Lukrez Über die Natur der Dinge

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Inhaltsangabe zu „Über die Natur der Dinge“ von Lukrez

Klaus Binders Neuübersetzung der Bibel der Sinnlichkeit – Lukrez’ Über die Natur der Dinge.
Fast unglaublich war, was der italienische Humanist Poggio Bracciolini in einem deutschen Kloster entdeckte – kurz nachdem in Konstanz Johannes Hus als Ketzer verbrannt worden war: ein Gesang aus der Römerzeit, der in wunderbarer Poesie vom Bau der Welt erzählt und wie die Menschen darin ein glückliches Leben führen können – ohne Angst vor dem Tod und ohne falsche Furcht vor Göttern. Die nämlich – so Lukrez – sollen den Menschen getrost egal sein. Eine philosophisch fundierte Feier der Natur, des Lebens und der Liebe.
Es dauerte Jahrzehnte, bis das Buch im Druck erschien, und noch Giordano Bruno, der sich auf es berief, wurde wegen Ketzerei verbrannt. Aber der Siegeszug dieses unendlich schönen, freien und unvoreingenommenen Textes war nicht mehr aufzuhalten: Bruno, Galilei, Montaigne, Shakespeare, Gassendi, die Enzyklopädisten, Sterne, Wieland, Friedrich II., Goethe, Kant und Karl Marx, Nietzsche, Albert Einstein und Camus gehörten zu den Kennern und Verehrern des Buchs.Der Übersetzer Klaus Binder bemerkte bei seiner Arbeit an Stephen Greenblatts Bestseller über Lukrez, dass keine der vorliegenden deutschen Übersetzungen für ihn Schönheit und inhaltliche Raffinesse des Lukrez’schen Gedichts zufriedenstellend wiedergibt. Also machte er sich selbst an die Arbeit und legt hier – wie einst z. B. Wolfgang Schadewaldt mit Homer – eine verständnisfördernd kommentierte, rhythmisierte Prosaübersetzung vor.

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    Über die Natur der Dinge

    michael_lehmann-pape

    26. November 2014 um 13:04

    Wiederentdeckung Sehr schön gestaltet kommt diese Neuausgabe des Werkes Lukrez schon rein äußerlich daher. Ein Eindruck., der sich beim Erkunden der Hinführung und, vor alle, der Übersetzung der Texte selbst deutlich vertieft. "Dort, wo sie noch niemandes Fuss berührte, unwegsame Gefilde der Pieriden durchwandere ich. Freudig suche ich die Quellen, aus denen noch keiner gekostet hat". So führt Lukrez selbst ein in sein viertes Buch "Von den Sinnen" und so fasst es Klaus Binder wunderbar schwingend in eine poetische Prosa, einfach in eine schöne Sprache, die einerseits dem Duktus des Originals folgt (welches Lukrez als Lehrgedicht verfasst hat) und andererseits die Betrachtungen Lukrez damit auch in ihrem Inhalt atmosphärisch mit zur Geltung bringt. Von den Urelementen, Weiteres von den Urelementen, Von der Seele, von den Sinnen, von den Welten und von Wundern und Schrecken unserer Welt, anthropozentrisch folgt Lukrez dem, was Menschen sehen, wahrnehmen, fühlen können, was sie an Begehren und Liebe treibt, wie sich dies auf die Welt auswirkt und aus welcher Welt heraus dies gespeist, geprägt wird. Ein Denken, welches Stephen Greenblatt in seiner Einführung präzise benennt und ebenso die biographischen Eckdaten des Lukrez noch einmal knapp vor Augen führt. Einer, wie Greenblatt konstatiert, der zu Unrecht "unter einem Schleier liegt", von Anfang an, da sein umfassendes Gedicht "den Werten des damaligen Rom und seiner Bürger zuwiderläuft". Einer, der die fromme Verehrung der Götter vergeblich und wahnhaft nannte, der die heroischen Kriege nicht schätzte, sondern den Frieden als höchstes Gut der Gemeinschaft pries. Das Streben nach Reichtum benennt Lukrez als fehlgeleitete "Suche nach Sicherheit" , ebenso, wie er das weltliche Streben nach "ewigem Ruhm" angesichts der Tatsache der Endlichkeit allen weltlichen Lebens absurd empfand. Einerseits somit klare Gegensätze gegen die Eckpfeiler der damaligen römischen Gesellschaft, andererseits bewertet Greenblatt Lukrez aus diesem heraus Lukrez nicht zu Unrecht als einen Wegbereiter der Aufklärung. Zumindest finden sich vielfach Gedanken, die außerordentlich modern klingen und die in ihrer grundsätzlichen Betrachtung des menschlichen Seins und der "Natur der Dinge", damit eben aber auch der grundsätzlichen Probleme des Menschen, der Gemeinschaft und des Umgangs mit der Welt (den Krieg thematisiert Lukrez dabei ebenso wie das Unrecht, Gier, den Umgang mit der Natur). Dabei folgt Lukrez erkennbar den Gedanken und der Lehre Epikurs, in seinem "alles, was wir haben, ist das Leben im Hier und Jetzt", dessen Freuden der Mensch lernen soll, anzunehmen, ohne zu vergessen, auf "das Wirkliche" zu blicken, den Tod. All dies verfasst Lukrez mit einer bildkräftigen, intensiven, packenden Sprachgewalt, die auch heute noch seine Texte zu einem schon rein sprachlich wunderbaren Erlebnis machen. Mit vielfachen Gedanken, die der Moderne ebenso zu Gesichte stehen, wie sie zu Lukrez Zeiten, zumindest für ihn, grundsätzlich aktuell und wichtig waren und die sich durch die vielfachen und verständlichen Erläuterungen, Lesehilfen und Kommentare von Greenblatt im Anschluss an die fünf Bücher Schritt für Schritt in ihrer Bedeutung und Weite hilfreich erarbeiten lassen.

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