Lukas Hartmann Abschied von Sansibar

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Inhaltsangabe zu „Abschied von Sansibar“ von Lukas Hartmann

Eine Prinzessin von Sansibar, die mit einem Hamburger Kaufmann durchbrennt. Mit dieser verbotenen Liebe beginnt Ende des 19. Jahrhunderts die Saga einer west-östlichen Familie zwischen Europa und der arabischen Welt. Ein historischer Roman nach der wahren Geschichte von Emily Ruete.

Abschied von Sansibar

— Saralonde

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  • Abschied von Sansibar

    Abschied von Sansibar

    Saralonde

    27. January 2015 um 17:26

    Die arabische Prinzessin Salme flüchtet im 19. Jahrhundert von Sansibar, um den Kaufmann Heinrich Ruete zu heiraten. Fortan nennt sie sich Emily. Sie zieht mit Heinrich nach Hamburg, bekommt in rascher Folge drei Kinder, doch Heinrich kommt kurz nach der Geburt des jüngsten Kindes bei einem Unfall ums Leben. Fortan muss Emily sich in Deutschland durchkämpfen. Zeit ihres Lebens versucht sie, eine Versöhnung mit ihren Brüdern zu erreichen, die nacheinander als Sultan in Sansibar herrschen. Das Leben von Emilys Kindern Antonie, Said und Rosalie ist geprägt durch die Zerrissenheit zwischen den Kulturen im Kolonialzeitalter und während der Weltkriege. Lukas Hartmanns Buch war ganz anders, als ich es erwartet habe. Es handelt sich nicht um einen chronologischen historischen Roman, vielmehr erinnern sich Emily Ruetes Kinder an ihr Leben mit ihrer Mutter und daran, wie ihr eigener Werdegang von dieser geprägt war. Dabei springt Hartmann zwischen den Zeiten und den Erzählperspektiven, alle drei Geschwister kommen zu Wort. Aber auch die Ereignisse vor ihrer Geburt, das Kennenlernen von Salme und Heinrich, ihre Flucht und die erste Zeit in Deutschland werden in Rückblenden erzählt. Ich habe das Buch damit mehr als  Biografie als als Roman empfunden, obwohl Hartmann um die bekannten Fakten herum die Geschichte natürlich nach seiner Auslegung erzählt. Besonders interessant ist Emilys Sohn Said, der sich später Rudolph Said-Ruete nannte, denn er war mit allen drei großen Buchreligionen verbunden: seine Mutter als Muslima geboren, er selbst als Christ, seine Ehefrau war Jüdin. Er hat sich stets um eine Versöhnung der Völker bemüht und ich dachte bei der Lektüre mehrfach, wie sehr es ihn geschmerzt hätte, wenn der den Nahostkonflikt in seiner heutigen Form noch miterlebt hätte. Am spannendsten ist aber natürlich Emilys bzw. Salmes Geschichte, man stelle sich das vor, eine orientalische Prinzessin, die mit einem deutschen Christen durchbrennt. Allerdings war ihr Schicksal nicht nur wegen des frühen Todes ihres Mannes sehr traurig, es wird immer wieder deutlich, wie sehr sie sich nach ihrer Heimat sehnte, wie schwierig das Leben in Deutschland für sie war und wie sehr sie unter der Zurückweisung durch ihre Familie litt. Ein lesenswertes Buch. Ich überlege, auch Emily Ruetes Memoiren zu lesen.

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  • Abschied von Sansibar

    Abschied von Sansibar

    HeikeM

    23. September 2013 um 09:57

    In seinem Roman „Abschied von Sansibar“ erzählt Lukas Hartmann die wahre Geschichte von Salme, der Prinzessin von Sansibar. Sie verlässt ihre Heimat und konvertiert zum christlichen Glauben, um mit dem deutschen Kaufmann Heinrich Ruete in Hamburg eine Familie zu gründen. Für die nun unter dem Namen Emily Ruete lebende Salme ändert sich mit dieser Entscheidung Leben grundlegend. Sie muss sich nicht nur in einem anderen Kulturkreis, in dem sie als Exotin bestaunt wird, zurechtfinden, sie leidet auch unter dem für sie unangenehmen Wetter in der Hansestadt. Ihr erstes gemeinsames Kind stirbt auf der Reise nach Deutschland und auch Heinrich Ruetes plötzlicher Unfalltod trägt zu ihrer sich deutlich verschlechternden Lage bei. Mit drei Kindern ist sie nun auf sich allein gestellt. Lukas Hartmann lässt die Kinder Said (Rudolph), Antonie und Rosalie ihre Familiengeschichte erzählen, dabei kommt Said weitaus häufiger zu Wort als seine Schwestern. Dadurch entsteht vor den Augen des Lesers nicht nur eine farbenprächtige Geschichte, Lukas Hartmann beleuchtet auch die Historie mit ihren politischen und kriegerischen Verwicklungen über einen Zeitraum von etwa 100 Jahren und zeichnet damit ein sehr gelungenes Zeitbild, in dem die Gegensätze, die Emily Ruetes Leben maßgeblich prägten, sehr deutlich herausgearbeitet werden. So muss die ehemalige Prinzessin in Deutschland in großer Armut leben. Sie ist auf Geldgeber angewiesen und wird zum Spielball der Mächtigen. Ihre von vielen Freiheiten und gänzlich anderen Traditionen geprägte Kindheit und Jugend steht einem festen Regelwerk von Etikette und Förmlichkeit in der neuen Heimat gegenüber. Letztlich erlebt sie an eigener Haut den Zusammenprall von Morgen- und Abendland. Der Rückblick auf das Leben der ehemaligen Prinzessin erfolgt aber nicht wie erwartet chronologisch, sondern in Episoden, die sich letztlich zu einem stimmigen Gefüge zusammensetzen. Der Autor hat für seine Recherche umfangreiche Quellen genutzt. Insbesondere die persönlichen Aufzeichnungen und Briefe der Ex-Prinzessin, die stellenweise auch als Zitate in das Buch einfließen, dokumentieren diesen historischen Abschnitt. Obwohl mir die Geschichte der Emily Ruete nicht unbekannt war, ist es dem Autor gelungen, mich an einen spannenden Roman zu fesseln und die Geschichte der Salme bint Said, der späteren Emily Ruete Seite für Seite zu genießen.

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