Lutz Seiler

 3.6 Sterne bei 130 Bewertungen
Autor von Kruso, Die Zeitwaage und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lutz Seiler

Lutz Seiler wurde 1963 geboren und wuchs im thüringischen Gera auf. Zunächst absolvierte er eine Leere als Baufacharbeiter und arbeitete als Maurer und Zimmermann. Während seines Wehrdienstes begann er erste Gedichte zu schreiben. Dann studierte er Germanistik und war Herausgeber der Literaturzeitschrift Moosbrand. 2007 erhielt er den Ingeborg-Bachmann-Preis für seine Erzählung "Turksib". Mit seinem aktuellen Roman "Kruso" steht er auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2014. Seiler lebt derzeit in Schweden.

Neue Bücher

Am Kap des guten Abends

Neu erschienen am 10.09.2018 als Hardcover bei Insel Verlag.

Alle Bücher von Lutz Seiler

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Kruso

Kruso

 (104)
Erschienen am 06.09.2015
Die Zeitwaage

Die Zeitwaage

 (9)
Erschienen am 21.09.2009
pech & blende

pech & blende

 (4)
Erschienen am 24.07.2000
im felderlatein

im felderlatein

 (3)
Erschienen am 20.09.2010
Turksib

Turksib

 (3)
Erschienen am 28.01.2008
vierzig kilometer nacht

vierzig kilometer nacht

 (2)
Erschienen am 18.08.2003
Heimaten

Heimaten

 (1)
Erschienen am 01.05.2001
Die Anrufung: Essay und vier Gedichte

Die Anrufung: Essay und vier Gedichte

 (1)
Erschienen am 01.05.2005

Neue Rezensionen zu Lutz Seiler

Neu
S

Rezension zu "Kruso" von Lutz Seiler

Gegen alle Übel dieser Welt hilft harte körperliche Arbeit
sKnaerzlevor einem Monat


Was man weiß: Edgar merkt, dass er nach dem Unfalltod seiner Freundin kurz davor ist, sein Leben zu beenden Um neu anzufangen, reist er nach Hiddensee und erhält dort halb illegal einen Job als Abwäscher.
Edgar schließt sich besonders an Kurso an. Was auch noch wichtig ist, Edgar ist Germanistik-Student mit dem Schwerpunkt "Deutsche Romantik" 
Und es ist auch eine Tatsache, dass DDR-Flüchtlinge von Hiddensee aus versuchten, die Ostsee schwimmend zu überqueren und Schweden zu erreichen. Die meisten sind dabei umgekommen.

Was man vermutet: Kruso hat (wahrscheinlich) einen Hirntumor, der dazu führt, dass er Fantasie und Wirklichkeit nicht mehr recht unterscheiden kann. Am Ende wird er immer misstrauischer, bis er sogar seinen engsten Freund Edgar überfällt, weil er ihn für einen Verräter hält. Am Ende stirbt er - wahrscheinlich.

Was stimmt oder auch nicht: Kruso glaubt, ein Aufenthalt auf Hiddensee heile von seelischen Leiden. Also hat er ein riesiges Netzwerk organisiert, an dem alle Saisonkräfte der Insel beteiligt sind. mit dessen Hilfe Besucher ohne Übernachtungsmöglichkeit illegal und heimlich untergebracht werden. Dabei gibt es seltsame Rituale. Edgar lässt sich von Kruse gerne für seine Zwecke einspannen - ein solche scheinbare oder echte Riesenverschwörung passt genau zu seiner Stimmung: hier hat jemand das Zauberwort getroffen, das für ihn die Welt zum singen bringt.

Erst viele Jahre später erfährt Edgar von den Toten in der Ostsee. Er sucht ihr Grab, denn den Toten wahrt er die Treue.

Mir hat der Roman nicht so gefallen. Normalerweise mag ich Geschichten, wo man einem Erzähler nicht trauen kann und man durch genaues Lesen rauskriegen muss, was wirklich ist und was nicht. Hier hatte ich eher das Gefühl, der erzählerische Aufwand ist mir zu groß und weder Kruso noch Edgar haben mich wirklich interessiert.

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Duffys avatar

Rezension zu "Kruso" von Lutz Seiler

Beeindruckendes Werk
Duffyvor einem Jahr

In die Kneipe Klausner auf Hiddensee verschlägt es Edgar Bendler, der sich nach einem Unglück von seinem bisherigen Leben verabschiedet. Die Insel, die in einem ohnehin rigoros eingegrenzten Land, ganz draußen liegt, fast schon nicht mehr zugehörig zum Rest eines Staats, dessen Limitierung Alltag ist. Hier, in einer Gemeinschaft aus "Schiffbrüchigen", Gescheiterten und Träumern von Freiheit hat der Inselpate Krusowitsch ein Vakuum erschaffen, in dem nach seinen Regeln von Selbstbestimmung und Freiheit eine Gemeinschaft entstanden ist, die sich dem Druck von oben durch Autonomie zu widersetzen versucht. Ed und Kruso werden Freunde, aus dem Saisonarbeiter wird eine tragende Säule in diesem Lebensmodell, bis die Ereignisse des Herbst 1989 das ganze Gefüge erschüttern.
Die Geschichte einer Freundschaft und die Insel Hiddensee sind die Pfeiler dieses Romans, der aber weit mehr in die Tiefe geht, als es in ein paar Sätzen ausgedrückt werden kann. Der sprachgewaltige Stil des Autoren, seine Detailversessenheit und sein akribische Recherche machen aus dem Buch ein unvergleichliches Erlebnis mit Höhepunkten, brillanten Dialogen und dramaturgischen Feinheiten, die den Leser von Anfang bis zum Ende gefangen halten. Der Brückenschlag in die Gegenwart gelingt mit dem Epilog, in dem sich Seiler der Thematik der Verschollenen in der Ostsee annimmt und in aufwändigen Recherchen wichtige Zeugnisse aus den Tiefen dänischer Polizeiarchive hervorholt.
Hier fließen Zeitgeist und Dokumentation in einen spannenden und emotionsgeladenen Roman zusammen. Weniger die Aufarbeitung des Themas, sondern die Darstellung an sich ist hier der inhaltliche Schwerpunkt. Ein Buch, dass ganz sicher nicht nur wichtig ist, sondern auch als eines der besten Romane der Nachwendezeit bezeichnet werden kann.

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Magicsunsets avatar

Rezension zu "Kruso" von Lutz Seiler

Ist man schon frei, wenn man sich frei fühlt?
Magicsunsetvor einem Jahr

Ist man schon frei, wenn man sich frei fühlt?
Ein sprachgewaltiges Buch über den „Sehnsuchtsort der Freiheit“, die Insel Hiddensee im Jahr 1989 und über die Freundschaft zwischen dem Germanistikstudenten Edgar Bendler und Alexander Krusowitsch, genannt Kruso. Vom Aufbau her geht dieser anspruchsvolle Roman was den Protagonisten Edgar betrifft, teilweise in Richtung Entwicklungsroman.
Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen, denn die realistisch-poetische Sprache fordert den Leser spätestens auf Seite 65 mit einem Satz, der über neun Zeilen geht, aber dennoch Anfang, Ende und Inhalt hat. Auch die manchmal surreale Handlung, gefüllt mit intertextuellen Bezügen und Verweisen, macht das Buch zu keinem einfachen Lesestoff, von anderen Lesern durchaus unterschiedlich aufgenommen.
Mich hat der Autor sprachlich in seinen Bann gezogen, ein Stern Abzug für die teilweise überbordernde Metaphorik, die es manchmal schwer macht, in der Handlung zu bleiben. Ein Buch, das in jedem Satz die volle Konzentration des Lesers verlangt.

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Zusätzliche Informationen

Lutz Seiler wurde am 08. Juni 1963 in Gera (Deutschland) geboren.

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