Lutz Heuer Aus dem Leben des Politikers, Antifaschisten und Gewerkschafters Hans Jendretzky (* 20.07.1897, † 02.07.1992)

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Inhaltsangabe zu „Aus dem Leben des Politikers, Antifaschisten und Gewerkschafters Hans Jendretzky (* 20.07.1897, † 02.07.1992)“ von Lutz Heuer

Hans Jendretzky wuchs in einer sozialdemokratischen Familie in Berlin auf und lernte früh die Solidarität der Arbeiter kennen. Schon vor dem Unterricht trug er gemeinsam mit seiner Mutter Zeitungen aus und war nach dem Schulunterricht als Laufbursche tätig. Nach dem Besuch der Volksschule begann er eine Ausbildung als Maschinenbauer und schloss sich 1912, schon als Lehrling, der Metallarbeiterjugend an und wurde dann nach Abschluss seiner Ausbildung in den Metallarbeiterverband übernommen. 1916 erfolgte die Einberufung zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg bis ins Jahr 1918. Nachhaltig lernte er die Schrecken des Krieges kennen. Über die Unabhängige Sozialdemokratische Partei kam er 1920 zur Kommunistischen Partei Deutschlands. Anfangs übte er gewerkschaftliche Funktionen in Berliner Betrieben aus und wurde dort wegen seiner politischen Einstellung fristlos entlassen. Dann begann er eine hauptamtliche Tätigkeit als Funktionär der KPD, wurde Leiter des RFB Berlin-Brandenburg und geriet in Konflikt mit der Parteiführung. Im Februar 1927 wählten ihn seine Genossen in die Berliner Bezirksleitung der KPD. Im August 1928 übernahm er erneut die Leitung des RFB und wurde im selben Jahr Abgeordneter im Preußischen Landtag, dem er bis 1932 angehörte. Während dieser Zeit setzte sich Hans Jendretzky für eine Versöhnung zwischen KPD und SPD ein. Das ist bemerkenswert, da auf beiden Seiten der Arbeiterbewegung die Fronten in dieser Frage verhärtet waren. Leicht konnte man, insbesondere in der KPD, in den Ruch eines Abweichlers, Revisionisten oder gar „Sozial-
faschisten“ kommen, was nicht selten massiven Druck und härteste Parteistrafen zur Folge hatte. Jendretzky blieb davon weitgehend verschont, wohl auch, weil er sich als Leiter der Berliner Erwerbslosenbewegung (bis 1933) einen guten Ruf erworben hatte. Nach der Machtübernahme durch die Nazis 1933 leistete er als Mitglied der illegalen Leitung der Berliner KPD-Bezirksleitung aktiven Widerstand. Zwei Mal verhaftet, 1934 und 1944, waren seine Leidensstationen das KZ-Sachsenhausen sowie die Zuchthäuser Brandenburg-Görden und Nürnberg. Aus letzterem konnte er am 23. April 1945 fliehen.
Nach der Befreiung vom Faschismus übernahm er im Nachkriegsmagistrat unter dem Oberbürgermeister Dr. Arthur Werner das Amt des Stadtrats für Arbeit. Er war Mitunterzeichner des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945, Mitglied des vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses in Berlin und dann
1. Vorsitzender des FDGB-Bundesvorstandes. 1953, im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um Herrnstadt und Zaisser wurde er als 1. Vorsitzender der Berliner SED seiner Funktion enthoben und aus der Parteiführung ausgeschlossen. Nach Neubrandenburg abgeschoben, übernahm er dort die Leitung des Rates des Bezirks. 1956 erfolgten die Rehabilitierung und die Wiederaufnahme ins ZK (dem er bis 1989 angehörte). Das Misstrauen blieb, auch wenn er wieder staatliche und gewerkschaftliche Funktionen in Ost-Berlin übernahm. Er war 1989 der letzte Alterspräsident der Volkskammer der DDR.

die Einberufung als Soldat zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg bis ins Jahr 1918, nachhaltig lernte er die Schrecken des Krieges kennen. Über die Unabhängige Sozialdemokratische Partei kam er 1920 mit dem linken Flügel zur Kommunistischen Partei Deutschlands. Anfangs übte er gewerkschaftliche Funktionen in verschiedenen Berliner Betrieben aus und wurde dort wegen seiner politischen Einstellung fristlos entlassen. Im Anschluss begann er eine hauptamtliche Tätigkeit als Funktionär der KPD, wurde Leiter des RFB Berlin-Brandenburg und geriet in Konflikt mit der Parteiführung der KPD. Im Februar 1927 wählten ihn seine Genossen in die Berliner Bezirksleitung der KPD. Im August 1928 übernahm er erneut die Leitung des RFB und wurde im selben Jahr Abgeordneter im Preußischen Landtag, dem er bis 1932 angehörte. Während dieser Zeit setzte sich Hans Jendretzky für eine Versöhnung zwischen KPD und SPD ein. Das ist insofern bemerkenswert, da auf beiden Seiten der Arbeiterbewegung die Fronten verhärtet waren. Leicht konnte man, insbesondere in der KPD, in den Ruch eines Abweichlers, Revisionisten oder gar „Sozialfaschisten“ kommen, was nicht selten massiven Druck und härteste Parteistrafen zur Folge hatte. Jendretzky blieb davon weitgehend verschont, wohl auch, weil er sich als Leiter der Berliner Erwerbslosenbewegung (bis 1933) einen guten Ruf erworben hatte. Nach der Machtübernahme 1933 durch die Nazis leistete er als Mitglied der illegalen Leitung der Berliner KPD-Bezirksleitung aktiven Widerstand. Zwei Mal verhaftet, 1934 und 1944, waren seine Leidensstationen das KZ-Sachsenhausen sowie die Zuchthäuser Brandenburg-Görden und Nürnberg, aus letzterem konnte er am 23. April 1945 fliehen. Nach der Befreiung vom Faschismus übernahm er im Nachkriegsmagistrat unter dem Oberbürgermeister Dr. Arthur Werner das Amt des Stadtrats für Arbeit. Er war Mitunterzeichner des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945, Mitglied des vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses in Berlin und dann 1. Vorsitzender des FDGB-Bundesvorstandes.
1953, im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um Herrnstadt und Zaisser wurde er als 1. Vorsitzender der Berliner SED seiner Funktion enthoben und aus der Parteiführung ausgeschlossen. Er wurde nach Neubrandenburg abgeschoben und übernahm die Leitung des Rates des Bezirks. 1956 erfolgten die Rehabilitierung und die Wiederaufnahme ins ZK, dem er bis 1989 angehörte. Das Misstrauen blieb, auch wenn er wieder staatliche und gewerkschaftliche Funktionen in Ost-Berlin übernahm. Er war 1989 der letzte Alterspräsident der Volkskammer der DDR.

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