Ein Autor, der etwas zu erzählen hat
Es gibt sie immer noch, die unerwarteten Überraschungen auf dem Buchmarkt! Mir ist jetzt mit „Nadelprobe“ von Lutz Schafstädt eine auf dem Kindle gelandet.
In einer Zeit, wo gerade viele Indie-Autoren mit lautem Geschrei ihre meist durchschnittlichen und fehlerhaften Werke erfolgreich in Verkaufsränge zu platzieren verstehen, kommen Schafstädts Erzählungen angenehm leise und unaufgeregt daher. Alle Kurzgeschichten sind unterhaltsam, intelligent und in einer sauberen, präzisen Sprache verfasst. Es macht Spaß dem Autor zu folgen, denn er gehört zu den wenigen, die wirklich noch etwas zu erzählen haben. Egal ob es sich dabei ums Älterwerden, dem Kreislauf des Wassers oder einer fast boshaften Auseinandersetzung mit der Weihnachtsbeleuchtung innerhalb eines wohlhabenden Viertels handelt. In dieser Weihnachtsstory findet man zudem jene Prise Humor, die an Autoren wie Siegfried Lenz erinnert. Schafstädts Geschichten sind durchweg geistreich, kurzweilig und bedürfen keinem billigen „Megakreisch“, wie sie einem in vielen Foren um die Ohren fliegen.

