Wer`s wirklich wissen will
"In Gottes Namen" befasst sich mit 10 Vorwürfen, die der Kirche allgemein gemacht werden. Z. B. der Umgang mit Häretikern, mit Frauen, die Greuel der Missionierung, Hexenverfolgung, Kreuzzüge und Krieg.
Jedes Kapitel legt den Vorwurf dar und beschreibt dann die Verhältnisse in der damaligen Zeit, das Umfeld und die vorgeworfenen Schandtaten. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine mehrseitige Empfehlung für informierende Literatur.
Das Buch lädt also dazu ein, sich mit den negativen Seiten der Kirchengeschichte zu befassen.
Vieles bleibt und ist aus heutiger Sicht natürlich schlecht.
Trotzdem fand ich es aufschlussreich, das Handeln der Kirche in ihrem realen Umfeld zu sehen.
Weder wusste ich, dass die Hexenverfolgung auch zu 20% Männer traf, noch dass der Bischof von Mainz vom Mob verjagt wurde, weil er Juden Zuflucht gewährte. Oder dass es einmal einen Beschluss gab, Antisemiten auszuschliessen.
Für die Kreuzzüge hätte es für mich ein längeres Kapitel gebraucht, weil ich nur wenig von der Geschichte des Islams weiss und das Thema sehr komplex ist.
Die Verwebung von Staat und Kirche war damals zwar üblich und wurde stabilisierend empfunden, hat der Kirche jedoch einen schlechten Ruf gebracht.
An den Vorurteilen gegen die Kirche ist also immer was dran, wenn auch meistens faktisch verhunzt.
Kirchengeschichte ist in jedem Fall ein interessantes Thema, das sich lohnt zu lesen.



