Lukas Niederberger

 4.3 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Die Kunst engagierter Gelassenheit, Am liebsten beides und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Lukas Niederberger

Am liebsten beides

Am liebsten beides

 (3)
Erschienen am 01.07.2005
Die Kunst engagierter Gelassenheit

Die Kunst engagierter Gelassenheit

 (3)
Erschienen am 23.05.2011
Kleine Bet-Lektüre

Kleine Bet-Lektüre

 (0)
Erschienen am 01.07.2014

Neue Rezensionen zu Lukas Niederberger

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Rezension zu "Am liebsten beides" von Lukas Niederberger

Entscheiden in einem Meer von Möglichkeiten
peedeevor 3 Jahren

Jeden Tag müssen wir zig Entscheidungen treffen, von ganz einfachen (Honig oder Marmelade aufs Brot?), schönen (Badeferien oder Städtereise?) bis zu sehr schwierigen (kündigen oder doch bleiben?). Bei einigen Entscheidungen ist keine lange Überlegung nötig, bei anderen tun wir uns jedoch sehr schwer. Der Autor will in diesem Sachbuch aufzeigen, wie man gute Entscheidungen trifft. Er ist Theologe und nach 22 Jahren aus dem Jesuitenorden ausgetreten – eine wirklich weitreichende Entscheidung.

Erster Eindruck: Ein klares, reduziertes Cover, das für mich aber genau die Problematik des Entscheidens widerspiegelt. Oftmals sind die Entscheidungen absolut konträr.

Warum lese ich dieses Buch? In privaten Dingen tue ich mich oft schwer, mich zu entscheiden, da es für mich in dieser Multioptionsgesellschaft (schöner Begriff, oder?) zu viele Möglichkeiten gibt. Ein Beispiel: Wo soll ich in die Ferien? Hamburg, München, oder doch lieber in die Berge? Aber ich könnte ja auch eine Wanderung machen… Oder lieber zu Hause bleiben? Internet sei Dank verliere ich mich oft in den vielen Angeboten!

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, das Buch liest sich flüssig, jedoch sollte man sich genügend Zeit nehmen, um sich den vielen Fragen zu stellen und auch um die Übungen zu machen. Ich bin offenbar ein „Maximizer“, d.h. ich bin immer auf der Suche nach noch besseren Wahlmöglichkeiten (ein „Satisficer“ wäre hingegen schneller zufrieden). In Bezug auf meine oben erwähnte Ferienplanung stimme ich hier vollkommen zu.

Mir haben die vielen Zitate gefallen, die mich jeweils zum Nachdenken angeregt haben; hier eine Auswahl:
> „Der Mensch kann tun, was er will, aber nicht wollen, was er will.“ (Arthur Schoppenhauer)
> „Wer nicht weiss, was er will, weiss auch nicht, was Gott will.“ (Teresa von Ávila)
> Zahlreiche biblische Texte erzählen, dass Gott für jeden Menschen einen fixen Plan hat. Aber „Gott bleibt letztlich immer ein Geheimnis.“

Fazit für mich? Die Wahl FÜR etwas ist auch eine Wahl GEGEN etwas; eine Nicht-Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Ich habe nicht DAS einzig wahre Rezept erwartet, sondern viele Tipps, die meine Entscheidungsprozesse beeinflussen, anregen, verändern, beschleunigen… Das habe ich erhalten – vielen Dank dafür.

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W

Rezension zu "Am liebsten beides" von Lukas Niederberger

Wer sich entscheidet, wertet, wählt, und das bedeutet auch Verzicht
WinfriedStanzickvor 5 Jahren


 

Viele Menschen tun sich schwer mit persönlichen Entscheidungen. Will ich mich binden, oder doch lieber weiter suchen nach der perfekten Traumfrau? Soll ich den Arbeitsplatz, zu dem ich jeden Morgen widerwillig hinfahre, wechseln, oder ist das gute Gehalt Grund genug zu bleiben?

 

Will ich die latente Unzufriedenheit, die ich seit längerem in meinem Alltag spüre, einmal genauer hinschaue und bin ich auch bereit für eventuell nötige Veränderungen?

 

Aber auch so banale Entscheidungen, wie ob ich dieses Jahr lieber ans Meer in den Urlaub fahre, wie meine Familie es sich wünscht oder doch wieder in  die Berge, wo es mir so gut gefallen hat im vergangenen Jahr, oder ob ich die Freunde XY wieder einmal zu Essen einladen sollte, behandelt der Theologe und Philosoph Lukas Niederberger in seinem neuen Buch.

 

Es sind dabei die weitreichenden Entscheidungen, die die einen ganzen weiteren Lebensweg beeinflussen, die es nötig machen und uns geradezu zwingen, die äußeren Gegebenheiten zu beurteilen und uns ganz genau unserer eigenen Ziele bewusst zu werden. Dabei ist es meistens nötig, dass man lernt Unsicherheiten auszuhalten und auch einmal Risiken einzugehen.

 

Beides ist nötig bei wichtigen Entscheidungen: der analysierende Blick auf die äußeren Umstände und der ehrliche, manchmal schmerzhafte Blick nach innen, in meine Seele, in meine wahren Bedürfnisse.

 

Lukas Niederbergers Buch ist eine verständliche, gut aufgebaute und sehr hilfreiche Handreichung für all diejenigen, die nicht nur Unterstützung bei einer schwierigen Entscheidungen, vor die sie gerade stehen in ihrem Leben, sondern auch lernen wollen, was  sich dabei neurologisch und psychologisch ereignet, wenn sie sich in einen solchen Prozess begeben.

 

Ein Zitat zeigt gut, worum es geht:

„Man kann sich nicht ein Leben lang

sämtliche Türen offenhalten,

um keine Chance zu verpassen.

Auch wer durch keine Türen geht

und keinen Schritt nach vorne wagt,

dem fallen Jahr für Jahr eine nach der anderen

Türe zu.

Wer selber leben will, muss entscheiden

mit JA und NEIN im Großen und im Kleinen.

Wer sich entscheidet, wertet, wählt,

und das bedeutet auch Verzicht.“

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Rezension zu "Die Kunst engagierter Gelassenheit" von Lukas Niederberger

Rezension zu "Die Kunst engagierter Gelassenheit" von Lukas Niederberger
Sophia!vor 7 Jahren

„Bei den meisten Menschen ist Ruhe nichts als Erstarrung und die Bewegung nichts als Raserei. (Epikur)“.
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An diesem Zitat wird schon ersichtlich, dass das Ziel die goldene Mitte sein muss, eben der Zustand zwischen Erstarrung und Raserei. Der Begriff der engagierten Gelassenheit strebt genau diese innere Haltung an und steht bezeichnenderweise für die Kunst, einer gewissen Sache vollste Aufmerksamkeit zu schenken und dennoch nicht dem zerstörerischen, krank machenden Stress zu verfallen. Es geht darum wie man brennt, ohne auszubrennen.
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Der Philosoph und Theologe Lukas Niederberger hat mit dem Titel „Die Kunst engagierter Gelassenheit“ ein Buch geschaffen, das seinen Lesern umfassende Ratschläge gibt, wie genau dies gelingen kann.
Wichtig scheint ihm zu sein, Gelassenheit nicht einfach vorschreiben zu wollen, sondern vielmehr im Hinblick auf die jeweilige individuelle Persönlichkeit anzuwenden. Jeder Einzelne ist angesprochen in der konkreten ihn umgebenen Situation. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Schicksal des Sisyphus, der in seiner ausweglosen Situation ein neues Ziel findet, nämlich das auf dem Weg zu sein und somit den Zustand der heiteren Gelassenheit erreicht. Doch genau das im Einzelfall anzuwenden, ist sicherlich nicht immer leicht.
Daher wird in dem ersten Teil des Textes der Begriff der Gelassenheit näher betrachtet. Ein facettenreicher Ausdruck, der für verschiedene Dimensionen steht, wie bei den alten Griechen etwa für Besonnenheit, Seelenruhe, Gleichmut oder Leidenschaftslosigkeit. Auch im Lateinischen kann das Wort unterschiedlich interpretiert werden. Die Betrachtung der verschiedenen Sprachdimensionen kombiniert mit der geschichtlichen Entwicklung ist hochinteressant und aufschlussreich. Am Ende eines jeden Kapitels richten sich einzelne Fragen an den Leser, die ihn zu einer weiterführenden Reflektion anregen sollen. Die Fragestellungen zu diesem Abschnitt lauten beispielsweise:
„Wie definiere ich Gelassenheit?“
„Wann, wo und wie erlebe ich Gelassenheit im Alltag – in Partnerschaft und Familie, am Arbeitsplatz, mit Freunden, in der Freizeit oder auf dem persönlichen spirituellen Weg?“
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Ebenfalls finden sich in jedem Kapitel eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen zu dem jeweiligen Thema von Menschen, die gezielt dazu befragt wurden. Hier erweitert sich die eigene Sichtweise, man kann vielem zustimmen oder andere Positionen für sich selbst ausschließen.
In einem nächsten Schritt werden die Gelassenheitshemmer thematisiert, zu denen etwa Aussehen, eigene und fremde Erwartungen, Vergleiche mit anderen, Beziehungskonflikte, Ängste oder ein mangelndes Selbstwertgefühl zählen. Auch hier ist es interessant, fremde Sichtweisen kennenzulernen. Zusätzlich werden Erkenntnisse der sogenannten Worrying-Forschung angesprochen sowie Strategien, zum Loslassen der Hemmnisse. Mögliche Strategien wären Weinen, Klagen, Trauern, Pausen, Filme, Literatur, Gespräche, Gebet, Bewegung in der Natur uvm. Auch ein Blick auf das besondere Nutzen dieser Methoden ist empfehlenswert.
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Wie eine engagiert gelassene Lebensweise glücken kann, verdeutlichen etwa auch die Regeln von Papst Johannes XXIII. oder auf humorvolle Weise die 11 Artikel des Kölner Grundgesetzes und deren Übersetzung ins Hochdeutsche. Das Zusammenspiel von Fließtext, Zitaten, Befragungsergebnissen von Einzelpersonen, Reflektionsfragen und Beispielen macht das Lesen zu einer gewinnbringenden Erfahrung und Erweiterung des eigenen Horizonts auf angenehme Weise.
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Fazit: Ein wichtiges, ein wertvolles Buch und Wegbegleiter zu neuer Gelassenheit und somit neuer Lebensqualität. Ich würde es jederzeit wieder lesen und meinen Liebsten schenken.

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