Luzius Keller

 4 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Proust im Engadin, Proust 1913 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Luzius Keller

Proust im Engadin

Proust im Engadin

 (2)
Erschienen am 12.08.2011
Proust 1913

Proust 1913

 (1)
Erschienen am 11.09.2013
Proust lesen

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Erschienen am 28.04.1991

Neue Rezensionen zu Luzius Keller

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Rezension zu "Proust 1913" von Luzius Keller

Kurz und knapp, aber aufschlussreich
kingofmusicvor 24 Tagen

War mir vor ein paar Tagen „Proust im Engadin“ von Luzius Keller noch zu „in unendlichen Details“ verloren, bin ich von „Proust 1913“ des gleichen Autors recht angetan.


Hier bekommt die geneigte Leserschaft nämlich einen (teils amüsanten) Einblick in die Arbeit von Marcel Proust an seinem Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ - mit besonderem Augenmerk auf den ersten Band „Unterwegs zu Swann“, der nach unendlichen Überarbeitungen von Proust und einigen Absagen verschiedener Verlage Ende 1913 erschien.


Bei den beschriebenen Verschrobenheiten von Marcel Proust musste ich teilweise herzhaft grinsen und man bekommt eine Ahnung davon, was für eine Person er war. Auf der einen Seite von sich und seiner Arbeit überzeugt, auf der anderen Seite aber auch von Selbstzweifeln geplagt, die ihn immer dazu gebracht haben, sich ständig bei anderen Leuten bzgl. seines Textes abzusichern, was manch einen auch mal zum sprichwörtlichen „Augenrollen“ gebracht hat (so liest es sich zwischen den Zeilen) und ihn (den Text) öfter zu revidieren. Hier wird schon der Hang von Marcel Proust zu überlangen Passagen und Sätzen deutlich.


Darüber hinaus lernen die Leserinnen und Leser etwas über die Pariser Kunst-, Literatur-, Theater- und Musikszene im Jahr 1913.


All das macht „Proust 1913“ zu einem kurzweiligen und interessanten Büchlein, das jede(r), der sich näher mit Marcel Proust beschäftigt, gelesen haben sollte.


Ich freue mich auf mein „Proustjahr“ 2019 *g*.

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Rezension zu "Proust im Engadin" von Luzius Keller

Lesenswert, jedoch manchmal zu detailverliebt
kingofmusicvor einem Monat

„Das Lesen liegt an der Schwelle des geistigen Lebens; es kann uns darin einführen, aber es ist nicht dieses Leben.“ (Marcel Proust)


Luzius Keller ist ein ausgewiesener Marcel Proust-Kenner und (wie mir scheint) ein Nerd in Bezug auf eben diesen Autor. Wobei das jetzt keinesfalls negativ verstanden werden soll – eher als „Erklärung“ dafür, dass er sich in seinem Band „Proust im Engadin“ an der ein oder anderen Stelle etwas in Details verliert, wo die geneigte Leserschaft evtl. denkt „Okay, ganz so ausführlich und episch hätte man es jetzt nicht ausbreiten müssen…“. Aber gut – der eine mag es, die andere nicht.


Interessant ist das bei aller wissenschaftlicher Epik ausgebreitete und entsprechend manchmal etwas schwierig zu lesende Büchlein immer dann, wenn der Leser direkt etwas über die literarische Herangehensweise von Marcel Proust erfährt. Z. B. welche Bezüge des realen Lebens sich in seinem literarischen Oeuvre finden, welche Rolle Richard Wagner in seinem Leben und seiner Literatur spielt und die Entwicklung seiner literarischen Anfänge in Literaturzeitschriften in Paris hin zu seinem Opus Magnum „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Die ersten prosaischen Texte von Marcel Proust lassen schon ein wenig erahnen, was für ein Schriftsteller später aus ihm wird.


Die übertrieben genaue Beschreibung Kellers der verschiedenen Zugverbindungen nach St. Moritz, der allererste Satz „Auf seiner Suche nach Spuren großer Schriftsteller, Maler und Musiker in Graubünden hat Kurt Wanner eine Entdeckung gemacht, die das Herz jedes Literaturliebhabers höher schlagen lässt.“ oder die penible Aufdeckung von Fehlern in den Proust-Biografien von Jean-Ives Tadié und George D. Painter wirken an der ein oder anderen Stelle auf mich etwas „oberlehrerhaft“ und haben mich tatsächlich auch ein paar Mal „querlesen“ lassen, da es mich eher wenig interessiert, wer wann im Jahr 1893 oder 1894 in einem Hotel in St. Moritz abgestiegen ist, wo die einzelnen Hotels und Pensionen genau gestanden haben und ob die literarischen Beschreibungen Proust´s Reise ins Engadin 100%ig mit der realen Landschaft übereinstimmen.


Aber gut, vielleicht bin ich auch einfach zu wenig „Literaturwissenschaftler“. Im Großen und Ganzen habe ich mit „Proust im Engadin“ einen kleinen, teils informativen Vorabblick auf Marcel Proust bekommen und ich freue mich jetzt umso mehr auf mein Vorhaben, im nächsten Jahr die angesprochene Tadié´sche Biografie zu lesen, bevor ich mich dann auf die Suche nach der verlorenen Zeit mache :-).

3*

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Rezension zu "Proust im Engadin" von Luzius Keller

Rezension zu "Proust im Engadin" von Luzius Keller
Clarivor 7 Jahren

In diesem kleinen aber feinen Büchlein folgt man mit Luzius Keller Marcel Proust ins Engadin.
In seiner Einführung weist Keller auf die Bedeutung des Engadins als Ferien - und Luftkurort hin, die in etwa Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte. Mit zahlreichen Briefen und Aussagen benannter Autoren belegt Luzius Keller in der Folge die ungewöhnliche Gabe Marcel Proust zum Verfassen seiner reflektierenden Prosa.

1893 findet Proust zum ersten Mal mit Freunden den Weg ins Engadin. Gleichwohl spielte das Engadin nur eine geringe Rolle in seinem Leben. Luzius Keller geht den Aufenthalten Prousts nach, liest in Gästebüchern verschiedener Unterkünfte, von denen das Hotel Post- Viraguth besondere Bedeutung für den Dichter hatte, und sucht die Stellen in Prousts Werk, in denen Spuren des Engadins zu finden sind. Kellers Aufzeichnungen setzen gründliche Kenntnisse von Prousts Werk voraus.
Der ausgewiesene Kenner dieses hoch begabten und sensiblen Dichters vergleicht und korrigiert bisherige biographische Veröffentlichungen über Prousts Leben und erzählt uns recht genau, wie dieser seine Kontakte knüpfte, um in die so genannten „höheren Kreise“ Eingang zu finden. Diese bilden ja den Bodensatz, aus dem Proust für sein Lebenswerk „ Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ Anregungen und Impressionen nutzt. Titel, Rang und Namen spielen hierbei eine gewichtige Rolle. Er charakterisiert in seinem vielbändigen Roman die Pariser Gesellschaft der Belle Epoque, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert anzutreffen ist, und die geläufig auch als dekadent umschrieben wird. Stellvertretend für andere seien hier die Namen des Grafen de Montesquiou und der Gräfin Greffulhe genannt. Sie stehen nicht nur für “gesellschaftlichen Rang, sondern auch mondänes Dilettanten - und Mäzenatentum.....“
Namentlich erwähnt L.Keller die Freunde Prousts, mit denen dieser Reisen machte oder Briefe austauschte.
In einer Zusammenfassung liest man Prousts Impressionen aus dem Engadin, die den Sprachreichtum und die Intensität des Ausdrucks dieses unvergleichlichen Dichters unterstreichen.

Luzius Kellers Studie wird dem sensiblen und künstlerischen Meister der Erinnerungskultur und des Gesellschaftsromans unbedingt gerecht. Reich bebildert und mit einem detaillierten Quellenverzeichnis versehen kann man es dem interessierten Proustkenner wärmstens empfehlen. Das edel aufgemachte Büchlein ist bereits 1998 erstmals auf Deutsch im Inselverlag erschienen.

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