Lukas Hartmann Räuberleben

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Inhaltsangabe zu „Räuberleben“ von Lukas Hartmann

Geächtet, verteufelt, gejagt – das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein lebenspraller historischer Roman, der von den Zigeunerlagern in den Tiefen des Schwarzwalds bis in die Privatgemächer von Herzog Karl Eugen und seiner Franziska führt.

Ein etwas düsterer und trauriger Roman über die moralischen Vorurteile Ende 18. Jahrhundert.

— buchbunt

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  • Rezension zu "Räuberleben" von Lukas Hartmann

    Räuberleben

    WinfriedStanzick

    29. February 2012 um 11:19

    Lukas Hartmann ist ein großer Meister der Aufbereitung historisch belegter Stoffe und Ereignisse für literarisch anspruchsvolle Romane. Für seinen neuen Roman „Räuberleben“ hat er nach eigenen Angaben lange und intensiv nicht nur in den entsprechenden Archiven recherchiert , sondern auch unzählige Gespräche mit Lokalhistorikern geführt, die sich zum Teil schon ein halbes Leben mit der Hauptfigur des Romans befassen. Es geht um die Geschichte des Sinti Hannikel, der mit seiner Räuberbande Ende des 18. Jahrhunderts vor allem im Schwarzwald und im Elsass, aber auch in angrenzenden Regionen Angst und Schrecken verbreitete. Erzählt wird die Geschichte immer wieder aus dem Blickwinkel von Wilhelm Grau, einem Schreiber in Diensten von Jacob Schäffer, seines Zeichens Oberamtmann von Sulz und von einer großen Mission beseelt: er will den Räubern, Jaunern und Zigeunern das Handwerk legen, sie gefangen nehmen und ihrer gerechten Strafe zuführen. Der Schreiber Grau ist ein passionierter Insektenkundler und steht in regem schriftlichem Austausch mit einem Professor in Norddeutschland. Mit einem Brief an ihn beginnt das Buch im August des Jahres 1794. Nachdem die halbe Stadt Sulz einem verheerenden Band zum Opfer gefallen ist, vermutet Grau einen Racheakt des Sohnes des vor Jahren hingerichteten Räubers Hannikel. Zu diesem Sohn Dieterle hatte Grau während der monatelangen Verhöre nach der schlussendlichen Verhaftung der Bande ein von seiner Seite aus fast väterliches Verhältnis. Der Leser weiß also schon von Anfang an, was geschehen ist. Doch er kennt nicht die Details, er kennt nicht die Hintergründe und vor allem nicht die reichen sozialgeschichtlichen Informationen, die Lukas Hartmann nun Schritt für Schritt erzählt. Da wird berichtet von der leidenschaftlichen Arbeit des Räuberjägers Schäffer, bei der es ihn oft auch außer Landes zieht, und bei der ihn sein Schreiber Grau immer begleitet. Wir werden hineingeführt in das Leben und die Politik des Landesvaters Herzog Karl Eugen und seiner Frau Franziska. Es ist eine spannende und informative Geschichte, die Lukas Hartmann da aus den historischen Fakten entwickelt. Eine Geschichte voller auch menschlicher Dramatik, die einen etwas spüren lässt von den Lebensbedingen der Menschen Ende des 18. Jahrhunderts quer durch die verschiedenen Schichten. Eine wundervolle unterhaltsame Lektüre. Ein Buch, das man bis zum Ende nicht aus der Hand legen will.

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  • Rezension zu "Räuberleben" von Lukas Hartmann

    Räuberleben

    Gospelsinger

    21. February 2012 um 03:06

    „Und was gab denen, die durch glücklichere Lebensumstände in einer ganz anderen Lage waren, das Recht, über die weniger Glücklichen zu urteilen?“ Das sind Gedanken, die man in Württemberg am Ende des 18. Jahrhunderts lieber nicht aussprechen sollte. In dieser streng gegliederten Gesellschaft hat jeder den ihm zugewiesenen Platz auszufüllen, auch die Zigeuner. Deren Platz ist ganz unten, in Gefängnissen und Arbeitshäusern. Armut ist eine Straftat, die strengstens geahndet wird. Selten kommt es vor, dass jemand Mitleid mit den Zigeunern fühlt. Eine dieser menschlichen Seelen ist der Schreiber Wilhelm Grau, der in Sulz für den Oberamtmann Schäffer arbeitet, und der selbst auch in keiner beneidenswerten Position ist. Seine Frau und seine Söhne sind an einem Fieber gestorben; seine Tochter hat er zu Verwandten geben müssen, denn seine Arbeit macht es ihm unmöglich, sich um sie zu kümmern. Schäffer verlangt ständige Bereitschaft, auch nachts. Er ist ein fanatischer Räuberjäger. Besonders auf den berühmten Räuberhauptmann Hannikel hat Schäffer es abgesehen. Hannikel hat einen Ehrenmord begangen und befindet sich jetzt mit seiner gesamten Sippe auf der Flucht. Gejagt werden sie alle, denn für die Obrigkeit sind auch Frauen, Kinder und geistig Behinderte Verbrecher, wenn sie denn mit einem Räuber verwandt sind. Lediglich Wilhelm Grau macht sich Gedanken darüber, was Menschen zu Verbrechern werden lässt. Ist es denn wirklich so verwerflich, wenn Hungernde ein wenig Essen stehlen? Gewalttätig war die Sippe bis zu dem Ehrenmord nicht, gestohlen wurde nur, was zum Überleben unbedingt nötig war. Immer wieder wird für Grau deutlich, dass den Angeklagten gar nichts anderes übrig blieb, als das Leben so zu führen, wie es ihnen vorgeworfen wird. Jeglicher Versuch Hannikels, einer normalen Arbeit nachzugehen, wurde durch die Vorurteile der Etablierten vereitelt. Besonders Hannikels elfjähriger Sohn Dieterle lässt Wilhelm Grau die geltenden Überzeugungen der Gesellschaft überdenken. Was wäre aus dem Jungen geworden, wenn er in eine begüterte Familie hineingeboren worden wäre? Aber Wilhelm Grau ist leider nicht in der Position, etwas für die Sippe Hannikels zu tun, seine Handlungsmöglichkeiten sind durch seine untergeordnete Stellung stark beschränkt. Als es Schäffer gelingt, Hannikel und seine Sippe einzufangen, beginnt ein beispielloses Spektakel. Im vergitterten Karren wird Hannikel durch die Dörfer gefahren, gefesselt, geknebelt und streng bewacht. Denn allzu oft hat er es schon geschafft, seinen Häschern zu entkommen. Die Hinrichtung Hannikels wird zur Volksbelustigung. Lukas Hartmann schreibt ganz besondere Bücher, und auch dieser Roman erreicht wieder ein sehr hohes Niveau. Im Gegensatz zu den meisten historischen Romanen ist dieser nicht bunt und romantisch, sondern düster und realistisch. Sprachlich glänzend lässt Hartmann die damalige Zeit mit ihren Zwängen, unter denen die Menschen standen, lebendig werden und weckt ein Bewusstsein für die damals herrschenden gravierenden sozialen Ungerechtigkeiten, aber auch für die religiöse Heuchelei der Obrigkeit. Dieses bewegende und zutiefst menschliche Buch hat mich sehr berührt.

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