Luna Al-Mousli Eine Träne. Ein Lächeln (Sonderausgabe)

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Inhaltsangabe zu „Eine Träne. Ein Lächeln (Sonderausgabe)“ von Luna Al-Mousli

„Vierzehn Jahre meines Lebens verbrachte ich in einer der ältesten Städte der Welt – in Damaskus. Mit 44 Geschichten aus meiner Kindheit und Jugend gebe ich einen Einblick in das Leben dieser Stadt. Ich erinnere mich an Orte, die nicht mehr existieren, und an Menschen, die nicht mehr sind, wo sie einmal waren. Meine Familie ist über die Welt verstreut. Die aktuelle Lage in Syrien ist geprägt von Bürgerkrieg, Angst und Flüchtlingselend, es gibt so wenig Hoffnung, das Land je wieder aufbauen zu können. Inspiriert von Hakauwati, dem Erzähler, der das Leben mit seinen Geschichten verzaubert, verspürte ich den Drang, meinen Freunden in Europa Geschichten aus Damaskus zu erzählen. Sie sind zweisprachig: deutsch, da ich seit zehn Jahren in Wien lebe, und arabisch, da ich mein Buch mit meinen Verwandten in Damaskus teilen will.“

Ein wunderhübsch gestaltetes Buch mit traurigen Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit. Sprachlich leider mehr als einfach.

— monerl

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    Eine Träne. Ein Lächeln (Sonderausgabe)

    monerl

    Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wurden Ascari von "Der Leseratz" und ich zufällig auf den kleinen, in Frankfurt ansässigen Verlag weissbooks.w, aufmerkam. Anya Schutzbach lud uns lächelnd und sehr freundlich ein, uns am Stand umzuschauen und stellte uns drei Bücher vor, die dem Verlag sehr am Herzen liegen. "Eine Träne. Ein Lächeln." war eines davon. Wir hörten uns die Geschichte über die sehr junge Autorin an und wie sie dazu gekommen ist, dieses Buch zu schreiben. Auf den ersten Blick ist es ein wunderhübsch gestaltetes Büchlein, das einem sofort ins Auge sticht. Da es zum deutschen Text auch die arabische Übersetzung innehatte, entschied ich mich, es zu kaufen und eine etwas andere Art der Rezension zu verfassen. Mein Mann würde es auf arabisch lesen und mir berichten, wie der arabische Text, im Vergleich zum deutschen, verfasst ist. Ein solches Projekt hatten wir bisher noch nie. Meine Meinung zum deutschen Text:Inhaltlich erfährt man ein wenig über das Leben der Autorin in Syrien, in ihrem geliebten Damaskus, vor dem Krieg und damit vor der Zerstörung ihrer unbeschwerten Kindheit. Man bekommt einen Einblick in eine Kindheit, die es so wohl nicht mehr so schnell dort geben wird.Es gibt viel Familie und Zusammenhalt, es gibt eine Putzfrau, es gibt einen Pool. Die Kinder haben großen Spaß mit Geschwistern, Cousinen, Vettern und Freunden. Religiös gesehen existierte ein recht lockeres Leben. Zu Weihnachten wurde eine Autotour zu den geschmückten und weihnachtlich dekorierten Balkonen in der Nachbarschaft gemacht und die Dekoration bewundert. Luna Al-Musli ging in ihrer ersten Volksschule auf eine christliche Klosterschule. Der Unterschied zu ihren christlichen Mitschülern zeigt sich im Religionsunterricht. Da machte sie als Muslima nicht mit und ihre Mutter besorgte ihr ein anderes Malbuch, damit sie sich auch beschäftigen kann, wenn ihre Mitschüler im Religionsmalbuch Jesus bemalten. In der zweiten Volksschule, gab es ab dem 13. Lebensjahr "nicht nur politische Bildung als Fach, sondern auch militärische Bildung" (Seite 63). Für unsere westlichen Ohren klingt es sehr grausig, wenn Kinder in der Schule Waffenkunde haben und dabei lernen, eine Waffe auseinanderzunehmen und wieder zusammenzusetzen. Zudem gab es einen offiziellen Feiertag für Lehrer. An solchen Tagen wurden sie von jedem einzelnen Schüler beschenkt. Es ist genau so, wie man sich das denkt: "Die Auswahl des Geschenks war sehr wichtig, es beeinflusste die Beziehung zwischen Lehrerin und Schüler". (Seite 97)Auch existierte damals in Syrien noch körperliche Züchtigung in der Schule. Schläge auf die Hand mit einem Holzstab waren eine gewohnte Bestrafung.Was mir aus Ägypten bekannt ist, gabe es auch in Syrien. Bauern und Händler liefen durch die Gassen der Häuser und verkauften ihre Waren. So bestimmte an manchen Tagen der Bauer, was es zum Essen auf dem Tisch geben würde.Im Sommer herrschte Wasserknappheit und selbst die Kinder wussten, wie sie sich zu verhalten haben.All das ist schön und einiges interessant zu erfahren und zeugt von einer gewissen Leichtigkeit, die die Kindheit der Autorin und die Kinder ihrer Generation bestimmte. Obwohl überall Korruption herrschte und der Diktator immer gepriesen werden musste. Die Menschen hatten sich damit irgendwie arrangiert.Nicht so gut gefällt mir die sprachliche Umsetzung. Sie ist sehr einfach und erscheit in einer Art Tagebuchstil eines Kindes. Vielleicht war das Absicht, um die Erzählung, die Erinnerungen eins Kindes bzw. eines Jugendlichen, hervorzuben. Doch dies hatte ich nicht erwartet. Der Sprachstil wird m.M.n. der künsterischen Aufmachung des Büchleins nicht gerecht. Dies ist eine Sonderausgabe, mit einfachen aber passenden Zeichnungen zum Text, die beidseitig die Buchseiten zieren. Beidseitig, da der arabische Text von hinten nach vorne, also, von rechts nach links, gelesen wird. Hierzu wird das Büchlein umgedreht und der Buchschnitt "wandert" nach rechts.Die Meinung zum arabischen Text:Hierzu wurde nicht die Qualität des Inhalts betrachtet, sondern ausschließlich die Qualität der Übersetzung ins Arabische sowie das Arabische ansich.Der arabische Text ist größtenteils im Hocharabisch verfasst, hat aber hin und wieder Einflüsse aus dem syrischen Dialekt. Dies werden Leser feststellen, die den syrischen Dialekt nicht als Muttersprache sprechen, Hocharabisch oder einen anderen arabischen Dialekt gelernt haben. Insgesamt ist der Text in "guter" arabischer Sprache / sprachlichem Ausdruck verfasst worden.Betrachtet man die reine Übersetzung aus dem Deutschen ins Arabische, gibt es an manchen Stelle kleine Unterschiede und Abweichungen, die den Inhalt des Textes jedoch nicht verfälschen. Die einzige und deutlich veränderte Stelle ist auf Seite 87, als Luna Al-Mousli von einer Fernsehsendung spricht, die den Nahostkonflikt zwischen Palästina und Israel zum Thema hatte. Dieses traurige Ereignis, als ein kleiner Junge zu Tode kam, war überall in der arabischen Welt ein riesen großes Thema. "Der Vater packte seinen Sohn, und sie versteckten sich hinter einer Mülltonne. Nach wenigen Minuten wurde Mohammed erschossen." (Seite 87) Zu diesem Ereignis gibt es einige YouTube-Videos, die das zeigen, was die arabische Übersetzung eindeutig benennt. Die wörtliche Übersetzung des arabischen Textes ins Deutsche würde lauten: "Ein Geschoss eines Scharfschützen / Kopfjägers hat ihn [den Jungen] tödlich am Kopf erwischt." Warum die Autorin dieses Ereignis in ihrem Buch verarbeitet hat und genau hier, sich das Deutsche und das Arabische so sehr unterscheiden, kann sich jeder selber überlegen oder darüber spekulieren...Abschließend festgestellt, ist die arabische Übersetzung somit gelungen. Ganz am Ende gibt es einen Nachtrag der Autorin, in dem sie über Flüchtlinge, ihre Integration und auf das Verhalten der Mitmenschen ihr gegenüber, eingeht. Wenn ich ehrlich bin, fand ich dieses Nachwort am interessantesten. Hier wird sie deutlich, hier erkennt man was sie bewegt und was sie sich wünscht. Ein autobiografisches Buch, in dem weniger das Künstlerische im Vordergrund steht, würde mir sehr gefallen.Zum Schluss möchte ich noch auf eine Besonderheit in der Gestaltung des Buches eingehen. Wie man HIER sehen kann, hat das Buch innen, zwischen jeder Seite eine rote Längsfärbung. Anya Schutzbach erklärte uns dies damit, dass die Autorin damit die offene Wunde zum Ausdruck bringen wollte, die sie fühlt, wenn sie an Damaskus und das Syrien aus ihrer Kindheit denkt. Eine tolle Idee! Erraten kann man das wohl nicht. Deshalb erwähne ich es hier...Das Buch zu bewerten fiel mir nicht ganz leicht! Betrachtet man es aus der künstlerischen Perspektive, dann hat es 5 Sterne verdient. Nicht nur, dass es farbig ist, schöne Zeichnungen aufweist, so ist auch der Text auf manchen Seiten durch unterschiedliche Zeileneinschübe optisch gestaltet und hebt sich dadurch ab. Zur Vervollkommnung fehlt einzig ein Lesebändchen in roter Farbe. Schade, dass daran gespart wurde.Lenkt man seinen Fokus auf den Inhalt des Textes, dann fällt meine Bewertung wieder anders aus. Ich nenne das Geschriebene immer Text, da es in meinen Augen die beste Beschreibung dafür ist. Es ist keine Lyrik, keine Gedichte, Verse oder Reime, auch wenn es im ersten Moment danach aussieht, wenn man auf eine Seite schaut. Es würde es auch nicht unbedingt Geschichten nennen, da diese Geschichten viel zu kurz sind, um so betrachtet werden zu können. Es sind Erinnerungen, Momentaufnahmen aus der Verganenheit Luna Al-Mouslis. Wie oben bereits erwähnt, ist der Sprachstil nicht herausragend.Da ich finde, dass dieses Buch jedoch aus beiden Blickwinkeln betrachtet werden muss, fällt meine Bewertung auf drei Sterne, die gemäß meiner Bewertungspyramide (siehe Bild unten) ein gutes Buch auszeichnen. Um -hervorragend- zu sein, müsste für mich die sprachliche und inhaltliche Komponente noch mehr hervorstechen.Fazit:Ein Debüt einer sehr jungen syrischen Autorin, die in Österreich eine zweite Heimat gefunden hat und nun für sich feststellen konnte, dass sie beide Länder liebt. Die Liebe zu ihrer Geburtsstadt Damaskus hat sie in ihrer Abschlussarbeit niedergeschrieben, die man nun in gedruckter Buchform erwerben und bewundern kann.__________________________________http://bit.ly/2kyHhMl

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