Meine Kurzeinschätzung: Das Buch hat mir ein Freund ausgeliehen, weil er meine Liebe für True- Crime unterstützen wollte. In diesem Buch geht es um Satanismus hauptsächlich in Deutschland, aber auch stellenweise in Amerika. 🚩Aber Achtung: Triggerwarnung! 🚩 In diesem Buch werden Thematiken wie: Gewalt, psychische/physische/seelische Erpressung, Menschenopfer, Tierquälerei, Kindestötung, Alkoholismus u.ä. verstörende Dinge angesprochen und behandelt. Mich hat das Buch stellenweise wirklich schockiert zurückgelassen. Kann sowas wirklich in Deutschland möglich sein? Sind es oftmals auch Satanisten die Menschen spurlos verschwinden lassen? Lukas ist erst 15 Jahre alt. Kommt mit ihm auf eine Reise, die ihr bestimmt nicht so schnell vergessen werdet.
Cover: Das Cover des Buches ist absolut unscheinbar und ganz typisch für das Jahr 1995 gestaltet. Weißer Hintergrund, fettgedruckter schwarzer Buchtitel und Genre- kurze Zusammenfassung des Inhalts. Nur ein kleines Quadrat zeigt ein Bild- wir sehen eine verschleierte Gestalt mit roter Kapute, die beide Arme erhoben hält- in der Hand hält die Person ein goldenes, stark verziertes, umgedrehtes Kreuz. Ganz wichtig ist hier der Fakt, dass das christliche Kreuz umgedreht ist, als Zeichen Satans. Es ist tatsächlich ein Buch, welches ich rein vom optischen her, nicht lesen würde. Lasst euch davon, aber nicht abschrecken!
Schreibstil & Inhalt: Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen und war absolut angenehm. Angenehm, weil er sehr leicht verständlich, flüssig und die Kapitel gut strukturiert waren. Wäre die Thematik nicht so erschreckend, würde ich ihn ganz klar als Pageturner einordnen. Auch die detaillierten Beschreibungen, gerade was die Gefühlswelt von Lukas angeht, haben mir wirklich sehr gut gefallen. Kommen wir kurz und knapp zum Inhalt: 15.. so alt ist Lukas als er Anhänger einer Satanistensekte wird. Für jeden "Normalo" unvorstellbar. Aber Lukas hat es schon in jungen Jahren schwer: Er lebt im Heim oder in einer WG, seine Eltern: Weg. Er fühlt sich ungeliebt, einsam, unverstanden. Ist also offen für solche Leute, die ihm das Gefühl geben Teil einer Gruppe zu sein. Lange Rede, kurzer Sinn: Er wird durch seinen "Freund" Peter Satanist. Quält Tiere und Menschen. Schiebt Freunde und Familie von sich, aus Angst dass ihnen schlimmes passiert. Denn als Satanist darfst du nicht lieben. Er nimmt in Deutschland und Amerika an Messen teil.. Messen die Menschen- und Tieropfer beinhalten, Kindestötungen und Massenvergewaltigungen und Orgien. Doch als es richtig schlimm wird und er seine letzte Aufgabe antreten soll, um Priester zu werden, steigt er aus. Lukas geht ab da durch die Hölle: Halluzinationen, Verfolgungswahn, Todesangst, Suizidgedanken, Schlaflosigkeit.. Weil er denkt das Satan ihn holt.. oder die Anhänger. Seine Betreuer wissen nichtmehr weiter und er wird in eine Psychatrische Anstalt verlegt. Und obwohl das schrecklich klingt- findet Lukas dort zu sich selbst zurück.. Und findet auch sein ganz persönliches Glück. Das Ende hat mich wirklich glücklich gemacht, denn Lukas hat sein ganz eigenes Happy End gefunden.. Ohne Satan, sondern nur mit Liebe. Ich habe mich unendlich doll gefreut.
Charaktere: Unser Hauptcharakter in diesem Buch ist Lukas. Ich muss sagen, dass Lukas einige große charakterliche Veränderungen durchmacht. Am Anfang ist er ziemlich verloren, verunsichert und wird mehr oder weniger in den Satanismus hineingeschubst. Da ist er sichtlich abgeneigt, kann dem Satanismus nichts abgewinnen und zwingt sich zu den Messen.. Aber dann gibt es mehr und mehr einen Wandel, obwohl er auch nach Jahren immernoch mal ganz kurz zweifelt, gerade wenn es um schier grauenhafte, menschenunwürdige Dinge geht, gefällt ihm der Satanismus immer mehr. Menschen und Tiere quälen, sich erhaben und mächtig fühlen.. Denken, dass ihm nichts etwas anhaben kann, weil er durch die Gruppe beschützt wird.. Das er nichts und niemanden braucht. Keine Liebe braucht. Zum Glück hat sich Lukas auch nach all den Jahren ein bisschen Menschlichkeit bewahrt.. Und das kann einem bis zum Schluss nur eines geben- obwohl er Depressionen, Angstzustände, Suizid- und Verfolgungswahn hat: Hoffnung. Hoffnung, dass da draußen etwas ist, was ihm hilft und heilt. Welchen Charakter ich allerdings noch erwähnen möchte ist Peter- obwohl er Lukas zunächst zwingt teilzunehmen, wird er irgendwann nicht nur sein Sektenbruder, sondern ein richtiger Freund. Ich muss sagen, dass es mich ein wenig traurig gestimmt hat, nichts mehr von ihm zu hören und auch nicht zu wissen, was aus ihm geworden ist. Ein großes Lob also für die Ausarbeitung der Charaktere. :)
Mein Fazit: Ich vergebe herzliche 4,5 Sternchen. Obwohl das Buch 1995 erschienen ist und damit scheinbar ein wenig in die Jahre gekommen, ist der Inhalt doch sensationell gut geschrieben, leicht verständlich und auch vom Inhalt her, sehr aktuell. Wie oft hört man nämlich: Ich habe es getan, weil Satan es mir befohlen hat oder die Personen in einer Sekte waren und deshalb unbeschreibliches Taten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es solche Sekten auch in Deutschland gibt- wenig wird darüber berichtet, darum finde ich dieses Buch gerade so wichtig: Um Augen zu öffnen und Aufklärung zu betreiben. Gerade Menschen, die sich ungeliebt fühlen und auch keinen stabilen Familien- und Freundskreis haben, sind für solche Sachen nämlich erschreckend offen.





