Lutz Kinkel Die Scheinwerferin

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Inhaltsangabe zu „Die Scheinwerferin“ von Lutz Kinkel

In der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte war Leni Riefenstahl ein strahlender Star. Im Auftrag Hitlers drehte sie "Triumph des Willens", den Film über den Reichstag 1934 - ein Meisterwerk der Propaganda. Vier Jahre später begeisterte sie das Publikum mit dem Zweiteiler über die Olympiade in Berlin. Spätestens 1938, auf ihrer Reise in die USA, begannen ihre Täuschungsmanöver. Im Nachkriegsdeutschland drehte sich die Spirale aus Be- und Entschuldigungen immer weiter - so dass ihr Name inzwischen nur noch mit dem Zusatz "umstritten" fällt. Doch was ist eigentlich strittig ? Nach jahrelange Recherchen legt der Historiker und Journalist Lutz Kinkel eine detaillierte Biografie der "Schein"werferin vor - und zeigt auf, was sn ihrer einzigartigen Künstlerkarriere im "Dritten Reich" Sein und Schein war.

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  • Was ist falsch am schönen Schein?!

    Die Scheinwerferin
    Liebes_Buch

    Liebes_Buch

    27. May 2013 um 13:17

    Hitlers Sonderbevollmächtigte für Propaganda, Leni Riefenstahl, gilt auch heute noch als unantastbares Genie, das wegen seiner künstlerischen Leistungen nicht mit Fragen der Moral behelligt werden kann. Künstler wie Mick Jagger, David Bowie und George Lucas verehren sie. Ihr Ruhm ist der letzte Triumph des Nationalsozialismus. Der schöne Schein, den sie über Hitler und seiner Politik erstrahlen liess, verzaubert noch heute auf der ganzen Welt. Riefenstahl hat auch nach dem Krieg diesen schönen Schein gepflegt und weitergesponnen, ohne ihr Tun jemals kritisch zu hinterfragen oder gar mit der deutschen Geschichte in Verbindung zu bringen. Ihr Leben lang prozessierte sie mit aller Kraft gegen Aufdeckungen und gab Interviews, in denen sie Geschichte verschönte bzw. verfälschte. Lutz Kinkel hat sich mit dem Buch "Die Scheinwerferin" die Mühe gemacht, das über Leni Riefenstahl zu berichten, was belegt und bewiesen ist. Ihr Handwerk erlernte Riefenstahl beim Bergfilmer Arnold Franck. Schnell findet sie Förderer für ihren ersten eigenen Film, der jedoch kein so grosser Erfolg wird, wie sie es sich wünscht. Die Schuld daran gibt sie den "Fremdlingen" in Deutschland, die ihre deutsche Seele nicht verstehen. Doch dann lernt sie den Mann kennen, der ihre Seele versteht wie kein zweiter: Adolf Hitler. Und auch er fühlt sich mit Leni seelenverwandt. Sollte er an die Macht kommen, so müsse Riefenstahl seine Filme machen, träumen die beiden. Leni liest "Mein Kampf". Berührungsängste mit Juden, die ihrer Karriere nützlich sind, hat sie nicht. Allerdings entledigt sie sich jüdischer Honorarforderungen mit Unterstützung von Stürmer-Herausgeber Julius Streicher. Leni Riefenstahl dreht nicht nur einen Film für Hitler, sondern mehrere, was sie selbst einfädelt. Auffallend dabei ist, dass Hitler persönlich nicht nur jede mögliche Konkurrenz ausschaltet, sondern ihr unbegrenzten Zugriff auf Staatsgelder gewährt. Diese masslose Grosszügigkeit hält auch an als Deutschland im Kriegschaos untergeht. Dass Goebbels einmal ihre Buchführung ansieht und ihre Verschwendungssucht und Veruntreuung anspricht, verzeiht sie ihm bis zu ihrem Lebensende nicht. Für Hitler reist sie auch auf Staatskosten ins Ausland als persönliche Botschafterin. Hitler schenkt ihr rote Rosen und einen Mercedes. Ihre Häuser werden von Petersen und Speer gebaut. Nach dem Krieg will sie keinen Kontakt zu Hitler gehabt haben und behauptet, ihre Filme unabhängig produziert zu haben. Belegt ist, dass Goebbels für die Überweisung der Millionen eine Scheinfirma einrichtete. Allein für ihren letzten Film, der mitten im Krieg entstand, verpulverte Leni Riefenstahl umgerechnet 16 Mio €. Für die Aufnahmen benutzt sie auch Zigeuner aus einem Konzentrationslager, die hinterher nach Auschwitz kommen. Nach dem Krieg wird sie wie alle Filmschaffende entnazifiziert und verbreitet bis zu ihrem Tode Lügen und Geschichtsverfälschungen. Ihre Filme selber verschlangen Unsummen an Produktionskosten; auch deshalb, weil Riefenstahl zu einer geordneten Arbeit nicht fähig war und ihre Projekte über Jahre verschleppte. Weder das Bildmaterial noch der Ton waren übrigens echt. Die Szenen und Reden der Parteitage und der Olympischen Spiele wurden oft nachgestellt, wiederholt und der Ton oft künstlich angefertigt. Noch im Jahre 2000 verkaufte Riefenstahl Fotos als ihre eigenen, die in Wirklichkeit von ihren zahlreichen Mitarbeitern gemacht worden waren. Ihr Name und das Image des Genies, das Hitler ihr verschafft hatte, ist bis heute werbewirksam.

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  • Rezension zu "Die Scheinwerferin" von Lutz Kinkel

    Die Scheinwerferin
    blueberry7

    blueberry7

    27. January 2013 um 13:35

    Gut gemeinte, distanzierte Biographie über die Riefenstahl, die uneinsichtig bis zu ihrem Ende diese kritische Betrachtung ihrer Lebenseinstellung verdient !!