Lutz Seiler

 3,7 Sterne bei 191 Bewertungen
Autor von Kruso, Stern 111 und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lutz Seiler

Lutz Seiler wurde 1963 geboren und wuchs im thüringischen Gera auf. Zunächst absolvierte er eine Leere als Baufacharbeiter und arbeitete als Maurer und Zimmermann. Während seines Wehrdienstes begann er erste Gedichte zu schreiben. Dann studierte er Germanistik und war Herausgeber der Literaturzeitschrift Moosbrand. 2007 erhielt er den Ingeborg-Bachmann-Preis für seine Erzählung "Turksib". Mit seinem aktuellen Roman "Kruso" steht er auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2014. Seiler lebt derzeit in Schweden.

Neue Bücher

Cover des Buches Stern 111 (ISBN: 9783518471302)

Stern 111

 (41)
Neu erschienen am 07.03.2021 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Lutz Seiler

Cover des Buches Kruso (ISBN: 9783518466308)

Kruso

 (119)
Erschienen am 06.09.2015
Cover des Buches Stern 111 (ISBN: 9783518471302)

Stern 111

 (41)
Erschienen am 07.03.2021
Cover des Buches Die Zeitwaage (ISBN: 9783518421154)

Die Zeitwaage

 (9)
Erschienen am 21.09.2009
Cover des Buches pech & blende (ISBN: 9783518121610)

pech & blende

 (4)
Erschienen am 24.07.2000
Cover des Buches im felderlatein (ISBN: 9783518421697)

im felderlatein

 (3)
Erschienen am 20.09.2010
Cover des Buches Turksib (ISBN: 9783518419687)

Turksib

 (3)
Erschienen am 28.01.2008
Cover des Buches vierzig kilometer nacht (ISBN: 9783518414576)

vierzig kilometer nacht

 (2)
Erschienen am 18.08.2003
Cover des Buches Die Anrufung: Essay und vier Gedichte (ISBN: 9783932843990)

Die Anrufung: Essay und vier Gedichte

 (1)
Erschienen am 01.05.2005

Neue Rezensionen zu Lutz Seiler

Cover des Buches Stern 111 (ISBN: 9783518471302)luisa_loves_literatures avatar

Rezension zu "Stern 111" von Lutz Seiler

Wenn im Leben der Eltern mehr passiert als im eigenen
luisa_loves_literaturevor 6 Monaten

Das ist mal wieder einer dieser Romane, der sich nicht sonderlich gut mit mir verträgt. Ich bin von Haus aus der englischen und amerikanischen Literatur zugeneigt und in der dortigen Erzähltradition zeichnet sich ein guter Roman nicht nur durch gute Sprache, schöne Symbolik und viel Interpretationsraum aus, sondern auch dadurch, dass irgendetwas passiert. Unterhaltung, Spannung, Plot und Action mindern die Qualität eines Romans nicht, im Gegenteil - in letzter Zeit sehe ich mich allerdings immer wieder in der Vermutung bestätigt, dass die deutsche Literatur besonders dann als einer Würdigung wert angesehen wird, wenn sie sperrig und etwas langatmig ist und eben eigentlich nichts passiert. Dabei kann man Introspektion auch hervorragend mit interessanter Handlung kombinieren, das eine schließt das andere nicht aus.

Stern 111 hat sich für die Introspektion entschieden. Seitenweise - zugegebenermaßen sprachlich gelungene - Innenschauen und eine angestrebte Entwicklung, die so gar nicht vom Fleck kommt. Wenn die Romane auch sonst nichts gemein haben, aber was das anbelangt, fühlte ich mich sehr stark an Pascal Merciers Das Gewicht der Worte erinnert - der andere Roman, der mich in diesem Jahr sehr gelangweilt hat. Und auch wenn Carl zum hundertsten Mal seinen Abend in der Assel verbringt und die Ziege Dodo melkt - es wird dadurch nicht spannender. In der Wiederholung liegt hier nicht die Kraft. Carls Geschichte hat mich einfach nicht interessieren können - ebenso wenig wie all die anderen Figuren die durch seine Welt schwirren. Passive Selbstfindung, unglückliche Abhängigkeit in einer zusammenfabulierten Liebe, Selbstzweifel, das kindliche Gefühl, im Stich gelassen worden zu sein - das war mir einfach nicht genug. Bildungsroman-Elemente kann man doch mit etwas mehr Verve belegen.

Interessanter, wenn auch nicht gerade spannend, lesen sich die Gehversuche seiner Eltern im Westen. Auch da ging zwar alles seinen gemächlichen Gang, aber es ging zumindest etwas. Inges und Walters Versuche, sich zu finden und ihre Zukunft in die Hand zu nehmen, waren im Gegensatz zu dem Dahintreiben ihres Sohnes zumindest von Tatkraft bestimmt.

Neben den Elternpassagen sticht auch das letzte Kapitel hervor: der Wechsel in die Ich-Perspektive des gereifteren Carls, der endlich etwas anpackt, wirkt nach 500 Seiten wie eine erfrischende Erlösung.

Kommentare: 2
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Cover des Buches Stern 111 (ISBN: 9783518429259)Ana80s avatar

Rezension zu "Stern 111" von Lutz Seiler

Aufbruch
Ana80vor 7 Monaten

Zwei Tage nach dem Mauerfall brechen Inge und Walter Bischoff von Gera aus in den Westen auf um sich dort ein "neues" Leben aufzubauen. Ihr Sohn Carl wird kurzfristig darüber informiert und soll die Nachhut bilden, sprich in der elterlichen Wohnung in Gera bleiben. Nach einer einsamen Zeit dort bricht dieser allerdings auch auf. Nach Berlin. Dort wird er von einer Gruppe der Hausbesetzerszene aufgenommen und bewegt sich von nun an in deren Kreisen.

Eigentlich war es das auch schon zur Geschichte. Viel mehr passiert nicht. Hin und wieder gibt es Hinweise, dass die Eltern einen lang gehegten Traum verfolgen, den man als Leser aber auch erst zum Ende des Buchs erfährt. Man ist zwar schnell in der Geschichte drin, aber dann plätschert sie so dahin. Man begleitet Carls irgendwie perspektivloses Leben, der eigendlich Gedichte schreiben möchte, aber über all die Zeit nicht viel zustande bekommt. Von den Eltern erfährt man immer wieder in kurzen Sequenzen in Form von Briefen der Mutter an Carl, wie sich ihr neues Leben gestaltet.

Die Charaktere blieben mir leider fremd, die Story zäh. Einiges wurde sehr detailliert beschrieben, anderes mir zu oberflächlich. Ich hätte mir mehr geschichtlichen Einblick in diese hochinteressante Wendezeit gewünscht und vor allem auch viel mehr Einblicke in das Leben der Eltern, was für mich der spannendere Teil war, da diese im Gegensatz zu Carl ihr Leben wirklich in die Hand genommen haben.

Der Schreibstil ist eigentlich toll, da er voller Wortwitz und auch tiefgründig ist, deswegen gebe ich auch drei Sterne. Insgesamt habe ich mir einfach viel mehr erwartet von einem Buch, was so gefeiert wurde. Meine persönlichen Erwartungen wurden nur leider nicht erfüllt.

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Cover des Buches Stern 111 (ISBN: 9783518429259)D

Rezension zu "Stern 111" von Lutz Seiler

Wunderbare Zeitreise in das Berlin der Wendezeit
DieBuchliebendevor 10 Monaten

Kennt ihr Berlin der Jahre 1989/ 1990? Falls ja, wird Euch dieses Buch zurückführen in diese Zeit. Falls nein: dann werdet Ihr das Besondere der Wendejahre durch dieses Buch spüren.
Lutz Seiler erzählt die Geschichte des jungen Carl, der nach der "Auswanderung" seiner Eltern in den Westen nach Berlin geht. Oder besser: dort irgendwie strandet, Anschluß bei einer schrägen Truppe aus Idealisten findet und seinen Weg als Dichter sucht. Parallel geht es um die Geschichte seiner Eltern, die einen Neuanfang im Westen wagen und durch Briefe mit Carl in Kontakt bleiben, welche mehr Rätzel aufgeben, als irgendetwas zu erklären.

Lutz Seiler zeichnet Carl so sympathisch hilflos und suchend, dass man den Protagonisten einfach mögen muss. Seilers Sprache ist so witzig und originell, dass ich das Buch nicht beiseite legen mochte, z.B. wenn von der Frau in einer Kleiderkammer die Rede ist, die "urplötzlich, wie beim Kopfsprung" ihre Arme in eine offene Kisten tauchte um dann "nach einer kurzen, schnellen Kraulbewegung" einen Anorak zu Tage zu fördern. 

Eingebetet ist Carls Geschichte in das sich rasend schnell verändernde Berlin der ersten Nach-Wendezeit. Die Hausbesetzer-Szene, die aufkommenden (zunächst mal illegalen) Clubs und Cafés, die Atmosphäre zwischen Unsicherheit und Euphorie, zwischen Gefühlen von Verlust (des Bekannten) und der Vorfreude auf das Mögliche (und Unbekannte) - all das schildert Lutz Seiler einfühlsam, ohne zu werten, mit viel Respekt vor seinen Figuren. 

Wir erleben Carls Suche nach seinem persönlichen Weg, seine Zweifel, Versuche und erste Erfolge. Und erfahren spätestens hier, dass es gut so ist, und Dinge Zeit brauchen. Vor allem, wenn um einen herum nichts mehr ist, wie es mal war.

Fazit:

Ein wundervoll poetisches Buch, dabei leicht zu lesen und trotz überschaubarer Handlung kurzweilig. Klare Empfehlung!!









 

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Zusätzliche Informationen

Lutz Seiler wurde am 08. Juni 1963 in Gera (Deutschland) geboren.

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