Die Tote im Wannsee

von Lutz Wilhelm Kellerhoff 
4,5 Sterne bei67 Bewertungen
Die Tote im Wannsee
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Der Roman wollte einfach zu viel und war an der einen oder anderen Stelle einfach zu lang. Deswegen bleibe ich bei drei Sternen.

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60er Jahre, Berlin als geteilte Stadt, eine tote Frau, eine Liebesgeschichte, Karriereversprechen, flotte Autos, verbotene Liebe...

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Inhaltsangabe zu "Die Tote im Wannsee"

1968 – Wolf Heller ermittelt in politisch aufgeheizten Zeiten

Rudi Dutschke, Uschi Obermaier, Willy Brandt, Axel Springer, Benno Ohnesorg - die Sechzigerjahre sind ihre Bühne, Berlin ist ihre Bühne. Es stand viel auf dem Spiel. Und Wolf Heller muss sich als junger Kommissar in diesen Zeiten beweisen.

Wolf Heller interessiert sich eigentlich nicht für Politik, doch plötzlich ist alles politisch. Ohne es zu wollen, gerät er zwischen die Fronten. Die Polizei gilt als reaktionärer Haufen, Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, und seine Freundin Louise zieht in eine Kommune. Da wird eine junge Frau tot am Ufer des Wannsees gefunden. Nur die roten Schlangenlederschuhe geben einen brauchbaren Hinweis auf ihre Identität. Als der Kommissar ein Bild der Schuhe in einer Berliner Zeitung veröffentlichen lässt, meldet sich eine Kollegin der Toten: Heidi Gent arbeitete in Horst Mahlers Anwaltskanzlei. Heller soll den Fall schnell abschließen. Auf der Polizei liegt noch der Schatten der Ermordung von Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm. Doch als er zufällig mitbekommt, dass sein Chef lautstark mit einem Unbekannten über die Tote streitet, lässt er nicht mehr locker.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783550050640
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum:10.08.2018

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    Lealein1906vor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Der Roman wollte einfach zu viel und war an der einen oder anderen Stelle einfach zu lang. Deswegen bleibe ich bei drei Sternen.
    Zu viel gewollt

    „Die Tote im Wannsee“ hat mich nicht ganz überzeugt. Mehr als drei Sterne waren für diesen Krimi leider nicht drin, dafür fand ich das Buch etwas zu verwirrend und nicht spannend genug.
    Wolf Heller ist eigentlich wenig politisch und doch wird der Polizeikommissar mit seinem neuen Fall mittenrein in die Ost-West-Spannung gezogen. Heidi Gent wird tot aufgefunden, der Fall soll schnell abgeschlossen werden. Doch Heller ahnt, dass da noch mehr dahintersteckt und hört nicht auf, weiter zu ermitteln. Dadurch gerät er zwischen die Fronten.
    Das Buch wird aus vielen verschiedenen Sichten erzählt, was aus meiner Sicht manchmal zu viel ist. Gerade weil es so viele erzählende Personen gibt, war es nach einer Lesepause oft schwer, sich wieder in den Krimi einzufinden.
    Die Sprache fand ich okay, aber auch nicht außergewöhnlich. Sie hat einfach zum Krimi gepasst. Die Figuren konnten mich nicht ganz überzeugen, sie waren zwar spannende Charaktere, aber ich konnte mich mit niemandem identifizieren. Auch das hat es mir schwer getan, mich richtig in der Geschichte einzufinden.
    Toll fand ich jedoch, wie die politische Situation im damaligen Berlin erläutert und erklärt wird. Durch die Person von Louise gerät man auch mitten in den Konflikt hinein.
    Der Spannungsbogen konnte nicht ganz überzeugen. Mal war es sehr spannend, mal weniger. Irgendwann habe ich nur noch gedacht, kommt die Auflösung jetzt noch, oder nicht? Als sie dann kam, war auch eigentlich alles plausibel und hat die Verwirrung aufgeklärt. Die Hinweise davor, die für den Leser schon einmal einen Teil aufgeklärt haben, kamen mir etwas zu spät.
    Der Roman wollte einfach zu viel und war an der einen oder anderen Stelle einfach zu lang. Deswegen bleibe ich bei drei Sternen.

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    Satansbratenvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: 60er Jahre, Berlin als geteilte Stadt, eine tote Frau, eine Liebesgeschichte, Karriereversprechen, flotte Autos, verbotene Liebe...
    Mordermittlungen im Berlin von 1968

    Eine junge Frau wir tot am Ufer des Wannsees gefunden. Wer hat etwas gesehen? Wer hat sie dort hin gebracht? Wer hat sie umgebracht? Wieso musste sie sterben? Wolf Heller als verantwortlicher Ermittler stößt auf viel interessantes, ein schwules Pärchen, das seine Treffen unbedingt geheim halten muss, unsichtbare Mauern, wenn man verschiedene Leute befragen will, verschwundene Kinder, ein Ehemann, der meint, dies nicht zu überleben, eine junge Frau, die Teil der Studentenrevolte ist,...all dies zeichnet ein atmosphärisch dichtes Bild dieser bewegten unruhigen Jahren in Berlin. Lesenswert, vor allem, um diese Zeit, ihre Rahmenbedingungen, ihre Menschen besser zu verstehen!

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    Biests avatar
    Biestvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Ein spannender, gut durchdachter, super recherchierter Krimi, mit einer toll eingefangenen Atmosphäre der 60er Jahre. Unbedingt lesen!
    Aufgeheizte Stimmung

    1968 – Wolf Heller ermittelt in politisch aufgeheizten Zeiten

    Inhalt:

    West-Berlin, 1968. Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, während die Stasi in aller Stille Spione auf die andere Seite der Mauer schickt. Wolf Heller, Kommissar bei der Mordinspektion M I, interessiert sich eigntlich nicht für Politik. Doch dann wird eine junge Frau tot im Wannsee gefunden. Heidi Gent arbeitete in der Kanzlei des linken Anwalts Horst Mahler. Heller soll den Fall schnell abschließen, ohne allzu tief zu graben. Denn auf der Polizei lastet noch immer der Schatten des Mordes an Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm, und die sensationshungrige Presse lauert auf Fehler. Für Heller wird der Fall zur Zerreisßprobe. Sein Chef und auch sein Vater, ein ehemaliger Polizist, wollen ihn mit aller Macht von weiteren Ermittlungen abbringen. Und dann zerren auch noch seine Vermieterin Paula, die ihn heiraten will, und die lässige Amerikanerin Louise aus der Kommune Wielandstraße an dem Einzelgänger. Heller muss sich entscheiden.

    Rudi Dutschke, Uschi Obermaier, Willy Brandt, Axel Springer – die Sechzigerjahre sind ihre Bühne. Es steht viel auf dem Spiel. Und Wolf Heller muss sich als junger Kommissar in wilden Zeiten beweisen.

    Meine Meinung:

    Der Einstieg ins Buch war etwas schwierig, da man bereits direkt am Anfang mit sehr vielen Personen konfrontiert wird. Das hat sich aber schnell gelegt, denn die Figuren werden im weiteren Verlauf alle häufiger erwähnt.
    Die Atmosphäre Ende der 60er Jahre wurde super eingefangen. Man fühlt sich sofort in die damalige Zeit zurückversetzt. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch tauchen einige bekannte Namen, Orte und Gebäude in der Geschichte auf.

    Heller ist ein junger und sympathischer Kommissar. Er hatte, bzw. hat es nicht immer einfach, versucht aber das Beste daraus zu machen und geht Dingen, die er nicht versteht auf den Grund.
    Es gibt natürlich auch weniger sympatische Figuren, wie zum Beispiel Doll. Den hatte ich sofort gefressen und das hat sich aufgrund seiner blöden und unangebrachten Kommentare auch bis zum Ende nicht gelegt.
    Die handelnden Personen waren gut und detailliert beschrieben, was sowohl das Aussehen als auch den Charakter betrifft.

    Die Story an sich war spannend, gut recherchiert und toll aufgebaut. Gemeinsam mit Heller ermittelt man bis zum Schluss, wo auch dann die wichtigsten Fragen geklärt werden. Das Ende hat mir gut gefallen und hielt auch noch die ein oder andere Überraschung bereit.

    Ebenfalls gut gefallen hat mir das Glossar, ganz am Ende. Dort werden die wichtigsten Begriffe anschaulich erklärt.
    Der Schreibstil war auch super angenehm und ließ sich flott lesen.
    Das Cover gefällt mir, es passt zur damaligen Zeit und zur Geschichte.

    Fazit:

    Ein spannender, gut durchdachter, super recherchierter Krimi, mit einer toll eingefangenen Atmosphäre der 60er Jahre. Eine klare Leseempfehlung.

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    OliverBaiers avatar
    OliverBaiervor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Spannendes Zeitporträt, tolle Charaktere und Dialoge.
    Wolf Heller auf der Suche nach der Wahrheit

    Inhalt/Klappentext:


    1968 – Wolf Heller ermittelt 

    Kommissar Wolf Heller interessiert sich eigentlich nicht für Politik, doch plötzlich ist alles politisch. Ohne es zu wollen, gerät er zwischen die Fronten. Die Polizei gilt als reaktionärer Haufen, Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, und seine Freundin Louise zieht in eine Kommune. Da wird eine junge Frau tot am Ufer des Wannsees gefunden. Nur die roten Schlangenlederschuhe geben einen brauchbaren Hinweis auf ihre Identität. Als der Kommissar ein Bild der Schuhe in einer Berliner Zeitung veröffentlichen lässt, meldet sich eine Kollegin der Toten: Heidi Gent arbeitete in Horst Mahlers Anwaltskanzlei. Heller soll den Fall schnell abschließen. Auf der Polizei liegt noch der Schatten der Ermordung von Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm. Doch als er zufällig mitbekommt, dass sein Chef lautstark mit einem Unbekannten über die Tote streitet, lässt er nicht mehr locker. 

    Rudi Dutschke, Uschi Obermaier, Willy Brandt, Axel Springer, Benno Ohnesorg - die Sechzigerjahre sind ihre Bühne, Berlin ist ihre Bühne. Es stand viel auf dem Spiel. Und Wolf Heller muss sich als junger Kommissar in diesen Zeiten beweisen.



    eigene Meinung:


    Das Trio um Martin Lutz, Uwe Wilhelm und Sven Felix Kellerhoff öffnen ein Tor in die 68 er. Man klappt dfas Buch auf, beginnt mit den ersten Seiten und begibt sich auf eine Zeitreise. Neben einer rasanten und spannenen Krimi-/ Spionagegeschichte wird dem Leser ein Zeitporträt geliefert, welches facettenreich, bildhaft und voller Informationen, die aber nicht überladen sind und ein wunderbarer Exkurs in die politischen Zustände der 68 er sind. Der Mord ist dabei fast zweitrangig. Wolf Heller, ein Kommissar, von de es hoffentlich noch etwas zu lesen gibt ein interessanter Charakter, der genauso, wie die anderen geschilderten Personen nicht stereotypisch, sondern überraschend dem Leser gegenübertreten. Eine absolute Leseempfehlung für Leser des schwarzen Humors, politischer Neugier und Fans gut geschriebener und dabei unterhaltdender Kriminalliteratur. Dieses Buch werde ich immer gerne weiterempfehlen und hat mir die Berliner Studentenrevolte und die Zustände in der DDR/ BRD emotional näher gebracht.

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    twentytwos avatar
    twentytwovor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Ein spannendes Stück Zeitgeschichte, voller Atmosphäre.
    Die Tote im Wannsee

    Die Zeichen stehen auf Sturm. In der ganzen Republik, vor allem aber in Berlin, tragen die Aktionen der linksgerichteten Studenten- und Bürgerrechtsbewegung zu erheblicher Unruhe bei. Kommissar Wolf Heller, ein äußerst integrer Ermittler, wird von dem Fall tief in die politischen Unruhen hineingezogen. Als man versucht ihn an der Aufklärung des Mordes, der alles ins Rollen gebracht hat zu hindern beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren. Auch wenn er sich damit selbst in höchste Gefahr bringt und dabei sogar sein Leben aufs Spiel setzen muss, denkt er nicht daran aufzugeben, bevor er nicht die ganze Wahrheit ans Licht gebracht und die wirklich Schuldigen überführt hat.

    Fazit
    Ein packendes Stück Zeitgeschichte eingebunden in einen Kriminalfall, der die Umbruchstimmung der 68er in einer atmosphärisch dichten und spannenden Story einfängt.

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    markus1708s avatar
    markus1708vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: 1968 im Westen Berlins - eine Frauenleiche im Wannsee bringt Kommissar Heller bei seinen Ermittlungen in arge Bedrängnis.
    EIne Tote im Wannsee und ein Kommissar in Bedrängnis

    Wolf Heller ist Kommissar in West-Berlin. Man schreibt das Jahr 1968 und es sind unruhige Zeiten: die Mauer teilt die Stadt in Ost und West, die Studenten revoltieren gegen die Obrigkeit. Und er hat in einem Mordfall zu ermitteln der ihn selbst in arge Bedrängnis bringen wird. Denn die Kreise in denen er ermitteln muss, drohen ihm gefährlich zu werden: sein Vorgesetzter will ihn erst wegloben und dann beseitigen. Ein Verdächtiger droht damit, sich umzubringen. In der Wohnung in der zur Untermiete wohnt, steht ein Mann mit einer Pistole und bedroht seine Vermieterin. Darüber hinaus hat er auch noch private Probleme: auf der einen Seite die Vermieterin mit zwei Kindern und dem Wunsch sie zu heiraten, auf der anderen Seite eine junge Studentin die ihm – erfolgreich – an die Wäsche will. Und dann ist da noch sein Vater, ein Alt-Nazi und Ex-Polizist der ebenfalls eine undurchsichtige Rolle zu spielen scheint. Das alles vor dem Hintergrund der – realen – Studentenproteste die in die Handlung mit eingewoben werden, mit den realen, bekannten Persönlichkeiten die zumindest namentlich erwähnt werden.

    Ich persönlich fand die Krimigeschichte an sich spannend, aber verhältnismäßig schlecht erzählt: zu verworren ist die Handlung anfangs ehe man erkennt wer hier wer ist. Das „verheimlichen“ der wahren Identitäten soll wohl die Spannung steigern, mich hat es eher genervt. Daher von mir nur drei von fünf Sternen.

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    evaczykvor einem Monat
    68-er Krimi aus dem geteilten Berlin

    Eine Frau stirbt, während die Messerklinge wieder und wieder in sie eindringt. Ihre letzten Gedanken, ihr letztes Aufbäumen - das ist der rasante, dramatische Start in "die Tote im Wannsee". Es ist das Jahr 1968, Berlin ist noch geteilt, und auf den Straßen demonstrieren die Studenten. Es brodelt in der Gesellschaft und es geht nicht nur um die ganz normalen Auseinandersetzungen zwischen den Generationen, sondern auch um das Erbe des Nationalsozialismus und der immer noch ausstehenden Aufarbeitung deutscher Verbrechen, Schuld und Verantwortung.

    Die tote Frau, sie wird zum Fall für Kommissar Wolf Heller, der in gewisser Hinsicht ein einsamer Wolfs im Großstadtdschungel erweckt, auch wenn er als Untermieter einer alleinerziehenden Mutter gewissermaßen Familienanschluss hat. Heller ist einer, der nicht recht in die damalige Polizei zu passen scheint – einer, der in mancher Hinsicht mit den Studenten sympatisiert, der spätnachts in einer Bar Klavier spielt, der Nutten nicht mit Gleichgültigkeit oder Verachtung behandelt. Heller ist Polizist wie sein Vater, der ein alter Nazi ist – und ist doch ganz anders. Vielleicht ist er auch deshalb Kriminalpolizist geworden, weil er seit 20 Jahren, seit seiner Kindheit, einem düsteren Familiengeheimnis nachspürt.

    Vor allem aber ist Heller ein Kommissar, den das Schicksal der toten Frau nicht gleichgültig lässt. Er gibt sich nicht mit den einfachen Lösungen zufrieden, als ein Mörder gefunden zu sein scheint. Doch während der Fall offiziell geschlossen werden soll, stößt Heller auf Ungereimtheiten, auf neue Puzzlestücke, die ein anderes, wenn auch noch verschwommenes Bild auf den Fall werfen.

    Die Wahrheit, sie scheint irgendwo in einer Kleingartenanlage im unmittelbarer Nähe des Grenzzauns versteckt zu sein. Je mehr Heller nachforscht, desto mehr eckt er bei den eigenen Vorgesetzen an und zieht auch jenseits der Berliner Mauer Aufmerksamkeit auf sich.

    Viel Zeitkolorit und Geschichte einer bewegten Zeit hat das Autorentrio (Martin) Lutz, (Sven) Keller und (Uwe) Wilhelm mit einem spannenden Kriminalfall verbunden, der immer wieder neue Wendungen nimmt. Zwischen alten Nazis in den Reihen der Polizei über Stasi-Seilschaften bis hin zu Kommunarden und Studenten der 68-er Protestbewegung ist ein atmosphärisch dichtes und zugleich spannendes Buch entstanden,

    Der Kriminalroman ist so auch eine literarische Zeitreise 50 Jahre in die Vergangenenheit.. Untermiete statt WG, der Protest der Studenten gegen den Springer-Verlag, Vietnamkrieg und die reichlich akademischen Diskussionen des Sozialistischen Studentenbundes, aber auch die Wut der politisch bewegten Frauen, die sich auch bei den 68-er Revolutionären wieder in Geschlechterklischees und einer Rollenverteilung gefangen sehen, aus der sie doch gerade ausbrechen wollen.

    Viele der Nebenfiguren zeichnen diese Gesellschaft in Aufbruch und Veränderung wieder, die ein halbes Jahrhundert später bereits völlig fremd wirkt: Eine Zeit, in der Homosexuelle kriminalisiert wurden und der “Kupplerparagraf” es unverheirateten Paaren erschwerte, die Nacht zusammen in einer Wohnung zu verbringen. Die Autoren haben das Berlin des Jahres 1968 gründlich recherchiert, bis hin zur Sprache der verschiedenen Milieus.

    “ Die Tote im Wannsee” ist spannend zu lesen und dürfte allen Lesern gefallen, die nicht nur die Frage “Wer war´s?” interessiert, sondern die auch ein Faible für Zeitgeschichte und/oder Gesellschaftskritik haben. 

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    SkadiVs avatar
    SkadiVvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein großartiger historischer Krimi!
    Studentenrevolte und eine Tote

    Westberlin, 1968. Am Strandbad Wannsee wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Frau arbeitete in der Kanzlei Horst Mahlers. Während die Studenten auf den Straßen revoltieren und Mahler befreien wollen, nimmt Wolf Heller die Ermittlungen im Fall der Toten auf und stößt dabei auf tiefgehende Verstrickungen.

    Erzählt wird nicht nur aus Hellers Perspektive, sondern auch aus der der amerikanischen Studentin Louise Mackenzie, die zu den aufständischen Studenten vom SDS gehört und in einer Kommune in der Wielandstraße wohnt. Und Harry Schwarz, dessen Identität nur langsam im Verlauf der Geschichte geklärt wird.

    Zuerst einmal zur Hauptfigur Heller. Ich persönlich habe ein bisschen gebraucht, um mit ihm warm zu werden, weil er doch eine sehr eigene Art hat. Allerdings steht er für seine Überzeugungen ein und lässt sich nicht von seinem Weg abbringen – koste es, was es wolle. Damit ist er mir im Laufe des Buches durch und durch sympathisch geworden. Obwohl auch er nicht frei von Fehlern ist, wie man beispielsweise in seinem Umgang mit seiner Vermieterin Paula hin und wieder bemerkt. (Dafür sorgt er sich immer ganz rührend um deren Kinder Jochen und Astrid.)

    Die Fülle der weiteren auftretenden Figuren macht es zwar manchmal schwer, mitzukommen und den Überblick über den Fall zu behalten, allerdings trägt das eher zur Spannung bei, als dass es wirklich stören würde und je weiter Heller mit seinen Ermittlungen kommt, desto leichter wird es, zu folgen.

    Der Fall selbst ist spannend gestaltet, mit jeder Menge Irrungen und Wirrungen. Bis zuletzt ist nicht 100% klar, was genau passiert ist und was das Motiv war. War es der gewalttätige Ehemann der Toten? Und was hat der homosexuelle Fußballer der Hertha damit zu tun? Und warum will Hellers Vorgesetzter Holzinger, dass der Fall schnell abgeschlossen wird?

    Der Stil ist klar, direkt und flüssig zu lesen. Die Beschreibungen lassen die Geschichte lebendig werden. Gespickt wird das Ganze in philosophischen Unterbrechungen über das Zeitgeschehen, die Vergangenheit und die Menschheit.

    Mein persönliches Highlight waren die vielen kleinen Details, die das Westberlin der 1968er Jahre in diesem Buch zum Leben erwecken. Von geographischen Gegebenheiten über die Erwähnung von Radiosongs und Filmen bis hin zur Darstellung des Umgangs mit der NS-Vergangenheit – allen voran, wie diese von vielen unter den Tisch gekehrt wurde.

    Damit ist dieses Buch für mich ein absolut empfehlenswerter Krimi für alle, die mal ein paar Stunden in das Jahr 68 abtauchen wollen.  

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    Lesenettivor einem Monat
    Kurzmeinung: Gut geschrieben, nicht ganz so leicht zu verstehen & daher vielleicht nur was für Fans dieses Genres & mit politischem Interesse.
    Eine Tote & Spannung pur!!!

    Ein passenderes Cover geht nicht!!!
    Im schwarz/weiß Stil & mit einer tollen Haptik & Buchprägung versehen, macht es gleich doppelt so viel Spaß dieses Buch zu lesen & in den Händen halten zu dürfen. Einfach klasse!!!
    Ein wirklich passendes Layout zu dieser mysteriösen Geschichte, in der Kommissar Wolf Heller versucht, den Mörder einer jungen Mutter aufzuklären & die Wahrheit ans Licht zu bringen.
    Vielerlei stehen ihm dabei im Weg! Ob Agenten, Studenten oder das Regime.... und alles nimmt dann ein eher tragisches Ende!!!
    Ein nahtlos geschriebener, sehr gut nachzuvollziehender Textfluss, der Fans dieses Genres & mit politischem Interesse doch eher anschpricht, und nicht für jeden das Passende ist. Zudem sind die Abkürzungen bzw. Fremdwörter im Moment des Lesens schwer zu definieren & man muss erst die Bedeutung nachschlagen, was aber mit dem Glossar überhaupt als Bestandteil des Buches gut gelöst wurde.

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    anke3006s avatar
    anke3006vor einem Monat
    Kurzmeinung: West-Berlin und die 68er
    Ein Land im Umbruch

    Ein Mord in West-Berlin. Die Vorgesetzten von Wolf Heller sind sich sehr schnell einig, das es eine Beziehungstat gewesen sein muss. Heller wird stutzig und ermittelt weiter. Er stolpert über verschiedene Gruppierungen im damaligen West-Berlin. Ob die Kommune 1 oder übriggebliebene Nazis, irgendwie sind in Berlin alle aktiv. Das Autoren-Trio Lutz/Wilhelm/Kellerhof hat die damalige Zeit, die politischen Verwicklungen und die damaligen Akteure sehr gut beschrieben und die Atmosphäre gekonnt eingefangen. Viele bekannte Namen tauchen auf, auch Namen, die man heute in einem ganz anderen Zusammenhang kennt. Ein Krimi mit historischem Hintergrund. Das Leben und Denken vor 50 Jahren in unserem Land. Packend und informativ zugleich.

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    lutz_wilhelm_kellerhoffs avatar
    lutz_wilhelm_kellerhoff
    Liebe Lovelybooksleserinnen und -leser,

    gemeinsam mit euch möchten wir unseren Krimi "Die Tote im Wannsee" lesen und freuen uns auf einen regen Austausch. Dafür verlosen wir 15 Bücher und sind gespannt auf eure Eindrücke!

    Worum geht es in "Die Tote im Wannsee"?
    Wolf Heller interessiert sich eigentlich nicht für Politik, doch plötzlich ist alles politisch. Ohne es zu wollen, gerät er zwischen die Fronten. Die Polizei gilt als reaktionärer Haufen, Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, und seine Freundin Louise zieht in eine Kommune. Da wird eine junge Frau tot am Ufer des Wannsees gefunden. Nur die roten Schlangenlederschuhe geben einen brauchbaren Hinweis auf ihre Identität. Als der Kommissar ein Bild der Schuhe in einer Berliner Zeitung veröffentlichen lässt, meldet sich eine Kollegin der Toten: Heidi Gent arbeitete in Horst Mahlers Anwaltskanzlei. Heller soll den Fall schnell abschließen. Auf der Polizei liegt noch der Schatten der Ermordung von Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm. Doch als er zufällig mitbekommt, dass sein Chef lautstark mit einem Unbekannten über die Tote streitet, lässt er nicht mehr locker.

    Als Bewerbung möchten wir gerne von euch wissen, was euch an dem Buch am meisten interessiert.

    Liebe Grüße und viel Spaß,
    das Autorentrio Lutz Wilhelm Kellerhoff
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