Vergessene Kinder

von Luna Darko 
3,3 Sterne bei45 Bewertungen
Vergessene Kinder
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Positiv (18):
C

Die Gestaltung wie auch der Inhalt sind meiner Meinung nach sehr ansprechend. Ich würde es immer wieder lesen.

Kritisch (13):
Alina1604s avatar

konnte mich nicht überzeugen

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Inhaltsangabe zu "Vergessene Kinder"

- Special Edition: Handsigniert von Luna Darko
- Zwei Stickerbögen mit Stickern von Luna und Taddl gemeinsam gestaltet

Pias Entschluss steht fest: In der Nacht vor ihrem 18. Geburtstag wird sie ihrem besten Freund Momo folgen und sich umbringen. Man kann ja doch nur die Farbe der Scheiße ändern, in der man sitzt.
Doch dann lernt sie Tom kennen, der so ganz anders ist als alle anderen, die sich bloß an Oberflächlichkeiten festklammern; und sie fangen an zu reden – über das Leben, übers Sterben, über ihre verloren gegangenen Träume. Und zum ersten Mal überhaupt hat Pia das Gefühl, sich nicht verstellen zu müssen, einfach sie selbst sein zu können. Aber wer ist sie überhaupt? Hat sie sich nicht schon lange verloren hinter ihrer undurchdringlichen Fassade?

Die Autorin Luna Darko möchte Klischeedenken und Rollenbilder aus dem Weg räumen und ihre Leser zu einem selbstbestimmten Lebensweg ermutigen. Für ihren ersten Roman hat Luna unter anderem handgeschriebene Ausschnitte aus Pias Tagebuch und Chat-Nachrichten sowie Smartphone-Notizen inszeniert. Außerdem stammen die Illustrationen und Sticker ebenfalls von der Autorin selbst; das Ergebnis ist ein Gesamtkunstwerk mit vielen Details, in denen auch immer ein bisschen von Luna selbst steckt.

Die vorliegende Special Edition enthält zusätzlich zwei Stickerbögen mit den im Buch eingestreuten Stickern, die Luna und Taddl gemeinsam gestaltet haben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783960960065
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Community Editions
Erscheinungsdatum:16.03.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 28.09.2017 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    melanieliests avatar
    melanieliestvor einem Monat
    Eher für jüngeres Publikum geeignet

    http://youtube.com/melanieliest

    Hierbei handelt es sich um ein kostenloses Rezensionsexemplar. Weder wurde ich für die Rezension bezahlt noch wurde meine Meinung in irgendeiner Weise beeinflusst.

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    Ravens avatar
    Ravenvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Atmosphärisch drückendes Buch über vergessene Kinder mit der Thematik SV Drogen Essstörung Selbstfindung Suizid im Tagebuchstil!
    Bedrückende Gesellschafts-Kunst

    Das Buch "Vergessene Kinder" von Luna Darko hat einen Umfang von 192 Seiten und ist über Community Editions erschienen.

    Das Buch gibt es als limitierte Hardcover-, Softcover- und Ebookausgabe. Luna Darko ist bekannt als deutsche Ethik-YouTuberin.

    Pia will an ihrem achtzehnten Geburtstag ihrem besten Freund Momo folgen und sich umbringen. Doch dann lernt sie Tom kennen, der ihre Welt verändert.

    Das Buch ist in einer Art Tagebuchformat geschrieben. Es springt immer etwas in der Zeit und zwischendurch sind auch noch handgeschriebene Briefe abgedruckt, die nicht immer leicht zu entziffern sind. Der Schreibstil ist zu den Charakteren passend nicht besonders elegant oder tiefgehend gewählt. Wir haben hier einen außergewöhnlichen Jugendbuchstil. Das Werk ist sehr düster, atmosphärisch, beklemmend, gesellschaftskritisch und regt zum Nachdenken an. Es hat mich ein wenig an die Kinder vom Bahnhof Zoo erinnert, ist in seiner künstlerischen Aufmachung, aber doch absolut selbstständig. Viele Themen werden umfasst. Im Mittelpunkt der Kinder, um die sich niemand kümmert stehen Probleme mit Drogen, Suizid, Borderline, Selbstverletzung, Essstörungen, Alkohol, Medikamentenmissbrauch, Süchte allgemein, Depression und Selbstfindung, die Rolle in der Gesellschaft, Normen und Werte. Immer wieder sind wie kleine Sticker lustige, bunte Emojis und Zeichnungen auf fast jeder Seite untergebracht und nachdenklich stimmende, farbige Fotos und Skizzen, was das Werk wirklich ganz besonders macht. Ich hatte das Buch sehr schnell gelesen und es klingt noch immer nach. Es kann triggern, wenn man nicht stabil genug ist und mit ähnlicher Problematik kämpft. Ich finde es aber wirklich großartig in seiner ganzen Art und Weise.

    Zitat:" Die vermeintlich unbegründete Traurigkeit kommt daher, dass wir gefangen sind, so wie Orcas in einem Tank. Hail all Orcas!"

    Fazit: Ganz außergewöhnliches Werk in einer individuellen Form mit vielen bunten Emojis, Fotos, handschriftlichen Briefen und Zeichnungen. Sehr beklemmend, atmosphärisch, triggernd mit der Hauptthematik auf Süchte, Depression und Selbstfindung. Klingt noch lange nach und stimmt nachdenklich. Großartig!

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    daruebers avatar
    daruebervor einem Jahr
    Über manche Dinge kann man nicht hinwegsehen

    Luna Darko ist YouTuberin. Als ich auf ebendieser Plattform nach Rezensionen zu diesem Buch suchte, fand ich zwei gespaltene Lager: Einmal die »Fans«, die das Buch super fanden und dann noch die, die Luna nicht verfolgen und sich deswegen eine distanzierte Meinung bilden können. Es war erstaunlich, wie unterschiedlich die Rezensionen dieser beiden Lager ausfielen. Ich mag Luna. Ich gucke ihre Videos gerne. Später saß ich vor meinem Bildschirm und stellte mir die Frage, ob ich dieses Buch mögen muss, weil ich Luna – die YouTuberin – gerne mag.


    Doch wenn ich wirklich ehrlich zu mir selbst bin, dann kann ich es nicht übers Herz bringen, dieses Buch in den Himmel zu loben, so wie viele Zuschauer es tun, ohne auf die riesigen Kritikpunkte einzugehen, die ich habe. Denn ich bin nicht mit allem einverstanden, was Luna schreibt. Wenn man ein Buch schreibt, dann muss man eben auch als Autor bewertet werden und nicht als Persönlichkeit auf YouTube. Nur weil man eine Person mag, muss man nicht mögen, was sie schreibt – vor allem darf und, wie ich bei diesem Buch finde, muss man auch Kritik üben.


    Aber fangen wir mal positiv an: Luna hat anschauliche Charaktere erschaffen, mit denen sich bestimmt einige Menschen identifizieren können. Mir gefällt, dass sie die Dinge niemals beschönigt, sondern sie immer so beschreibt, wie sie sind. Das macht das Buch authentisch und irgendwie ist es ja auch beinahe real – so kommt viel von dem durch, was Luna in ihrem eigenen Leben bereits erlebt hat.

    Es hat mir ebenfalls gefallen, dass neben Tom und Pia auch noch Toms Bruder eine Rolle bekommt und diese das ganze Buch über präsent ist.

    Mir gefallen die Dialoge, denn die sind teilweise sehr schlau.


    Mir gefällt die Gestaltung des Buches, weil man merkt, wie viel Mühe dahintersteckt. Die Bilder, Zeichnungen und Kleinigkeiten auf den verschiedenen Seiten sind schön und sorgen dafür, dass man sich in dieser Geschichte wohlfühlt. Das liegt allerdings auch an Lunas Schreibstil, den ich für sehr gelungen halte, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ihr erstes Werk handelt. In dem Buch finden sich durchaus schöne Aussagen, die man am liebsten ausschneiden und an die Wand kleben würde.


    Leider gibt es auch negative Aspekte der Gestaltung. So haben mich die Tagebucheinträge von Pia teilweise enorm gestört. Natürlich ist es schön, wenn Luna sich so viel Mühe gibt und diese Seiten per Hand schreibt. Allerdings stört es einfach nur den Lesefluss, wenn man Sätze teilweise fünfmal lesen muss, um sich einen Reim daraus machen zu können. Manche Sätze haben sich nicht entziffern lassen, sodass ich immer frustrierter wurde, wenn ich einen neuen Tagebucheintrag sah. Ich habe die Einträge irgendwann nur noch überflogen. Was bringen einem Seiten, die gelesen werden sollen, die man aber nicht lesen kann?


    Außerdem finde ich die Kurzbeschreibung ein wenig irreführend, denn es wird von Momo gesprochen. Momo kommt in der Geschichte auch vor – allerdings auf gefühlt 2 Seiten. Die meiste Zeit über ist Momo vergessen und scheint nur Mittel zum Zweck gewesen zu sein. Wir brauchen ein trauriges Mädchen, also bringt sich eben der beste Freund um. Er hat mit der eigentlichen Geschichte, meiner Meinung nach, nichts zu tun und ich verstehe nicht, wieso er überhaupt da ist: Die Geschichte hätte genauso gut ohne ihn funktioniert.


    Mich stört auch sehr, dass die Dinge, die Tom an Pia immer wieder auffallen, so unter den Tisch gekehrt werden und letztendlich irgendwie unwichtig scheinen, obwohl man sie viel ausführlicher hätte aufgreifen müssen. Tom ist der Inbegriff von Untätigkeit, was ich wirklich kritisch sehe, wenn das Grundthema des Buches doch eigentlich Selbstmord oder Suizidgedanken sind. Sollte die Moral der Geschichte dann nicht auch ein Stück weit dahin gelenkt werden, dass man eben nicht untätig zuschauen sollte?


    Jetzt kommen wir zu den großen Kritikpunkten, die ich habe: Der enorme Drogenkonsum und der ewig andauernde Hass auf die Gesellschaft.


    Der Drogenkonsum gehört insofern dazu, als dass Pia bereits viel konsumiert, als wir in die Geschichte einsteigen – Tom genauso, allerdings keine chemischen Drogen, sondern Gras. Ich finde es interessant, wie diese Darstellung beleuchtet wird und was sich im Kontext für eine Moral daraus ergibt. Dass ich die Darstellung interessant finde, bedeutet allerdings auf keinen Fall, dass ich dem Ganzen zustimme, denn das tue ich nicht.

    Die Autorin lässt Drogen so harmlos aussehen und das möchte ich weder glauben, noch möchte ich, dass andere Menschen das glauben. Ich finde es wirklich bedenklich, wenn auf fast 200 Seiten rund 180 nur im Rausch erlebt werden.


    Besonders aufgeregt hat mich dann Tom, der sich für etwas Besseres hält, weil er (eigentlich) keine chemischen Drogen nimmt, sondern nur Gras raucht. Das ganze Kiffen macht ihn kreativ und zu einem besseren Menschen und ist sowieso ganz toll, man muss sich nur eben informieren. Diese Menge und diese Regelmäßigkeit sind doch auch nicht mehr nur Genuss. Ich finde diesen ganzen Konsum nicht gut, vor allem in einem Buch, dessen Zielgruppe Jugendliche sind.


    Mir kommt es nicht wie ein Abschreckbeispiel vor, sondern eher wie ein lustiger Drogentrip, der dann am Ende zur Erfüllung aller Wünsche führt. So als würden Drogen nicht abhängig machen und als wäre es etwas anderes, wenn man Drogen bloß »als Genussmittel« verwendet.

    Mir hat zwar gut gefallen, dass die Wirkungen ausführlich beschrieben wurden und dass auch die negativen Seiten aufgegriffen wurden, aber diese negative Seite war mir insgesamt zu gering.


    Der andere Kritikpunkt ist der Hass auf alles, der sich durch das ganze Buch zieht. Alles ist scheiße. Schule ist scheiße, Menschen sind scheiße, die ganze Gesellschaft ist sowieso scheiße. Wer das alles nicht scheiße findet, der ist eben dumm oder naiv. Die Autorin hat so penetrant versucht, mir ihre Meinung in den Schädel zu prügeln, dass ich gerne kotzen wollte.


    Statt dass die Charaktere aber auch nur irgendwas Sinnvolles tun, um ihre fragwürdigen Werte zu erreichen oder bekannt zu machen, liegen sie den ganzen Tag zugedröhnt im Bett oder sind zugedröhnt auf Partys. Die machen einfach nichts und das regt mich eben so auf, weil es mir ein Gefühl von Machtlosigkeit gibt. Dabei sind wir nicht machtlos – jedenfalls nicht so, wie die Autorin es in diesem Buch darstellt. Ich finde es schade, dass das ganze Buch die gleiche negative Leier ist - ohne eine wirkliche Entwicklung der Charaktere und ohne die schönen Seiten dieser Welt wirklich aufzuzeigen.


    Ich verstehe nicht, wieso so viele Menschen schreiben, dass das Buch gut für Menschen geeignet ist, die sich gerade versuchen zu finden. Wäre ich gerade dabei mich zu finden, und es ist noch gar nicht so lange her, da war ich in dieser Phase, dann hätte mir das Buch weniger geholfen, als dass es mich einfach nur unendlich traurig, machtlos und noch verwirrter gemacht hätte.


    Natürlich ist es gut alles zu hinterfragen – eben auch das System und die Gesellschaft. Aber ich finde dieses bloße Hassen einfach unnötig, vor allem, wenn die Charaktere nichts dagegen tun, obwohl es doch eine interessante Wandlung gewesen wäre, wenn die Charaktere sich für etwas einsetzen, das ihnen etwas bedeutet.


    Das Ende wird dann wirklich unrealistisch. Also wirklich unrealistisch.


    Und trotz all dieser Kritikpunkte kann ich es nicht übers Herz bringen eine allzu schlechte Bewertung abzugeben. Denn das Buch ist nicht grundsätzlich schlecht. Es gibt schöne Dialoge. Es gibt schöne Szenen. Es ist eben eine wirklich schöne Gestaltung.

    Nichtsdestotrotz finde ich die Aussagen und vermittelten Werte sehr bedenklich. Auf keinen Fall sollte man alles glauben, was in diesem Buch steht. Auch der Aussage, dass das Buch gut für Menschen geeignet ist, die sich gerade finden, halte ich für absurd, weil es, meiner Meinung nach, das Gegenteil bewirken würde.


    Denn die eigentliche Moral der Geschichte ist doch die: Die Welt ist scheiße. Die Gesellschaft ist scheiße. Menschen sind scheiße. Alles ist scheiße. Nur Drogen sind in Ordnung – natürlich nur, wenn man sich über sie informiert.


    Bei einem Buch mit einem solchen Potenzial ist dieser Ausgang einfach sehr schade.


    »Vergessene Kinder« von Luna Darko bekommt von mir 3 Sterne.

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    B
    Buechereule28vor einem Jahr
    Vergessene Kinder.....

    Die Aufmachung des Buches von außen sowohl von innen ist sehr gelungen, es hat mich gleich angesprochen.

    Das Thema an sich fand ich auch sehr interessant, aber die Umsetzung ist leider nicht so gelungen.
    Es gibt zwar einige Ansichten  zur heutigen Gesellschaft, worüber man ruhig selber mal nachdenken sollte.
    Aber das man alles mit Drogen lösen kann finde ich sehr bedenkenswert.  Hier geht's von einem Drogenrausch in den nächsten, zwischendurch sind die Protagonisten auch mal kurzzeitig nüchtern. Mir fehlt hier leider der rote Faden und die Message ist nicht wirklich gelungen. Und das Ende ist für mich sehr unrealistisch, vor allem  wenn man so an den Drogen gehangen hat.


    Zum Inhalt :
    Die siebzehnjährig Pia hat vor kurzem ihren besten Freund verloren und ist selber depressiv und suizidgefährdet. Sie flüchtet sich in Drogen und lässt keinen anderen Menschen an sich ran, bis sie Tom kennenlernt. Beide versuchen sich gegenseitig zu helfen aus ihrer schwierigen Lage wieder heraus zu finden. Ob es Ihnen gelingt?

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein gutes Buch. Ich mag Lunas Schreibstil und finde die Charaktere und auch die Geschichte toll.
    Anmerkungen

    Als ich mitbekommen habe, dass Luna Darko ein Buch veröffentlicht hat, war mir sofort klar, dass ich es lesen will. Ich mag Luna Darko total gerne und finde ihre Gedankengänge super interessant.

    Genauso erging es mir auch beim Lesen. Die Geschichte ist toll und auch die Gedanken von Pia sind klasse. Mir gefällt es total gut, dass einige Seiten im Buch mit Handschrift geschrieben sind, sodass man sofort weiß, dass man einen Tagebucheintrag von Pia vor sich hat.

    Das Buch ist zwar nicht wirklich lang, aber das muss es auch gar nicht. Die ganze Story wurde gut erzählt und ist sehr realistisch: Teenager spielen mit Selbstmordgedanken, nehmen Drogen, um entweder vor der Welt zu flüchten oder sich inspirieren zu lassen, und denken zu viel über das Konzept des Lebens nach. Ich konnte mich gut in die Charaktere hineinversetzen.

    Alles in allem war es ein sehr gutes Buch, das ich auf jeden Fall noch einmal lesen würde.

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    schokigirls avatar
    schokigirlvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Aufmachung top! Der Rest ist gespickt mit falschen Messages & Verherrlichung von Drogen & selbstgefährdendem Verhalten. 1,5 Sterne!
    Bitte nicht zum Vorbild nehmen! - 1,5 Sterne

    Vorab: Bitte nehmt euch die Charaktere nicht zum Vorbild! Das hier ist nicht das ideale Leben & sicherlich nicht erstrebenswert. Es ist hochgradig gefährlich! Und definitiv nicht realistisch dargestellt, vor allem was das Ende angeht. Die Charaktere haben meiner Meinung nach teilweise ernsthafte psychische Probleme, aber zumindest auf jeden Fall ein Problem mit der Sucht.

    Diese Geschichte ist sicherlich ein Abbild von real existierenden Jugendlichen oder Menschen an sich, aber das sollte man alles kritisch sehen & hinterfragen. Ich finde es schade, dass die Autorin sehr viel einfach idealisiert & nicht differenziert dargestellt hat. Bitte bedenkt dies!



    Zunächst möchte ich meinen Lob für die aufwendige & künstlerische Aufmachung abgeben. Es gibt kaum eine Seite in ganzen Buch, dass nicht irgendwie künstlerisch gestaltet wurde. Dabei findet man Zeichnungen, Fotos, Kritzeleien oder farbige kleine Icons, die zu dem Geschehen passen & die Atmosphäre unterstreichen. Darein wurde wirklich viel Arbeit & Zeit gesteckt & selbst wenn nicht alles dem eigenen Geschmack entspricht, sollte man das doch würdigen. Auch die verschiedenen Schriften, vor allem die handschriftlichen Passagen, haben mir sehr gefallen. Da wurde viel über die Gestaltung nachgedacht. Die Geschichte wird aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschildert, der sich aber je nach Schriftart auf die Gefühle & Gedanken von entweder Pia oder Tom stützt. Abgesehen von den handschriftlichen Auszügen aus dem Tagebuch, die dann natürlich aus der Sicht von Pia sind. Diese beschrieben aber selten die Handlung, sondern drehen sich nur um Pias Gedanken über die Welt. Der Schreibstil ist dabei manchmal etwas holprig. Man merkt einfach, dass es der Debütroman der Autorin ist, den sie ja größtenteils auch mit 16 Jahre bereits geschrieben hatte. Trotzdem kam ich aber meist gut & flüssig durch. Er enthält viele Jugendwörter, Slangs & auch gebräuchliche Abkürzungen der modernen elektronischen Textformen. Das hat das Ganze authentisch gemacht, auch wenn manche Worte vielleicht etwas zu oft vor kamen. Das ist aber subjektiv & sicherlich Geschmackssache.


    Die Charaktere waren für mich alles andere als nachvollziehbar. Allerdings bin ich auch viel zu alt für die Zielgruppe & hatte auch noch nie etwas mit Drogen & Partys am Hut. Dementsprechend kann ich mich vielleicht auch in ihr Leben & ihre Sichtweise auf die Welt gar nicht hinein versetzen.

    Ich fand es aber schade, dass die Charaktere so einseitig dargestellt wurden. Sie haben jeden Tag so gut wie dasselbe gemacht & immer über die gleichen Themen gesprochen. Selten hat man mal kurz eine andere Seite der Charaktere durchscheinen sehen.

    Tom zum Beispiel redet oft von seinem Traum, allerdings tut er, meiner Meinung nach, nie wirklich was dafür. Er macht zwar was ihm gefällt & was teilweise mit dem Traum zu tun hat, aber er arbeitet auf nichts hin. Das gilt für alle Charaktere. Sie leben quasi von Tag zu Tag & denken nicht an Morgen. Das ist als Jugendlicher ja nicht unbedingt ungewöhnlich oder schlecht, aber man sollte deswegen doch nicht alles was dieses Thema betrifft so weit wie möglich weg schieben. Hier im Beispiel der Schule, die irgendwann von allen abgebrochen wird, weil es ja zu viel Zeit verschwendet. Als würden die Charaktere den lieben langen Tag ja so viel anderes produktives tun.


    Und damit sind wir beim Plot angelangt, der jedoch nicht vorhanden ist. Es gibt kein Ziel worauf alles hinaus läuft. Es werden nur immer die quasi gleichen Tage geschildert, in denen die Charaktere irgendwelche (nach Möglichkeit immer neue & andere) Drogen nehmen & dann sich über die böse Welt & die leistungsorientierte Gesellschaft beschweren. Natürlich passen sie in diese Gesellschaft gar nicht rein & sind außen vor. Wie sollte es auch anders sein, wenn sie den ganzen Tag nichts tun, außer sich mit der Hilfe von Drogen aus der Realität zu flüchten? Wenn alles so schlimm ist, dann versucht doch was zu verbessern! Aber sich zuzudröhnen & rumzujammern ist ja so viel einfacher. Natürlich hat die Autorin dies nicht als Rumgejammere geschrieben, sondern wollte die Probleme der heutigen Gesellschaft aufzeigen & darüber philosophieren. Viele der Ansätze sind sicherlich auch richtige & einige Probleme werden auch gut erkannt, aber wenn die Charaktere nicht versuchen etwas daran zu ändern, sondern sich nur beschweren, kann ich das leider nicht ernst nehmen. Da bin ich wohl einfach an einem vollkommen anderen Punkt in meinem Leben. Ich bin sicherlich zu alt (mit 27 Jahren), habe nie Drogen genommen & habe nicht den Luxus genug Geld zum Leben & gerade für Drogen zu haben, ohne richtige arbeiten zu müssen (was hier nur am Rande angesprochen wird). Es kommen mir wie First World Problems von privilegierten Jugendlichen vor, die zu viel Zeit haben sich darüber zu beschweren ohne das Bedürfnis zu verspüren etwas gegen diese Missstände zu tun.


    Allgemein liest sich die Geschichte wie eine reine Anleitung für die verschiedenen Arten von Drogen & wie man sie zu sich nehmen sollte, um welche Wirkung zu erzielen. Und das alles ganz ohne darüber zu reflektieren, dass dies gefährlich werden könnte & man es vielleicht nicht übertreiben sollte. Tom kommt zwar in Bezug auf Pia irgendwann auf den Trichter, aber ist trotzdem selber jeden Tag bekifft & hält sie auch nicht von den Drogen ab, wenn er mal dabei ist, wenn Pia sie nimmt. Es gibt sehr wenige & ganz kurze Szenen in denen die Charaktere mal nichts genommen haben, aber das ändert sich dann ganz schnell wieder. Im Gegenteil sind sie meist der Meinung, dass sie ohne Drogen weniger leistungsfähig & kreativ wären. Dann kann da doch was nicht stimmen. Entweder ihr habt eine seltsame Sicht auf euch selbst oder seid eben hochgradig abhängig. Allerdings wird das nicht angesprochen oder überhaupt erkannt.

    Auch Selbstmord wird, wie man am Klappentext ja erkennt, zum Thema gemacht. Es wird aber leider eher als leichten Ausweg aus der schlimmen Gesellschaft dargestellt & nicht als kritisch zu sehende Flucht aus der Realität, weshalb man dringend Hilfe braucht. Wenn jemand über Selbstmord nachdenkt, dann stimmt definitiv etwas ernstes nicht mit dieser Person oder ihrem Leben. Man sollte sich in dem Fall schleunigst Hilfe holen oder einer solchen Person Hilfe besorgen. Das wird hier nur leider gar nicht ernst genommen. Wie gesagt psychische Probleme werden meistens verharmlost. Ich war besonders schockiert, als Tom & Finn zu Beginn locker leicht über die beste Art Selbstmord zu begehen debattieren. Hier wird quasi detailliert aufgelistet, welche Selbstmordart die größten Erfolgschancen verspricht & auf was man alles achten muss, damit es wirklich klappt. Das war da schon zu viel für mich. Sicherlich kann man das alles auch im Internet recherchieren, aber dies in ein Jugendbuch zu schreiben, das an Jugendlich gerichtet ist, die wahrscheinlich selbst mit solchen Problemen zu kämpfen haben, kommt beinahe einer Aufforderung zum Suizid gleich.


    Ich möchte hiermit natürlich keines Falls die Existenz solcher Menschen wie diese Charaktere verneinen. Ich finde nur, dass man dies nicht unbedingt positiv oder gar neutral darstellen, sondern ihre Probleme adäquat reflektieren sollte. Zumindest wenn die Zielgruppe Jugendliche sind, wie in diesem Fall, wovon ich zumindest ausgehe. Man sollte schließlich Jugendlichen in einer ähnlichen Situation versuchen zu helfen & einen Rat geben. Und nicht sie in ihrer selbstzerstörerischen Sicht auch noch bestärken.


    Die Geschichte hat mich relativ kalt gelassen. Normalerweise würde mich sowas sicherlich aufregen, aber seltsamer Weise habe ich das alles eher überlesen, wahrscheinlich weil ich schon durch andere Rezensionen wusste, dass das alles kommen wird. Das Ende fand ich dann jedoch so unerwartet & furchtbar, dass mich dass dann doch aufgeregt hat. Es gibt so schon genug Messages in dieser Geschichte, die ich nicht gut finde & kritisiere. Aber das Ende war die Krönung. Es suggeriert quasi, dass man nichts zu tun braucht & dann kommt das Gute von ganz allein. Wie gesagt wurde sich hier nur Drogen eingeworfen & ansonsten nur beschwert. Und trotzdem taucht am Ende etwas aus dem Nichts auf, dass die Charaktere belohnt und dabei die Message übermittelt, dass man etwas tolles bekommen & seine Träume erreichen kann, ohne auch nur irgendetwas dafür tun zu müssen. Es kommt schon von allein. … ähm, nein! Nein, nein, nein! Das ist einfach falscher als falsch. Es kommt nichts von allein. Wenn man was haben oder erreichen will, muss man auch was dafür tun. Punkt! Einfach so mal Glück zu haben ist so unrealistisch, dass man das eigentlich gar nicht ansprechen müsste, aber das wird hier vollkommen anders dargestellt.


    Ich kenne nur einige wenige Videos der Autorin, die ja auch YouTuberin ist. Ich habe daher keine umfangreiche Sicht auf ihre Persönlichkeit, wobei es sowieso fraglich ist, ob man dies durch YouTube allein bekommen kann. Viele ihrer Messages aus ihren Videos fand ich sehr gut, auch wenn ich nicht immer allem zugestimmt habe & auch die Intensität mir manchmal etwas zu viel war. Aber leider war dieses Buch so gar nicht meins & ich kann es auch absolut niemandem empfehlen, trotz der kreativen Aufmachung.



    Fazit: Die Aufmachung ist wirklich top. Respekt! Der Rest ist jedoch alles andere als das. Die Geschichte ist unrealistisch, gespickt mit falschen Messages & Verherrlichung von Drogen und selbstgefährdendem Verhalten. Bitte diese Charaktere nicht zum Vorbild nehmen! Das könnte wirklich tragisch enden. Daher hat das Buch 1,5 Sterne von mir bekommen.


    Hinweis: Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag bekommen.



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    RubysSpaces avatar
    RubysSpacevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wunderschöne Aufmachung, jede Seite ist ein eigenes kleines Kunstwerk. Inhaltlich leider gar nicht mein Fall, daher 2 Sterne.
    Rezension zu "Vergessene Kinder" von Luna Darko ♥

    Bei mir ist vor kurzem "Vergessene Kinder" von Luna Darko (erschienen 2017 bei Community Editions)  eingezogen. Danke hier nochmal an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Hier ist meine Rezension dazu:

    Klappentext...

    Pias Entschluss steht fest: In der Nacht vor ihrem 18. Geburtstag wird sie ihrem besten Freund Momo folgen und sich umbringen. Man kann ja doch nur die Farbe der Scheiße ändern, in der man sitzt.
    Doch dann lernt sie Tom kennen, der so ganz anders ist als alle anderen, die sich bloß an Oberflächlichkeiten festklammern; und sie fangen an zu reden – über das Leben, übers Sterben, über ihre verloren gegangenen Träume. Und zum ersten Mal überhaupt hat Pia das Gefühl, sich nicht verstellen zu müssen, einfach sie selbst sein zu können. Aber wer ist sie überhaupt? Hat sie sich nicht schon lange verloren hinter ihrer undurchdringlichen Fassade?
    (Quelle: www.amazon.de)

    Details zum Buch…

    …Cover…
    Das Cover ist einfach toll. Das ist mir bereits bei der Durchsicht der Neuzugänge aufgefallen und auch in Kombination mit dem Klappentext - ich musste es einfach haben!

    …Eigene Ansicht…
    Anhand des Klappentextes war ich so wahnsinnig gespannt auf das Buch und musste es sofort anfangen zu lesen, als es angekommen ist. Jetzt, im Nachhinein, muss ich sagen, dass mich die Geschichte enttäuscht hat. Ich habe einfach was komplett anderes erwartet und der Schreibstil war auch nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Zudem haben die Unterhaltungen leider, meiner Meinung nach, zu wenig Zusammenhang.
    Was mir jedoch besonders gut gefallen hat, waren die Seiten. Jede Seite ist eigens von der Autorin gestaltet worden und wunderschön!

    …Einblick ins Buch…
     "Hi, ich bin 17 Jahre alt und in einer Vorstadt aufgewachsen. Ich möchte meinen nächsten Geburtstag nicht erleben und spiele mit dem Gedanken, mich kurz vor Mitternacht vor eine U-Bahn zu werfen. Solltest du dieses Buch finden und einen Blick hineinwerfen, denk daran, dass du dich in meinem Kopf befindest.
    P. S. In Chile ist das Ozonloch so groß, dass Schafe dort erblinden o-o"

    …Lieblingscharaktere…
    Müsste ich einen Lieblingscharakter wählen, würde ich, glaube ich, Finn nehmen. Weil er mir am authentischsten rüber kommt.

    …Schreibstil…
    Schöner lockerer Schreibstil, mit wenig Fremdbegriffen.

    …Negatives…
    Nicht gefallen hat mir der ständige Perspektivenwechsel und das es keine Kapitel gab - es war einfach sehr unübersichtlich. Die Geschichte an sich hat mich leider auch überhaupt nicht abgeholt.

    …Empfehlung…
    Klar, jeder hat seine eigene Meinung, aber ich würde dieses Buch meinen Freunden nicht weiterempfehlen.

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    Lilyfieldss avatar
    Lilyfieldsvor einem Jahr
    Tolles Buch mit Liebe gestaltet

    Als erstes muss ich gestehen, dass mir der Name Luna Darko vor diesem Buch gar nichts sagte. Jedoch hat der Inhaltstext mich sehr angesprochen, sodass ich es unbedingt lesen wollte.

    Das Buch selber ist so schön und einzigartig und wirklich mit sehr viel Liebe von Luna gestaltet worden. So zieren die Seiten, handgeschriebene Texte, Zeichnungen und Bilder. Man fühlt sich durch diese Persönlichkeit viel mehr mit dem Buch verbunden und taucht in die Geschichte rund um Pia, Tom und Finn ein. Die Charaktere sind sehr authentisch, man hat das Gefühl die Personen zu kennen und fühlt mit ihnen.

    Das Buch ist sehr spannend und tiefgründig und es bringt einen auch öfters zum Nachdenken.

    Ich kann euch dieses Buch empfehlen.

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    eulenmatzs avatar
    eulenmatzvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Buch ist toll gestaltet, aber inhaltlich gab es so einige Dinge, die ich sehr fragwürdig finde, vor allem für jüngere Leser.
    Fragwürdige Botschaften, die hier vermittelt werden

    INHALT:
    Pias Entschluss steht fest: In der Nacht vor ihrem 18. Geburtstag wird sie ihrem besten Freund Momo folgen und sich umbringen. Man kann ja doch nur die Farbe der Scheiße ändern, in der man sitzt.
    Doch dann lernt sie Tom kennen, der so ganz anders ist als alle anderen, die sich bloß an Oberflächlichkeit festklammern; und sie fangen an zu reden – über das Leben, übers Sterben, über ihre verloren gegangenen Träume. Und zum ersten Mal überhaupt hat Pia das Gefühl, sich nicht verstellen zu müssen, einfach sie selbst sein zu können. Aber wer ist sie überhaupt? Hat sie sich nicht schon lange verloren hinter ihrer undurchdringlichen Fassade?

    GESTALTUNG:
    Die Gestaltung ist der Grund, warum ich auf das Buch aufmerksam geworden bin. Es hat mich ein wenig an die Aufmachung die Wenn du vergisst Reihe von Heidrun Wagner erinnert. Das Büchlein hat nicht nur ein relativ untypisches Format, sondern hat auch verschiedene Schriftarten. Pias Teil ist z.B. in Handschrift abgedruckt. Zum Teil ist es manchmal nicht so gut lesbar, aber es wirkt authentisch und bestärkt den Eindruck, dass es sich um ihre Tagebucheinträge handelt. Außerdem sind noch diverse Symbole, Bilder und Zeichnungen abgedruckt, die sich mir nicht immer gänzlich erschlossen haben, aber ein stimmiges Gesamtbild abgeben.

    MEINUNG:
    Ich muss sagen, dass ich von Luna Darko noch nie etwas gehört habe und das obwohl ich durchaus regelmäßig YouTube-Videos konsumiere. Mir ist das Buch wegen seiner Gestaltung ins Auge gefallen. Nachdem ich es gelesen habe, bin ich etwas zwiegespalten, was ich davon halten soll.

    Betrachtet man den Klappentext, dann handelt es sich hier um ein ziemlich ernstes Thema, nämlich dem Willen seinem Leben ein Ende zu setzen, in dem Fall Pia. Zu Beginn bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass ich die Geschichte aus Pias Sicht lesen werde, aber Pia lässt den Leser an ihren Gedanken in Form von Tagebucheinträgen teilhaben und die eigentliche Story wird aus der Sicht von Tom erzählt als personeller Erzähler. Pias Gedanken sind sehr düster, zum Teil habe ich die Tagebucheinträge nur quergelesen, denn sie tragen auch zur Geschichte nicht wirklich bei.

    Man spürt deutlich, dass sie der Tod ihres besten Freundes Momo sehr mitnimmt und dass sie ihren Platz im Leben (noch) nicht gefunden hat. Luna Darko präsentiert hier eine ganze Palette an typischen Gefühlen, die man so im Teenagerleben so hat. Ich habe mich hier zum Teil selbst wiederentdeckt, auch wenn ich dem Alter bereits lange entwachsen bin, aber trotzdem ist Pias Gefühlswelt noch ein ganzes Stück krasser und ich würde das auch nicht als normal bezeichnen. Ich hatte allerdings nie das Gefühl, dass sie sich umbringen will.

    Pia erträgt ihre innere Leere und Zerrissenheit nur mit dem dauerhaften/ täglichen Konsum von Drogen. Es erweckt den Anschein, dass das völlig normal ist, wenn man sein Leben nicht mehr erträgt. Mich stört dieser völlig selbstverständliche Umgang mit Drogen hier sehr, denn Luna Darko setzt sich damit nicht wirklich auseinander und so können vor allem bei jüngeren Lesern falsche Vorstellungen geweckt werden, was ich höchst gefährlich finde. Auch mit dem Thema Selbstmord wird sich hier nicht wirklich auseinander gesetzt. Tom mag wie ihr Retter in der Not erscheinen, aber auch er konsumiert zusammen mit seinem Bruder regelmäßig Drogen.

    Sowohl er als auch sein Bruder haben auch keinen wirklichen Plan im Leben. Einfach mal so die Schule zu schmeißen, scheint auch völlig in Ordnung zu sein, wenn man damit nichts anfangen kann bzw. der Meinung ist, es auch nicht zu brauchen. Als Tom an einer Stelle sagte, dass Pia perfekt sei, war ich wirklich erschrocken. Tom, der ja bereits deutlich älter ist Pia sollte doch erkennen, dass Pia ernsthafte Probleme hat. Die er wohl nicht wirklich erkennt, da er in meinen Augen auch eine ziemlich verquere Sicht auf das Leben hat.

    FAZIT:
    Mir war nicht so ganz klar, was die Geschichte eigentlich für ein Ziel hatte bzw. welche Botschaft sie vermitteln wollte. Die Botschaften, die es mir vermittelt hat, halte ich für äußerst fragwürdig und für jüngere Leser auch wirklich gefährlich. Es gibt hier viele ernsthafte Probleme, wie Drogenkonsum und –abhängigkeit und Suizid mit denen nicht richtig umgegangen wird. Die Gestaltung hat mir dennoch gut gefallen.

    Ich vergebe 2,5 von 5 Sternen.

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    LisaSonnenscheins avatar
    LisaSonnenscheinvor einem Jahr
    Großartige Illustrationen treffen flache Story - leider gar nicht mein Fall...

    Dieses Buch ist anders. Es erzählt eine Geschichte, aber nicht nur mit Worten - einen Großteil der Erzählung bilden Zeichnungen, handschriftliche Notizen, Sticker und Kritzeleien. Und noch etwas ist anders. Die Autorin ist eine populäre Youtuberin. Ich persönlich hatte ihren Namen nie zuvor gehört und war etwas überrascht, als ich auf ihren Youtube-Kanal "kitthey" gestoßen bin.
    In "Vergessene Kinder" geht es hauptsächlich um Pia. Pia hat, nachdem ihr bester Freund Momo sich umgebracht hat, das Leben satt und kann mit der Trauer, die sie empfindet, nicht umgehen. Als sie Tom trifft, merken die beiden Außenseiter ziemlich schnell, dass sie sich sehr gut ergänzen und Pia sieht, dass sie auch selbst jemand ist und sich nicht verstellen muss, um bei sich selbst anzukommen.

    Die Autorin hat das Buch mit 16 Jahren geschrieben. Das merkt man - der Schreibstil ist schlicht, die Erfahrungsberichte von Pia und besonders ihre handschriftlichen Tagebucheinträge sind sehr theatralisch gehalten. Hatten wir nicht alle diese Phase, in der das Leben keinen Sinn hatte (bei mir war das übrigens die Linkin Park - Phase^^)?
    Eine wirklich tiefgründige Handlung lässt das Buch dabei vermissen - es besteht hauptsächlich aus den emotionalen Ergüssen der Protagonistin, der Sinneswandel erfolgt abrupt und für mich wenig nachvollziehbar.

    Ich kann mir vorstellen, dass das Buch bei jüngeren Lesern um die 16 extrem gut ankommt, weil es ihnen aus der Seele spricht, weil es sich um eine Protagonistin dreht, die auf Sinnsuche ist, die sich auch ein Stück weit selbst ausprobiert. Es geht unter anderem auch um Drogenkonsum, um emotionale Abhängigkeit, um Essstörungen - alles allerdings zu wenig überzeugend transportiert, als dass ich es der Autorin abnehmen würde. Das ist besonders bei dieser sensiblen Thematik nicht unproblematisch.

    Um jedoch fair zu bleiben: Die Gestaltung des Buches hat mich wirklich umgehauen. Die Skizzen zwischen dem Text (teilweise wird Text überdeckt, was das ganze für mich noch authentischer Tagebuch-artig macht) zeugen von großartigem zeichnerischem Können, die Sticker passen in Pias Lebenswelt und die vielen kleinen Details - Songempfehlungen je nach Stimmung, angepasst lokalisierte Seitenzahlen - machen das Buch zu einem totalen Hingucker. Meinen Respekt an den Verlag, dass sich das Team auf so ein Experiment eingelassen hat.

    Inhaltlich habe ich mich allerdings leider geärgert, auf die Werbungsmaschinerie einer der großen Youtuberinnen hereingefallen zu sein. Schade, die Idee war wirklich grandios.

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