Lutz Schumacher Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster“ von Lutz Schumacher

»Senk ju vor se Betriebsanleitung!« Es gab Zeiten, in denen war ein Toaster nichts weiter als ein Toaster. Ein Telefon war zum Telefonieren da, und Kaffee kam aus einer einfachen Filtermaschine – und zwar immer wenn man wollte. Heute ist dank allumfassender Digitalisierung und Technisierung unseres Lebens angeblich alles besser, einfacher und bequemer. Doch sieht man genau hin, muss man feststellen: Nichts funktioniert! Jedenfalls nicht so, wie es der gesunde Menschenverstand erwarten lässt. Denn moderne Technik löst im Grunde nur die Probleme, die sie zuvor selbst verursacht hat. Und so stapeln sich nutzlose Ladekabel und Adapter in unseren Kellern, und im Alltag terrorisieren uns Smartphones, soziale Netzwerke und eigenwillige multifunktionale Küchengeräte. Am Ende bleibt die Frage: War es damals in der Höhle eigentlich wirklich so schlimm?

Stöbern in Sachbuch

Freundinnen

Kein Ratgeber, aber eröffnet neue Sichtweisen zu Freundschaften, die für jeden von wertvoll/nützlich sein können. Eine interessante Lektüre!

Tankrastra

Mein Kind ist genau richtig, wie es ist

Ein lesenswertes Sachbuch über die Entwicklung des eigenen Wesens- Nicht nur für Eltern Lesenswert!

Diana182

Glück besteht aus Buchstaben

Letztlich eher enttäuschend. Die Autobiographie nahm mehr Raum ein als die Bücher. Außerdem ein paar Taktlosigkeiten.

rumble-bee

Gemüseliebe

Kochbuchliebe!

kruemelmonster798

Green Bonanza

Informativ, interessant & nützlich-nur leider wieder mal ohne Angaben v.Kcal/BE/KH/EW & F, dafür m.entbehrl. Fotos irrelevanter Leute!

RobinBook

Was das Herz begehrt

Tolles Buch mit vielen Erklärungen über unser Herz.

Linda-Marie

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster" von Lutz Schumacher

    Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster
    Ati

    Ati

    Meine Schwägerin sagt immer: Haben bedeutet Macht - nicht haben macht auch nichts. Darüber habe ich anfangs gelächelt, weil ich dachte, dass das eine bequeme Ausrede dafür ist, bestimmte Dinge nicht ausprobieren zu müssen. Mittlerweile habe ich aus verschiedenen Gründen dazugelernt und denke ich ähnlich wie sie. Haben wollte ich jedoch das Buch Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster - Bin ich zu blöd, oder liegt’s an der Technik, denn laut Verlagsseite geht es darin um Folgendes: Zitat: Senk ju vor se Betriebsanleitung! Es gab Zeiten, in denen war ein Toaster nichts weiter als ein Toaster. Ein Telefon war zum Telefonieren da, und Kaffee kam aus einer einfachen Filtermaschine – und zwar immer wenn man wollte. Heute ist dank allumfassender Digitalisierung und Technisierung unseres Lebens angeblich alles besser, einfacher und bequemer. Doch sieht man genau hin, muss man feststellen: Nichts funktioniert! Jedenfalls nicht so, wie es der gesunde Menschenverstand erwarten lässt. Denn moderne Technik löst im Grunde nur die Probleme, die sie zuvor selbst verursacht hat. Und so stapeln sich nutzlose Ladekabel und Adapter in unseren Kellern, und im Alltag terrorisieren uns Smartphones, soziale Netzwerke und eigenwillige multifunktionale Küchengeräte. Am Ende bleibt die Frage: War es damals in der Höhle eigentlich wirklich so schlimm? Schumacher ist Journalist, Autor und Geschäftsführer der Nordkurier Tageszeitungsgruppe in Mecklenburg Vorpommern. Er ist Bestsellerautor. Und er ist unterhaltsam, wie ich aus den Büchern Wenn möglich, bitte wenden und Senk ju for träwelling weiß. Wie der Titel seines aktuellen Buches aus dem Hause Goldmann bereits verrät, geht es um Technik, Technikverliebtheit oder eher um den immer weiter zunehmenden Technikwahn. Und ganz nebenbei um das seltsame Mitteilungsbedürfnis, das die in der Techniklandschaft gnadenlos vereinsamende Bevölkerung so entwickelt. Dabei spricht der Autor diese Themen auf eine Art und Weise an, die trotz des an sich eher ernsthaften Inhalts zum Lachen animieren. Das Lesen des Buches gestaltet sich damit wesentlich einfacher als das so mancher Bedienungsanleitung. Zwar bergen diese dank Übersetzungscomputern durchaus Lachpotenzial, doch stellen sie zusammen mit der Bedienung der darin beschriebenen Geräte Benutzer quer durch alle Bevölkerungsschichten des Öfteren vor mehr oder weniger überwindliche Probleme, da sowohl die Nutzung als auch der Nutzen nicht immer zwangsläufig durchdacht ist. Letzteres wurde mir wieder einmal klar, als ich es mir gerade mit dem Buch gemütlich machen wollte. Da hörte ich nämlich meinen Vater laut fluchen (wir wohnen im selben Haus). Er ärgerte sich wieder mit der Fernsehfernbedienung herum, die fatalerweise beim Drücken egal welchen Knopfes gleichzeitig eine Stehlampe ein- oder ausschaltet. Da meine Eltern für gewöhnlich nicht in die Programmzeitung sehen, um gezielt umzuschalten, sondern wie die Weltmeister zappen, wurde es dort unten gerade wieder einmal abwechselnd hell und dunkel. Dank des offenen Treppenhauses hatte ich so mehr oder weniger den perfekten Hintergrund für den Einstieg in Schumachers Buch. Mehr als einmal fragte ich mich während der Lektüre, wo die versteckte Kamera wohl sein könnte, mit der der Autor uns beobachtet hat. Da das selbst in meinen Ohren zu paranoid klingt, tröstete ich mich damit, dass wir wohl nicht die Einzigen und andere demnach auch nicht besser dran sind als wir selbst. Einiges im Buch ist natürlich überspitzt dargestellt. Etwa die bestellende Kühlschrank-Vision (auf die der Autor immer mal wieder Bezug nimmt) oder der Servicetechniker des multifunktionalen Druckers. Beides sind imaginäre Albträume, wenngleich sie mich zum Lachen brachten. Der beschriebene Servicetechniker für die Spülmaschine in der heutzutage vorhandenen Servicewüste (warum reparieren, kaufen geht doch schneller) erinnerte mich jedoch prompt an die Aussage eines Kfz-Meisters („Früher haben wir Kaputtes repariert, heute lesen wir Fehlerspeicher aus. Und müssen Dinge ersetzen, die gar nicht kaputt sind, weil das kaputte Teil für 2,20 € nur noch in Kombination mit was Teurerem erhältlich ist und verbaut werden kann.“). In Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster - Bin ich zu blöd, oder liegt’s an der Technik stellt Schumacher Vergleiche mit der Steinzeit an, bringt aber vorwiegend die Moderne humorvoll und durchaus selbstironisch aber ebenso scharfzüngig-satirisch, manchmal beißend eloquent auf den Punkt. Legt den Finger auf etwas, das wir in seiner Offensichtlichkeit gerne übersehen. Zwar ist nicht alles grundsätzlich schlecht, doch bedauerlicherweise gibt es zahlreiche technische Errungenschaften, die uns das Leben nicht so erleichtern, wie von der Werbung vollmundig verspricht. Ich habe beispielsweise bis heute nicht kapiert, wozu ich eine App brauche, die mir verrät ob ich einen Schirm nutzen soll oder nicht, wenn ein einfacher Blick aus dem Fenster oder in die Zeitung den gleichen Zweck erfüllt. Doch Schumacher geht nicht nur auf Orangenpressen und Brotbackautomaten ein, die nicht überzeugen, oder auf die Gefahren von Duschen mit selbsterklärendem Touch-Screen-Bedienpaneel. Er nimmt auch die inflationär zunehmende Informationswut aufs Korn, ruft quasi auf innezuhalten, nachzudenken, nicht alles blind mitzumachen. Egal ob es der blinde (Irr-)Glaube an den aus dem WWW gefischten (teils ungesicherten) Informationswust oder der offenbar aus Zugzwang entstehende Mitteilungswahn mancher Nutzer sozialer Netzwerke ist. Fazit: Schumacher zeigt in seinem Buch, dass Kritik durchaus humorvoll abgefasst sein kann. Sein kleiner Rundumschlag in Sachen Technik sollte indessen nicht bloß als unterhaltsam abgetan werden. Nachdenken lohnt sich in diesem Fall durchaus. Lesen auch, weshalb ich für Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster - Bin ich zu blöd, oder liegt’s an der Technik vier von fünf Punkten vergeben möchte. 2012, Antje Jürgens (AJ)

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster" von Lutz Schumacher

    Eigentlich wollte ich doch nur einen Toaster
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    12. November 2012 um 12:16

    Leben mit der lieben Technik Es ist ein altbekanntes Thema (und doch immer wieder aufs Neue ein Erleben), mit dem sich Lutz Schumacher mit feinem Humor in diesem Buch auseinandersetzt. Mensch und Technik treffen aufeinander. Besser gesagt, Mensch und „Erzeuger“ der erworbenen neuen Technik treffen (entweder via Bedienungsanleitung oder ganz allgemein beim „Herantasten“ an das Gerät) in nicht immer bester Weise aufeinander. Das fängt bei einem sehr verbreiteten „Diener der Moderne“, der Computer, schon bei den mythischen Bezeichnungen „AMD Dual Core E-300 CPU“ samt „AMD Radeon HD 6310“ (oder vielen anderen erstmal rätselhaften Bezeichnungen) an und hört beim Toaster noch lange nicht auf. Vor allem dann, wenn man einem Neuerwerb nicht aus dem Weg gehen kann. Nicht nur, dass das gleiche Gerät knapp 60 Minuten später im neuen Prospekt für 50 € weniger angeboten wird, sondern dass bei der Einrichtung, den ersten Nutzerschritten und dann im Anblick ständiger „Updates“ (die ganz automatisch vollzogen werden) mehr als einmal der Absturz im Raume steht und die Haare zu Berge. Dabei wollte man doch nur ein Hilfsgerät, keine Lebensaufgabe. Auch wenn Schumacher natürlich karikiert und übertreibt, wer hat nicht schon solche oder ähnliche Erfahrungen hinter sich? Und auch bei den weiteren Themen kann man ihm durchaus im Grunde folgen, vor allem im Blick auf „Haushaltsgeräte, die nach einmaligem Gebrauch in der Versenkung verschwinden“. Brotbackautomat (steht bei Schumacher im (nicht auf) Schuhschrank, gleich neben dem Scanner), der zumindest in seinem Haushalt alles, teils auch von alleine, tat, nur nicht ein echtes Brot hervorzaubern. Eismaschine, Raclettmaschine (letztlich viel zu aufwendig), Elektrogrill (schmeckt einfach nicht) bis hin zur Top modernen „Südfruchtpresse“ oder dem Kirschkernentsteiner. Alles mal angeschafft, alles im Alltag Schumachers nicht bewährt wie der Autor breit zu erläutern versteht. Beginnend bei der wunderbar neuen Espresso Maschine. „Neulich war es soweit. Meine Kaffeemaschine übernahm die Herrschaft in meinem Haushalt“. Statt dem lechzenden Bedürfnis nach einem Espresso nachzukommen, schaltete die Maschine auf „automatische Selbstreinigung“ und verweigerte mit immer neuen „Wünschen“ dann den weiteren Dienst. Einerseits also liest sich das Buch locker und leicht und sorgt dabei für manches Schmunzeln, so wie im Hotel unter der Dusche mit dem „selbsterklärenden Touch-Screen“ statt bekannter Mischbatterie und den darauf folgenden „Wechselbädern“ für den Journalisten. Andererseits übertreibt es Schumacher dann doch zu sehr, denn man darf davon ausgehen, dass jede Menge „Nutzer“ mit Espressomaschinen, Brotbackautomaten, vollautomatischen Toastern Computern und allem weiteren an sinnvollen (und sinnfreien) Geräten durchaus erfolgreich Umgang pflegen. In dieser Hinsicht sind die vielen Erlebnisse Schumachers nicht ganz ernst zu nehmen und ermüden hier und da schon auch ein wenig. Andererseits, die völlige „Durchtechnisierung“ des Alltages nimmt er schon gekonnt auf die Schippe und stellt dem Leser damit hintergründig vor Augen, dass vieles eigentlich nur um des Scheins und nicht um des wirklichen Seins erworben wird (sein uralt Laptop zumindest arbeitet ja einwandfrei). Und so verbleibt dann auch nach der Lektüre der ein oder andere kritische Blick auf die vielen blinkenden Lichter in Büro, Küche und multimedialem Wohnzimmer. Das Buch bildet, trotz so mancher unglaubwürdiger Übertreibungen, eine flüssig zu lesende Unterhaltung für nebenbei und einen durchaus humorvoll-kritischen Blick auf all die blinkende Technik, die das Bedürfnis zum „haben wollen“ durchaus überzeugend ausstrahlt, aber nicht immer hält, was man sich davon verspricht.

    Mehr