeinem reichen Land mit Flüchtlingen.

Joseph Schmidt als Figur ist für mich schlecht greifbar. Er liebt seine Mutter, ist seiner Familie zugetan, andererseits fokussiert er seine Sängerkarriere und lebt ein Leben vollkommen losgelöst von seiner Familie. Die Mutter kommt zu einigen Konzerten - das macht ihn glücklich, aber er besucht sie nicht und schickt den Geschwistern Geld, dass sie sich kümmern.
Mag sein, dass die Musik sein Leben war, aber für mich wird das im Roman in keiner Weise deutlichen, in den Erinnerungen nicht und auch in der gegenwärtigen Situation nicht. Für mich stolpert Schmidt durchs Leben, in seiner guten Zeit geführt von seinem Agenten und den Frauen, die er liebte, während der Flucht hilflos und unterwürfig, und in beiden Fällen äußerst realitätsfern. Ich weiß nicht, ob genau das gewollt ist, ob er einfach so gewesen ist und ob das in der Situation als Flüchtling normal gewesen ist.

Ich habe die Geschichte selbst mit Spannung verfolgt, habe die vielen Informationen aufgesogen, aber berühren konnte mich das Buch nicht wirklich.

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Zusätzliche Informationen

Lukas Hartmann wurde am 29. August 1944 in Bern (Schweiz) geboren.

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