Luzius Keller Proust im Engadin

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Inhaltsangabe zu „Proust im Engadin“ von Luzius Keller

Von Paris nach St. Moritz - auf den Spuren von Marcel Proust im Engadin 1893 reist Marcel Proust ins Engadin und verfällt dem Zauber dieser Landschaft. Seine Skizzen und Aufzeichnungen jener Zeit verarbeitete er später in der "Suche nach der verlorenen Zeit". Luzius Keller, der Zürcher Proust-Forscher und -Übersetzer, folgt den Spuren Prousts im Engadin und den Spuren des Engadins in Prousts Werk.

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  • Rezension zu "Proust im Engadin" von Luzius Keller

    Proust im Engadin
    Clari

    Clari

    In diesem kleinen aber feinen Büchlein folgt man mit Luzius Keller Marcel Proust ins Engadin. In seiner Einführung weist Keller auf die Bedeutung des Engadins als Ferien - und Luftkurort hin, die in etwa Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte. Mit zahlreichen Briefen und Aussagen benannter Autoren belegt Luzius Keller in der Folge die ungewöhnliche Gabe Marcel Proust zum Verfassen seiner reflektierenden Prosa. 1893 findet Proust zum ersten Mal mit Freunden den Weg ins Engadin. Gleichwohl spielte das Engadin nur eine geringe Rolle in seinem Leben. Luzius Keller geht den Aufenthalten Prousts nach, liest in Gästebüchern verschiedener Unterkünfte, von denen das Hotel Post- Viraguth besondere Bedeutung für den Dichter hatte, und sucht die Stellen in Prousts Werk, in denen Spuren des Engadins zu finden sind. Kellers Aufzeichnungen setzen gründliche Kenntnisse von Prousts Werk voraus. Der ausgewiesene Kenner dieses hoch begabten und sensiblen Dichters vergleicht und korrigiert bisherige biographische Veröffentlichungen über Prousts Leben und erzählt uns recht genau, wie dieser seine Kontakte knüpfte, um in die so genannten „höheren Kreise“ Eingang zu finden. Diese bilden ja den Bodensatz, aus dem Proust für sein Lebenswerk „ Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ Anregungen und Impressionen nutzt. Titel, Rang und Namen spielen hierbei eine gewichtige Rolle. Er charakterisiert in seinem vielbändigen Roman die Pariser Gesellschaft der Belle Epoque, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert anzutreffen ist, und die geläufig auch als dekadent umschrieben wird. Stellvertretend für andere seien hier die Namen des Grafen de Montesquiou und der Gräfin Greffulhe genannt. Sie stehen nicht nur für “gesellschaftlichen Rang, sondern auch mondänes Dilettanten - und Mäzenatentum.....“ Namentlich erwähnt L.Keller die Freunde Prousts, mit denen dieser Reisen machte oder Briefe austauschte. In einer Zusammenfassung liest man Prousts Impressionen aus dem Engadin, die den Sprachreichtum und die Intensität des Ausdrucks dieses unvergleichlichen Dichters unterstreichen. Luzius Kellers Studie wird dem sensiblen und künstlerischen Meister der Erinnerungskultur und des Gesellschaftsromans unbedingt gerecht. Reich bebildert und mit einem detaillierten Quellenverzeichnis versehen kann man es dem interessierten Proustkenner wärmstens empfehlen. Das edel aufgemachte Büchlein ist bereits 1998 erstmals auf Deutsch im Inselverlag erschienen.

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