Lukas Holliger

 4 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Das kürzere Leben des Klaus Halm, Glas im Bauch und weiteren Büchern.
Lukas Holliger

Lebenslauf von Lukas Holliger

Lukas Holliger Geboren 1971 in Basel. Schreibt Prosa, Hörspiele und Theaterstücke. 2003 erhält er in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „theater heute“ eine Nominierung als bester Nachwuchsautor des Jahres. Uraufführungen am Bremer Theater, Schauspiel Leipzig, Theater Konstanz, u.v.a. 2013 steht er auf der Shortlist für den “Hörspielpreis der Kriegsblinden“. Seine Bühnentexte wurden bisher ins Polnische und Griechische übersetzt. 2015 erschien in der Edition Meerauge sein Prosadebüt “Glas im Bauch”.

Alle Bücher von Lukas Holliger

Das kürzere Leben des Klaus Halm

Das kürzere Leben des Klaus Halm

 (6)
Erschienen am 24.11.2017
Glas im Bauch

Glas im Bauch

 (2)
Erschienen am 17.08.2015
Falscher Alarm

Falscher Alarm

 (0)
Erschienen am 01.10.2016

Neue Rezensionen zu Lukas Holliger

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Rezension zu "Das kürzere Leben des Klaus Halm" von Lukas Holliger

Erfordert ein bisschen Grips
Livricieuxvor einem Jahr

»Und weil er darauf nichts mehr sagte, küsste sie Halm, der in den letzten Wochen selber bärtig geworden war, so kurz und endgültig auf die Nasenspitze, wie man ans Ende eines Satzes einen Punkt setzt.« (S.221)

Kurz zum Inhalt

Ein arbeitsloser (und über das gesamte Buch hinweg auch namenloser) Filmvorführer verlässt seine Wohnung nur noch für die regelmässigen Besuche beim Arbeitsamt und Tramfahrten quer durch die Stadt Basel. Während dieser Fahrten kann er ein bisschen seiner Einsamkeit entfliehen, indem er den Fahrgästen Namen gibt und sich ein Leben für sie ausdenkt. Diese Ideen hält er in einem Notizheft fest, dass er in der Papeterie von Klaus Halm gekauft hat. Als er diesen eines Tages beobachtet, wie er mit einem neu gekauften Kinderwagen in ein Tram einsteigt, beschliesst er ihm zu folgen.
Klaus Halm scheint das genau Gegenteil seiner selbst zu sein, denn mit Frau, Kind und Arbeit hat er alles, was dem Filmvorführer fehlt. Und noch mehr hat Klaus Halm, er hat nämlich auch Yvonne, in die er sich unsterblich verliebt hat. Und während Halm in schöner Regelmässigkeit das Rheinufer und die Betten wechselt, versinkt der Filmvorführer immer mehr in seinen Beobachtungen. Bis nicht einmal mehr die beiden Protagonisten wissen, wer hier eigentlich wessen Leben lebt.

Meine Gedanken

Lukas Holligers Das kürzere Leben des Klaus Halm ist für den Schweizer Buchpreis nominiert und mir deswegen ins Auge gefallen. Die Sprache der Leseprobe faszinierte mich in ihrer Klarheit und Verspieltheit gleichermassen. Mit Wortspielen und einzigartigen Metaphern erzählt Lukas Holliger eine Geschichte zwischen Traum und Realität.  Die Grenzen scheinen zu verwischen, mal ist man hier, mal dort. Mal scheint die Handlung diese Wendung zu nehmen, in der nächsten Szene, schaut alles aber wieder komplett anders aus. Ich muss gestehen, manches mal blätterte ich wieder zurück, nur um zu sehen, dass ich die vorhergehende Szene doch richtig im Kopf hatte und jetzt wirklich alles wieder über den Haufen geworden wurde. Die Lektüre von Das kürzere Leben des Klaus Halm erfordert einiges an Konzentration. Da war nix mit nebenher lesen, wenn der Mann TV guckt, ich musste mich oft ins Schlafzimmer zurück ziehen, um ungestört zu sein und der Geschichte folgen zu können.

»Freundeskreise sind Maskenbälle. Ein billiger Vergleich, ich weiss. Aber es führt zu einer kostbaren Einsicht. Der Einsicht, dass wir unsere Masken vollständig erst ablegen, wenn wir einsam sind.« (S.9)

Überrascht wurde ich vom Zynismus und der Ironie der beiden männlichen Protagonisten. Während der Filmvorführer und Ich-Erzähler zu Beginn des Buches nur so vor Zynismus sprüht, die Fahrgäste in wenigen Blicken erfasst und entlarvt und dies alles mit scharfen, präzisen Worten beschreibt, so ist Halm voller bissiger Ironie, wenn er beispielsweise darüber sinniert, dass er sich nach der Reparatur des WC-Spülkastens dem Sinn des Lebens näher sehe, als nach dreissig Arbeitstagen in der Papeterie.
Daran muss man sich als Leser*in erst einmal gewöhnen, muss damit umgehen. Wie bereits gesagt, das Buch erfordert Konzentration und ein bisschen Grips.

Der Dreiecksgeschichte um Yvonne, Halm und der Filmvorführer wird in diesem Roman viel Platz geboten. Allerdings driftet Lukas Holliger nie ab in Kitsch und Klischees, vielmehr bietet er feine, kleine Einblicke ins Beziehungsgeflecht und Familienleben der Protagonisten. Und auch die gewohnte Ironie bleibt nicht aus. So werden vom Autor einige Lebensthemen von Paaren und Eltern in diese kurze Geschichte gepackt.

Über lange Strecken plätschert die Geschichte so vor sich hin bis dann zur finalen Wendung, die dramatischer und turbulenter nicht sein könnte. Nicht nur die Ereignisse überschlagen sich, sondern auch das Erzähltempo und der Schreibstil werden von einer alles erfassenden Unruhe gepackt. Holliger spielt mit SMS und Mail Verläufen, Rückblenden und alternativen Handlungssträngen, die plötzlich ins Leere laufen. Besonders raffiniert ist das erzählerische Band, welches die Leben von Halm und dem Filmvorführer verschränkt und umkehrt. Bis man am Ende nicht mehr weiss, wer hier eigentlich wessen Leben lebt.

Fazit

Mit Das kürzere Leben des Klaus Halm hat Lukas Holliger einen faszinierenden Roman geschrieben, der voller unglaublicher Wendungen und Irrungen ist. Nicht nur die Themenvielfalt begeistert, sondern auch die stilistischen Wendungen und Finessen.
Auch wenn der Roman nicht ganz einfach zu lesen ist und neben Konzentration und Fantasie auch ein bisschen Grips erfordert, so ist er doch eine klare Leseempfehlung meinerseits.

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K

Rezension zu "Das kürzere Leben des Klaus Halm" von Lukas Holliger

hatte aufgrund gelesener Rezensionen höhere Erwartungen
katze102vor einem Jahr

Ein ehemaliger Filmvorführer, mittlerweile arbeitslos, verläßt seine Wohnung in Basel eigentlich nur für Besuche des Arbeitsamtes und Fahrten mit der Tram. Diese geniesst er und entkommt dabei auch seiner Einsamkeit, beobachtet die Mitfahrenden, denkt sich Namen und Leben für diese aus. Einen davon nennt er Klaus Halm und für ihn läßt er sich eine kurze Lebensgeschichte einfallen;immer mehr Gefallen findet er daran und schreibt seine Phantasien in ein kleines Heft und verliert sich letztendlich in seiner geschaffenen Parallelwelt.

Lukas Hollinger läßt seinen namenlosen Erzähler sowohl Alltägliches beobachten als auch sehr Skurriles und eine eigene Geschichte entwickelt, manchmal mit variierenden Passagen, manchmal etwas schrill, ein anderes mal ziemlich spießig.

Zu Beginn hat mich die Beschreibung um den Filmvorführer stark an den älteren Herrn aus der Erzählung „Ein Tisch ist ein Tisch“ erinnert, da beide unter ihrer Einsamkeit leiden und einen speziellen, ganz eigenen Weg daraus kreieren.
Lukas Hollinger legt ihm zwischendurch so wunderbare Sätze, Wortspiele Humor und Wortwitz in den Mund, die beim Lesen Eindruck hinterlassen, z.B. „Einsamkeit“ sei „etwa so schädlich wie Rauchen oder Fettsucht“ ( S. 12) oder „Meine Freiheit scheitert an meiner Einsamkeit“ ( S. 16) oder „Niemand hat das Recht zu gehorchen.“ ( S.53).

Des Filmvorführers geschaffene Traumwelt um das Leben des Klaus Halm wird durch die äußerst detailreichen Beschreibungen sehr gut vermittelt, die mir allerdings manchesmal auch etwas zu ausgedehnt waren. Nachdem ich andere,  allesamt ähnlich lautende Rezensionen auf verschiedenen Seiten gelesen habe, die voll des Lobes und der strikten Betonung benötigten Verstandes oder Hirnschmalzes waren, hatte ich vielleicht zu hohe Erwartungen an das Buch gestellt. Obwohl der Roman ganz nett zu lesen war, konnte er mich nicht allzu tief berühren.

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Vampir989s avatar

Rezension zu "Das kürzere Leben des Klaus Halm" von Lukas Holliger

Eine sehr interessante Geschichte mit vielen Emotionen,Wahrnehmungen und Gefühlen
Vampir989vor 2 Jahren

Zum Inhalt:

Ein arbeitsloser Filmvorführer verschanzt sich in seiner Wohnung in Basel. Nur das Arbeitsamt oder die Einsamkeit treiben ihn aus dem
 Haus. Eines Tages fällt ihm ein Mann ins Auge, den er von nun an verfolgt: Klaus Halm. Dieser wirkt bei aller Unscheinbarkeit wie sein exaktes Gegenbild, denn mit Frau, Kind und Arbeit hat er alles, was dem Erzähler fehlt.
Immer weiter versenkt er sich in das minuziös beobachtete Leben des Klaus Halm, und am Ende ist sich nicht nur der Erzähler unsicher, wer hier eigentlich wessen Leben lebt.

Der Autor verführt uns in eine Welt von Gedanken,Gefühlen,Emotionen und Wahrnehmungen.Wir lernen einen arbeitslosen Menschen kennen,der eigentlich keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht.Er fährt leidenschaftlich gern Tram und dort beginnt er sich Notizen über seine Fahrbegleiter zu machen.Er gibt Ihnen Namen und stattet Sie mit selbst erdachten Eigenschaften aus.Und plötzlich kommt Klaus Halm ins Spiel.Der Leser beginnt nun seine Geschichte mit zu verfolgen.

Wir tauchen als Leser in eine fantasievolle ,beeindruckende Traumwelt ein.Der Autor verseht es uns zum Träumen und Nachdenken anzuregen.Für einige Zeit vergessenen wir die Sorgen und Probleme des Alltags.
Durch den einzigartigen Erzählerstil wird man förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Die vielen Protoganisten wurden sehr gut beschrieben und ich konnte Sie mir bildlich klar vorstellen.Jeder hat seinen eigenen Charakter und ist in seinem Wesen anders.Ich habe mit Ihnen geweint,gelacht und gefiebert.
Alles läuft in der Geschichte wie in einem Film ab.Das hat mich sehr fasziniert und emotional tief bewegt.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.
Die Erzählungen lesen sich sehr gut .Allerdings benötigt man einen guten Verstand.
Die Handlung bleibt bis zum Ende sehr interessant und es wird dadurch nie langweilig.Ich war als Leser sehr traurig als ich die letzte Seite dieser Lektüre gelesen hatte.Denn eigentlich hätte ich noch stundenlang weiter träumen können.


Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich hatte wundervolle Lesemomente.

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Gespräche aus der Community

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LukasHolligers avatar
Hiermit stelle ich meinen Debütroman auf Lovelybooks vor, und bin gespannt, was passiert?
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Zusätzliche Informationen

Lukas Holliger wurde am 21. August 1971 in Basel (Schweiz) geboren.

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in 9 Bibliotheken

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