Bis ans Ende der Meere

von Lukas Hartmann 
4,2 Sterne bei25 Bewertungen
Bis ans Ende der Meere
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Buecherfreundinimnordens avatar

Eine spannende und sehr authentische Reise in die Südsee

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Inhaltsangabe zu "Bis ans Ende der Meere"

Im Juni 1776 schifft sich der junge Zeichner John Webber in Plymouth (England) zur dritten Weltumsegelung auf dem Dreimaster ›Resolution‹ ein. Kapitän ist James Cook. Webber quartiert sich in der Kajüte ein, in der Georg Forster auf Cooks zweiter Weltumsegelung Tagebuch führte. Webber wird zum Vertrauten von Captain Cook, stirbt beinahe und begegnet seiner großen Liebe. Vier Jahre später kommt Webber zurück, gezeichnet von den Strapazen der Reise. Die Sehnsucht nach der Südsee wird ihn nie mehr loslassen. Captain Cook, der aufgebrochen war, um die Nordwestpassage durchs arktische Eis zu finden, kehrt nicht heim. Was war geschehen? Ein spannender historischer Roman um den rätselhaften Captain James Cook und zugleich die Entwicklungsgeschichte eines jungen englischen Malers mit Schweizer Wurzeln.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257240245
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:490 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:27.07.2010

Rezensionen und Bewertungen

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    Buecherfreundinimnordens avatar
    Buecherfreundinimnordenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine spannende und sehr authentische Reise in die Südsee
    Captain Cook in der Südsee hautnah erleben

    Zum zweiten Mal hat Lukas Hartmann mich mit einem seiner Bücher vollkommen überzeugt: Bis ans Ende der Meere ist ein spannendes und sehr lebendiges Buch, bei dem ich häufig das Gefühl hatte, tatsächlich an der Expedition teilzunehmen, die Captain Cook Ende des 18. Jahrhundert zu den Südseeinseln durchführte. Von dort ging es in den Norden, um die berühmte Nordwestpassage zu entdecken. All die Probleme und Schwierigkeiten an Bord und auf See, bei der Begegnung mit Eingeborenen und allein in der Wildnis, schildert Hartmann so lebendig und fundiert, als wäre er dabei gewesen. Seine Charaktere sind interessant und wirken höchst real, die historische Kulisse habe ich als absolut passend empfunden. Hartmann ist einer, der erzählen kann! Für Freunde der historischen Abenteuerromane eine absolute Leseempfehlung. Das einzige, was ich vermisst habe, war ein weibliches Geschöpf mit Format, aber Frauen auf See waren halt Mangelware damals....

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    brouls avatar
    broulvor 7 Jahren
    Rezension zu "Bis ans Ende der Meere" von Lukas Hartmann

    In dem Buch wird die Geschichte von Cooks dritter Weltumsegelung aus der Sicht von John Webber (dem Expeditionsmaler) geschildert. Das Buch las sich erstaunlich gut. Ich meine Interessant ist dieser Stoff ja sowieso, aber es ist flüssig zu lesen und wird auch nicht langweilig. Das ist eigentlich schon eine Kunst, da mit dem Schiff um In dem Buch wird die Geschichte von Cooks dritter Weltumsegelung aus der Sicht von John Webber (dem Expeditionsmaler) geschildert. Das Buch las sich erstaunlich gut. Ich meine Interessant ist dieser Stoff ja sowieso, aber es ist flüssig zu lesen und wird auch nicht langweilig. Das ist eigentlich schon eine Kunst, da mit dem Schiff um die Welt segeln 90% der Zeit vermutlich sehr langweilig ist ;)
    Wer etwas mehr über Thomas Cook und siene Weltreisen lernen möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Es ist vermutlich nicht immer 100% historisch korrekt, aber der Autor hat sich um eine große Nähe zu den historischen Fakten bemüht.

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    traumwalds avatar
    traumwaldvor 7 Jahren
    Rezension zu "Bis ans Ende der Meere" von Lukas Hartmann

    London 1781
    Im Auftrag der Admiralität sollte der Maler John Webber der Witwe Mrs. Cook ein Portrait ihres Mannes überreichen. Er wirkte verwirrt, weil die schwarz gekleidete Frau ihm gegenüber bissig und recht ungehalten reagierte. Sie stellte sogar die Behauptung auf, den Mann auf dem Portrait nicht zu kennen. Wahrscheinlich tat sie das aus Wut - vielleicht aber auch deswegen, weil ihr zweitältester Sohn erst kürzlich auf See ebenfalls umgekommen war. Vielleicht wollte sie ihren Jüngsten davor bewahren, einen ähnlichen Werdegang einzuschlagen. Hugh, so heißt der Kleine, meinte jedoch seinen Vater an der roten Nase zu erkennen. Kurz lachte Mrs. Cook auf, bis sie schlagartig ihren finsteren Blick wieder aufsetzte und von Webber wissen wollte, wie ihr Mann tatsächlich umgekommen sei.
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    Auszug aus dem Klappentext:
    Schon bei der Rückkehr des Schiffes "Resolution" verhängte die Admiralität ein absolutes Redeverbot. Das Andenken des großen Kapitäns muss ein heroisches bleiben; als nobler Entdecker für England sollte er in die Geschichte eingehen. Doch Webber kennt die Wahrheit dieser vierjährigen dritten und letzten Weltumsegelung Cooks und all die quälenden Bilder, die er nicht zeichnen durfte, werden ihn Zeit seines Lebens verfolgen.

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    Die dritte Expedition:
    Zwei Mal umsegelte James Cook die Welt. Inzwischen ist er berühmt und sogar zu einem Ehrenmitglied der Royal Geographical Society aufgestiegen. Auf seiner dritten Expedition will er dem Mythos der berüchtigten Nordwestpassage nachgehen, denn wenn Cook es gelingen sollte sie zu entdecken, würde die Hudson-Bay-Company über eine nördliche Handelsroute, die vom Atlantik bis in den Pazifik führt, profitieren. Im Juni 1776 wird John Webber als Expeditionsmaler angestellt. Er wird Cook auf seiner letzten Expedition auf dem Dreimaster "Resolution" begleiten. Die erste Zeit, die Webber an Bord erlebte, lässt sich mit Folter gleichsetzen.
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    Enge Räume, strenge Gerüche und die ungehobelte Gesellschaft der Seemänner sind Dinge, an die Webber sich erst noch gewöhnen musste. Doch für besonders schlimm empfand er die Schiffstaufe am Äquator oder die Dinge, die es über die Schattenseite der Entdeckungen fremder Kulturen zu berichten gab, wie zum Beispiel die Bekehrung der Eingeborenen, Gewalt und Foltermethoden, die Kolonialisierung und das Einschleppen von Krankheiten. Gewaltvolle Bilder, die Webber nicht dokumentieren durfte und sie dennoch heimlich in sein Tagebuch eintrug.
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    Welch eine abenteuerliche Reise! Ich spürte förmlich, wie mir der kalte Wind ins Gesicht peitschte und ich sah, wie meterhohe Wellen sich auf die "Resolution" stürzten und das Segelschiff schwungvoll zum schaukeln brachte. Hauptsächlich, und das finde ich besonders gut, wird die Geschichte Webbers wie die chronologische Abfolge eines Tagebuches erzählt. Er ist der Protagonist, über den es unglaublich viel zu erfahren gibt. Er war der einsame Junge, den man von England in ein fremdes Land schickte und sich seiner selbst überließ. Jedem stellte er sich vor mit: "My name is John"! Die Einsamkeit deckte Johns Leben mit einer weißgrauen Nebeldecke zu. Doch liest selbst, wie es mit John Webber weiter geht. Dem Autor ist es gelungen, die historisch belegten Fakten mit den Fiktiven so geschickt und sensibel zu verknüpfen, dass sie Eins werden. Ein bunter lebendiger und flüssig zu lesender Sprach- und Schreibstil machen das Leseabenteuer komplett. Zwischendrin wird man sogar mit einer lyrisch-philosophischen Sprache überrascht. Nichts wirkt aufgesetzt! Durch den geschickten Einsatz der Sprachwahl, ist dass das i-Tüpfelchen, einer rundum abenteuerlichen Geschichte mit Tiefgang.

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    Rock-n-Rolls avatar
    Rock-n-Rollvor 8 Jahren
    Rezension zu "Bis ans Ende der Meere" von Lukas Hartmann

    Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk, man wünscht sich, dass es niemals endet.
    Es handelt sich bei diesem Buch um die Beschreibung der dritte und letzte Reise des bekannten englischen Entdeckers James Cook, der 1776 in See stach. Mit an Bord ist der junge Maler John Webber, der angeheuert wurde, um Bilder der Reise für die Admiralität zu malen. Nicht viel ist über dessen Leben bekannt, seine Bilder kennt jedoch fast jeder. Die Reise wird aus der Perspektive vom Webber erzählt, durch fiktive Tagebucheinträge einerseits und einem allwissenden Erzähler andererseits. Die historischen Daten, die Reiserute und die Namen der Mitreisen Matrosen und Offiziere sind jedoch überliefert.
    Webber soll möglichst akkurate Bilder der Bräuche der Südseevölker und der Indianerstämme Nordamerikas liefern, ihm ist es jedoch untersagt die unangenehmen Wahrheiten zu zeichnen, die vor dem englischen Volk geheim gehalten werden sollen. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Sinn dieser Reisen, würde Cooks Popularität schnell in Mitleidenschaft ziehen, verbreiten sich doch schnell tödliche Krankheiten aus Europa unter den Insulanern.
    So ist es den Teilnehmern der Expedition ebenso nicht gestattet Tagebuch zu führen. Während der fast vier Jahre währenden Reise, entwickeln sich Freundschaften an Bord, man bildet eine verschworen Gemeinschaft, teilt Freude und Leid miteinander. Cook ist dabei der strenge Kapitän, der jedes Fehlverhalten auf grausame Weise tadelt, ebenso wie mitfühlender Seemann, für dessen Mannschaft er sich unerbittlich einsetzt. Im Februar 1779 kommt es dann zum größten Unglück – Cook wird auf einer Hawaiiinsel von Einheimischen erschlagen, nachdem diese ein wichtiges Beiboot, das im Notfall Leben rettet, stehlen. Cook duldet keine Diebstehle, weder von seiner Mannschaft noch von den Eingeborenen, denen persönlicher Besitz unbekannt zu sein scheint. Die Herausgabe des Bootes scheitert und Cook wird zusammen mit vieren seiner Männern erschlagen. Die Leichen werden geschändet, Teile davon gegessen. Der Schock der Tat sitzt Tief bei den Männern, die nun schleunigst aus der Südsee verschwinden und sich auf den Weg nach England machen. Webber, fortan ein gebrochener Mann, dem privates Glück vergönnt blieb, stirbt jung in London. Was bleibt sind seine wunderbaren Bilder, die man sich unbedingt während der Lektüre anschauen sollte. Sie entführen den Betrachter in eine andere Zeit und zeugen von einer anderen Welt, die so reich an Pflanzen, Tieren und Ureinwohnern war, wie sie es wohl nie wieder sein wird.
    Es ist erstaunlich wie unterhaltsam und zugleich informativ dieser Roman ist. Lukas Hartmann gelingt es ausgezeichnet die Figuren so lebendig zu zeichnen, dass man sie genau vor Augen hat, die Bilder Webbers so genau zu beschreiben, dass man meint, man wäre selbst dabei gewesen. Es ist zwar ein historischer Roman, aber er ist so aktuell, dass man die Wünsche, Hoffnungen, Träume der Menschen aus der heutigen Zeit in diesem Buch wiederfindet. Der Sprache ist derart niveauvoll, dass man am liebsten die vielen selten benutzten Worte immer und immer wieder lesen möchte, um sie sich einzuprägen. Ein Roman, der ganz sicher aus der Menge an Büchern weit hervorsticht und dem man mehr Leser wünscht.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Bis ans Ende der Meere" von Lukas Hartmann

    Eintauchen in die Welt der Seefahrer und hautnah miterleben, wie Captain Cook seine dritte Weltumsegelung in Angriff nimmt. Mit dabei der Maler mit den Schweizer Wurzeln John Webber, aus dessen Aufzeichnungen, Notizen und gezeichneten Bildern die Geschichte dieser verhängnisvollen letzten Seefahrt von James Cook erzählt wird. Mittendrin statt nur dabei, mit Hilfe detailreicher, aber nie langweiliger Beschreibungen hat man als Leser stets ein Bild der wunderschönen Südsee mit seinen unzähligen paradiesischen Inseln, der rauhen See und der Kameradschaft unter der Schiffsbesatzung vor Augen und spürt, wie die Mannschaft nach dem Tod des Captain von einer Leere erfasst wird.
    Ein grossartiger Roman, der die Figuren lebendig werden lässt. Im Anhang finden wir ein ausführliches Personen- und Ortsverzeichnis sowie eine Seekarte, auf der die drei Weltreisen des Captain Cook eingezeichnet sind.

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    BertieWoosters avatar
    BertieWoostervor 9 Jahren
    Rezension zu "Bis ans Ende der Meere" von Lukas Hartmann

    Der Roman schildert die letzte Entdeckungsreise von James Cook in die Südsee und in die Arktis aus der Sicht des Expeditionsmalers John Webber. Dabei werden jedoch nicht, wie in einem normalen Erlebnisbericht, die Reiseroute und die Abenteuer der Reise aufgeführt. Da allgemein bekannt ist, dass Captain Cook auf dieser Reise getötet wurde, beginnt der Roman damit, dass John Webber nach der Rückkehr von der Reise der Witwe sein Portrait im Auftrag der Admiralität überreichen soll. Die Begegnung mit der Wittwe und ihrem Sohn führt dazu, dass der Maler sich an seine eigene Kindheit und seine Reise erinnert. Nach seiner Kindheit in der Schweiz, wird er als Erwachsener als Maler für die dritte Entdeckungsreise von James Cook angeworben. Den sachlichen normalen, in der dritten Person geschriebenen Erzählstil , wechselt der Autor den Stil mit in Form von (fiktiven?) Tagebuchauszügen (das dieser eigentlich gar nicht hätte führen dürfen) und Briefen an seinen Bruder ab. Damit erreicht der Autor, dass die persönlichen Gefühle Webbers zum Ausdruck gebracht werden.
    Es ist zum einen die Zeit der Aufklärung (Voltaire, Kant, Rousseau) das sich einem gewissen humanen Menschenbild verbunden fühlt und zum anderen des auslaufenden Absolutismuss bzw. beginnenden Kolonialismus. Dies zeigt sich besonders ausdrucksvoll in der gespaltenen Haltung Cooks und den Gesprächen der Offiziere beim Essen in der Kajüte. Man erhält den Eindruck, dass Cook eigentlich nur entdecken und Kartografieren wollte. Es ist ihm aber auch bewusst, dass er von der Admiralität auch deshalb beauftragt wurde, neue Kolonien für England zu begründen. Einerseits ist er von der "Überlegenheit" der englischen Kultur überzeugt (zumindest nach außen hin), andererseits ist ihm bewusst, dass durch den Kontakt mit den Ureinwohnern der Südseeinseln, deren Kultur dem Untergang geweiht ist. Dies beginnt bereits mit den Geschlechtskrankheiten, die die Matrosen auf die Frauen der Inselwelt verbreiten. Für Webber ist es mehr als unverständlich, dass Cook dies zulässt, aber kleine Diebstähle der Inselbewohner auf das strengste Bestrafen lässt. Der negative Einfluss der europäischen Kultur auf die Ureinwohner zeigt sich am besten an Omai, der auf der zweiten Reise von Cook nach England mitgenommen wurde und nun wieder zurückgebracht wird. Dieser hat z.T. die englische Kultur aufgenommen und fühlt sich bei der Rückkehr in die Heimat den Einheimischen überlegen. Nach Webbers und auch Cooks Ansicht wurde er jedoch durch die Mitnahme nach England entwurzelt. Er ist weder in England daheim, noch in der Südsee.
    Da der Autor neben dem Wechsel der Erzählperspektiven auch immer wieder zwischen den Schilderungen der Reise und der Zeit seiner Rückkehr wechselt, entsteht sehr eindrücklich ein Bild, was von Webber nach seiner Rückkehr von der Admiralität und der englischen Bevölkerung erwartet wurde und auf der anderen Seite, wie er es wirklich erlebt hat. Während England Cook als Helden und fast schon Halbgott sehen will, zeigt Webber, dass er doch in erster Linie ein Mensch war, der auch seinen Gefühlsschwankungen unterliegt.
    Sehr schön beschreibt der Autor aber auch, die Schwierigkeiten, die es Webber bereitet, die Farben der Südsee und der Arktis bzw. die Bewegung der See und die Lebendigkeit der von ihm portraitierten Personen in seine Bilder zu übertragen. Eine Krönung des Buches wäre gewesen, wenn nicht nur das Titelbild der Prinzessin Poetua abgebildet worden wäre, sondern weitere Bilder in das Buch aufgenommen worden wären, als Anschauungsmaterial. Aber auch so kann man in seinen Gedanken von der Südsee träumen.

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    Stadtbuecherei_Wuerzburgs avatar
    Stadtbuecherei_Wuerzburgvor 10 Jahren
    Rezension zu "Bis ans Ende der Meere" von Lukas Hartmann

    Mit großer Liebe zum Detail und in klassischer Manier wird in diesem Roman die Geschichte des englischen Malers schweizerischer Herkunft John Webber erzählt. John Webber nahm in den Jahren 1776 bis 1780 als Zeichner an der dritten und letzten Südsee-Expedition von James Cook teil. Dabei hält der Maler alles im Bild fest, was ihn der ehrgeizige und disziplinierte Kapitän James Cook an Bord der „Resolution“ erlaubt zu malen. Denn einige Motive darf er nicht wahrheitsgemäß im Bild festhalten, um der Nachwelt nur dass zu hinterlassen, was James Cook für richtig hält. So reist er in der stinkenden und bedrückenden Enge, die sich Mensch und Tier teilen, mehr als drei Jahre über die Weltmeere. Bis zu jenem schicksalhaften 14. Februar 1779 - der Tag, an dem Cook auf einer Hawaiiinsel durch ein unglückliches Missverständnis von Einheimischen ermordet wird. Vier Jahre später kehrt John Webber nun nach England zurück, doch die Sehnsucht nach der Südsee und das Liebesverhältnis zu einer Eingeborenen wird ihn nie mehr loslassen. Das von ihm gemalte Portrait James Cooks, will die verbitterte Witwe des Kapitäns aber nicht als das Bild ihres Mannes anerkennen.

    Lukas Hartmann, schweizerischer Autor, gelang mit diesem historischen Roman ein spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen. Seine Fähigkeit aus Quellenberichten lebendige Figuren zu entwickeln und sich mit Empathie in die historischen Personen hineinzuversetzen, machen diesen Roman zu einem aktuellen und ergreifenden Leseabenteuer. Geschickt werden hier Fakten und Fiktion zu einem Ganzen verknüpft, welches aufzeigt, dass die Wünsche, Ängste und Sehnsüchte der Menschen zeitlos sind und sich durch nichts von denen heutiger moderner Menschen unterscheidet. Bis ans Ende der Meere ist endlich mal wieder ein historischer Roman, der nicht nach dem üblichen Schema gestrickt ist und sich sprachlich aus der Flut historischer Romane angenehm hervorhebt.

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    Eulevor 10 Monaten
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    Ariettavor 4 Jahren
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    Nerolaanvor 4 Jahren

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